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Warum passen Christen sich dem Weltdenken an?

Francis Schaeffer schreibt in Kirche am Ende des 20. Jahrhunderts (Wuppertal: R. Brockhaus Verlag, 1971, S. 14):

Viele von uns werden jedoch von Voraussetzungen [Anm.: gemeint sie nichtchristliche Denkvoraussetzungen, wie z.B.: „es gibt keinen Gott“ oder „ethische Werte sind fließend“) wie von den Masern »angesteckt«. Warum passen sich die Menschen denn der nachchristlichen Welt an? Meiner Überzeugung nach nicht aufgrund von Tatsachen, sondern weil uns unsere fast monolithische Kultur die andere Antwort aufgezwungen hat — nämlich die Naturkausalität, nicht in einem offenen System; an dessen Anfang ein persönlicher Gott steht, wie die frühen modernen Wissenschaftler glaubten, sondern in einem geschlossenen System. Nicht die Tatsachen widersprechen den christlichen Denkvoraussetzungen, sondern die christliche Perspektive wird einfach als undenkbar hingestellt. Je besser die Universität, desto besser die Gehirnwäsche.

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Alle Dinge sind relativ

Während der Vorbereitungen für einen Vortrag zum Thema „Francis Schaeffer: Apologet zur Ehre Gottes“, bald zu halten auf der Bibelbund-Konferenz 2018 in Rehe (allerdings nicht, wie geplant, am Samstag, sondern am Sonntag oder Montag), habe ich wieder einige Texte von Schaeffer gelesen. Es ist schon erstaunlich, wie klar er Probleme auf den Punkt gebracht hat, mit denen wir noch heute zu kämpfen haben.

Ein Beispiel:

Wir leben heute in einer Gesellschaft, in der alle Dinge relativ sind und in der der letztgültige Wert in dem besteht, was das Individuum oder die Gesellschaft „glücklich“ macht oder was einem gerade ein momentanes Wohlgefühl vermittelt. Nicht nur der hedonistische junge Mensch tut das, was ihm gerade gefällt, sondern die Gesellschaft als Ganzes verhält sich so. Dies hat viele Aspekte, einer davon besteht in dem Zusammenbruch jeglicher Stabilität innerhalb der Gesellschaft.

Nichts steht fest, es gibt keine letztgültigen Normen; es zählt nur, was einen „glücklich“ macht. Dies gilt sogar für das menschliche Leben. Die Titelgeschichte der Newsweek vom 11. Januar 1982 bestand aus einem sechs- oder siebenseitigen Artikel, der überzeugend darstellte, daß das menschliche Leben mit der Empfängnis beginnt. Jeder Student der Biologie hätte dies alles schon längst wissen sollen. Wenn man dann die Seiten umblättert, stößt man auf den nächsten Artikel mit der Überschrift: „Aber ist es schon eine Person?“ Die Schlußfolgerung dieser Seite lautet: „Das Problem besteht nicht darin zu entscheiden, wann wirkliches menschliches Leben beginnt, sondern darin, wann der Wert dieses Lebens andere Überlegungen verdrängt, wie z. B. die Gesundheit oder sogar das Glück der Mutter.“ Der erschreckende Satzteil besteht in „oder sogar das Glück“.

Also kann und wird selbst anerkanntes menschliches Leben um des Glücks einer anderen Person willen beendet. Ohne feste Werte ist nur mein eigenes oder das momentane Glück der Gesellschaft von Bedeutung … Es wird natürlich zunehmend akzeptiert, daß ein neugeborenes Baby immer dann, wenn es eine Familie oder die Gesellschaft vermutlich unglücklich macht, sterben darf. Sie brauchen bloß den Fernseher anzuschalten, so kommt es zunehmend wie eine Flut über Sie.

Die Top-Downloads 2008

Hypergeistlichkeit

Am 4. Juli 1970 schrieb Francis Schaeffer einen Brief an einen jungen Mann in Japan, der die Beziehung zu einer jungen Amerikanerin mit dem Namen Carolyne beendet hatte, da er unter dem Eindruck stand, dass seine Liebe nicht „rein genug“ war.

Schaeffer griff in hilfreicher Weise Themen wie Vollkommenheitsideal, Hypergeistlichkeit oder Antinomismus auf. Nachfolgend gebe ich einen Auszug weiter (aus #ad Letters of Francis A. Schaeffer: Spiritual Reality in the Personal Christian Life, hrsg. von Lane T. Dennis, Wheaton, IL: Crossway, 1985, S. 197–198):

Ich bin der festen Überzeugung, dass einer der größten Flüche eines Großteils des evangelikalen Christentums darin besteht, dass Menschen das Gefühl haben, sie hätten das Recht, anderen Menschen zu sagen, was der Wille des Herrn für sie ist; und ehrlich gesagt glaube ich, dass einige Deiner Fehler ihren Ursprung in den meiner Meinung nach schlechten Ratschlägen haben, die Dir Christen seit Deiner Rückkehr nach Japan gegeben haben.

Wenn Maßstäbe aufgestellt werden, die nicht wirklich biblisch sind, und insbesondere wenn diese als geistlicher Maßstab dargestellt werden, nach dem wir streben sollten, kann das nur zu Kummer führen. Wenn wir versuchen, eine Geistlichkeit zu erreichen, die höher ist als die, die die Bibel vorgibt, wird sie sich immer als niedriger erweisen. Mir ist klar, dass Christen, die dies tun, nicht glauben, dass sie einen Maßstab aufstellen, der sich von der Schrift unterscheidet, aber in Wirklichkeit ist es genau das.

[Im Bereich der Liebesbeziehung wie auch im gesamten Leben] gibt es zwei Gefahren, denen man widerstehen muss. Die erste ist der Antinomismus. Dies ist seit den Anfängen der Kirche eine Irrlehre. Der Antinomismus lehrt, dass wir durch das Blut Christi und nichts anderes gerettet werden und es daher nach unserer Errettung keine Rolle spielt, wie wir leben. Die gegenteilige Gefahr, die ebenso zerstörerisch ist, ist jede Form von Askese. Askese ist die Abwertung des ganzen Menschen – theoretisch, um den spirituellen Teil des Menschen zu stärken. Diese Abwertung des ganzen Menschen kann die Abwertung des Intellekts, des Künstlerischen oder des Körperlichen sein. Was die Menschen vergessen, ist, dass Gott den ganzen Menschen geschaffen hat und kein Teil des Menschen von Natur aus sündig ist. Jeder Teil des Menschen kann sündhaft sein, und in einer gefallenen Welt gibt es selbst für Christen keine Vollkommenheit in irgendeinem Bereich unseres Lebens.

Somit sind zwei Dinge zu beachten. Die Erkenntnis, dass wir in keinem Bereich unseres Lebens vollkommen sind, bedeutet, dass wir unsere Fehler in jedem Bereich unseres Lebens ständig unter das Blut Christi bringen müssen, um Vergebung zu erlangen. Gleichzeitig müssen wir Christus bitten, seine Frucht in allen Bereichen unseres Lebens hervorzubringen. Das andere, was wir ständig im Auge behalten müssen, ist die Tatsache, dass kein Teil des ganzen Menschen an sich sündhaft ist. Die Vorstellung, dass das „Geistige” hoch und das Intellektuelle oder Körperliche niedrig ist, entspricht nicht dem biblischen Christentum. Es ist eine Askese, die aus der Auferlegung platonischen Denkens auf das Christentum entstanden ist. Ich muss sagen, dass ich aufgrund Deiner Briefe an Carolyn und nun auch Deiner Briefe an mich den Eindruck habe, dass Du diesem Irrtum zum Opfer gefallen bist.

Autorität als Gabe Gottes

Lars Reeh hat einen Beitrag über Autorität für die Zeitschrift Bekennende Kirche geschrieben. Darin heißt es:

Was ist der richtige Grund, um Autorität auszuüben? Autorität ist immer für den Dienst gegeben. Gott gibt Autorität für den Dienst am anderen. Autorität dient nicht zum Selbstzweck oder zur Selbsterhöhung, sondern zur Ehre Gottes und zum Dienst am Nächsten. Man dient mit den Gaben, die man von Gott empfangen hat. Der Charakter von Autorität sollte immer von Demut geprägt sein.

Mehr: bekennende-kirche.de.

Empfehlenswert ist auch der Aufsatz „Lernen im Horizont des christlichen Glaubens“ von Hanniel Strebel  Über das Arbeiten und Lernen in einem säkularen Umfeld schreibt Hanniel (zusammengefasst):

1. Etwas vom Wichtigsten ist die tägliche (und manchmal stündliche) Orientierung an meinem Lebensziel. Egal, was auf dem Programm steht, ob Projekte, Beratungen, Workshops oder Seminare.

2. Weiter bitte ich um das, was Eduard Thurneysen in der Seelsorge den “Bruch des Gesprächs” nannte. Wie oft habe ich es schon erlebt, dass Teilnehmer oder Ratsuchende mich mit einer Frage, die Sinn und Lebensziel betrafen, zur Stellungnahme aufforderten. Freudig nehme ich dies als Gelegenheit wahr, den allmächtigen Gott auch in ein solches Gespräch einzubeziehen.

3. Der Evangelist Francis Schaeffer (1912 – 1984) hat mich gelehrt, auch in einer Arbeitsbeziehung nach dem Spannungspunkt zu suchen. Was meinte Schaeffer damit? Ich zitiere: “Nun kann aber in Wirklichkeit kein Nichtchrist seine Denkvoraussetzungen konsequent ausleben. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Ein Mensch muss in der Wirklichkeit leben, und diese Wirklichkeit besteht aus zwei Teilen: der objektiven Welt mit ihrer Form und dem ‚Menschsein’ des Menschen, einschließlich seines eigenen ‚Menschseins’.

4. Wie oft wurden Sie schon von Arbeitskollegen nach Hause eingeladen? Ich erlebte diese seltenen Gelegenheiten als erstklassige Möglichkeiten, anderen Menschen Einblick in das eigene Leben und in die Familie zu gewähren. Also nehme ich nach Kräften Gelegenheiten wahr, Gastfreundschaft zu üben!

5. Das Bewusstsein, dass das Unternehmen, in dem ich arbeite, die Kollegen, mit denen ich zu tun habe, so wie ich selbst von der Sünde betroffen sind und wir unter ihr zu leiden haben, prägt meine Vorannahmen in der Beratung.

Hier: bekennende-kirche.de.

The Four Holy Gospels

Kürzlich habe ich hier ein Interview mit dem großartigen Künstler Makoto Fujimura beworben. Inzwischen ist das Buch The Four Holy Gospels erschienen.

Hier nun Teil I einer Serie zum Buch mit Hintergrundinformationen (aus denen übrigens deutlich wird, dass Francis Schaeffer etwas mit der Arbeit zu tun hat). Außerdem ein Exzerpt aus dem Buch: four.holy.gospels.excerpt.download.pdf.

Dieses Video stellt uns den Künstler kurz vor:

VD: JT

Fragen als Abwehrmechanismus

»Ehrliche Antworten auf ehrliche Fragen«, hieß es zur Zeiten von Francis Schaeffer im L’Abri-Studienzentrum. Junge Leute strömten in die Schweiz, weil sie brennende Fragen loswerden wollten und leidenschaftlich nach tragfähigen Antworten suchten.

Ehrliche Fragen vernehme ich heute selten. Gefragt wird zwar viel, oft aber nur, um sich vor Antworten zu schützen. Man fragt, weil man keine Antwort will.  Auf eine Antwort hören, kann nämlich bedeuteten, dass man nicht mehr nur das tun kann, was man will. Da einem »Hören« das verbindliche »Gehorchen« folgen könnte, wird lieber hinterfragt.

Zygmunt Bauman schreibt über die Postmoderne:

Sie ist ein Geisteszustand, der sich vor allem durch seine alles verspottende, alles aushöhlende, alles zersetzende Destruktivität auszeichnet. Es scheint zuweilen, als sei der postmoderne Geist die Kritik im Augenblick ihres definitiven Triumphes: eine Kritik, der es immer schwerer fällt, kritisch zu sein, weil sie alles, was sie zu kritisieren pflegte, zerstört hat. Dabei verschwand die schiere Notwendigkeit der Kritik. Es ist nichts übriggeblieben, wogegen man sich wenden könnte.

Der Bibel vertrauen – in schweren Stunden

Gewöhnlich führen wir die Debatten um die Vertrauenswürdigkeit der Heiligen Schrift im Eiffelturm theologischer Seminare. Dabei sind es die existentiell herausfordernden Momente, in denen unsere Theologie sich bewährt oder nicht bewährt.  Am 15. Mai 1984 starb der christliche Apologet Francis Schaeffer. Seine Witwe Edith, beschrieb später den Trost, den sie in jenen schweren und einsamen Stunden seines Todes empfing. Sie wurde getröstet, weil sie der biblischen Zusage des ewigen Lebens vertrauen konnte.

Edith schrieb:

Es war genau vier Uhr am Morgen, als er seinen letzten sanften Atemzug tat … und dann war er gegangen. Wie eindeutig und klar war es nun – er war nicht mehr da. Ich konnte nur mehr beobachten, dass er gegangen war. Ich kann mich für den Zeitpunkt (4 Uhr morgens) genauestens verbürgen. Was seine Gegenwart beim Herrn betrifft, musste ich meine Bibel aufschlagen, um mir Sicherheit zu verschaffen. Dass jemand beim Herrn ist, kann ich nur wissen, weil es die Heilige Schrift so sagt. Ich hatte keinerlei mystische Erfahrung. Ich möchte Ihnen hier und jetzt gestehen: Noch nie wurde mir die Irrtumslosigkeit der Heiligen Schrift so wichtig wie in diesem Moment. Zweiundfünfzig Jahre lang – solange ich ihn kannte – kämpfte mein Mann für die Wahrheit, und auch für die Wahrheit der Inspiration und Unfehlbarkeit der Heiligen Schrift. Doch nie war ich stärker beeindruckt vom Wunder einer absolut zuverlässigen Botschaft von Gott, einem unerschütterlichen Wort Gottes, als ausgerechnet in jenem Moment!

Ich brauchte weder eine mystische Erfahrung, um zu beweisen, dass Francis an einen anderen Ort gegangen war, noch musste ich eine solche Erfahrung vortäuschen; vielmehr wusste ich, dass er an jenen Ort gegangen war, der für ihn bereitet war und dass es ihm jetzt gutging. Dies konnte ich wissen, indem ich meine Lieblingsbibel aufschlug (und auch seine – wir hatten jeder mehrere Bibeln) und darin erneut las: ausgewandert aus dem Leib bedeutet beim Herrn sein – und das ist weit besser. Es ist weit besser für den, der beim Herrn ist, allerdings nicht für die Hinterbliebenen. Gott weiß alles um den Schmerz der Trennung und trifft Vorkehrungen, diese Trennung einst für immer und ewig aufzuheben. Auch das weiß ich nur, weil die Bibel es mir sagt. Mir tun alle Menschen leid, „die keine Hoffnung haben“, nur weil sie nicht wissen, welcher Teil der Bibel bloßer Mythos ist und welchem Teil man möglicherweise vertrauen kann.“

(Aus: Edith Schaeffer, Dear Family: The L’Abri Family Letters, 1961–1986; San Francisco: Harper & Row, 1989, S. 388f., gefunden hier, Übersetzung: Ivo Carobbio).

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Os Guinness, der Kultur-Apologet

Stefan Loss hat für den ERF Os Guinness kurz vorgestellt:

Der Missionarssohn und Nachkomme des berühmten Bierbrauers Arthur Guinness wurde in China geboren und verbrachte dort die ersten zehn Jahre seines Lebens. Später studierte Guinness Philosophie und Theologie in London und promovierte schließlich in Oxford im Fach Soziologie. Dort – ebenso wie in Cambridge, Princeton und Stanford – war er auch Dozent. Guinness nennt den amerikanischen Theologen Francis Schaeffer einen seiner wichtigsten Mentoren. Von ihm habe er gelernt, seinen Glauben ganzheitlich zu leben.

Os Guinness gilt als einer der größten Apologeten unserer Zeit. Er ist also jemand, der sich der Verteidigung des christlichen Glaubens durch logische Argumente und wissenschaftliche Beweise verschrieben hat. Dabei folgt er einer ganz besonderen Linie: der Kultur-Apologetik. Als Vertreter dieser Form ist er der Ansicht, dass gesellschaftliche und kulturelle Trends mit ihren Fragen und Themen nur vom Evangelium adäquat beantwortet werden können. Seiner Auffassung ist es die Aufgabe der Kultur-Apologetik, die Zeichen der Zeit zu erkennen und zu thematisieren, um so mit Menschen in den Dialog zu treten.

Hier mehr: www.erf.de.

Geistlicher Ehebruch heute

Francis Schaeffer (Die Kirche Jesu Christi, 1981, S. 43–44):

Wenn diejenigen, die behaupten, daß sie Gott gehören, sich von dem Wort Gottes und dem Christus der Geschichte abwenden, dann ist das in Gottes Augen sehr viel schlimmer als der schlimmste Fall von ehelicher Untreue, denn das zerstört die Wirklichkeit des großen, zentralen Braut-Bräutigam-Verhältnisses. Ich habe mich bemüht zu betonen, daß Gott Promiskuität in geschlechtlichen Beziehungen keineswegs auf die leichte Schulter nimmt, aber Abfall vom Glauben — geistlicher Ehebruch — ist viel schlimmer. Und das ist genau das, was der moderne liberale Theologe getan hat. Und was sagen wir dazu? Ich würde meinen, daß wir uns bemühen sollten, die Situation nicht weniger klar zu beurteilen, als Gott das tut. Wenn man sich die liberale Theologie von heute ansieht, so wird deutlich, daß sie den Gott, den es gibt, leugnet. Sie leugnet den göttlichen historischen Christus. Sie leugnet die Bibel als das Wort Gottes in menschlicher Sprache. Sie leugnet den Heilsweg Gottes. Die Liberalen erheben ihre eigenen humanistischen Theorien in eine Stellung, die über dem Wort Gottes, der offenbarten Mitteilung Gottes an den Menschen, gilt. Sie machen sich durch bloße Projektionen ihres Denkens Götter, die keine Götter sein können.

Vishal Mangalwadi: Wie die Bibel die Kultur Europas prägte

VishalEuropa und die Bibel sind nicht voneinander zu trennen. Egal, wie heftig es bestritten wird: Europas Freiheit und heutige Gerechtigkeit haben ihre Wurzeln in einer jahrhundertelangen Prägung durch die Heilige Schrift. Trotzdem fühlen wir uns heute als Christen oft so kraft- und sprachlos. Scheinbar gehen uns die Argumente für den Glauben aus. Die prägende Kraft der Bibel für die Gesellschaft in Deutschland und Europa verblasst hinter den Kräften, die die Bibel für antiquiert halten.

Der indische Philosoph, Politiker und Theologieprofessor Vishal Mangalwadi hat sich mit der Geschichte Europas und ihrer Prägung durch die Bibel intensiv beschäftigt und das viel beachtete Buch der Mitte publiziert. Als Nicht-Europäer ist er so etwas wie ein „unabhängiger Zeuge“, der verblüffende Zusammenhänge zwischen der Freiheit und dem Wohlstand, die wir heute genießen, und der prägenden Kraft von Gottes Wort entdeckt hat. Dabei deckt er Fakten auf und weist auf offensichtliche Zusammenhänge hin, die Christen neu ermutigen und begeistern: Gott ist lebendig und wirkt mit Kraft und Weisheit, mitten in der Geschichte dieser Welt. Die Mehrzahl der guten Errungenschaften Europas haben ihre Wurzeln in solchen Menschen, die die Bibel studierten und sie als Gottes Wort respektierten.

Ranald Macaulay, Gründer von „Christian Heritage“ in Cambridge (UK) und Schwiegersohn von Francis Schaeffer, schreibt über das Buch:

„Seit dem Buch von Francis Schaeffer, „Wie können wir denn leben?“, wurde uns keine solch übersichtliche und weitreichende Entfaltung der Probleme unseres globalen Gemeinwesens mehr nahegebracht.“

Prof. Mangalwadi wird am Samstag, den 4. November 2017, am Studienzentrum München des Martin Bucer Seminars eine Vorlesung zum Thema: „Wie die Bibel die Kultur Europas prägte“, halten. Gasthörer sind herzlich willkommen! 

Weiterführende Informationen dazu hier: Mangalwadi_Flyer_c.pdf.

Dankbar sind wir, wenn Gasthörer sich ebenfalls hier per Mail anmelden.

Eine Rezension zum Buch der Mitte von Hanniel Strebel gibt es hier: H.Strebel_Rezension_V.Mangalwadi_Das_Buch_der_Mitte.pdf.

Kai Soltau hat während der E21-Konfernenz 2017 in Hamburg ein Seminar zum Thema „Die Reformation und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft“ gehalten und dabei immer wieder auf Untersuchungen von Vishal Mangalwadi verwiesen. Das Seminar kann hier nachgehört werden.

Ausserdem der Hinweis, dass Prof. Mangalwadi am Reformationstag ebenfalls in München beim CVMD einen Abendvortrag in der Alten Kongresshalle halten wird.

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Der Sieg Christi und unser Leben

Francis Schaeffer schreibt in seinem Buch Geistliche Leben – Was ist das? (Brockhaus, S. 83–84):

»Denn darin besteht die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer« (1 Joh 5, 3). Stimmt das? Finden wir für unseren Teil auch, dass seine Gebote nicht schwer sind? Ich muss sagen, dass ich sie jahrelang schwer fand. Viele Jahre lang predigte ich als Pfarrer nie über diesen Vers, weil ich ihn ganz einfach nicht verstand. Ich fand die Gebote Gottes schwer, konnte sie kaum ertragen. Und dann merkte ich eines Tages, als ich mit diesem Problem rang, dass ich immer den unmittelbaren Zusammenhang des Verses außer acht gelassen hatte: »Denn darin besteht die Liebe Gottes, das wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer. Denn alles, was aus Gott gezeugt ist, überwindet die Welt.« Glücklicherweise ist das noch nicht das Ende, denn sonst wüssten wir nichts über das »Wie«. »Und das ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube.« Aufgrund des vollendeten Werkes Christi ist »der Sieg« ein Leben aus Glauben, Augenblick für Augenblick. Das ist nicht unser Sieg, sondern der Sieg Christi, den er für uns am Kreuz von Golgatha erkauft hat, und den wir Augenblick für Augenblick im Glauben erfassen.

Gott schweigt nicht

Am 15. Mai 1984 ist Francis Schaeffer verstorben. Zu diesem baldigen Anlass ein Zitat aus dem Buch … und er schweigt nicht (Brockhaus, 1975, S. 26):

Er schweigt nicht. Wir haben nur deshalb die Antwort, weil der unendlich-persönliche Gott, der dreieine Gott, nicht geschwiegen hat. Er hat uns gesagt, wer er ist. Wenn wir einmal unser Konzept der Inspiration und Offenbarung in diese Begriffe kleiden, erkennen wir, wie sie mitten ins Zentrum des modernen Denkens hineinreichen. Er schweigt nicht. Deshalb wissen wir etwas. Weil er geredet hat. Was hat er uns gesagt? Hat er uns nur etwas über andere Dinge gesagt? Nein, er hat uns die Wahrheit über sich selbst gesagt, und weil er uns die Wahrheit über sich selbst gesagt hat – daß er der unendlich-persönliche, dreieine Gott ist -, haben wir die Antwort auf die Frage der Existenz. Anders ausgedrückt: Im Bereich der Metaphysik – des Seins, der Existenz – sprechen die allgemeine und die besondere Offenbarung mit einer Stimme. Wie wir es auch ausdrücken mögen, wir sagen immer dasselbe, gehen das Thema nur von verschiedenen Seiten her an.

Wenn der Mensch von sich selbst ausgeht, kann er zwar das philosophische Problem der Existenz definieren, aber er kann aus sich selbst nicht die Lösung des Problems schaffen. Die Antwort auf die Frage der Existenz lautet: Der unendlich-persönliche, dreieine Gott ist da, und dieser unendlich-persönliche, dreieine Gott schweigt nicht.

Heiligkeit und Liebe

Zwei Jahre vor seinem Tod sprach Francis Schaeffer in einem Interview über das Verhältnis der Christen zur Kultur (New Wine, Vol. 14 no., 2 Feb, 1982, S. 4-9). Er sprach dabei auch über die Demonstration von Gottes Heiligkeit und Liebe:

Die Schrift sagt deutlich, dass Gott ist heilig und Gott die Liebe ist. Unsere Aufgabe ist also, diese beiden Eigenschaften in allen unseren Beziehungen zu demonstrieren, auch in unseren persönlichen Kämpfen, in unserem theologischen Ringen, bei den Problemen, die in unseren lokalen Kirchengemeinden entstehen und in den Situationen, mit denen wir als Ganzes in unserer Gesellschaft konfrontiert werden.

Nach langen Kämpfen, damals in den Jahren als L’Abri gegründet wurde, sah ich, dass man sagen könnte, du demonstrierst die Heiligkeit Gottes und du würdest nur hart und derb sein. Auf der anderen Seite könnte man sagen, dass du die Liebe Gottes zeigtest und du kompromittiertest dich nur. Ich sah auch, dass du humanistische Nachahmungen jeder dieser Eigenschaften erbringen könntest. Was man jedoch nicht in eigener Kraft tun kann – noch nicht einmal auf schlechte Weise – ist, sowohl die Liebe Gottes als auch seine Heiligkeit gleichzeitig zu demonstrieren. Das kann nur durch das Wirken des Heiligen Geistes in unserem Leben getan werden.

Hier das vollständige Interview: www.samizdat.qc.ca.

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Ein kleines Weihnachtspäckchen?

die-postmoderne3d.jpgIch möchte mich durch eine kleine Aufmerksamkeitbeit bei Ihnen, also bei den netten Lesern von TheoBlog.de, für das Interesse an den Beiträgen bedanken.

Ein Blog-Leser hat die Chance, in der Weihnachtszeit ein kleines Päckchen mit folgenden Büchern zu erhalten:

  • Ron Kubsch: Wahrheit und Liebe: Was wir von Francis Schaeffer für die Gegenwart lernen können, Bonn: VKW, 2006
  • Ron Kubsch: Die Postmoderne: Das Ende der Eindeutigkeit, Holzgerlingen: Hänssler Verlag, 2007
  • John Warwick Montgomery: Tractatus Logico-Theologicus, Bonn: VKW, 2003

Um Empfänger dieses Päckchens werden zu können, sind folgende drei Punkte zu beachten:

  1. Sie müssen Theoblog.de via RSS oder Atom abonniert haben (Vertrauenssache).
  2. Sie müssen mir über das Kontaktformular Ihre eMailadresse mitteilen (und dabei das Stichwort: »Weihnachtspäcken« in der Mitteilung erwähnen).
  3. Am 23. Dezember werde ich von meinen Kindern unter allen übersandten Adressen eine über ein Losverfahren auswählen lassen und die gewählte Person kontaktieren. Nach Übersendung der Postanschrift schicke ich die Bücher mit einem Päckchen an den Gewinner.

Vielen Dank fürs Mitmachen!

Die Top-Downloads 2009

Ray Ortlund: Keller war öffentliche Stimme für Christus

Ray Ortlund hatte viele bekannte Vorbilder, darunter seinen Vater, J.I. Packer, John Stott und Francis Schaeffer. In einem Artikel zum Tod von Tim Keller beschreibt er, wie der Pastor aus New York sein Leben beeinflusst hat. Darin heißt es: 

In unserem Zeitalter des Hasses war Tim bekannt für sein faires und respektvolles öffentliches Zeugnis. Er wusste, wie man „in Weisheit denen gegenüber [wandelt], die außerhalb [der Gemeinde] sind“ (Kol 4,5). Er dachte tiefschürfend über Evangelisation und Jüngerschaft nach. Und durch Gottes Gnade war er darin großartig. Ich frage mich, ob gerade seine Besonnenheit der Grund dafür war, warum einige Leute Tim nicht mochten.

Ich erinnere mich an einen brillanten Vortrag, den er vor Jahren hier in Nashville hielt und aus dem schließlich sein Artikel „Post-Everythings“ hervorging. Sein Argument war, dass wir unsere mutigen theologischen Überzeugungen nicht aufgeben müssen, um nicht-traditionelle Menschen anzusprechen. Stattdessen sollten wir unsere Überzeugungen klüger nutzen und mit einem einfühlsamen Bewusstsein für die in ihnen steckenden Reichtümer „post-everything“-Menschen zu Christus rufen. In seinem Vortrag zählte Tim einige ihrer Anliegen auf und zeigte gleichzeitig, dass unsere eigene reformierte Theologie relevante Antworten parat hat.

Mehr: www.evangelium21.net.

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Glauben und Denken heute 2/2012

gudh_010Die neue Ausgabe der Zeitschrift „Glauben & Denken heute“ ist erschienen. Die Ausgabe 2/2012 enhält folgende Beiträge:

ARTIKEL

  • Johannes Otto: Editorial
  • Prof. Dr. Dr. Thomas Schirrmacher: Auch Pastoren sollten nach Geistesgaben ausgesucht werden
  • Prof. Dr. Clair Davis: Evangelisation und Calvinismus
  • Prof. Dr. Stephen J. Wellum: Francis A. Schaeffer (1912–1984): Lehren aus seinem Denken und Leben

REZENSIONEN

  • Carmen Matussek: Die Araber und der Holocaust (Glibert Achcar)
  • Dr. Daniel Facius: Warum Gerechtigkeit? (Timothy Keller)
  • Dr. Gerhard Gronauer: Christian Zionism Examined (Steven Paas)
  • Prof. Dr. Dr. Thomas Schirrmacher: Für Frömmigkeit in Freiheit (Gerhard Lindemann)
  • Wolfgang Häde: Witness of the body (Michael L. Budde, Karen Scott)
  • Prof. Dr. Dr. Thomas Schirrmacher: Falling walls– the year 1989/90 (Klaus Koschorke)
  • Prof. Dr. Dr. Thomas Schirrmacher: Neuere Bücher über Konstantin den Großen (P. Leithart, K. Girardet)
  • Carsten Friedrich: Novum Testamentum Graece 28 (Nestle-Aland)

Die Ausgabe kann als PDF-Datei unter folgender Adresse heruntergeladen werden: gudh_010_b_3.pdf.

Erwin Lutzer: Rat für junge Pastoren

ErwinLErwin Lutzer, in Deutschland vor allem durch einige Buch-Publikationen bekannt, beendet nach 36 Jahren seinen Pastorendienst. In einem Interview, das mit ihm aus diesem Anlass geführt wurde, sollte er erklären, was junge Pastoren von „ihren Helden“ lernen können.

Seine Antwort:

Ich sehe mich nicht als „Held“ für jüngeren Pastoren, obwohl mir schon klar ist, dass ich durch meinen umfangreichen Radiodienst und die Bücher, die ich geschrieben habe, in den Köpfen einiger anderer Pastoren ein gewisses Maß an Status erlangt haben mag. Hier ist, was sie lernen müssen: Gott beurteilt uns nicht auf der Grundlage der Größe unseres Dienstes. Er schätzt Integrität, Gebrochenheit und Demut. Für den Pastor einer kleineren Gemeinde würde ich die Worte von Francis Schaeffer zitieren: „Es gibt keine großen oder kleine Orte des Dienstes; es gibt nur treue und untreue Menschen.“

Das vollständige Interview gibt es hier: www.thegospelcoalition.org.

Hier eine Predigt von E. Lutzer zu Matthäus 14,22 mit Übersetzung (Wachstum im Glauben, Dank an DWG Radio):

 

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