Vom Mörder zum Pastor

Diese Dokumentation beschreibt das Leben eines Neonazis, der zum Totschläger wurde und überraschend eine Bekehrung zum christlichen Glauben erlebt.

1999 wurde in Eschede in einem Gewaltrausch ein Mann zu Tode geprügelt, Peter Deutschmann, 44, genannt „Hippie“, Sozialhilfeempfänger, wohnungslos, einsam, offenbar sehr couragiert: Er hat gewagt, den Parolen der Neonazis zu widersprechen. Das musste er mit dem Tod bezahlen, denn zwei jugendliche Skinheads, damals 17 und 18, rasteten aus. Der Jüngere, Johannes Kneifel (Foto), ist jetzt, mit 29, ein anderer Mensch. Nach fünf Jahren Jugendstrafe hat er begonnen, Theologie zu studieren. Bald wird er Pastor sein. Eine Wandlung vom Saulus zum Paulus – wie geht das?

Liz Wieskerstrauch begibt sich auf Spurensuche. Wer war dieser Jugendliche damals? Warum fängt ein 13-Jähriger an, sich besinnungslos zu betrinken? Was hat ihn mit 15 Jahren schon zum Skinhead und überzeugten Neonazi gemacht? Das Kamerateam besucht die Eltern, befragt die Lehrer, das Jugendamt, den damaligen Internatsleiter, schließlich zwei Mitarbeiter aus dem Jugendgefängnis Hameln. Dort galt Johannes Kneifel als extrem gefährlich. Doch der willensstarke und hoch intelligente junge Mann erfährt in diesen schweren Jahren allmählich seine Kehrtwende – die Hinwendung zu Gott.

Der Film ist wirklich interessant, auch weil er Einblicke in die Sicht der Tochter von Peter Deutschmann gewährt. Die ambivalente Frage der Vergebung erfährt im Film eine dramatische Zuspitzung.

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Wolfgang Peters
Gast
Wolfgang Peters

Das Interesse richtet sich in unserer durch und durch degenerierten Gesellschaft natürlich auf den Täter. Das Opfer ist ja tot, nicht wahr. Man stelle sich vor, es könnte sich noch wehren! Deshalb ist der Weg des Mörders zum Pfarrer frei, nachdem 5 Jahre Jungendstrafe ein Menschenleben mehr als genug aufgewogen haben. Im Knast fromm zu werden hat sich immer schon gelohnt, besonders für eine Kirche, in der von Anfang an neben Betrügern, Dieben und andern Verbrechern uns auch Mörder das Evangelium verkünden. Und nicht nur das Evangelium, Moral vor allem, Werte, an denen es heute so sehr mangelt. Ein Glück,… Weiterlesen »

Wolfgang Peters
Gast
Wolfgang Peters

Hätte Vergebung einen Sinn, müßte das Opfer dem Täter vergeben, nicht ein Dritter, der sich wie der Täter um das Opfer schert. Gottes Vergebung liebt den Täter, nicht das Opfer. Der Täter ist immer im Vorteil. Er erhält sogar auf Kosten seines Opfers noch moralischen Sukkurs. Religion bietet auffällig viel Hilfe für Täter. Opfer sind eben Opfer. Sie haben auch religiös Pech gehabt.

Peter
Gast
Peter

Ich glaube, hier vergisst auch jemand die Grundlagen unseres Rechtssystems: 1. Es ist nicht das Ziel, Täter zu bestrafen, sondern zu resiozialisieren – sie sollen wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden. Auch mit den gleichen Rechten, die jedem anderen Bürger zustehen. 2. Es gibt einen verbindlichen Täter-Opfer-Ausgleich im Jugendstrafrecht. Im Erwachsenenstrafrecht wird er angestrebt und von (ehrenamtlichen) Organisationen auch durchgeführt (Mediation). 3. Es werden in Deutschland die Opfer und deren Angehörige durch Kriseninterventionsteams u. ä. psychologisch/seelsorgerlich durch ausgebildete Fachkräfte betreut. 4. Trotz aller Resozialisierung hängt jedem Täter seine Tat lebenslang nach (z. B. in Zeitungsberichten, wenn ein Sexualverbrecher öffentlich bekannt… Weiterlesen »

Peter
Gast
Peter

Nachtrag: Es fehlt am Ende des letzten Satzes das Wort „wünschen“.

Sorry,
Peter

Roderich
Gast
Roderich

Das Anliegen von Wolfgang Peters ist durchaus ernstzunehmen. Es gibt tatsächlich in den letzten 50 Jahren eine Tendenz (geboren aus der Weltanschauung, dass nicht der Mensch Verantwortung hat, sondern die Gesellschaft – also aus einer kollektivistischen und letztlich materialistischen Weltanschauung heraus) dem Täter mehr „Liebe“ und Hilfe zu schenken als dem Opfer und den Angehörigen des Opfers. Da geschieht definitiv oft Unrecht, und Christen müssen sich wieder für mehr biblische Prinzipien in einem Rechtssystem einsetzen – u.a. dass der Gerechtigkeit Genüge getan wird. Grundsätzlich sollte jemand eine objektiv gerechtfertigte Strafe bekommen. Für Mord ist das nun mal lebenslänglich (da wir… Weiterlesen »

Peter
Gast
Peter

@Roderich: „… da wir ja leider die Todesstrafe abgeschafft haben …“ und ähnliche Aussagen.

Bin ich von ganzem Herzen Gott dankbar, dass ich in Deutschland leben darf und nicht in einem Staat, der von Roderich regiert wird.

Gruß
Peter

PS: Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich überhaupt auf ein so abgrundtiefes Fehlern von jeglicher Barmherzigkeit überhaupt antworten soll …

nik
Gast
nik

Das sind ja äußerst fragwürdige Aussagen die da von Roderich kommen.

Schandor
Gast
Schandor

@Peter & nik Ich empfehle die Lektüre von Robert Spaemann („Über die Todesstrafe“, in „Die Grenzen der Ethik“), dazu das, was Thomas Schirrmacher in seiner „Ethik“ über die Todesstrafe zu sagen hat. Das könnte eure Meinung ziemlich aufwirbeln. Menschen, die so etwas wie Anders Breivik gemacht haben, am Leben zu lassen, ist abscheulich. Es ist einfach eine Frechheit an den Bürgern, derlei Ungezifer durch Steuern im Gefängnis auch noch weiterzuzüchten. Vergebung ist das Eine, Konsequenz das Andere. Es ist sicher ein anderer Fall, wenn jemand einen Menschen im Affekt erschlägt oder wenn ein Mädchen, das jahrelang von seinem Vater missbraucht… Weiterlesen »

Roderich
Gast
Roderich

@Peter,

1. Es ist nicht das Ziel, Täter zu bestrafen, sondern zu resiozialisieren – sie sollen wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden.

Wenn ich diesen Deinen Satz nehme: wenn es NUR um die Resozialisation geht – wo bleibt dann die Gerechtigkeit? Was IST überhaupt Gerechtigkeit gegenüber Straftätern, Deiner Meinung nach?

@Schandor,
danke für die guten Literaturquellen. Und: mach weiter so mit der direkten Sprache ! 🙂 Bring uns das als Deutschen bei 🙂

Peter
Gast
Peter

In den USA gibt es Friedhöfe, auf denen es etliche (viel zu viele) Grabsteine mit der Aufschrift gibt: „Hanging by Mistake“.
Ansonsten möchte ich hier etwas freier Tolkien zitieren: Viele, die leben, haben den Tod verdient. Viele, die Tod sind, haben das Leben verdient. Kannst du es ihnen geben? Dann sei auch nicht so schnell mit einem Todesurteil.

Gruß
Peter

http://www.fr-online.de/rhein-main/erfundene-vergewaltigung-fuenf-jahre-unschuldig-im-gefaengnis,1472796,8635426.html

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/35-jahre-unschuldig-im-gefaengnis-ich-dachte-ich-muesste-sterben-oder-jemanden-toeten-a-685830.html

Roderich
Gast
Roderich

Peter, Natuerlich darf Todesstrafe nur in extrem schweren Faellen gegeben werden, und absolute Prioritaet liegt auf einem fairen Verfahren mit hinlaenglichen Zeugen. Es bleibt selbstverstaendlich ein Problem, dass Justizirrtuemer nicht ganz ausgeschlossen werden koennen. Aber da es im AT auch die von Gott angeordnete Todesstrafe gab, kann sie nicht inhaerent falsch bzw ungerecht sein. Roemer 13 (die Obrigkeit hat das *Schwert*) spricht auch fuer Todesstrafe. Die Todesstafe ist vorerst im Westen nicht einzufuehren. Wir haben auch erst mal genug zu tun, sie in Schurkenstaaten abzuschaffen, denn da gibt es ja keinen Rechtsstaat. Mich interessiert noch: bist Du genauso vehement gegen… Weiterlesen »

Peter
Gast
Peter

@Roderich: Wir leben nicht zur Zeit des ATs und es ist daher aus christlicher Sicht nicht alles 1:1 zu übertragen. M. E. hat Abtreibung auch nichts mit Todesstrafe zu tun – deine Frage ist Anmaßung. Wenn ich schon gegen die Tötung Schuldiger bin, warum sollte ich dann nicht gegen die Tötung von Unschuldigen sein? „wenn man deinen Ansatz zuende denkt …“ – um hier auf deine Frage zu antworten: Nein. Du befindest dich auf dem Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland. Die gültigen Gesetze habe ich dir genannt. Da du offensichtlich nicht von hier bist, besorge dir bitte die neuesten Auflagen und… Weiterlesen »

Schandor
Gast
Schandor

@Ron „Aber bitte kein Plädoyer für eine faschistischen Sprache. So etwas hilft, gerade bei so einem Thema, nicht weiter.“ Selbstverständlich. Faschistisch soll sie nicht sein. Mitte rechts sollte sie sich einpendeln; derzeit ist sie etwas linkslastig … 😉 Also noch einmal in besseren Worten: Es ist höchst bedenklich, wenn eine Gesellschaft Menschen, die wahllos töten wie Anders Breivik, schützt, indem sie ihnen im Gefängnis die Aussicht auf angebliche „Resozialisierung“ bietet. Die Bibel selbst spricht sich auch nicht gerade lobenswert über derlei Vertreter der Spezies Mensch aus, sondern nennt sie an einigen Stellen sogar „wertlos“ [oder ruchlos]. In Zukunft also so… Weiterlesen »

Peter
Gast
Peter

Aha – das Gebot der Feindesliebe bezieht sich also nur auf bestimmte Feinde. Wieder etwas gelernt. 😉

Peter

Peter
Gast
Peter

Aha – das Gebot der Feindesliebe bezieht sich also nur auf bestimmte Feinde. Wieder etwas gelernt. 😉
Die Würde des Menschen begründet – hoppla, Schandor, DAS hatte ich bereits geschrieben.

Peter

nik
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nik

Da fehlem einem echt die Worte bei den Kommentaren von Schandor und Roderich.

Roderich
Gast
Roderich

Da fehlem einem echt die Worte bei den Kommentaren von nik 😉

Roderich
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Roderich

@Peter, M. E. hat Abtreibung auch nichts mit Todesstrafe zu tun – deine Frage ist Anmaßung. Beides ist Tötung. Das eine (Abtreibung) ist kaltblütiger Mord, feige, und gegen Unschuldige. Denn ich gehe davon aus, dass Ungeborene schon Menschen sind. Das andere (Todesstrafe für Mörder) ist eine Tötung eines Schuldigen. An die Menschenwürde glaube ich auch. Gegenfrage: ist es dann nicht gegen die „Menschenwürde“, Verbrecher in’s Gefängnis zu setzen? Ist es dann nicht verboten, in den Krieg zu ziehen, um sich zu verteidigen gegen ein angreifendes Land? Denn wenn Du anfängst zu schießen, kannst Du Leute umbringen. Kein Verstoß gegen die… Weiterlesen »

Peter
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Peter

Natürlich geht es um Gerechtigkeit – um Wiedergutmachung. Aber nicht um Rache – und das haftet der Todesstrafe immer an. Gerechtigkeit heisst auf jeden Fall nicht, das dem Taeter eine gleiche Tat zugefuegt wird, wie er begangen hat. Das wäre Rache. Ein Taeter hat jemandem einen Schaden zugefuegt. Dieser Schaden ist zu reparieren (Wiedergutmachung, Taeter-Opfer-Ausgleich, usw.). Die Todesstrafe nimmt dem Taeter die Möglichkeit dazu. Stattdessen soll er zu der Einsicht seines Fehlverhaltens kommen und in Zukunft unterlassen. Weiter oben wurde Verstaendnis fuer Affekttaten gezeigt – sie lassen sich aber nicht immer so eindeutig bestimmen. Außerdem: Was fragst du nach der… Weiterlesen »

Roderich
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Roderich

@Peter, Wie will man denn den Mord an einer Person „wiedergutmachen“? Es kann also nicht NUR um Wiedergutmachung gehen. Aus Wikipediaartikel zum Thema „Strafe“: In der Regel wird Strafe heute nach der Vereinigungstheorie mit unterschiedlichen Ansätzen begründet:[1] mit der Veränderung des zu Bestrafenden zum Besseren (Spezialprävention) mit dem Ziel der Abschreckung potentieller anderer (Generalprävention) mit dem Ziel des Schutzes anderer (z. B. der sonstigen Bevölkerung) mit der Wiederherstellung der GERECHTIGKEIT (SÜHNE) und von Vergeltung (Talionsprinzip). D.h. es geht auch um Wiederherstellung der Gerechtigkeit = Sühne. Es geht also nicht nur um die Opfer, sondern auch darum, dass auch der *Straftäter*… Weiterlesen »

Peter
Gast
Peter

Lieber Roderich, leider muss ich immer wieder feststellen, dass du scheinbar meine Sätze nicht richtig liest und nach belieben Wörter einfügst, wie z. B. das von dir sehr beliebt „nur“ (bereits mehrmals gemacht). Offensichtlich bist du nicht an einer Diskussion interessiert, sondern nur daran, deine Meinung an den Mann zu bringen. Daher sind von meiner Seite her deine Postings hier erledigt. Trotzdem noch einen Anmerkung: Mit der Bergpredigt irrst du dich gewaltig. Stelle dir vor, die staatlichen Vertreter ertappen jemanden, der ein Verbrechen begeht, auf das die Todesstrafe steht. Nach deiner Meinung ist der Betreffende hinzurichten. Jetzt stelle dir vor,… Weiterlesen »

Roderich
Gast
Roderich

@Peter, oben hast Du ja gesagt, 1. Es ist NICHT das Ziel, Täter zu bestrafen, sondern zu resiozialisieren Du hast also in der Tat nicht gesagt, es geht NUR um Resozialisation; es war also nicht meine Absicht, Dir etwas in den Mund zu legen, aber ich wollte dieses „NICHT bestrafen“ wiederlegen. Du vertrittst ja die Ansicht, dass das Rechtssystem KEINE Bestrafung vorsieht, oder habe ich das falsch verstanden? Offensichtlich bist du nicht an einer Diskussion interessiert Doch, eigentlich schon. Aber bislang hat mich Deine Sicht noch nicht überzeugt. Ich stelle jedenfalls fest, dass dieses Thema einiges an Emotionen hervorzurufen vermag.… Weiterlesen »

Peter
Gast
Peter

@Ron: „Die von Dir hier gestellten Forderungen …“
Verstehe ich nicht – ich hatte bisher nur eine Forderung, nämlich dass es bei der Abschaffung der Todesstrafe bleibt.

Gruß
Peter

Peter
Gast
Peter

@Ron: Ah – alles klar!
Nein, das will ich selbstverständlich nicht. Ein Gottesstaat ist m. E. auch gar nicht möglich. Aber das ist auch ein anderes Thema. Mir ging es darum zu zeigen, dass ich als Christ nicht die Todesstrafe für einen anderen fordern kann. Wenn der Staat so etwas macht, ist es etwas anderes. Als Christ mache ich es aber bestimmt nicht.

Gruß
Peter

Peter
Gast
Peter

@Ron: Wer hat denn auch gesagt, dass es die Christen in dieser Welt leicht haben werden? 😉
Damit sind wir in einem ethischen Dilemma: Ich bin Christ und in dieser Welt auch Bürger. Ich kann aber beides nicht trennen, also ob ich als Bürger etwas machen kann, was ich als Christ nicht tun würde.

Gott sei Dank (im wahrsten Sinne des Wortes!!) haben wir auch da einen barmherzigen Gott.

Gruß
Peter

Stephan
Gast
Stephan

Hatte Stephanus in der Apg die Todesstrafe verdient? Nach dem damaligen Recht wohl schon. Und wie beurteilen wir den Verantwortlichen, einen gewissen Saulus, der dann zum Paulus wurde?
Nach heutigem Recht, aber nur in einigen Ländern, gäbe es Freispruch für Stephanus, und Saulus bekäme je nachdem zwischen lebenslänglich bis Todesstrafe.
Geschwister Scholl: war die Todesstrafe ok?
Fazit: Menschengemachte Gerechtigkeit gibt es nicht. Insofern halte ich mich arg zurück, die Todesstrafe zu fordern. Und ich versuche, Menschen nicht nach ihrem Vorlenen zu beurteilen. Ist Wiedergeburt real möglich, dann ist auch der wiedergeborene Mensch jemamd anders, als er vorher war. Siehe Saulus.

Schandor
Gast
Schandor

„Der Mensch handelt nach seiner Überzeugung. Ist diese humanistisch, dann ist sein Maßstab unausweichlich der Mensch und nicht das Gesetz Gottes. Er beurteilt die Welt nicht als Gottes Werk, sondern als sein eigenes. … Wenn der Mensch sein eigener Gott ist, dann sind Mensch und Leben die höchsten Werte. Die größte Sünde ist es dann, Leben zu nehmen. Dem Dramatiker Arthur Miller zufolge ›ist das Leben Gottes kostbarstes Geschenk; kein Grundsatz, und möge er noch so ruhmreich sein, kann es rechtfertigen, jemandem das Leben zu nehmen‹. Aus dieser Ansicht folgt: Die schlimmste Sünde überhaupt ist die Todesstrafe, die vorsätzliche Beendigung… Weiterlesen »

Peter
Gast
Peter

@Schandor: Gottes Gesetz zu erforschen, ob auf Mord die Todesstrafe stehen soll oder nicht, ist gut. Bedenke aber dabei wie fehlbar wir Menschen sind. Ich hatte bereits zwei Links mit Justizirrtümern geschickt – auch vor deutschen Gerichten gibt es keine 100-prozentige Zuverlässigkeit, was die Täterschaft incl. Motiv betrifft (wichtig für die Strafzumessung).

Gruß
Peter

Schandor
Gast
Schandor

@Peter

Ja, und diese Justizirrtümer wird es geben, solange es Menschen gibt. Doch daraus zu schließen, die Todesstrafe sei falsch, ist nicht richtig.

Roderich
Gast
Roderich

Die Sicht von Schandor ist sehr gut vereinbar mit dem deutschen Grundgesetz. Ich zitiere dazu aus der Ethik von Th. Schirrmacher: Auch wenn das deutsche Grundgesetz in Artikel 102 feststellt: „Die Todesstrafe ist abgeschafft“, ist die Diskussion um die Todesstrafe auch in Deutschland unter Juristen nicht verstummt, zumal der Grundgesetzartikel nicht zu jenen Artikeln gehört, die von einer Änderung ausgeschlossen sind und seine Abschaffung 1949 weniger auf breite Unterstützung und genaue Begründung als auf eine instinktive Reaktion auf das Dritte Reich zurückgeht. Bei den Beratungen über ein neues Strafrecht Ende der 50er Jahre wurde wie selbstverständlich die Wiedereinführung der Todesstrafe… Weiterlesen »

Andreas
Gast

Der Apostel Paulus hat der Todesstrafe nicht widersprochen bei einem entsprechenden Vergehen:
„Denn wenn ich im Unrecht bin und etwas begangen habe, was den Tod verdient, so weigere ich mich nicht zu sterben.“ (Apg. 25,11)

Gruß,
Andreas

Stephan
Gast
Stephan

„Ich sehe den Himmel offen und …“ sagte Stephanus bei seiner Steinigung. In den Augen der Juden war das Gotteslästerung, in den Augen des Verfassers der Apg wiederum war die Aussage ok. Gerechtigkeit oder die Einschätzung der Zeugen hängt immer von der Seite der Betrachter ab. Heute veruteilen wir gewisse Regimes (m.E. zu recht), und vergessen nur zu gerne dabei, dass „der Wähler“ Steigbügelhalter war, und manch vorgeblich christl. Gemeinde Dankgottesdienste gefeiert hat, weil die Stadt nun judenfrei war. Diese Dinge sind übrigens bis heute nicht aufgearbeitet worden. Der „Ruf“ zur Einführung der Todesstrafe, selbst wenn sie biblisch begründbar oder… Weiterlesen »

Alsterstewart
Gast
Alsterstewart

Wenn Stephanus beim Vollzug der Todesstrafe etwas sagt, das für Juden damals strafwürdig war, so wird das kaum der Anklagepunkt gewesen sein, weswegen man ihn verurteilt hat. Tatsächlich war der Anklagepunkt laut Apostelgeschichte 6:11, dass einige Juden die namentlich nicht überlieferten Reden des Stephanus nicht widerlegen konnten und ihn deshalb wegen Lästerung verurteilen ließen.

Peter
Gast
Peter

Da sieht man mal, dass selbst ein Thomas Schirrmacher sich irren kann: BGH, Urteil vom 16. 11. 1995 – 5 StR 747/94; Ziffer 30 stellt fest, dass die Todesstrafe sich gegen die Menschenrechte richtet, der Art 102 GG also überflüssig ist. Theoretisch könnte er abgeschafft werden, die Todesstrafe blieb weiterhin verboten. „Diese Bedenken legen den Befund nahe, daß nach deutschem Verfassungsrecht jegliche Wiedereinführung der Todesstrafe – auch abgehen von Art. 102 GG – vor Art. 1 Abs. 1 GG und der Wesensgehaltsgarantie des Grundrechts auf Leben (Art. 2 Abs. 2 Satz 1 i. V. m. Art. 19 Abs. 2 GG)… Weiterlesen »

Peter
Gast
Peter

@Schandor
„Ja, und diese Justizirrtümer wird es geben, solange es Menschen gibt. Doch daraus zu schließen, die Todesstrafe sei falsch, ist nicht richtig.“
Ich möchte mal sehen, was du sagst, wenn du als Justizirrtum hingerichtet werden würdest. Ich wette, du sagst dann nichts mehr 😉
Solange auch nur die theoretische Möglichkeit eines Justizirrtums vorhanden ist, ist Todesstrafe abzulehnen.

Peter

Peter
Gast
Peter

@Ron
„Die Juden durften laut Joh 18,31 nämlich ohne die Römer keine Todesstrafe vollziehen.“
Ich habe leider keinen Beleg zur Hand – aber war es nicht so, dass der römische Senat für das Jahr Oktober 30 bis Oktober 31 den Juden die Todesstrafe verbat, also davor und danach welche vollzogen werden durften?

Gruß
Peter

Schandor
Gast
Schandor

@Peter

Ja, dann sage ich überhaupt nichts mehr. Aber wir sollten das Strafen dann generell abschaffen, wen Dein Grundsatz gilt. Denn jemanden lebenslang einzusperren, wo er erst RICHTIG zum Verbrecher wird und die Chance auf ein ewiges Leben erst RICHTIG vertut, das ist – humanistisch gesehen – sicher vorzuziehen.
Solange auch nur die theoretische Möglichkeit besteht, jemand zu Unrecht zu bestrafen, ist diese Strafe abzulehnen. (Deine Aussage, etwas generalisiert)
Der Humanismus lässt lautstark grüßen!

Peter
Gast
Peter

@Schandor: Ich glaube, dass es bei darum geht, mit aller Gewalt ein Feindbild in mir zu sehen.
DU bist derjenige, der von Humanismus spricht – ich nicht.
DU bist derjenige, der meine Aussagen generell auf Gerichtsurteile bezieht – ich nicht.
Was soll der Quatsch? Wenn du nicht diskutieren willst, dann lass es bitte auch!

Peter

Schandor
Gast
Schandor

@Peter

Ist ok, ich lass es.

Liebe Grüße, Schandor

RaSchu
Gast
RaSchu

Das Problem, Peter, ist doch, dass du aufgrund einer falschen Anwendung, die Möglichkeit einer ordentlichen ausschließt. Dieses Argument gilt allerdings nicht. Sollte das Gebot – in welcher Form auch immer – der Heiligung abgelehnt werden, nur weil ich es nicht einhalte?! Schandor hat die Richtung gewiesen, in die es gehen sollte: zu erforschen, was Gottes Gesetz zur Todesstrafe sagt. Erst mal nicht mehr. Dem hast du zumindest theoretisch zugestimmt, dann aber praktisch genau das Gegenteil getan: „Bedenke aber dabei wie fehlbar wir Menschen sind. Ich hatte bereits zwei Links mit Justizirrtümern geschickt – auch vor deutschen Gerichten gibt es keine… Weiterlesen »

Peter
Gast
Peter

Hallo RaSchu!
Es stimmt ja, ein 100-pozentige Sicherheit gibt es nicht. Nach dem Vollzug der Todesstrafe kann ich nichts mehr ändern, wovon der Tode profitieren könnte – bei Gefängnisstrafen o. ä. schon.

Peter

Peter
Gast
Peter

@Ron: Wie gesagt, zur Zeit habe ich keinen Zugriff auf die Quelle, werde mich aber darum bemühen (kann aber dauern). Hier noch das, was ich in meinen Mitschriften gefunden haben:

Konsul Lucius Aelius Sejanus (Rom) erwirkte den Erlass, dass Juden kein Todesurteil ausprechen durften. Im Oktober 31 soll Tiberius diesen Erlass rückgängig gemacht und Sejanus hingerichtet haben.
Daher waren auch die Steinigungen der Ehebrecherin und des Stephanus möglich (vor und nach dem Erlass). Als Quelle kommt eventuell: E. Stauffer, Jerusalem und Rom im Zeitalter Jesu Christi, Bern 1957, S. 17, 121 in Frage.

Vielleicht hat jemand das Buch und kann nachschauen?

Viele Grüße
Peter

Roderich
Gast
Roderich

@Peter, ja, den Verweis auf das BGH Urteil vom 16. 11. 1995 – 5 StR 747/94; Ziffer 30 habe ich auch bei Wikipedia gesehen. Die Quelle ist hier: http://lexetius.com/1995,464 (siehe Ziffer 30, aber auch 27-29) Ziffer 27 verweist aber auch auf die Rechtssprechung des BVerfG 1964, worin die Todesstrafe als nicht unbedingt gegen den Rechtsstaat stehend angesehen wird. In Ziffer 27 heißt es ja: Ein Todesurteil kann deshalb in der gegebenen Fallkonstellation, jedenfalls aus subjektiven Gründen, nicht ohne Hinzutreten weiterer Umstände bereits für sich genommen als willkürliche Menschenrechtsverletzung angesehen werden. Dies gilt namentlich angesichts der Tatsache, daß auch führende westliche… Weiterlesen »

Peter
Gast
Peter

@Ron: Jetzt habe ich endlich meinen Stauffer: S. 121: „um 30 post entzog die Reichsregierung (Sejan) dem Großen Synhedrium zu Jerusalem die Blutgerichtsbarkeit. Das Große Synhedrium konnte Fahndungsedikte oder Haftbefehle erlassen und Verhaftungen vornehmen. Aber die Gerichtssitzungen zur Führung eines Kapitalprozesses mußten zuvor vom Prokurator genehmigt werden. Das Großen Synhedrium konnte nach wie vor in religionsgesetzlichen Dingen Todesurteile fällen, mußte aber den Verurteilten von nun an zu Bestätigung und Vollstreckung des Todesurteils (Kreuzigung) dem Prokurator (damals Pilatus) übergeben. “ (Quellen: j Sanh 1,18a Baraitha; 7,24b; b Sanh 41a Baraitha; Aboda zara 8 b Baraitha; Sbb 15a; Philon, Legatio 302; Jos… Weiterlesen »

Peter
Gast
Peter

@Ron: Stimmt – aber nachdem Sejanus hingerichtet worden ist, durften bestimmt einige seiner Maßnahmen aufgehoben werden sein.

Viele Grüße
Peter

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