Ägyptischer Papyrus befeuert Diskussion: War Jesus verheiratet?

War Jesus verheiratet? Diese Frage bekam neuen Auftrieb, als die Harvard-Professorin Karen L. King einen Papyrus vorgestellte, in dem möglicherweise signalisiert wird, dass Jesus zusammen mit einer Frau lebte. Sollte Prof. King den Text aus dem 4. Jh. richtig interpretiert haben, sagt er allerdings nichts über den historischen Jesus aus. Das stellt sie in dem nachfolgenden Gespräch mit dem DLF noch einmal klar.

Erwähnt wird in dem Beitrag leider nicht, dass inzwischen viele Experten von einer Fälschung ausgehen. Francis Watson von der Universität in Durham hat seine Analyse online gestellt: Watson.pdf.

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Alexander
Gast
Alexander

Hier zur Sicherheit nochmal:
Es kursieren mittlerweile Gerüchte, dass die Herausgeber der Harvard Theological Review, in welcher Karen Kings Artikel mit der Edition des ‘Gospel of Jesus’ Wife’ im Januar erscheinen soll, die Publikation des Artikels zurückgezogen haben, weil die Zweifel an der Echtheit des Papyrus mitlerweile zu stark werden: http://danielbwallace.com/2012/09/26/jesus-wife-fragment-judged-a-fake/

Alexander
Gast
Alexander

Also, es ist doch noch nicht klar, was mit dem Artikel passiert. Er soll wohl im Januar publiziert werden, wenn die chemische Analyse der Tinte bis dahin stattgefunden hat: http://www.religionnews.com/faith/beliefs/harvard-theological-review-gospel-of-jesus-wife-not-rejected

Christian Askeland, Mitarbeiter an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal, hat jetzt einen allgemein verständlichen Vortrag hochgeladen, auf dem er erklärt, warum der Papyrus wahrscheinlich eine Fälschung ist (10 Minuten, Englisch): http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=7LtRVtLXpkQ

Alexander
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Alexander

Timo Paananen zeigt, dass man mit Francis Watsons Methode nicht beweisen kann, dass das Evangelium von Frau Christ eine Fälschung ist:
http://www.patheos.com/blogs/exploringourmatrix/2012/09/timo-s-paananen-on-methods-of-forgery-detection-and-the-gospel-of-jesus-wife.html

Peter
Gast
Peter

idea berichtet auf
http://www.idea.de/detail/glaube/detail/forscher-jesus-papyrus-ist-gefaelscht.html
vom oben genannten Papyrus:

„… Nach Ansicht des englischen Schriftexperten Francis Watson (Durham/Großbritannien) ist der Papyrus höchstens 56 Jahre alt. Er begründet dies gegenüber der Schweizer Zeitung „Sonntagsblick“ damit, dass die Worte aus einem 1956 publizierten „Thomas-Evangelium“ kopiert und neu zusammengestellt worden seien … So sei das Papyrusstück kaum zerfetzt, wie man es bei seinem angeblichen Alter erwarten würde. Außerdem sei die Schrift auf der Rückseite auffällig stark verblasst …“

Hier der Bericht in „Sonntagsblick“:
http://www.blick.ch/news/ausland/jesus-papyrus-wohl-als-faelschung-entlarvt-id2051398.html

Es bleibt „spannend“ 😉

Gruß

jörg
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jörg

Frau Kings ursprünglichen Behauptungen sind nun allesamt als unbegründet erwiesen:

http://evangelicaltextualcriticism.blogspot.de/2014/04/introduction-eight-of-eleven-articles.html

Alexander
Gast
Alexander

„allesamt als unbegründet erwiesen“ – das ist schlicht und einfach nicht richtig; eine einzige von Kings ursprünglichen Aussagen hat sich als nicht haltbar erwiesen, die Datierung ins 4. Jh.; ansonsten ist gar nichts „erwiesen“, weder in die eine noch in die andere Richtung.

Alexander
Gast
Alexander

Hiermit ist der Papyrus jetzt allerdings doch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als Fälschung erwiesen:
http://evangelicaltextualcriticism.blogspot.com.au/2014/04/jesus-had-ugly-sister-in-law.html

trackback

[…] wir hier auf dem Blog mehrfach über das Fragment diskutiert haben (z.B. hier), an dieser Stelle der Verweis auf eine Meldung der Nachriftenagentur […]

R. Eckstein
Gast

Wenn Jesus Christus verheiratet gewesen wäre, würde es in der Bibel stehen!