Allgemein

Sämtliche allgemeinen Beiträge.

Die Online-Foren

Der Bonner Informatiker David Kriesel hat im Dezember einen sehr interessanten 33C3-Vortrag über SPIEGEL ONLINE gehalten. Den gesamten Vortrag gibt es hier. Freundlicherweise hat der Autor die Folien online gestellt.

Einen Vortragsauszug zur Kommentarfunktion bei SPIEGEL-Artikeln will ich hier mal einstellen (und anmerken, dass es bei anderen Redaktion vermutlich ähnlich laufen wird).

VD: SR

Neue Thesen braucht die Kirche

Was uns die „neuen Thesen für die Kirche“ über die „evangelikale“ Theologie und Frömmigkeit der Gegenwart verraten, geht – so hoffe ich wenigstens – aus einer Behauptung hervor, die die Beraterin und Autorin Veronika Schmidt mit Berufung auf das Ehepaar Luther aufgestellt hat:

Sex, Rollenbilder und Gleichstellung haben einen direkten Zusammenhang. Vor allem für die Frau ist befreite Sexualität entscheidend für ihre ganzheitliche Entwicklung. Wer’s nicht glaubt, schaue über den Tellerrand in andere Teile der Welt um festzustellen, wie das Leben von Frauen ohne sexuelle Selbstbestimmung aussieht. Sie haben weder Bildung noch Entwicklungschancen. Eine sexuell freie Frau hingegen ist in ihrer Persönlichkeit, ihrer Partnerschaft und Gesellschaft frei.

Mehr Klischee geht nicht!

Hier der „reformatorische Weckruf“ zu sexueller Selbstbestimmung: www.livenet.de.

Internetsperre für das Patriarchat

„Wer widerspricht“, hat Norbert Bolz kürzlich gesagt, „wird nicht widerlegt, sondern zum Schweigen gebracht. Abweichende Meinungen werden heute schärfer sanktioniert als abweichendes Verhalten. Diese Sanktionen laufen zumeist nicht über Diskussionen, sondern über Ausschluss.“

Ich habe heute ein passendes Beispiel dafür gefunden. Auf einer Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung haben Feministinnen gefordert, Verbandsklagen bei sogenannter „digitale Gewalt“ zuzulassen. Da „Geschlecht, Körper, Rasse  … – fast alle Formen, entlang derer in unserer Gesellschaft offline diskriminiert“ werde, auch Angriffsziele digitaler Kommentare seien, wird eine strenge Ächtung gefordert. Eine Verbandsklage könne da ein probates Mittel sein, Leute gerichtlich verurteilen zu lassen. Da nicht leicht zu klären sei, wer anzuklagen ist – der Autor, der Betreiber, …? – stehe im Raum, das „rassistische Patriarchat“ anzuklagen.

Gefordert wird:

Im besten Fall könnte eine erfolgreiche Verbandsklage zu einer Erlassung, Entschädigungszahlungen oder Bußgeldern mit abschreckender Wirkung führen. Auch eine Internetsperre für verurteilte Täter wird unter den Teilnehmer*innen diskutiert — ob das rechtlich umsetzbar wäre, bleibt allerdings offen.

Einer der Fallstricke einer Verbandsklage zeigt sich in der Diskussion um das schillernde Thema Meinungsfreiheit — und das in einer Zeit, in der das Wettern gegen „political correctness“ Konjunktur hat. Tatsächlich ist es nicht neu, dass das Recht auf Meinungsfreiheit gegen den Schutz vor Diskriminierung ausgespielt wird. Viel zu oft werden dabei Straftaten verharmlost und Täter kommen unbehelligt davon … Digitale Gewalt ist ein Verbrechen, kein Kavaliersdelikt. Eine Verbandsklage könnte ein Instrument sein, der Straflosigkeit dieses Verbrechens ein Ende zu bereiten.

Leute, Leute!

Hier: www.gwi-boell.de.

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Mülheimer führt größtes Evangelikalen-Netzwerk

Pastor Ekkehart Vetter ist neuer Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz. Die ist das größte Netzwerk Evangelikaler in Deutschland. Die WAZ stellt den Leiter des Netzwerkes vor:

„Christlich sein und rechts sein, das passt nicht zusammen. Mit Bush, Trump und Pence habe ich nichts zu tun. Deren Positionen teile ich nicht“, sagt der 60-jährige Pastor. Und fügt auch gleich verschmitzt hinzu: „In den 80ern habe ich mit der Friedensbewegung gegen die Nachrüstung demonstriert.“ Vetter weiß, wie man Vorurteile ins Wanken bringt. Er wird ständig mit ihnen konfrontiert.

Er will, jenseits der Klischeevorstellungen, mit den Menschen ins Gespräch kommen. Die US-Verhältnisse sind auf Deutschland nicht übertragbar. Gleichwohl, die Glaubenspositionen, die er und seine Mitstreiter vertreten, etwa im Hinblick auf Homosexualität oder den Lebensschutz, besitzen Provokationspotenzial. Denn quer zum Zeitgeist stehen sie schon. „Diese Positionen muss natürlich niemand teilen, aber ich erwarte Respekt.“ Evangelikal heißt so viel wie auf das Evangelium, also die Bibel bezogen. Die Frage ist nur, wie die Bibel jeweils gedeutet wird.

Mehr hier: www.waz.de.

E21-Regionalkonferenz in der Schweiz: Die florierende Gemeinde

Mit Blick auf sinkende Mitgliederzahlen, nicht nur in den Landeskirchen, stellt sich die Frage, ob das Konzept von Gemeinde ausgedient hat. Mit dem Schwerpunkt „Die florierende Gemeinde“ nimmt sich die E21-Regionalkonferenz in der Schweiz vom 20.–21. Januar 2017 der Herausforderung an. David Jackman wird in vier Vorträgen eine Fallstudie der neutestamentlichen Gemeinde in Ephesus vornehmen. Ergänzt wird diese Fallstudie durch drei Vorträge von mir mit dem Fokus auf die Theologie von Martin Luther, die auch die Kirche der Gegenwart beleben kann.

Eine Flyer zur Konferenz kann hier heruntergeladen werden: E21-Regionalkonferenz-Schweiz-2017.pdf.

Zur Konferenzanmeldung geht es hier: www.evangelium21.net.

Der Atlas zur Reformation in Europa

Rezension zum Buch:

  • Tim Dowley: Der Atlas zur Reformation in Europa, Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Aussaat, 2016, Euro 19,90.

978 3 7615 6331 1„Eine Karte erschließt Welten und erschafft Bedeutung. Sie formt eine Brücke zwischen dem Hier und dem Dort“, hat Reif Larsen, der Schriftsteller, einmal gesagt (vgl. S. 3). Da uns die Welten der Reformation heute so fremd sind, hat der in London lebende Tim Dowley einen außergewöhnlichen Atlas entwickelt. Entstanden ist eine reizvolle Brücke zu „dem Dort“, die zu Überqueren so viel Vergnügen macht, dass man gar nicht mehr aufhören möchte, sie zu beschreiten.

Der Atlas informiert auf seinen 160 Seiten über Ursprünge, Hintergründe und die Ausbreitung der Reformation und ihre Folgen für Europa und den Rest der Welt. Nun existieren freilich schon etliche Atlanten zur Kirchengeschichte. Aber keines der mir bekannten Werke ist so explizit der Reformation gewidmet und so wunderschön gestaltet wie diese Sammlung.

Der erste Teil des Atlas behandelt den Zeitabschnitt vor der Reformation einschließlich diverser vorreformatorischer Bewegungen wie die Waldenser oder die Hussiten. Der zweite Teil beginnt mit dem Beginn der Reformation unter Martin Luther und endet mit den reformarischen Aufbrüchen in England, Schottland und Polen. Der dritte Teil dreht sich um die Gegenreformation und die Konfessionalisierung. Der letzte Teil veranschaulicht die Ausbreitung der Reformation in der Frühmoderne bis hin nach Nordamerika oder Japan.

Die großen Reformatoren werden jeweils auf zwei Buchseiten vorgestellt. Auf der dazugehörigen Karte sind immer die wichtigsten Wirkungsstätten eingezeichnet. Dabei ist vorteilhaft, dass große Ereignisse direkt eingetragen sind, in Marburg beispielsweise die Diskussionen um die Bedeutung des Abendmahls zwischen Zwingli und Luther im Jahre 1529. Erfreulicherweise wurden oft vernachlässigte Themen wie die Täuferbewegungen, die radikalen Reformer oder die Judenverfolgungen aufgenommen. Auf der Karte 19 (S. 63) sind sowohl die Routen der vertriebenen Juden, die größeren Verfolgungen und eingerichtete Ghettos sowie Neubesiedelungen zu finden. Im Verlauf des Mittelalters wurden die Juden immer wieder verfolgt, nicht nur von der Inquisition.

Inhaltlichen Schwerpunkten wie der Schweizer Reformation oder die Ausbreitung des Calvinismus sind ein bis drei Seiten gewidmet. Mitunter erfährt der Leser feine Details, über die von Johannes Calvin gegründete Akademie wird berichtet, dass sie bereits 1559 162 Studenten hatte. 1564 waren es bereits mehr als 1500 Studenten, die meisten von ihnen stammten aus dem Ausland. Die Akademie muss damals allein logistisch unvorstellbar viel geleistet haben.

Der Atlas zur Reformation enthält 60 liebevoll angelegte Karten, die durch meist farbige Abbildungen und Zeitstrahlen ergänzt werden. Ein Orts- und Stichwortverzeichnis ist ebenfalls enthalten. Das Buch ist was für Liebhaber der Kirchengeschichte und eignet sich vorzüglich zum Verschenken an Leute, die sich für die Geschichte der Reformation begeistern.

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Die Rezension erschien zuerst in Glauben und Denken heute und kann in der PDF-Version heruntergeladen werden: AtlasRef.pdf.

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Top 10 Blogbeiträge 2016

Folgende Beiträge wurden im Jahr 2016 am häufigsten abgerufen (höchste Zugriffszahl zuerst):

  1. Das Leben in zwei Reichen
    Die Lehre von den zwei Reichen ist in der Theologie der Gegenwart nicht sonderlich beliebt. Ich versuche mit diesem kleinen Beitrag, einige Stärken von Luthers Sicht (wahrlich nicht nur Luthers Sicht) herauszustellen.
  2. Was ist mit Torsten Hebel passiert?
    Was ist eigentlich mit Torsten Hebel los? Was verkündigt der jetzt? Warum hat SCM das Buch Freischwimmer veröffentlicht und bewirbt es so offensiv? Holger hat sich mit der neuen Sichtweise von Torsten Hebel befasst.
  3. Impulse zum Zweifeln
    Wieder geht es um Torsten Hebel. Der ERF hat ein Interview mit dem ehemaligen Evangelisten geführt und finde seinen neuen Glauben ganz in Ordnung. Jedenfalls wurde keine einzige kritische Frage gestellt.
  4. Das Video vom Papst
    Im Januar 2016 hat Papst Franziskus eine verstörende Videobotschaft verbreiteten lassen. Verschiedene Religionen, der Buddhismus, das Judentum, der Islam und das Christentum, werden in dem Gebetsaufruf nebeneinander gestellt. Viele Menschen dächten und fühlten anders, suchten und fänden Gott auf unterschiedliche Weise. Bei aller religiösen Vielfalt sei jedoch eines klar: „Wir alle sind Kinder Gottes!“, so Papst Franziskus in seiner Botschaft.
  5. Überredungskunst à la Zimmer
    Im Sommer 2015 hielt Siegfried Zimmer beim „Freakstock“-Festival einen Vortrag zum Thema „Das Verständnis der Moderne als ein Schlüssel zum angemessenen Verständnis von biblischen Texten“. Holger hat sich den Vortrag angehört und analysiert.
  6. Gottes Mutterherz?
    Im Dezember 2015 plädierte Tobias Faix für eine stärkere Betonung der weiblichen Seite Gottes in der christlichen Verkündigung. Er hat dabei auf verschiedene lexikalische Beobachtungen zurückgegriffen, die erörterungswürdig sind. Ich frage in einer rasch ausgeführten Untersuchung danach, ob die zahlreichen in Anschlag gebrachten Bibeltexte die eingeforderte Rede vom „Mutterherz Gottes“ stützen.
  7. „Gemeinsam widerstehen und … Orientierung geben“
    Das Kommuniqué, das von 65 Personen aus evangelischen Kirchen, Landeskirchlichen Gemeinschaften und Freikirchen am 23. Januar 2016  in Kassel unter Leitung von Ulrich Parzany verabschiedet wurde. Aus dem Treffen ist das Netzwerk für Bibel und Bekenntnis hervorgegangen.
  8. David Bowie – der Außerirdische
    Im Januar 2016 starb David Bowie im Kreis seiner engsten Angehörigen im Alter 69 Jahren. Ich beleuchte einige dunkle Seiten des Sterns.
  9. „Der Islam ist nicht gewalttätig“
    Dass Papst Franziskus zur Erklärung des islamistischen Terrorismus auf die Perspektiv- und Arbeitslosigkeit verweist, überzeugt kaum. Es wird stimmen, dass solche Faktoren Radikalisierungsprozesse beschleunigen. Erklären können sie diese aber nicht. Letztlich sind es eben doch Ideen, die Konsequenzen haben. Diese Ideen können wir weder mit Waffen noch mit Gleich-Gültigkeit bekämpfen. Wir müssen sie genau unter die Lupe nehmen. Wir brauchen Respekt und Wahrheit!
  10. Die Heilige Schrift als Buch der Kirche?!
    Der Bischof der Landeskirche Sachsen, Dr. Carsten Rentzing, hat in einem Vortrag zur Auslegung der Bibel an der Theologischen Fakultät Leipzig die radikale Subjektivierung der Bibelauslegung problematisiert und für eine kirchengemeinschaftliche Auslegung der Schrift geworben.

Friedliche Weihnachten!

Jochen Klepper:

Dem alle Engel dienen,
wird nun ein Kind und Knecht.
Gott selbst ist erschienen,
zur Sühne für sein Recht.
Wer schuldig ist auf Erden,
verhüll‘ nicht mehr sein Haupt,
er soll errettet werden,
wenn er dem Kinde glaubt.

Ich wünsche allen Lesern des TheoBlogs friedliche Weihnachten!

Glaube und Denken heute 2/2016

Die neue Ausgabe der Zeitschrift GLAUBEN UND DENKEN HEUTE ist erschienen (Nr. 18, 2/2016). Folgende Beiträge sind enthalten:

ARTIKEL

  • Ron Kubsch: Editorial
  • Philipp F. Bartholomä: Die Gnade repräsentieren
  • Douglas J. Moo: John Barclays Paul and the Gift
  • Greg Koukl: Das Böse? Kein Problem!
  • Christine Schirrmacher: Der Herrschaftsanspruch des „Islamischen Staates“ im Nahen Osten

REZENSIONEN

  • Tim Dowley: Der Atlas zur Reformation in Europa (Ron Kubsch)
  • John M. Frame: Systematic Theology (Hanniel Strebel)
  • Ana Honnacker: Postsäkularer Liberalismus (Micha Heimsoth)

BUCHHINWEISE

  • Wolfgang Reinhard: Die Unterwerfung der Welt (Ron Kubsch)
  • Anselm von Canterbury: Freiheitsschriften (Daniel Facius)
  • Michael J. Kruger (Hrsg.): A Biblical-Theological Introduction to the New Testament (Ron Kubsch)

Besonders hervorheben möchte ich den Aufsatz von Philipp F. Bartholomä. Der Autor schlägt vor, das Evangelium als strukturgebenden Handlungsrahmen für den Gottesdienstaufbau zu nutzen:

Der freie (bzw. freikirchliche) Gottesdienst befindet sich in einem gestalterischen Spannungsfeld zwischen traditioneller Liturgie und pragmatischer Beliebigkeit. Der vorliegende Aufsatz plädiert dafür, die Kernelemente des Evangeliums als strukturgebenden Handlungsrahmen für den Aufbau des Gottesdienstes zu installieren. Für einen solchen evangeliumszentrierten Gottesdienstablauf werden dabei anhand von zehn Thesen sowohl dezidiert liturgische als auch stärker theologisch bzw. missiologisch akzentuierte Argumente vorgetragen. Die im Evangelium enthaltene Sequenz des Gnadenhandelns Gottes.

Die Ausgabe kann hier als PDF-Datei heruntergeladen werden: gudh018_2016_b.pdf.

Gewinner der Weihnachtsaktion 2016

229565Vielen Dank für das Interesse an der Weihnachtsaktion 2016. 63 Leser haben an der Verlosung teilgenommen. Ich bedanke mich außerdem sehr herzlich bei allen Sponsoren des TheoBlogs für die eingegangenen Spenden und Bestellungen!

Das Los ist gezogen und das Buch:

  • Hendrik J. Koorevaar u. Mart-Jan Paul (Hg.): Theologie des Alten Testaments: Die bleibende Botschaft der hebräischen Bibel, Gießen: Brunnen Verlag, 2016.

geht an Marcel E. aus der Schweiz.

Herzlichen Glückwunsch!

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