Gesellschaft

Christenverfolgung wurde zu lange verschwiegen

Die Politische Akademie der ÖVP (Wien, Österreich) hat in dieser Woche eine Tagung zum Thema »Christenverfolgung« veranstaltet. Es heißt dazu in einer Mitteilung:

Dramatische Worte fand Pater Athanasios, Vorsitzender der Koptischen Gemeinde in Griechenland. »Christen dürfen sich nie daran gewöhnen, dass Kirchen brennen und Kinder im Orient zwangsislamisiert werden.« Muslime und Araber, denen das Konzept der Trinität und die jüdisch-christliche Diversität fremd sei, müssten endlich den kulturellen Genozid an den Christen stoppen. In Ägypten zerstöre der radikale Islam die Essenz der christlichen Gemeinschaft. Zur Zeit kämpfe die christliche Minderheit in Ägypten schlicht um ihr Überleben. Das sei keine Dramatisierung, sondern eine Tatsachenbeschreibung.

Hier die vollständige Meldung: www.polak.at.

Bei Kirchgang Lebensgefahr!

Deutschlandradio Kultur hat heute über die weltweit zunehmende Christenverfolgung berichtet und dabei auch das Jahrbuch zur Christenverfolgung erwähnt. Es heißt unter anderem:

Auch was derzeit im Irak geschieht, sind keine Einzelschicksale. Denn in den letzten zehn bis zwanzig Jahren sind Christinnen und Christen überall in der Welt immer mehr zur Zielscheibe von Übergriffen geworden: in muslimischen Ländern wie Irak, Iran, Sudan, Ägypten oder der Türkei ebenso wie in den wenigen verbliebenen kommunistischen Ländern: in Nordkorea, China und Vietnam etwa. Aber auch im hinduistischen Indien und im buddhistisch geprägten Sri Lanka gibt es brennende Kirchen und massive Verletzungen der Religionsfreiheit.

Schirrmacher: »Eine der grundlegenden Veränderungen ist, dass in den Sechziger-, Siebzigerjahren die Hauptverfolgung gegen alle Religionen, auch gegen das Christentum, von nicht religiösen – also von atheistischen Regierungen etc. ausging – während heute die Hauptverfolgung von Religionsgemeinschaften von Religionen selber ausgeht. Das ist statistisch gesehen eine ganz große Verschiebung und gibt dem ganzen natürlich auch eine ganz andere Dimension.«

Der Theologe Thomas Schirrmacher, der von einer neuen Dimension der Verfolgung spricht, ist Leiter des kleinen Internationalen Instituts für Religionsfreiheit in Bonn, Sprecher für Menschenrechte in der konservativen Weltweiten Evangelischen Allianz und einer der bekanntesten evangelikalen Fürsprecher verfolgter Christen.

Hier mehr: www.dradio.de.

Clay Shirky: Können wir den Journalismus retten?

In einem Interview mit GRITtv analysiert der US-Professor Clay Shirky, Autor von Here Comes Everybody und herausragender Kenner der Internetszene, Twitter und andere soziale Netzwerke. Er spricht ebenfalls über die Zukunft traditioneller Medien und das Urheberrecht.

Hier:

Serielle Monogamie statt Ehe?

Die Deutschen heiraten immer später und immer seltener: Während Frauen 1975 im Durchschnitt bereits mit 23 und Männer mit 25 Jahren heirateten, waren im Jahr 2008 erstmalig heiratende Frauen durchschnittlich 30, Männer sogar 33 Jahre alt. Heiraten war in den 70er Jahren noch eine biographische Selbstverständlichkeit, mehr als 90 Prozent der ledigen jungen Erwachsenen entschieden sich für die Ehe als Lebensform. Seitdem hat sich der Anteil der zeitlebens unverheiratet bleibenden Erwachsenen mehr als verdreifacht: Gegenwärtig schließen noch etwa zwei Drittel der Frauen und etwa 60 Prozent der Männer mindestens einmal in ihrem Leben eine Ehe. Parallel zur sinkenden Heiratsneigung ist das Scheidungsrisiko gestiegen – mittlerweile werden etwa 40 Prozent der Ehen wieder getrennt.

Mehr dazu auf der Internetseite des Instituts für Demographie, Allgemeinwohl und Familie: www.i-daf.org.

Europa überhebt sich

Hans Michael Heinig lehrt Öffentliches Recht und Kirchenrecht an der Georg-August-Universität Göttingen. Im Nebenamt leitet er das Kirchenrechtliche Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland. Und er meint, dass »Kruzifix-Urteil« des Europäischen Gerichtshofes ist ein gravierendes Fehlurteil.

Die bloße Anbringung eines Schulkreuzes ist kein Problem menschenrechtlicher Mindeststandards. Setzt sich die Linie des Gerichtshofs durch, wird künftig über zentrale Belange staatlicher Identität, über wesentliche Fragen der schulischen Bildung, des Umgangs mit Religion, über Sprache und kulturelle Identität in Straßburg entschieden. Daran kann niemand Interesse haben. Die italienische Regierung ist deshalb gut beraten, gegen die Entscheidung Beschwerde bei der großen Kammer des EGRM einzulegen; alle anderen Regierungen sollten ihr beispringen.
Eine besondere Hilfe wäre dabei sicher der Rechtsbeistand durch die Bayerische Staatsregierung. Die hat für Bayern eine Lösung gefunden, die einen gewissen Interessenausgleich ermöglicht: Die Kreuze hängen weiter in den bayerischen Klassenzimmern, werden aber im Einzelfall abgenommen, wenn sich jemand ernsthaft in seiner Religionsfreiheit beeinträchtigt sieht. Die Entscheidungsgründe des Bundesverfassungsgerichts boten für diese Lösung eigentlich keinen Raum, und doch scheiterten bisher alle Klagen gegen die bayerische Kompromisslösung. Auch Verfassungsgerichte können lernen. Das lässt für Straßburg hoffen.

Hier der lesenswerte Artikel: www.merkur.de

Koptischer Blogger im Hungerstreik

Hani Nazeer, 28 Jahre, ein Schulsozialarbeiter und koptisch-christlicher Blogger aus dem oberägyptischen Qena, ist am 9. November in einen Hungerstreik getreten. Nach Angaben der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) befindet er sich seit über einem Jahr ohne Anklage in Haft. Mit dem Hungerstreik will der Blogger seine Haftentlassung oder aber ein formelle Anklage erzwingen. Seine bisherigen Ersuchen wurden ohne Begründung durch das Innenministerium zurückgewiesen. Nazeer ist Autor des Blogs »Karz El Hob«, in dem er sowohl die aggressive Islamisierung als auch die politischen Einflussnahmen der orthoxen Kirchenführung kritisiert hat. Dadurch brachte er sowohl islamische Autoritäten als auch die Hierarchie der koptisch-orthodoxen Kirche gegen sich auf. Nach Auffassung der IGFM hat sich der Blogger keines Deliktes schuldig gemacht, sondern ist aus rein politischen Gründen in Haft, weil er religiöse Autoritäten verärgert hat.

Der Blogger ist am 3. Oktober 2008 von der ägyptischen Staatssicherheit verhaftet worden. Nazeer hatte eine Verhaftung bereits befürchtet und war untergetaucht. Daraufhin verhaftete die Staatssicherheit Familienangehörige Nazeers und drohte damit, sie so lange gefangen zu halten, bis sich Nazeer stellen würde. Er stellte sich umgehend der Polizei und wird seither im Burj Al-Arab Gefängnis ohne Angabe von Gründen festgehalten. Alle Anträge seines Anwalts Rawa Ahamad, entweder ein Verfahren zu eröffnen oder ihn freizulassen, sind von den Behörden ohne Angabe von Gründen zurückgewiesen worden.

Sein Anwalt berichtete, dass der Blogger im Gefängnis zu zum Teil gewalttätigen Schwerverbrechern in eine Zelle gesperrt worden ist. Angehörige des Gefängnispersonals hätten ihn unter Druck gesetzt, zum Islam überzutreten. Ihm soll auch die Entlassung in Aussicht gestellt worden sein, wenn er Muslim würde.

Nach der Ermordung Präsidenten Anwar Sadat im Jahr 1981 wurde in Ägypten der Ausnahmezustand ausgerufen. Auf dieser Grundlage sind bis heute Teile der verfassungsmäßigen Rechte außer Kraft gesetzt, internationale Menschenrechtsabkommen werden von der Regierung ignoriert. Gamel Eid, der Direktor des arabischen Netzwerkes für Menschenrechtsinformationen, schätzt, dass annähernd 14.000 Menschen mit Berufung auf die Notstandsgesetzgebung verhaftet worden sind. Erst im Mai 2008 wurde der »Ausnahmezustand« um zwei weitere Jahre verlängert.

Mamdouh Naklah, ägyptischer Anwalt und Bürgerrechtsaktivist, erläuterte, dass die Unterdrückung und Einschüchterung der koptischen Christen in Ägypten auch durch Polizeioffiziere erfolge: „Sie geben den Islamisten grünes Licht und schützen sie. Und sie geben ihnen das Gefühl, das sie immun gegen Strafverfolgung sind.“

Postmoderne – eine Definition

Zygmunt Bauman (Ansichten der Postmoderne, 1995, S. 9):

Postmoderne ist ein Freibrief, zu tun, wozu man Lust hat, und eine Empfehlung, nichts von dem, was man selbst tut oder was andere tun, allzu ernst zu nehmen.

P.S. Ich sollte hinzufügen, dass Bauman einer der großen postmodernen Denker ist.

Bald Einigung in der Diskssion um die Pauluskirche von Tarsus?

Staatsministerin Maria Böhmer hat Äußerungen türkischer Regierungsvertreter begrüßt, sich in der Diskussion um die Pauluskirche in Tarsus um eine Einigung zu bemühen.

»Die jüngsten Äußerungen geben uns Hoffnung. Sie sind ein wichtiges Signal für die Christen in der Türkei und in der gesamten Welt. Jetzt kommt es darauf an, den Worten Taten folgen zu lassen. Die Religionsfreiheit in der Türkei darf nicht nur auf dem Papier existieren, sondern muss auch im Alltag garantiert werden«, erklärte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung.

Der Präsident des Amtes für Religiöse Angelegenheiten der Türkei, Professor Ali Bardakoglu, sowie der türkische Staatsminister Faruk Celik hatten am Wochenende in Köln bei der Grundsteinlegung für eine Moschee erklärt, in der Debatte um die Pauluskirche auf die christliche Minderheit in der Türkei zuzugehen. Kern der Diskussion ist, die Pauluskirche in Tarsus, den Geburtsort des Apostels Paulus, für christliche Gottesdienste zu öffnen. Zurzeit darf die Kirche überwiegend nur als Museum genutzt werden. Eine Ausnahme galt während des Paulus-Jahres, das im vergangenen Sommer endete und währenddessen die Kirche regelmäßig für Gottesdienste zur Verfügung stand.

»Der Umgang der türkischen Regierung mit der Pauluskirche ist der Lackmustest für die Türkei bei der Religionsfreiheit. Die christliche Minderheit in der Türkei hat ein Recht darauf, ihren Glauben praktizieren zu dürfen. Deshalb appelliere ich mit Nachdruck an die türkische Regierung, ihre Ankündigungen wahrzumachen und an einer Lösung mitzuwirken, die auch vor Ort in Tarsus Bestand hat. Die Religionsfreiheit ist ein hohes Gut, das in Deutschland durch unser Grundgesetz geschützt ist und Moscheebauten wie in Köln möglich macht. Wer Religionsfreiheit garantiert, fördert die gegenseitige Toleranz der Religionen und ein friedliches Zusammenleben der Menschen. Daran sollte uns allen gelegen sein«, betonte Staatsministerin Böhmer.

Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen ZDF ein

Wie am 9. November bekannt wurde, hat die Staatsanwaltschaft Mainz ihre Ermittlungen gegen das ZDF wegen eines kritischen Beitrags über evangelikale Missionsarbeit eingestellt (siehe:  Der »Frontal 21«-Beitrag »Sterben für Jesus«). Zur Begründung hieß es, es sei nicht Aufgabe der Staatsanwaltschaft, den Wahrheitsgehalt einer Sendung zu prüfen. Es gebe keine Anzeichen für eine strafrechtliche Relevanz.

Mehr hier: www.idea.de.

Diktatur des Relativismus

Stanislaw Dziwisz, ehemaliger Kurienbischof und seit 2005 Erzbischof von Krakau, schreibt in einem Gastbeitrag für DIE WELT über das »Kruzifix-Urteil«:

Wer sich die Konzeptionen der Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft in Erinnerung ruft, wird erkennen, dass der Weg des Straßburger Gerichts nicht der Weg war, den sie beschreiten wollten.

Sie hatten ein Europa vor Augen, das auf dem Gewissen aufbaut, das Freiheitsrechte zur Voraussetzung hat. Wenn Menschen diese Rechte mit Füßen treten, versuchen sie – um mit den Worten Benedikts XVI. zu sprechen –, durch die Hintertür eine Diktatur des Relativismus einzuführen. In ihrer Logik ist alles relativ. Selbst die Geschichte.

Doch ein Mensch mit Gewissen zu sein bedeutet, die Geschichte in der Wahrheit zu betrachten, und diese Wahrheit spricht deutlich von den christlichen Wurzeln Europas und von der Religionsfreiheit, die alle anderen Freiheitsrechte garantiert. Die Richter des Gerichtshofs haben einen schweren Fehler begangen. Können Richter, die die Geschichte nicht kennen, eine Vision Europas haben, das des Menschen, des freien Menschen würdig ist?

Hier mehr: www.welt.de.

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