Zitate

Augustnius: Wie der Heilige Geist die Schrift geformt hat

Aurelius Augustinus (De doctrina Christiana, Buch 2,VII,8,15)::

Denn prächtig und heilsam hat der Hl. Geist die Hl. Schrift so umgeformt, daß er mit klareren Stellen dem Hunger begegnet, mit den dunkleren aber den Überdruß vertreibt. Fast nichts nämlich wird in jenen dunklen Stellen aufgestöbert, was nicht anderswo in klarster Weise ausgedrückt gefunden werden kann.

Heideggers Universitätskritik

Ich habe mehrfach darüber berichtet, dass der Wissenschaftsbetrieb an den Universitäten teilweise sehr „glattgebügelt“ worden ist. Besonders in den Geistes- und Sozialwissenschaften wird die Suche nach Wahrheit zugunsten der „Diversität“ vernachlässigt (vgl. hier). Wir haben inzwischen eine politisch korrekte Monokultur im Forschungsbetrieb. Anstatt Wahrheitsansprüche zu prüfen, suchen Studierende Aussagen ihrer Professoren, die emotional verletzen könnten. Lehrende und Kommilitonen werden in den USA wegen sogenannter „Mikroaggressionen“ inzwischen sogar denunziert.

In diesem Zusammenhang viel mir eine Aussage auf, die Peter Trawny in seinem frischen Heidegger-Buch zur Universitätskritik des Freiburger Philosophen gemacht hat (Heidegger Fragmente, 2018, S. 51):

Heidegger und die „Forschung“? Wer kann sich ernsthaft Heideggers Vorlesungen übers „faktische Leben“ oder über „Hölderlins ‚Ister‘“ an einer aktuellen Universität vorstellen?

Daher hat Heideggers Universitätskritik einen Punkt. Was, „wenn die Universität selbst keine Möglichkeit mehr bietet, einen Raum der Gefährlichkeit des eigentlichen Denkens freizugeben“? Gefahr meint hier intellektuelles Risiko, Lust zum Experiment, zum Abwegigen, zum Randständigen, philosophische Kreativität, Abstand zu den konformistischen Techniken, die nicht nur die Studierenden, sondern die Dozierenden selbst langweilen.

Ein paar Jahre später hat sich Heideggers Betroffenheit kanalisiert. „Lange Vermutetes“ bestätige sich „immer deutlicher durch die Organisation der Wissenschaften aus der Organisation ihrer Probleme“. Die Wissenschaften seien „während der letzten hundert Jahre auf das sichere Geleise ihres technischen Wesens gekommen“. Noch einmal der Hinweis auf die Gefahr-Reduzierung und Verharmlosung, d. h. auf die Unterdrückung improvisatorischer Spontaneität zugunsten bräsiger Forschungsprojekte („sichere Geleise“), die es im Philosophieren ohnehin nicht gibt.

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Von der Gebetslosigkeit in den Gemeinden

John Onwuchekwa schreibt über das Gebet:

Ich habe in den letzten zehn Jahren in zwei Gemeinden pastoral gearbeitet. Ich war in Netzwerken, Organisationen, Seminaren, Kollektiven und anderen christlichen Gruppen tätig. Ich habe mit visionären Leitern zusammengesessen, die Gemeinden haben, die mit großartigen Strategien vorangehen. Ich habe auch mit Leitern zusammengesessen, die nicht besonders visionär sind und die Gemeinden mit schlechten Strategien betreuen. Ich habe mit begabten Menschen gearbeitet, mit Menschen mit durchschnittlichen Gaben und Menschen mit eher wenigen Gaben oder Fähigkeiten. Ich habe mit attraktiven Kirchen, Missionskirchen, Megakirchen, mittleren Kirchen und mageren Kirchen zusammengearbeitet.

Aus meiner Erfahrung heraus habe ich gelernt, dass diese Unterscheidungen nicht die wichtigsten sind, sondern unwesentlich und sekundär. Wenn ich eine Grenze ziehen müsste, um zwei Kategorien von Kirchen zu schaffen, würde sie sich nicht an diesen Unterschieden entlang ziehen. Ich habe gelernt, zwischen Kirchen die beten und solchen, die nicht beten, zu unterscheiden. Die Verpflichtung einer Gemeinde zum Gebet ist einer der wichtigsten Faktoren im Blick auf ihre Wirksamkeit im Dienst. Das Gebet ist Sauerstoff für den Christen. Es unterstützt uns. Daraus folgt, dass das Gebet eine Quelle des Lebens für jede Gemeinschaft von Christen sein muss.

Mehr: credomag.com.

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Lernen, christlich und selig zu sterben

Heinrich Bullinger (Unterweisung der Kranken, Schriften I, S. 109):

Wir hinfälligen, zerbrechlichen Menschen sind so nachlässig, dass wir bis auf unser Ende verschieben, was wir doch vor allem und unser ganzes Leben hindurch lernen sollten, nämlich christlich und selig zu sterben. Denn der Mensch, der so stirbt, hat den Kranz des Sieges und der Ehre errungen. Wer daher darüber nachsinnt, wie und wodurch er zu einem seligen Ende gelangen kann, kümmert sich um die höchste Weisheit. So gibt es jetzt Menschen, die das Wort „Tod“ gar nicht hören wollen, weil sie glauben, dadurch vor dem Tod sicherer zu sein. Sie schreien mit dem Propheten [Sir 41,1]: „O Tod, wie ist dein Gedächtnis so bitter“, bedenken aber nicht, dass derselbe Prophet hinzufügt: „Ja, für den Menschen ist es bitter, der seinen Trost in diesem Leben auf große Gabe und großes Gut setzt.“ Anders verhält es ach mit dem Menschen, der seine Zuversicht und sein Streben auf Gott und auf das ewige Leben setzt. Dieser betrachtet oftmals sein Ende, entledigt sich der irdischen Dinge und erfreut ach an den himmlischen. Daher hat auch Salomo gesprochen [Pred 7,3]: „Es ist besser, in das Haus der Trauer zu gehen als in das Haus des Prassens. Denn dort sieht man, wie alle Menschen enden, und wer andere tot sieht, bedenkt auch, wie es ihm selbst ergehen wird.“

Wie werden wir abschneiden?

Francis Schaeffer (Die große Anpassung, 1988, S. 87):

Gottes Wort wird nie vergehen, aber wenn wir auf die Zeiten des Alten Testaments und auf die Zeit nach Christus zurückblicken, dann müssen wir unter Tränen sagen, daß Gottes Wort aufgrund fehlender Standhaftigkeit und Treue des Volkes Gottes vielfach herabgewürdigt wurde, um es der gerade aktuellen, aber vergänglichen und sich verändernden Kultur der jeweiligen Zeit anzupassen, statt die Bibel als das unfehlbare Wort Gottes fest gegründet stehenzulassen, um den Zeitgeist und die kulturelle Umwelt der jeweiligen Epoche zu beurteilen. Im Namen des Herrn Jesus Christus: mögen unsere Kinder und Enkelkinder nicht sagen, daß man dies auch von uns behaupten kann.

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Das Wort Gottes und die Kultur

Francis Schaeffer (Die große Anpassung, 1988, S. 75):

Oder, um es anders zu formulieren: die Kultur muß ständig aufgrund der Bibel beurteilt und nicht etwa die Bibel ständig der sie umgebenden Kultur unterworfen werden. Die frühe Kirche nahm die Bibel zum Maßstab, um damit die römischgriechische Kultur ihrer Tage zu beurteilen. Die Reformation tat dies zu ihrer Zeit in bezug auf die Ende des Mittelalters auftretende Kultur. Und wir dürfen nicht vergessen, daß all die großen Erweckungsprediger dasselbe taten, als sie die Kultur ihrer Tage beurteilten. Die christliche Kirche tat dies in jeder ihrer großen Epochen in der Geschichte.

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„Die Kirche muss nichts anderswoher erbetteln“

Heinrich Bullinger (Dekade 1, Schriften III, S. 91):

Denn Gott hat im „Wort der Wahrheit“ seiner Kirche alles verkündet, was zum Heil und zu wahrer Gottesfurcht gehört. Alles, was uns von Gott, von seinen Werken, von seinen Urteilen, von seinem Willen und seinen Geboten, von Christus, vom Glauben an Christus und vom Führen eines heiligen Lebens zu wissen Not tut, ist uns vollständig im Wort Gottes gegeben. Und die Kirche muss nichts anderswoher erbetteln oder mit einem Flickwerk menschlicher Ergänzungen das anfügen, was dem Wort des Herrn scheinbar fehlt.

Mehr von Bullinger hier: twitter.com/Bullinger1504.

Woher kommt die Kraft, die die Kirche braucht?

Abraham Kuyper schreibt über das Wirken des Heiligen Geistes in der Kirche (Das Werk des Heiligen Geistes, New York; London: Funk & Wagnalls, 1900, S. 184-185):

Die Kirche hat eine Berufung in der Welt. Sie wird nicht nur von den Mächten dieser Welt, sondern vielmehr von den unsichtbaren Mächten des Satans gewaltsam angegriffen. Ohne Pause. Indem er leugnet, dass Christus gesiegt hat, glaubt Satan, dass die Zeit, die ihm bleibt, ihm noch Siege bringen kann. Daher seine rastlose Wut und seine unaufhörlichen Angriffe auf die Ordnungen der Kirche, sein ständiges Bemühen, sie zu spalten und zu verderben, und seine immer wiederkehrende Leugnung der Autorität und des Königtums Jesu in seiner Kirche. Obwohl es ihm nie ganz gelingen wird, gelingt es ihm bis zu einem gewissen Grad. Die Geschichte der Kirche in jedem Land zeigt es; sie beweist, dass ein zufriedenstellender Zustand der Kirche sehr außergewöhnlich und von kurzer Dauer ist und dass ihr Zustand acht von zehn Jahrhunderten lang traurig und bedauernswert ist, was für das Volk Gottes Schande und Leid bedeutet.

Und doch hat sie in dieser ganzen Auseinandersetzung eine Berufung, eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Sie kann manchmal darin bestehen, wie bei Hiob gesiebt zu werden, um zu zeigen, dass durch das Gebet Christi der Glaube in seinem Schoß nicht zerstört werden kann. Aber was auch immer die Form der Aufgabe ist, die Kirche braucht immer geistliche Kraft, um sie zu erfüllen; eine Kraft, die nicht aus ihr selbst kommt, sondern die der König schenken muss.

Jedes Mittel, das der König für seine Arbeit zur Verfügung stellt, ist ein Charisma, ein Geschenk der Gnade. Daher die interne Verbindung zwischen Arbeit, Büro und Gabe.

Deshalb sagt der heilige Paulus: „Jedem wird die Manifestation des Geistes gegeben, um damit zu profitieren“, d.h. zu Wohl aller [in der Gemeinde] (πρὸς τὸ συμφέρον) (1Kor 12,7). Und dann noch deutlicher: „So sucht auch ihr, da ihr auf geistliche Gaben eifrig seid, dass ihr euch zur Erbauung der Kirche erhebt“ (1Kor 14,12). Daher die Bitte „Dein Reich komme“, die der Heidelberger Katechismus so auslegt: „Regiere uns durch dein Wort und deinen Geist, dass wir dir je länger, je mehr gehorchen. Erhalte und mehre deine Kirche und zerstöre die Werke des Teufels und alle Gewalt, die sich gegen dich erhebt, und alle Machenschaften, die gegen dein heiliges Wort erdacht werden, bis die Vollendung deines Reiches kommt, in dem du alles in allen sein wirst.“

Es ist daher falsch, das Leben der einzelnen Gläubigen zu sehr isoliert zu betrachten und es vom Leben der Kirche zu trennen. Sie existieren nicht für sich, sondern in Verbindung mit dem Leib und so werden sie Teilhaber der geistlichen Gaben. In diesem Sinne bekennt der Heidelberger Katechismus die Gemeinschaft der Heiligen: „Erstens: Alle Glaubenden haben als Glieder Gemeinschaft an dem Herrn Christus und an allen seinen Schätzen und Gaben. Zweitens: Darum soll auch jeder seine Gaben willig und mit Freuden zum Wohl und Heil der anderen gebrauchen.“ Das Gleichnis von den Talenten hat das gleiche Ziel; denn der Diener, der mit seinem Talent anderen nicht geholfen hat, erhält ein schreckliches Urteil. Auch das verborgene Geschenk muss gehoben werden, wie der heilige Paulus sagt; nicht, um damit zu prahlen oder unseren Stolz zu nähren, sondern weil es dem Herrn gehört und für die Gemeinde bestimmt ist.

Johannes schreibt: „Ihr habt eine Salbung vom Heiligen, und ihr wisst alle Dinge“ (1Joh 2,20), und: „Ihr braucht nicht, dass euch jemand lehrt“ (1Joh 2,27). Das bedeutet nicht, dass jeder einzelne Gläubige die volle Salbung besitzt und aufgrund dessen alles weiß. Denn wenn das so wäre, wer würde nicht an der Erlösung verzweifeln, noch wagen zu sagen: „Ich habe Glauben“? Und wie könnte die Aussage „Ihr braucht nicht, dass euch jemand lehrt“ mit dem Zeugnis desselben Apostels versöhnt werden, dass der Heilige Geist die von Jesus selbst ernannten Lehrer qualifiziert? Nicht der einzelne Gläubige, sondern die ganze Kirche als Leib besitzt die volle Salbung des Heiligen und weiß alles. Die Kirche als Leib braucht niemanden, der kommt, um sie von außen zu lehren; denn sie besitzt den ganzen Schatz der Weisheit und des Wissens, indem sie mit dem Haupt vereint ist, das die Herrlichkeit Gottes widerspiegelt und in dem alle Weisheit wohnt.

Christliche Bildung ist notwendig

Clemens von Alexandrien über den Zusammenhang von Wissen und Glauben:

Wie wir sagen, dass man auch als Analphabet gläubig sein kann, so bekennen wir, dass es ohne Wissen nicht möglich ist, die im Glauben enthaltenen Lehren zu verstehen. Denn die richtigen Lehren anzunehmen und die falschen zu verwerfen, dazu befähigt nicht einfach der Glaube, sondern nur der mit Wissen verbundene Glaube.

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