Geschlechterunterscheidung wirkt destruktiv

Marie-Claire Wygand dreht den Spieß einfach um. Die Unterscheidung zwischen Mann und Frau sowie das traditionelle Verständnis von Familie mache den Menschen krank. Insofern sei es an der Zeit, den Kindern so früh als möglich beizubringen, dass die Geschlechter soziale Konstruktionen sind. Um die toxische Männlichkeit aufzubrechen, könnten Männer etwa ab und an Kleider anziehen. Das behauptet sie in einem Artikel, der kürzlich bei ze.tt erschienen ist.

Bei ze.tt einem Partner der Wochenzeitung Zeit, kann man nachlesen, wie bei jungen Menschen durch gezieltes Training die Heternormativität aufgebrochen werden soll. Aber nicht nur das: Menschen, die das anders sehen, werden pathologisiert und ihnen wird eingeredet, dass sie andere in den Suizid treiben. Wenn das nicht perfide ist, weiß ich nicht mehr weiter. Fällt denn niemandem auf, dass das auch eine Art und Weise ist, den Diskurs zu beenden und Hass zu schüren?

Der Beitrag offenbart dabei allerlei denkerische Schwächen, die aufgezeigt und angesprochen werden sollten, so etwa die Vorstellung, Geschlecht sei eine Eigenschaft, die nur im Denken als soziale Rolle existiere und Objekten sprachliche zugeschrieben werde. Dass das Quatsch ist, sollte ein Blick in die Tierwelt vermitteln. Die sexuelle Fortpflanzung funktioniert dort nicht, weil die Tiere „doing gender“ praktizieren, sondern weil sie sich paaren. Jede einzelne Zelle hat ihr Geschlecht (vgl. hier).

Aber hier der O-Ton:

Denn die traditionellen Rollen, die noch immer tief verankert sind, machen krank: Nicht nur einzelne Menschen, sondern die ganze Gesellschaft leidet darunter. Sexismus und Homophobie sind immer noch an der Tagesordnung. Wenn Jungen lernen, dass sie nicht schwach oder zart sein und über Gefühle sprechen dürfen, sorgt das dafür, dass sie als Männer eher suizidgefährdet sind und eine verkürzte Lebenserwartung haben. Sie lernen nicht, sich Hilfe zu holen und ihre Gefühle zu kommunizieren.

Mehr: ze.tt.

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8 Kommentare
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FrankS

Zum Glück haben junge Menschen noch ein natürliches und nicht durch ihre Eltern oder Pädagogen änderbares Gefühl für dieses Thema. Ich erlebe das bei meinen Kindern zumindest sehr deutlich.

Generell ist das Thema sehr bedrückend. Die Schrift von Prof. Raedel haben mir schon oft weitergeholfen.

Last edited 30 Tage zuvor by FrankS
lake

Wie bei der ganzen Thematik rund um (Homo-)Sexualität, Gender etc. werden leider oft die Wahrnehmung realer Probleme und Ideologie(-kritik) miteinander vermischt. Dies betrifft sowohl die Haltung von Wygand als auch m.E. die Kritik daran von Kubsch. Der von Kubsch geäußerten Kritik an der Auffassung, Geschlecht sei nur eine gedachte soziale und keine reale biologische Kategorie ist zuzustimmen. Ebenso seiner Kritik an der gezielten Dekonstruktion und Umkehr von Geschlechtern und Geschlechterrollen.
Allerdings:  „Wenn Jungen lernen, dass sie nicht schwach oder zart sein und über Gefühle sprechen dürfen [kursive Hervorhebung von mir], sorgt das dafür, dass sie als Männer eher suizidgefährdet sind und eine verkürzte Lebenserwartung haben. Sie lernen nicht, sich Hilfe zu holen und ihre Gefühle zu kommunizieren.“ Hier hat Wygand nicht ganz unrecht und man macht es sich zu einfach, diese Problematik einfach komplett vom Tisch wischen, weil die Stimme aus der „Gender-Ecke“ kommt.

Theophil Isegrim

Vielleicht ist das auch eine Typfrage. Ich rede bisweilen über meine Gefühle, aber so ein richtigen großen Bedarf habe ich danach nicht. Für meinen Geschmack haben Gefühle in unserer Zeit eine zu großen Stellenwert. Sie sind wichtig, ohne Frage, sie sind das Salz in der Suppe. Aber sie können auch hinderlich sein. Und sie können auch schlechte Ratgeber sein.

Jutta

Ich habe als Frau (damals noch weltlich) immer den Fehler gemacht, die Männer, mit denen ich zusammen war, zu versuchen auszuquetschen … sie sollten reden, über ihre Gefühle, über das was sie dachten .. vor allem dann, wenn es Konflikte gab. Im Rückblick, gemessen an der biblischen Sicht frage ich mich, wieviele Frauen ihre Männer oder Mütter ihre Söhne zum reden bringen wollen, weil sie über sie herrschen wollen – was ihnen nicht unbedingt bewusst sein muss … oder gar bösartig … aber es hat etwas mit Kontrolle zu tun. Wieso muss man immer über alles reden? Wie schwer ist es doch überhaupt Gefühle in Worte zu fassen – und wenn wir viele hochbegabte Literaten lesen, dann dürfen wir einen Blick hinter die Kulissen tun … und wie oft wirkt es einfach nur geschwätzig, wenn auch auf hohem Niveau und was bringt es oft??? Die Schubladen kommen ohnehin von den Menschen und nicht von Gott. Ein Mann muss nicht nur… Weiterlesen »

lake

: Sicher. Mir ging es im Kern aber um etwas anderes. Jutta hat es in ihrem Kommentar mit dem Bezug auf Nancy Pearce gut beschrieben. In manchen Kreisen werden die Normen für Mannsein bzw. Frausein sehr eng gefasst, was für diejenigen, die diesen Normen nicht entsprechen, schon auch „toxisch“ sein kann. Dass diese Problematik von Gender-Ideologen gerne aufgegriffen wird, um Geschlecht und Körperlichkeit an sich ideologisch umzudefinieren und zu dekonstruieren, ist klar. Es ändert aber nichts daran, dass hier für die Betroffenen ein reales Lebensproblem besteht – fernab von jeder Gender-Ideologie. Was wir brauchen, ist eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Thematik, die sich der Wahrnehmung zwar ideologisch überformter aber dennoch realer Probleme nicht verschließt.

Chrissen

Ich verstehe nicht, wie dieser ganze Blödsinn, dieser ganze Unsinn von einigen Menschen verteidigt, praktiziert und geglaubt wird. Ein völliger Quatsch.

Selbst ich als leicht femininer Schwuler habe schon lange vor meiner Bekehrung die Meinung vertreten, daß man die normale Ehe, die normale Familie mit Mutter und Vater und die normale Männlichkeit leben und verteidigen muß. Mir ist es völlig unverständlich, wie man solchen pseudowissenschaftlichen Ideologien anhängen und die natürlichen, genuinen Geschlechter leugnen kann.

Die Mehrheitsgesellschaft ist und bleibt heteronormativ und natürlich männlich und natürlich weiblich samt allen Unterschieden zwischen den beiden Geschlechtern. Alle anderen Neigungen und Lehren sind nichtig und vertreten eine extreme, wirklich extreme Minderheit, die aber um so lauter kreischt und die sich der Mehrheit um so brutaler aufzwängen will.

Nur einem Punkt stimme ich zu: Manche christliche (nicht weltliche) Kreise üben leider tatsächlich oft einen unheimlichen Druck auf homosexuelle Christen aus, so daß die betroffenen Menschen durchaus zur Lebensmüdigkeit gedrängt werden.

Last edited 25 Tage zuvor by Chrissen
Torsten Narjes

Der vorletzte Link im Text ist falsch; es ist wohl dieser hier:
https://theoblog.de/jede-zelle-im-menschlichen-koerper-hat-ein-geschlecht/35082/