»Ich bin dreimal getauft«

Fast jeder Christ in freikirchlichen Kreisen kennt Freunde, die zwei- oder dreimal getauft sind. (Wahrscheinlich bleibt es bei der dritten Taufe, da diesmal alle Haare unter Wasser waren und die geistliche Einstellung sowohl beim Täufling als auch beim Pastor stimmte. Oder wäre der Jordan doch noch besser geeignet?) Es gibt Schätzungen, nach denen 4 von 10 Baptisten (gemeint sind die Südlichen Baptisten in den U.S.A.) wiedergetauft sind. Für die Statistik ist das sicher gut. Aber stehen solche Entwicklungen für eine biblische Theologie?

Christen aus Rumänien sind über das Phänomen der massenhaften Wiedertaufe, das nun auch ist Osteurope Einzug hält, zu Recht beunruhigt und suchen nach den Gründen.

Hier mehr: trevinwax.com.

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Stewart
Stewart
10 Jahre zuvor

„Fast jeder Christ in freikirchlichen Kreisen kennt Freunde, die zwei- oder dreimal getauft sind. “

Ich bin Christ in freikirchlichen Kreisen und kenne niemanden, der zwei- oder dreimal getauft ist. Und dies obwohl ich Dutzende von Menschen begleitet habe, die den Weg in unsere Gemeinde gefunden haben.

Johannes
10 Jahre zuvor

Lieber Ron,

das Problem scheint mir vor allem die theologische Unsicherheit und die arminianische Frömmigkeit („meine Entscheidung ist entscheidend“) in den Gemeinden zu sein. Viele Menschen, die zum Glauben an Jesus kommen und aus Tradition als Kind mal getauft wurden, bekommen in den Gemeinden erklärt, dass nur eine „Glaubenstaufe“ gilt und werden so verunsichert und zur Wiedertaufe gebracht (ich spreche aus schmerzlicher Erfahrung). Ich kann es den Zwei- bis Mehrfachtäuflingen kaum verübeln, dass sie sich so verhalten – das Problem sind m. E. die Hirten!

Liebe Grüße, Johannes

Stewart
Stewart
10 Jahre zuvor


Gar nicht wunderbar, sondern eine ganz nüchterne Feststellung, die zumindest dem ersten Satz „fast jeder freikirchliche Christ“ widerspricht.

Man kann ja durchaus eine Streitrede gegen ein abweichendes Taufverständnis halten und dabei Missstände in anderen Denoninationen anprangern. Aber dann sollte man zumindest dort faktensicher sein, wo man Fakten behauptet.

Alexander
Alexander
10 Jahre zuvor

Wenn ich das richtig sehe, beißt sich der Hund hier letztlich doch in den Schwanz. Die rumänischen Baptisten wettern zwar (zurecht!), dass bei den amerikanischen Baptisten Erwachsene doppelt und dreifach getauft werden (wohlgemerkt: Mehrfachtaufe als Erwachsene!). Sie taufen aber ihrerseits Christen ’nochmal‘, die aus katholischen oder orthodoxen Familien stammen, weil sie eben die (Klein-)Kindertaufe nicht anerkennen. Die Argumente sind die allbekannten: Persönliche Entscheidung und Verständnisfähigkeit. Von den drei Kriterien, mit denen sich die Rumänen von den Amerikanern unterscheiden wollen (bessere Katechese, ‚Bundescharakter‘ der Taufe, höhere persönliche Kosten eines christlichen Bekenntnisses) ist keines wirklich valide. Das dritte wird mit zunehmendem Abstand… Weiterlesen »

Stewart
Stewart
10 Jahre zuvor

@Alexander
http://www.ag.org/top/beliefs/gendoct_11_accountability.cfm

Das ist zwar nicht baptistisch, sondern pfingstlerisch, aber es gibt keine wesentlichen Unterschiede zum baptistischen Taufverständnis.


Gut.

Alexander
Alexander
10 Jahre zuvor

@Stewart, ich kenne die Argumentation, sie ist nicht schlüssig. Wenn ein Kind schon zum Reich Gottes gehört, *bevor* es in der Lage ist, seinen Glauben zu artikulieren, dann nicht allein deswegen, weil Gott das arme fühverstorbene Kind „liebt“, wie dort steht, sondern weil er das Kind von seiner Sünde reingewaschen und ihm Christi stellvertretenden Sühnetod am Kreuz angerechnet hat. Es gibt keinen Weg ins Reich Gottes ohne Vergebung der Sünden. Wenn das aber schon für kleine, frühverstorbene, unmündige Kinder gilt, warum soll man dann überhaupt Kindern gläubiger Eltern die Taufe, das Zeichen der Reinigung von der Sünde verweigern? Hier ist… Weiterlesen »

Stewart
Stewart
10 Jahre zuvor

@Alexander
Ich halte die Argumentation durchaus für stimmig, allerdings nicht vor dem Hintergrund eines sakramentalen Taufverständnis, das die Taufe als Sündenabwaschung versteht.

Was rettet: Taufe oder/und Glaube? Glaubenstaufende Freikirchen sehen mit Markus 16,16 den Glauben als entscheidend an, nicht die Taufe, die glaubenslose Taufe des nicht glaubensfähigen Kleinstkindes ist vor diesem Hintergrund wirkungslos.

Peter
10 Jahre zuvor

ich bin auch 3 x getauft worden
2x als ungläubiger in der evangelischen kirche getauft worden
der grund war ich habe den ersten taufschein verloren.
und das dritte mal als gläubiger in der freikirche

Alexander
Alexander
10 Jahre zuvor

@Stewart, in brüderlicher Freundschaft: bitte genau lesen! Ich habe nicht gesagt, dass die Taufe mit der Sündenabwaschung gleich zu setzen ist, sondern dass sie ein *Zeichen* der Reinigung von unseren Sünden ist. Was Du ablehnst, ist die Tauf-Wiedergeburtslehre, die sich in vielen Landeskirchen findet. Ich kann Dir hier nicht die gesamte reformierte Tauftheologie erklären, und würde Dich daher bitten, Dich an entsprechender Stelle kundig zu machen, zur Einführung bspw. Calvin, Institutio 4,14-16. (www.calvin-institutio.de) Wenn der Glaube Deiner Ansicht nach entscheidend ist, dann nochmal die Frage: warum kommen artikulationsunfähige, frühverstorbene Kleinkinder in den Himmel, denen Deiner Argumentation nach doch das entscheidende… Weiterlesen »

Stewart
Stewart
10 Jahre zuvor

@Alexander
Mir geht es nicht ums Rechthaben, deshalb referiere ich nur den Standpunkt. Und als ehemals Angehöriger der ev-luth Landeskirche ist mir zumindest die lutherische Tauftheologie nicht fremd. Aber Calvin lese ich noch, versprochen.

Zur Frage der Kinder haben die Assemblies of God Stellung genommen.

LG, Stewart

Andreas
Andreas
10 Jahre zuvor

Hallo, inhaltlich will mich hier nicht weiter äußern, als Lutheraner mit einem weitestgehend ebensolchen Taufverständnis würde u.U. etwas viel Staub aufwirbeln. Aber ich will kurz etwas posten, was ich im Diskussionsteil eines anderen Blogs gefunden habe und was vielleicht gut hier her passt. (Mich hat es um ehrlich zu sein erschüttert.) Es zeigt, dass Ron so weit nicht daneben liegt, zumindest mit Blick auf die USA. In Deutschland ist mir solches allerdings noch nicht untergekommen. Beste Grüße, Andreas Quelle: http://theologica.blogspot.com/2007/08/grudem-response-to-piper.html „Anonymous said… Jessica, Interesting question. Among the Baptists themselves, I have been required to be rebaptized 3 times! Since then… Weiterlesen »

Hitsch
Hitsch
10 Jahre zuvor

Ich wurde zweimal getauft. Einmal als Kind und einmal als Erwachsener. Als ich zum Glauben an Jesus Christus kam, beschäftigte ich mich bald auch einmal mit der Tauffrage und kam zum Schluss, dass die Taufe erwachsener Menschen die richtige (lies: biblische) Art der Taufe darstellt. Da ich aber nichts überstürzen wollte und mir über den „Wert“ meiner als Säugling erhaltenen Taufe unsicher war, wartete ich zunächst ab, mich erneut taufen zu lassen. Mehrere Gelegenheiten zur Taufe lies ich so verstreichen in der Überzeugung, dass mir Gott den richtigen Zeitpunkt dazu noch zeigen würde (oder eben auch dass dieser nie kommen… Weiterlesen »

Johannes
Johannes
10 Jahre zuvor

@Alexander Du hast ganz sicher Recht, dass keiner (auch Kinder nicht) ohne Vergebung gerettet werden kann. Man kann dabei aber mMn nicht Kinder und Erwachsene vergleichen. Ein Erwachsener wird aus Glauben gerecht gesprochen, ein Kind nicht. Wenn man davon ausgeht, dass Kinder gerettet werden (was ich tue), dann geschieht die Vergebung aufgrund ihrer Unmündigkeit. Glaube und Taufe sind im NT gekoppelt, Unmündigkeit existiert unabhängig von der Taufe. Deshalb sehe ich keine Möglichkeit, Gerechtsprechung von Kindern mit der von Erwachsenen theologisch zu vergleichen. Ich glaube die Taufe wirklich zu verstehen ist extrem komplex. Ich bin da auch noch nicht am Ende… Weiterlesen »

Alexander
Alexander
10 Jahre zuvor

@Johannes: nicht ganz klar, was Du mit „Vergebung aufgrund ihrer Unmündigkeit“ meinst. Verschrieben? „trotz“ statt „aufgrund? Hier meine drei Pence: Wahrscheinlich muss man mit der Souveränität Gottes radikal ernst machen. Wenn selbst der Gaube, aus dem wir gerecht gesprochen werden, Gottes Gabe ist, warum sollte Gott diesen Glauben nicht auch unmündigen Kindern gewähren? Damit bleibt Gott sich selbst treu (Er rettet aus Gnade durch Glauben) und man vermeidet das Problem, durch die Bindung des Glaubens an irgendein Kriterium (‚Mündigkeit‘) faktisch wieder eine Schwelle zu errichten, über die ein Kind erst drüber kommen muss. Apg 2,38f verbindet die Taufe übrigens nicht… Weiterlesen »

Johannes
Johannes
10 Jahre zuvor

Ich hab das schon so gemeint. Vielleicht wäre „wegen“ aber passender gewesen. Gott hat gesagt, dass der Lohn jeder Sünde der Tod ist. Damit wäre ein „trotz“ eine Ausnahme und dadurch würde Er sich selbst widersprechen. Ich denke nicht, dass kleine Kinder den Heiligen Geist empfangen können. In Gal 3,2 schreibt Paulus, dass man den Geist „aus der Kunde des Glaubens“ empfängt – das setzt aber eine gewisse Mündigkeit voraus. Ich meine jetzt wirklich kleine Kinder, kein Jungschar-Alter. Glauben zu haben ist nicht ohne Sündenerkenntnis möglich, diese kann aber imho ein 4-jähriges Kind nicht haben. Es kann natürlich Sätze der… Weiterlesen »

Roman
Roman
10 Jahre zuvor

Ich wurde auch als Kind getauft, allerdings nicht einmal von einem „richtigen“ Priester, da dies in der ehem. SU geschah, zuhause. Später wurde ich dann bei meiner Konfirmation getauft. Zu diesem Zeitpunkt war ich auch noch nicht bekehrt. Ich habe zwar einige Zweifel, aber ich glaube, diese Taufen waren nicht „gültig“, andererseits halte ich nicht alzu viel von rein symbolischen Handlungen. Und gerade dieses Nach- und Wiedertaufen kommt mir manchmal arg symbolisch vor… Zumind. stell ich mir Gott nicht als Bürokraten vor der schadenfroh „Aha!“ ruft und mich in die Hölle schmeisst weil mir die entscheidende Taufe fehlt…

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