John Stott: Das Geheimnis der Erwählung

John Stott schreibt über die Erwählung (Romans: God’s Good News for the World, Downers Grove: InterVarsity Press, 1994, S. 268):

Viele Geheimnisse umgeben die Lehre von der Erwählung. Theologen sind unweise, wenn sie diese so systematisieren, dass keine Rätsel, Enigmas oder Fragen mehr offenbleiben. Gleichzeitig müssen wir uns neben den Argumenten, die in der Darbietung von Römer 8,28–30 entwickelt wurden, an zwei Wahrheiten erinnern. Erstens ist die Erwählung nicht nur eine paulinische oder apostolische Lehre, sondern sie wurde auch von Jesus selbst gelehrt. „Ich kenne die, die ich auserwählt habe“, sagte er (Joh 13,18). Zweitens ist die Wahl eine unverzichtbare Grundlage des christlichen Gottesdienstes, in Zeit und Ewigkeit. Es ist die Essenz der Anbetung zu sagen: „Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre um deiner Gnade und Treue willen!“ (Ps 115,1). Wenn wir für unsere eigene Erlösung verantwortlich wären, ganz oder teilweise, wären wir berechtigt, unsere eigenen Lobpreisungen zu singen und unsere eigene Posaune im Himmel zu blasen. Aber so etwas ist unvorstellbar. Das erlöste Volk Gottes wird die Ewigkeit damit verbringen, ihn anzubeten, sich vor ihm in dankbarer Anbetung zu demütigen, ihm und dem Lamm ihre Erlösung zuzuschreiben und anzuerkennen, dass er allein würdig ist, allen Lob, alle Ehre und Herrlichkeit zu empfangen. Warum? Denn unsere Erlösung verdanken wir ganz und gar seiner Gnade, seinem Willen, seiner Initiative, seiner Weisheit und Kraft.

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