Dezember 2010

Grundkurs entlang Heidelberger Katechismus

Hanniel hat in den letzten Wochen mit einer Gruppe von Leuten den Heidelberger Katechismus durchgearbeitet. Er schreibt:

Es tut gut, sich immer wieder mit dem christlichen Glauben auseinander zu setzen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten dies zu tun. Manche bevorzugen einen thematisch-gemeinschaftlichen Zugang und besuchen einen Alphakurs. Eine weitere ausgezeichnete Möglichkeit ist es, gemeinsam durch die Bibel zu gehen. Der Grossteil des Inhalts ist erzählend und beispielhaft aufgebaut. Drittens gibt es den systematischen Zugang. In Frage-/Antwortform, für die Unterweisung von Kindern und Erwachsenen gedacht, präsentieren die Katechismen ein Konzentrat des christlichen Glaubens. Mit einer Gruppe habe ich in den letzten Wochen den Heidelberger Katechismus durchgenommen. Der reformierte Katechismus hat über die Jahrhunderte Anerkennung und Verbreitung gefunden. In einer Zeit, in welcher der emotionale Zugang zum Glauben dominiert, lohnt es sich, sich mit den 129 Fragen und Antworten beschäftigen.

Das von ihm entwickelte Kursmaterial hat Hanniel online gestellt: www.hanniel.ch.

Der Blog Täglich bekennen von Matthias postet übrigens täglich eine »Frage und Antwort« aus meinem Lieblingskatechismus (inklusive Bibelstellen).

Niederlande: Liberaler empfiehlt orthodoxen Juden Auswanderung

In den Niederlanden wächst der Hass auf Juden und andere Minderheiten. Ein prominenter Politiker rät zur Auswanderung.

Es gibt zahlreiche Anzeichen dafür, dass der Judenhass in Holland zunimmt. Nach Angaben des israelischen Informationszentrums Cidi in Den Haag hat sich die Zahl antisemitischer Delikte im vergangenen Jahr um 55 Prozent auf 167 erhöht. Eine hohe Dunkelziffer wird vermutet. Beim neuen Antisemitismus vermischen sich muslimische und alte europäische Elemente und erreichen gemeinsam den Mainstream …

All diese Entwicklungen haben Frits Bolkestein nun dazu gebracht, einen kontroversen Aufruf zu verfassen. Der ehemalige EU-Kommissar und Kopf der liberalen VVD ruft orthodoxe Juden auf, die Niederlande Richtung Israel oder Amerika zu verlassen. »Für sie gibt es keine Zukunft mehr«, so Bolkestein, der stets als Intellektueller galt.

Ist es wieder so weit? Wie traurig!

Hier: www.welt.de.

Im Gespräch mit Umberto Eco

Felicitas von Lovenberg hat einen blendend gelaunten Umberto Eco am Rand des Münchner Literaturfests getroffen. Trotz diverser Whiskeys, die er im Verlauf der Unterhaltung bestellt, ist das Glas vor ihm immer leer. Das ist aber nur einer der vielen Tricks, die dieser Schriftsteller beherrscht.

Ernüchternde Worte von Eco über die Mediendemokratie in Italien (und ganz Europa):

Denn das Modell Berlusconi wird in ganz Europa siegen, ja, auf der ganzen Welt. Und das sehr bald. Mit seinem Medienpopulismus, wo das Parlament nichts mehr zu sagen hat, hat Berlusconi ein Laboratorium erfunden, das die Zukunft bestimmen wird. Darum interessiert man sich überall so für Italien: weil man Angst um sein eigenes Land hat. Wenn Sarah Palin in Amerika gewinnt, wird es auch dort so weit sein. Und selbst, wenn Berlusconi eines Tages weg ist, wird das Fernsehen ihn längst ersetzt haben. Früher, wenn ein Mafiaboss erwischt wurde, führte man ihn mit gesenktem Haupt ab. Heute guckt er in die Kameras und winkt.

Hier das Gespräch mit dem großen Schriftsteller: www.faz.net.

China: »Die Kirche hat keine Angst«

Nach Jahren relativer Ruhe scheint sich das Verhältnis zwischen offizieller Kirche und den Untergrundkatholiken in China zu verschlechtern. Die regierungstreuen »Patrioten« versuchen, an Einfluss zu gewinnen.

Till Fähnders, von dem auch ein Beitrag im Buch Märtyrer 2010 enthalten ist, beschreibt für die FAZ die Spannungen unter den katholischen Christen in China.

In der Kulturrevolution der sechziger und siebziger Jahre waren die Christen in China besonders brutalen Verfolgungen ausgesetzt gewesen. Kirchen wurden zerstört oder geschlossen, Priester und Bischöfe kamen in Arbeitslager. Die kleine Nachbarschaftskirche in seiner Heimatstadt Qingdao sei damals zu einer Schuhfabrik umfunktioniert gewesen, berichtet Studiendekan Chen. Seine Familie habe nur in der Nacht gebetet, während andere schliefen. Doch das Christentum habe sich im Geheimen weiterentwickelt. »Die Lehre ist, dass die Kirche keine Angst vor Unterdrückung hat«, sagt der Priester. Seit der Reformpolitik von Deng Xiaoping seien viele neue Kirchen entstanden. In China gebe es heute ein geistiges Vakuum, und das Christentum werde für viele dadurch attraktiver, sagt Chen. Die Situation seit der umstrittenen Bischofsweihe bezeichnet der Dekan aber als »sensibel«. In der derzeitigen Lage müssten beide Seiten zum Dialog bereit sein. Er meint damit wohl den Vatikan und die Regierung Chinas. Die »Patriotische Vereinigung« sieht er dabei nur als Brückenbauer zwischen der Kirche und der Regierung an. »Im Glauben sind wir mit dem Vatikan vereint. In den Bereichen der Wirtschaft, der Politik sind wir auf der Seite der chinesischen Regierung«, sagt er.

Hier der vollständige Artikel: www.faz.net.

Schummeln bis zum Examen

Aus dem Internet kopierte Hausarbeiten gehören längst zum schulischen und studentischen Alltag. Leider auch bei Christen, sogar bei solchen, die sich auf einen geistlichen Dienst vorbereiten. Die Hochschulen drohen mit härteren Strafen. Experten mahnen: Nur Aufklärung hilft.

Um studentische Kavaliersdelikte, die man einer vom Bachelor-Master-Stress geplagten Jugend getrost verzeihen kann, handelt es sich dabei nach Ansicht der beiden Plagiatsgegner Weber-Wulff und Rieble nicht. „Wer einmal erfolgreich plagiiert, der hört nicht auf“, vermutet Rieble. „Es geht immer weiter: in den Doktorarbeiten, den späteren Publikationen der Unternehmensjuristen und dann womöglich in den Abrechnungen der Seniorpartner einer Anwaltskanzlei.“ Auch Weber-Wulff sieht angesichts der Plagiatspraxis des wissenschaftlichen Nachwuchses schwerwiegende Probleme: „Möchten Sie über eine Brücke fahren, deren Statiker seine Abschlussarbeit gekauft hat? Wollen Sie von einer Ärztin behandelt werden, deren Therapie auf gefälschten Daten basiert?“

Gute Vorbilder und Aufklärung seien das Einzige, was gegen die Flut der Plagiate wirke, sagt Weber-Wulff. „Man muss den Studenten gleich im ersten Semester erklären, wie korrektes Arbeiten aussieht.“ Wissenschaft sei eben ein mühsames Geschäft: „Alles lesen, was man zu einem Thema in die Finger bekommt, dann ordnen und strukturieren, raffen und strecken und dann in eigenen Worten und eigenen Ideen wiedergeben.“ Dabei die Quellen anzugeben sei selbstverständlich. „Denn wir sitzen wie Zwerge auf den Schultern von Riesen, um weiter in die Ferne blicken zu können.“ Dieses Zitat stammt nicht von ihr selbst, das räumt die Professorin freimütig ein. „Das hat Bernhard von Chartres gesagt“, liefert sie die Quellenangabe nach. „Im Jahr 1120.“

Hier mehr: www.faz.net.

Grenzgänger der Liebe: Karl Barth und Paul Tillich

Dogmatik und Ethik gelten als Geschwister. Wer ein hochgelehrter Theologe ist, muss aber noch lange nicht üblichen Konventionen genügen. Zwei prominente Theologen des 20. Jahrhunderts, Karl Barth und Paul Tillich, waren verheiratet, fühlten sich aber gleichzeitig von anderen anderen Frauen angezogen. Sie lebten mit diesen mehr oder weniger offen auch in Beziehungen. Ein Widerspruch zu ihrem theologischen Leben und Denken? Sie waren bemüht, auch diesen Bereich ihres Lebens theologisch zu begründen.

Hier geht es zu der Bayern 2-Radiosendung »Grenzgänger der Liebe« von Claudia Christophersen:

[podcast]http://cdn-storage.br.de/mir-live/bw1XsLzS/bLQH/bLOliLioMXZhiKT1/MUJIuUOVBwQIb71S/Mw1ls6i6BU1S/_-8c9A4y/uLoXb69zbX06/100815_0830_Evangelische-Perspektiven_Grenzgaenger-der-Liebe-Karl-Barth-und-Paul-.mp3[/podcast]

Das Manuskript zur Sendung gibt es hier: BR-online-Publikation-ab-01-2010–186892-20100813100136.pdf.

VD: HB

Themelios 35.3 online

Themelios35.3.jpgDie Ausgabe 35.3 des theologischen Journals Themelios ist online abrufbar.

  • D.A. Carson: Editorial: Contrarian Reflections on Individualism
  • Carl Trueman: Minority Report: Terrible Beauty, Beauty, and the Plain Terrible
  • Daniel J. Estes: Fiction and Truth in the Old Testament Wisdom Literature
  • Daniel J. Brendsel: Plots, Themes, and Responsibilities: The Search for a Center of Biblical Theology Reexamined
  • Stephen M. Garrett: The Dazzling Darkness of God’s Triune Love: Introducing Evangelicals to the Theology of Hans Urs von Balthasar
  • Philip Graham Ryken: Pastoral Pensées A World Servant in Christian Liberal Arts Education
  • Über 60 Buchbesprechungen

Hier das PDF: themelios-35-3.pdf.

Märtyrer 2010: Das Jahrbuch zur Christenverfolgung heute

201012061546.jpgDie idea Dokumentation:

  • Max Klingberg, Thomas Schirrmacher u. Ron Kubsch: Märtyrer 2010: Das Jahrbuch zur Christenverfolgung heute, Bonn: VKW, 2010

ist vor einigen Wochen erschienen.

In der Studie von Brian J. Grim zur Lage der Religionsfreiheit in der Welt heißt es:

Auf dieser Grundlage kommt unsere Studie zu dem Ergebnis, dass 64 Länder, also ungefähr ein Drittel weltweit, hochgradige Beeinträchtigungen von Religion aufweisen, sei es aufgrund von staatlichen Einschränkungen oder aufgrund religionsbezogener sozialer Anfeindungen oder aufgrund von beidem.

Da einige der restriktivsten Länder sehr bevölkerungsreich sind, bedeutet dies jedoch, dass ungefähr 70 Prozent der Weltbevölkerung in Ländern mit hohem oder sehr hohem Grad von Beeinträchtigungen von Religion leben. Dadurch sind häufig die religiösen Minderheiten am stärksten betroffen.

Hier das Inhaltsverzeichnis: maertyrer_2010.pdf.

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