Autorenname: Ron

1.600 Predigten von Martyn Lloyd-Jones

Martyn Lloyd-Jones Redording Trust hat entschieden, das Predigtarchiv online zu stellen. Von nun an können 1.600 Predigten und Vorträge von Lloyd-Jones über das Internet heruntergeladen werden, ohne das dafür Gebühren anfallen. Derzeit ist die Seite oft überlastet. Das sollte sich aber in einigen Tagen erledigt haben.

Es ist also die Zeit gekommen, die alten Magnetbänder wegzuwerfen. Wir haben Martyn Lloyd-Jones Redording Trust zu danken!

Hier eine Kostprobe:

Hier die Internetseite mit dem Archiv: http://www.mlj.org.uk.

N.T. Wright: Wie Gott König wurde

201204120533.jpgIn seinem neusten Buch How God Became King: The Forgotten Story of the Gospels votiert N.T. Wright für ein radikales Überdenken des Evangeliums. „Seit Jahren habe ich zunehmend den Eindruck, dass der Großteil der westlichen christlichen Tradition einfach vergessen hat, was die Evangelien sind“ (S. vii), schreibt er in dem für ihn charakteristisch selbstsicheren Stil. Wo liegt das Problem? Während die Glaubensbekenntnisse den Schwerpunkt darauf legen, dass Jesus Gott ist, zeigen die Evangelien, wie Gott König wird (vgl. S. 20). Es gilt, die politische Dimension des Evangeliums zu entdecken. Wright wird sehr politisch. Warum mussten wir bloß 2000 Jahre warten, bis endlich jemand erklärt, wie das Evangelium zu verstehen ist?

Matthew Barrett und Michael A.G. Haykin schreiben in ihrer Rezension:

God’s kingdom is not only in heaven but on earth. Therefore, Christianity cannot be just a religion. At the climax of his argument is this simple truth: first-century Jews would have balked at the separation of church and state. Consequently, though this is a word many fear, Wright believes we need to resurrect the word theocracy if we are to make proper sense of the Gospels and the reign of King Jesus on earth. Wright says, “It is, of course, the absence of any equivalent to Temple or Torah in our contemporary culture that makes our own way of posing the political questions so very different from those of the Jews of Jesus’s day” (173). And again, “Theocracy, a genuine Israel-style theocracy, will occur only when the other ‘lords’ have been overthrown” (206). A “new empire,” a “new theocracy” has been inaugurated that trumps Caesar’s empire. Exactly what this theocracy should look like, however, is undefined. Wright is clear, however, that it has no barriers between church and state and no government that bears the sword. But the divine right of rulers is reinstated.

In other words, for Wright the cross is not so much about vicarious substitution for the forgiveness of sins but bringing to earth social justice and a new and improved political agenda. “Those who are put right with God through the cross are to be putting-right people for the world. … From this there flows both a new missiology, including an integrated political theology, and the new ecclesiology that will be needed to support it, a community whose very heart will be forgiveness” (244). However, the NT never advocates such an “integrated political theology” supported by the church. To the contrary, the primary application of the cross is about “how to have your sins forgiven” (Acts 2:38). The gospel Christians proclaim to the nations is not a political one, but a message of salvation for sinners (Mark 16:15).

To conclude, Wright does a lot of blaming. The early church fathers, the orthodox creeds, evangelicals, democracy, Western Christianity, and others all get blamed for messing up Jesus. But fear not, Wright has come to the rescue after 2,000 years of misunderstanding and butchering Jesus to show us the true meaning of the life of Jesus that we have all missed. One begins to get the feeling by the end of the book that in Wright’s mind, everyone else has got it wrong. However, as this review has briefly sought to demonstrate, Wright’s way of looking at Jesus and the kingdom is not so much a return to the biblical text but the agenda of an Anglican churchman seeking to apply a political theology to the Gospel narratives.

Hier: thegospelcoalition.org.

Das „Jerusalem-Syndrom“

Das „Jerusalem-Syndrom“ gibt es unter diesem Namen weder in den diagnostischen Klassifikationen des IDC oder DSM. Trotzdem ist das Phänomen in Jerusalem so oft anzutreffen, dass bereits ein Spezialklinik eingerichtet wurde. Menschen stehen in weißen Umhängen in der Stadt, predigen und halten sich für einen der zwölf Apostel oder die Jungfrau Maria.

Hier ein kurzer Bericht über das „Jerusalem-Syndrom“ von Tim Ammann (siehe auch: www.tagesschau.de).

[podcast]http://tagesschau.vo.llnwd.net/d3/audio/2012/0406/AU-20120406-1615-2701.mp3[/podcast]

T4G 2012 Vorträge

Die Vorträge der diesjährigen Together for the Gospel-Konferenz (10.-12. April) können hier gehört oder heruntergeladen werden: t4g.org.

P.S. Kenner der Szene dürfte es nicht überraschen, dass John Piper Titel und Thema seines Vortrages kurzfristig geändert hat.

Biblical and Ancient Greek (BAGL)

Freunde des Altgriechisch dürfen sich freuen: es gibt ein neues Online Journal für Koinē und Altgriechisch. Biblical and Ancient Greek Linguistics (BAGL), das frei zugänglich ist, beschreibt sich so:

Biblical and Ancient Greek Linguistics (BAGL), in conjunction with the Centre for Biblical Linguistics, Translation, and Exegesis at McMaster Divinity College and the OpenText.org project (www.opentext.org) is a fully refereed on-line and print journal specializing in widely disseminating the latest advances in linguistic study of ancient and biblical Greek. Under the senior editorship of Professor Dr. Stanley E. Porter and Dr. Matthew Brook O’Donnell, along with its assistant editors and editorial board, BAGL looks to publish significant work that advances knowledge of ancient Greek through the utilization of modern linguistic methods. Accepted pieces are in the first instance posted on-line in page-consistent pdf format, and then (except for reviews) are published in print form each volume year. This format ensures timely posting of the most recent work in Greek linguistics with consistently referencable articles then available in permanent print form.

Hier das Inhaltsverzeichnis der ersten Ausgabe: bagl.org/volume1.

Prozess in Malatya steht vor dem Abschluss

Die ARD-Tagesthemen haben gestern über das absehbare Ende des Malatya-Prozesses in der Türkei berichtet. Wie mehrfach erörtert (z.B. hier), wurden 2007 drei christliche Missionare auf brutalste Art und Weise ermordet. Unter den Opfern war auch ein Student des Seminars, an dem ich tätig bin.

Hier der Link zum Bericht der Tagesthemen, in dem auch Susanne Geske, die Witwe von Tilman Geske, zu Wort kommt: www.tagesschau.de.

Advokaten einer „Institutionenkindheit“

Regierung und Opposition, Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, Medien und „Wirtschaftsweise“ sind sich einig: Mütter sollen weniger Zeit in die Erziehung ihrer Kinder investieren, stattdessen erwerbstätig sein und ihre Kinder in „professionelle“ Hände geben. Der Abschied vom „Maternalismus“ sei eine Voraussetzung für den „gesunden“ Sozialstaat.

Überzeugte Advokaten einer „Institutionenkindheit“ können diese Skepsis nur als Ausdruck eines überholten „patriarchalischen“ Familienverständnisses abtun. Empirische Analysen zeigen indes, dass die „Rollenverteilung“ der Geschlechter für religiöse Menschen eher sekundär ist. Wichtiger ist ihnen, dass ein Elternteil – Mutter oder Vater – Zeit hat, sich um das Kind zu kümmern. Sie bewegt die Sorge um das Kindeswohl, die auch jene Kinderärzte umtreibt, die vor den Risiken früher Fremdbetreuung warnen. In der Politik und den „Leitmedien“ stoßen sie mit ihren Bedenken aber auf taube Ohren; deren Meinungsführer haben sich entschlossen, einschlägige Erkenntnisse der Gehirn- und Hormonforschung und der Kinderpsychologie schlicht zu ignorieren. Dafür verkünden sie mit Inbrunst ihr Credo der „frühen Förderung“, um die einseitige Subvention von Krippen zu rechtfertigen. Zugleich bekämpfen sie ein bescheidenes „Betreuungsgeld“ für Eltern mit allen Mitteln der „Kommunikationspolitik“ – „Propaganda“ könnte man das wohlwollend auch nennen, bei weniger Wohlwollen wäre es „Manipulation“.

Hier der vollständige DAF-Beitrag über „Kinderbetreuung in Europa“: www.i-daf.org.

Fragen an E.P. Sanders

Der Neutestamentler Andrie du Toit wurde während seiner Promotionszeit in Basel von Karl Barth und Oscar Cullmann geprägt, bevor er sich in Südafrika als Experte für neutestamentliche und jüdische Exegese etablierte.

Eher zufällig fand ich in einem Vortrag, den er bereits 1985 in Trondheim gehalten hatte und der 1988 erstmalig veröffentlicht wurde, kritische Anfragen von du Toit an E.P. Sanders. Obwohl wahrscheinlich nur diejenigen etwas mit dem Zitat anfangen können, die sich mit der so genannten „Neuen Pauluspektive“ befassen, gebe ich den Auszug nachfolgend unkommentiert wieder (Andrie du Toit, Focusing on Paul, hrsg. von Cilliers Breytenbach u. David S. du Toit, Walter de Gruyter, 2007, S. 316):

Die Fragen mehren sich: Hat Sanders den Kontext und die Eigenart seiner Dokumente genügend beachtet? Wieviel sonstiges Zeugnis für eine Soteriologie des Verdienstes ist seiner eklektischen Methode zum Opfer gefallen? Wird ein Spezialist wie Billerbeck, der 16 Jahre an diesem Material gearbeitet hat, sich wirklich völlig geirrt haben? War Sanders Methode ausreichend, um die Grundstimmung (bzw. Grundstimmungen) des palästinensischen Judentums gründlich aufzufangen? Haben auch die Synoptiker, beziehungsweise ihre Quellen, diese Grundstimmung so völlig mißverstanden? Wie ist die jüdische καύχησις mit einem echt durchlebten Gnadenbewußtsein zu reimen? Oder müssen wir annehmen, sie sei eine Illusion des Paulus gewesen? Konnten nicht auch Erwähltsein aus Gnade und Zugehörigkeit zum Bunde zu Formeln erstarren oder sogar, wie aus der Kirchengeschichte zu belegen ist, eventuell zu einem Status vor Gott werden? Hätte man den damaligen Inhalt dieser Begriffe nicht gründlicher analysieren sollen? Ist die Art des jüdischen Sündenbewußtseins im ersten Jahrhundert genügend untersucht? Sündenbewußtsein bestimmt ja weitgehend, wie man die Gnade versteht und erlebt.

Methodologisch gibt es aber noch eine andere ernste Frage: Die „soteriologischen“ Aussagen in den jüdischen Dokumenten sind, wie die christlichen, alle eschatologisch bestimmt, das heißt sie haben mit dem Zugang zum endzeitlichen Heil zu tun. Dann aber liegt der kritische Vergleichspunkt nicht zwischen den jüdischen Auffassungen über den Zugang zum Bund und dem paulinischen Erlösungskerygma, sondern zwischen den jüdischen und den christlichen Aussagen über den Zugang zum endzeitlichen Heil. Sobald das jedoch geschieht, kommen die ἔργα jedoch wieder ganz neu ins Spiel! (Die paulinische Rechtfertigung ist ja eine Vorwegnahme des eschatologischen Urteils des himmlischen Richters.) Selbstverständlich gab es im jüdischen Denken eine starke Korrelation zwischen dem Zugang zum Bund und zum endzeitlichen Heil. Prinzipiell waren sie aber keineswegs identisch. Paulus wäre mit der Behauptung, daß Israel aus Gnade zum Bunde erwählt wurde, völlig einverstanden (vgl. Rom 11:28f.; 9:4). Seine Kritik liegt anderswo.

Jesus Christus ist auferstanden

Ostern ist für Christen die große Feier der Auferstehung von Jesus Christus, Höhepunkt im Kirchenjahr. Die Auferstehung des Menschensohnes gibt uns, wenn wir sie im Glauben ergreifen, Versöhnung mit Gott dem Vater, Hoffnung für die Zukunft, erfülltes Leben in der Gegenwart. Jesus sagte: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt“ (Joh 11,25).

Nachdem Jesus den Kreuzestod starb und begraben wurde, ist er am dritten Tage auferstanden. Das Grab war leer! „Und sehr früh am ersten Tag der Woche kommen sie zum Grab, eben als die Sonne aufging. Und sie sagten zueinander: Wer wird uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen? Doch wie sie hinschauen, sehen sie, dass der Stein weggewälzt ist. Er war sehr gross“ (Mk 16,2–4). Der Mann, der im Grab auf sie wartete, sprach: „Erschreckt nicht! Jesus sucht ihr, den Nazarener, den Gekreuzigten. Er ist auferweckt worden, er ist nicht mehr hier“ (Mk 16,6). Der Sohn Gottes hat die Macht des Todes bezwungen. „Denn wir wissen, dass Christus, einmal von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn“ (Röm 9,9).

Wohl dem, der bekennen kann: „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns in seiner grossen Barmherzigkeit neu geboren hat, so dass wir nun durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten eine lebendige Hoffnung und Aussicht auf ein unzerstörbares, unbeflecktes und unverderbliches Erbe haben, das im Himmel aufbewahrt ist für euch“ (1Petr 1,3–4).

Streit um christliche Kreuzestheologie

Der DLF hat einen Beitrag über die Sühneopfer-Diskussion in der EKD veröffentlicht. Zu Wort kommen unter anderem Burkhard Müller und Ulrich Eibach. Müller fordert den Abschied von der Kreuzestheologie und ist mit seinem Anliegen von N. Schneider unterstützt worden. Eibach verteidigt die Sühne als Herzstück des Glaubens.

Leider wird im gesamten Beitrag die biblische Sühnetheologie nicht zustimmend erklärt. Wer dazu Hintergrundinformationen sucht, wird in dem Artikel „Das Herz des Evangeliums“ fündig: HerzdesEvangeliums.pdf. Eibach hat seine Position dargestellt in: „‚Gestorben für unsere Sünden nach der Schrift‘“: Zur Diskussion um die Heilsbedeutung des Todes Jesu Christi“, Für uns gestorben: Sühne, Opfer, Stellvertretung, Neukirchener Verlag 2009, 155–190.

’Hier nun der Beitrag „Streit um christliche Kreuzestheologie: Der Tod Jesu als Sühneopfer?“ (wenn es auch schmerzt, in den Ostertagen so etwas zu hören):

Nach oben scrollen
DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner