Interview mit Obiora Ike

Ike.jpgDer DLF hat per Telefon mit dem katholischen Theologen Prof. Obiora Ike über die religiöse Gewalt in Nigeria gesprochen. Ike beklagt, dass in vielen Ländern Afrikas antichristliche Staatsordnungen eingeführt werden und Europa diese Entwicklung unterschätzt. Ike deutet den „Arabischen Frühling“ als einen Schritt in Richtung Islamisierung.

Kommentare

  1. Alsterstewart meint:

    Wir befinden uns hier in einem Dilemma: Einerseits mögen wir die despotischen Regime nicht, die sich entlang der südlichen und östlichen Mittelmeerküste wie eine Perlenkette ziehen. Und wenn die Menschen dort gegen ihre Unterdrücker aufstehen, dann ist unser Applaus verständlich. Die Quelle des Applaus ist die Unkenntnis darüber, was in diesen Ländern wirklich los ist. Und andererseits mögen wir die Kräfte nicht, die dann an die Macht streben und kommen: In Tunesien und in Ägypten siegen die Islamisten; in Libyen ist nach dem Bürgerkrieg ebenfalls der Islam auf dem Vormarsch.

    Vor diesem Hintergrund kann ich nicht nachvollziehen, was unsere Medien und unsere Politiker so erstrebenswert am Sturz des despotischen Assad-Regimes finden. Denn wer betreibt dessen Sturz? Die sunnitischen Kräfte im Land und angesichts der religiösen Landschaft in Syrien dürfte klar sein, dass der Sturz des Assad-Regimes einen blutigen Bürgerkrieg und die Vertreibung sowohl der muslimisch-alawitschen als auch der christlichen Minderheit mit sich bringen würde (immerhin rund 25 % der syrischen Bevölkerung).

    Wie die Etablierung islamistischer Regime in Nordafrika sich auf die Länder südlich der Sahara auswirken wird, hat Ike anschaulich beschrieben. Und welche Konsequenz ziehen wir Europäer daraus?

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