Schneider: »Christliche Mission heute«

Nikolaus Schneider hat heute bei einem Vortrag in Düsseldorf seine Interpretation des hier schon diskutierten Verhaltenskodex »Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt« offengelegt. Der Vortrag enthält einen bemerkenswerten Schlenker. Zuerst ist ein Bekenntnis zur Schrift als dem tragenden Fundament für das missionarische Gespräch zu hören:

Zuallererst: das Dokument ist über weite Strecken eine Auslegung von Texten aus der Heiligen Schrift. Darin wird deutlich, dass bei allem Disput und Diskurs in hermeneutischen Fragen die Bibel das tragende Fundament für alle unsere christlichen Kirchen und Konfessionen ist, auf dem wir uns in der Sprache des Glaubens begegnen und gemeinsam etwas aussagen können. Gott sei Dank!

Im nächsten Absatz erklärt N. Schneider dann, was nicht im Dokument steht, aber angeblich unausgesprochen vorausgesetzt wird (Hervorhebung von mir):

Gleichzeitig wird aber als selbstverständlich vorausgesetzt: Dieses biblische Zeugnis kann nicht mehr als die verbindliche Grundlage und das verbindende Element für alle Menschen in unserer Gesellschaft angesehen werden. Wir leben in einer multi-religiösen Welt. Besonders wir Christinnen und Christen in Deutschland haben das im Laufe der letzten Jahrzehnte lernen müssen. Es ist in unserem Land nicht mehr selbstverständlich, dass die Mehrheit der Bevölkerung einer christlichen Kirche angehört.

Im Blick auf die Judenmission wird der Verhaltenskodex von N. Schneider sogar unzweideutig ›korrigiert‹ bzw. ›ergänzt‹:

Was das Dokument in diesem Zusammenhang nicht anspricht, ist das spezifisch jüdisch-christliche Verhältnis. Diese Fragestellung war meines Erachtens bei den Verfasserinnen und Verfassern schlicht nicht im Blick und vermutlich würden wir den Text überfordern, wenn wir Fragen zu diesem Thema an ihn herantrügen. Wohl aber wäre das Dokument aus unserer Sicht in dieser Hinsicht fortzuschreiben – gerade von unserer Evangelischen Kirche in Deutschland mit unseren besonderen Erfahrungen und Erkenntnissen aus dem christlich-jüdischen Dialog.

Der Gott, den unser Herr Jesus Christus uns offenbart hat, ist und bleibt nach biblischem Zeugnis der Gott Israels. Wir Christenmenschen geben mit unserer Mission Zeugnis von der Treue Gottes und zu dem Treuehandeln Gottes gehört das Fortbestehen des Bundes Gottes mit seinem Volk Israel. Deshalb gilt: Judenmission ist uns Christenmenschen nicht geboten.

Da freue ich mich über die Kapstadt-Verpflichtung aus dem Jahr 2010 (Teil IIB, Punkt 1), die sehr klar sagt:

Wir bestätigen, dass im Gegensatz dazu, wie Paulus die Heiden beschreibt, das jüdische Volk die Bünde und Verheißungen Gottes zwar kannte, es jedoch noch immer die Versöhnung mit Gott benötigt durch den Messias Jesus Christus. Zwischen Juden und Heiden gibt es weder einen Unterschied bei der Sünde noch bei der Errettung. Nur im und durch das Kreuz können beide zu Gott, dem Vater kommen, durch den einen Geist

Deshalb werden wir weiterhin erklären, dass die ganze Gemeinde die gute Nachricht von Jesus als dem Messias, Herrn und Erretter, mit dem jüdischen Volk teilen muss. Und im Geiste von Römer 14-15 bitten wir die heidnischen Gläubigen, messianische jüdische Gläubige zu akzeptieren, zu ermutigen und für sie zu beten, wenn sie unter ihrem eigenen Volk Zeugnis geben.

Hier eine Mitschrift der Rede des EKD-Ratsvorsitzenden: www.ekd.de.

Kommentare

  1. Joel213 meint:

    „Christinnen und Christen, Verfasserinnen und Verfasser“. Wie sprachbehindert ist das eigentlich. Ich werde ab sofort keine Texte mehr lesen die mir diesen vermeintlich genderkorrekten Sprachirrsinn aufdrücken. Das hat die EKD jetzt davon. So, basta! 🙂

  2. Wo wäre denn hier der ´Schlenker´??

    Schneider sagt etwas, das einfach der gesellschaftlichen Realität in Deutschland entspricht.
    Eine Relativierung des Verhaltenskodex´ »Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt« indes ist das nicht.
    Und was sollte falsch sein an der Aussage:
    „Der Gott, den unser Herr Jesus Christus uns offenbart hat, ist und bleibt nach biblischem Zeugnis der Gott Israels“ ?
    Die diffizile Frage der ´Judenmission´ lässt sich zudem sicher nicht einfach durch Verweis auf die „Kapstädter Erklärung“ lösen.

  3. @ernst: Zum Schlenker. Danke für den Hinweis. Vielleicht hast Du recht und S. will nur beschreiben, wie es ist. Allerdings konnte das biblische Zeugnis noch nie als verbindliche Grundlage für alle Menschen in unserer Gesellschaft angesehen werden. Besonders erhellend wäre diese Einsicht dann nicht.

    Zur Judenmission: Ich habe an dem von Dir genannten Zitat nichts auszusetzen. Aber auch hier: Was will S. damit sagen? Brauchen die Juden die gute Nachricht von Jesus Christus oder brauchen sie das Evangelium nicht? Wie ist es mit Römer 1,16 oder 1Kor 1,20ff.? Was meinst Du denn: Brauchen die Juden Jesus Christus?

    Liebe Grüße, Ron

  4. sie haben doch die Thora. Die ist heilig, gerecht und gut. Wer sie tut, hat das Leben. Hier liegt das Problem: Im Tun. Aber damit kann man doch der Thora nicht ihre Würde abssprechen und damit auch denen nicht, die sich auf sie berufen. Damit ist Israel eine ganz besondere Verantwortung aufgelegt. So lese ich jedenfalls Röm 9-11. Schneider beschreibt, was der Fall ist – und ob die Bible jemals die Grundlage der Gesellschaft war, mag man bestreiten könnne – die Frage ist, welches Verständnis der Bibel dahintersteht.

  5. In der Tat liegt hier das Problem. Nur einer hat die Thora „getan“. Und ohne die Gerechtigkeit dieses Einen sind wir verloren, Heiden wie Juden. Das große Fehlende ist die Liebe!
    Liebe Grüße, Ron

  6. Tim-Christian meint:

    Vielen Dank für diesen Beitrag!

    Habe mich jüngst zufällig selbst mit dem Thema Israel auseinandergesetzt, da mir im freikirchlichen Bereich immer wieder eine Art von Israel-Frömmigkeit begegnet, die mir bisher fremd war (und wohl auch fremd bleiben wird). Im Gegensatz zur Auffassung Schneiders bzw. der EKD ist diese allerdings meist weniger auf eine liberale (Holocaust-)Theologie zurückzuführen, als vielmehr auf ein ausgeprägt dispensationalistisches Gedankengut. Danke also für den Verweis auf die Kapstadt-Erklärung!

    Zum Thema Judenmission bzw. Karfreitagsfürbitte erinnere ich mich noch an einen guten Artikel von Robert Spämann in der FAZ, den Du, Ron, damals verlinkt hattest: „Gott ist kein Bigamist“. An anderer Stelle schreibt Spämann:

    „Hinter diesem Text [Neufassung der Karfreitagsfürbitte von 1970] steht eine häretische Sicht, die sich inzwischen sehr ausgebreitet hat, nämlich die Meinung, die Juden hätten ihren Sonderweg zu Gott und bedürften der Erlösung durch Jesus Christus nicht. Diese Meinung ist angesichts der Texte des Neuen Testamentes natürlich absurd. Das Volk Israel ist der primäre Adressat der Verkündigung Jesu, und der Apostel Paulus schreibt, er möchte gebannt und von Christus getrennt sein, wenn er dadurch einige seiner jüdischen Brüder retten könnte. Statt in allen Kirchen beim sonntäglichen Gottesdienst die vorderste Bank ostentativ freizuhalten für den älteren Bruder, falls er dann schließlich doch zur Feier der Rückkehr des verlorenen Sohnes kommt, will man die Juden überhaupt nicht mehr dabei haben. Aber ein Christentum, das für die Juden keinen Platz reserviert hat, wäre kein Christentum mehr.“

  7. @Tim-Christian: Danke für den Hinweis. Ich musste auch an das Spaemann Interview denken.
    Liebe Grüße, Ron

  8. @ Ron – also, das war wohl ein Vortrag von Schneider, keine differenzierte theologische Reflexion.
    Über den Satz „Judenmission ist uns Christenmenschen nicht geboten“ mag man zwar befremdet sein, zur Frage jedoch, ob die Juden Jesus Christus brauchen, ist damit noch nichts gesagt, nicht wahr?
    Vermutlich ist hier einzurechnen, dass Schneider als Deutscher zu einem deutschen Publikum gesprochen hat und auch um das Versagen ´seiner´ Kirche weiß: dass es deshalb zumindest nicht die vorrangige Missionsaufgabe der deutschen Christen ist, die Juden zu missionieren.

    Schließlich möchte ich betonen, dass es immer noch besser ist, auch mal kantige oder provozierende Aussagen zu tätigen, als nichtssagende Hülsen anlässlich eines Missions-Jubiläums von sich zu geben. Insofern sehe ich das positiv, was Schneider in Leipzig vorgetragen hat.

    Und sicher lohnt es auch, seine übrigen, nachdenkenswerten Aussagen mal zur Kenntnis zu nehmen! Also was Schneider z.B. zu christlichen ´Heilungsdiensten´ geäußert hat; oder auch den dritten Punkt seiner Ausführungen, über „Christliche Mission heute“ !

  9. @ernst: Das klingt ja so, als ob S. sich undifferenziert äußern wollte. Nein! Er ist ein guter Rhetoriker und weiß sehr genau, was er sagt. Zur Frage der Judenmission hat er sich 2009 dezidiert geäußert. S. glaubt, Paulus selbst habe entschlossen ein „Nein“ zur Judenmission ausgesprochen.

    Ich halte fest: Judenmission ist den Christen aus der Völkerwelt im Neuen Testament nicht geboten. Ich gehe aber noch einen Schritt weiter: Judenmission ist den Christen aus der Völkerwelt im Neuen Testament nicht nur nicht geboten, sondern auch verwehrt, ja geradezu verboten. Diese Einsicht verdanken wir dem Apostel Paulus, weil wir gelernt haben, Paulus gegen seine bald zweitausendjährige Auslegungsgeschichte zu lesen.

    Zwar spricht S. davon, dass sich Juden an der Kirche vorbei zu Christus bekehren. Allerdings kann – so Schneider – über die Messiasfrage nur unter einem eschatologischen Vorbehalt gesprochen werden.

    Wenn die Frage, wer der Messias ist, offen bleibt, dann ist jeder christliche Triumphalismus ausgeschlossen. Dietrich Bonhoeffer hat das 1941 seiner Kirche mit der viel zitierten Formulierung eingeschärft: „Der Jude hält die Christusfrage offen“. Ob Jesus der Messias ist, das muss auch für die Christen eine offene Frage bleiben, die nur der kommende Messias selbst beantworten kann.

    Das war schon am ersten Ostertag so. Kaum hatten Maria Magdalena (Johannes 20,17) oder die zwei Jünger in Emmaus (Lukas 24,31) den auferstandenen Jesus als Messias erkannt, da hat er sich ihnen schon entzogen. Seit der Himmelfahrt Jesu sind die, die ihm nachfolgen, zugleich diejenigen, die ihn erwarten (Apostelgeschichte 1,11). Sie warten darauf, dass er selbst sich als der erweist, als den sie ihn glauben, den Herrn der Welt.

    Die Theologen sagen: Das Christusbekenntnis steht „unter eschatologischem Vorbehalt“. Das ist eine Denkfigur, die die gesamte Theologie des Apostel Paulus bestimmt und die im christlich-jüdischen Dialog bei der Messiasfrage gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

    Und damit ist die Christenheit wie das Judentum „unterwegs“ und noch nicht am Ziel. Sie bleibt wie das Judentum darauf angewiesen, dass der kommende “Erlöser vom Zion” sich selbst zu erkennen gibt. Von daher hat sie dem Judentum nichts voraus. Sie kann nicht behaupten, dem jüdischen Glauben fehle etwas im Vergleich zum christlichen Glauben. Die Christenheit bildet zusammen mit dem Judentum eine Solidargemeinschaft der Wartenden, in der sie beide im missionarischen Zeugnis vor den Völkern und im wechselseitigen Zeugnis voreinander dem Gott Israels die Ehre geben.

    Die Christenheit hat nicht den Auftrag, das jüdische Nein zum Messias Jesus aufzubrechen. Im Gegenteil! Dieses Nein leistet Christinnen und Christen einen unverzichtbaren Dienst: Es erinnert die Christen daran, dass sie nicht über ihren Herrn verfügen können, dass sie ihn nicht besitzen können. Deshalb lässt sich Christus auch nicht argumentativ und missionarisch gegen das Judentum ins Feld führen. Wer wirklich glaubt, dass der gekreuzigte und auferstandene Jesus der Herr der Welt ist, der wirft sich Gott so in die Arme, dass er auch am Ende für jede Überraschung – und jede Enttäuschung – durch ihn offen ist und bleibt. Christliche Heilsgewissheit baut darauf, dass am Ende der Messias, der Christus, siegt und nicht die christliche Lehre über ihn.

    Das zu lesen, tut richtig weh.

    Liebe Grüße, Ron

    Hier die Quelle: http://www.reformiert-info.de/daten/File/Upload/doc-4388-1.pdf

  10. Tim-Christian meint:

    „Ob Jesus der Messias ist, das muss auch für die Christen eine offene Frage bleiben, die nur der kommende Messias selbst beantworten kann.“

    „Deshalb lässt sich Christus auch nicht argumentativ und missionarisch gegen das Judentum ins Feld führen.“

    Wenn man das konsequent zuende denkt, dann unterminiert das im Grunde den ganzen Missionsgedanken! Wie (bzw. wieso) soll man denn den nicht-jüdischen Völkern einen Messias verkünden, von dem offen bleiben muss, ob er der Messias ist?! Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht. Das tut in der Tat weh.

  11. Ich finde es beschämend, dass Herr S. auch noch Bonhoeffers „Der Jude hält die Christusfrage offen“ aus dessen Ethik in Anspruch nimmt. Gerade Bonhoeffer schrieb 33 in seinem Vortrag „Die Kirche vor der Judenfrage“, dass die Kirche Jesus Christi nicht einfach zuschauen darf, wenn der Staat getaufte Juden aus der Kirche verbannt oder die Judenmission verbietet. Hier sei „dem Rad in die Speichen zu fallen“. Nach Bonhoeffer befindet sich ein Staat, der die Judenmission verbietet, „im Akt der Selbstverneinung“. Was hätte er wohl über ein Kirche gesagt, die die Judenmission untersagt?

    Wieder befindet sich die christliche Kirche in „statu confessionis“.

    Liebe Grüße, Ron

  12. @ Ron – es mag „weh tun“, solches zu lesen – eine theologische Position also, die Schneider hier vertritt. Seine Argumente wären zu diskutieren und ggfs. zu widerlegen. Inwiefern er damit für eine best. Auffassung der prot. Theologie steht, vermag ich nicht zu beurteilen. Sicher steht er auch für eine jeweilige ´Hermeneutik´. Da mögen sich die theol. Experten (ich gehöre nicht dazu) mit befassen, aber es wäre schon etwas gewonnen, wenn man mit schnellen Wertungen/Beurteilungen aus (vermeintlich) ´bibeltreuer´ Warte etwas zurückhaltender umginge.
    Immerhin stelle ich fest, dass Schneider um eine argumentative Darlegung bemüht ist. Das gilt leider nicht für manche seiner Kritiker.

    Und nicht vergessen: Die Darlegung zur Judenmission ist nur ein kleiner Teil der Leipziger Rede!

  13. Joschie meint:

    Mission und Evangelisation sind der EKD bis auf einige wenige Ausnahmen wesensfremd geworden, sie dienen am Rande noch als Thema für Reden und Positionspapiere.In den neuen Bundesländern gibt es eine sehr starke Entfremdung von Kirche und Christentum, dieses ist nicht verwunderlich, da es die Auswirkung von zwei Diktaturen ist.Dieser Trend wird noch weitergehen, weil der ältere Teil der Bevölkerung, der noch eine Beziehung zur Kirche hat, langsam wegstirbt.Vielleicht ist es ganz einfach so das die Zeit der großen Volkskirchen in Deutschland vorbei ist oder?

  14. Roderich meint:

    @Ernst,
    Wenn Jesus wirklich der Messias ist, und man glaubt das, aber predigt ihn nicht den Juden, dann ist man ein Antisemit – denn man traegt dann dazu bei, dass ihnen der einzige Weg zum Heil verwehrt wird und dass sie in die Hölle kommen.
    Keiner, der das NT unvoreingenommen liest, kann sich gegen Judenmission aussprechen – darum geht es ja fast im ganzen NT, nämlich dass Christus zu Israel als der Messias gesandt ist. (Und dann natürlich auch zu allen Heiden). Übrigens auch im NT geht es um Christus als der Messias für Israel und die ganze Welt. Wer bei zentralen und unaufgebbaren Lehren des Christentums meint, „differenzieren“ zu müssen, glaubt sie wahrscheinlich nicht recht.

  15. @ Joschie – Die EKD spricht in der Tat nicht mit einer Stimme, das geht ihrem Wesen nach wohl auch nicht. Aber dass Mission und Evangelisation „der EKD bis auf einige wenige Ausnahmen wesensfremd geworden“ seien, das ist nicht weiter als ein gern gepflegtes Vorurteil, das häufig wiederholt auch nicht richtiger wird: ein Beispiel(u.a.) ist das „Zentrum für Mission in der Region“ (http://www.zmir.de/team/hans_hermann_pompe/).

    @Roderich – ich empfehle Dir, Dich mal wirklich sachorientiert und inhaltlich mit Schneiders Aussagen auseinanderzusetzen! Man muss sie allerdings nicht alle gut oder richtig finden, diesen Anspruch wird er selbst auch nicht erheben. Aber hier gleich mit der ´Antisemitismus-Keule´ zu hantieren, ist einfach total fehl am Platz und nur befremdlich!
    Und glaubst Du wirklich, mit (den letzten) sechs Zeilen (!) schwierige theologische Sachverhalte entscheiden zu können? Wenn das so wäre, dann nimmst Du andere Auffassungen nicht ernst und dann ist eine weitere Diskussion an dieser Stelle überflüssig.

  16. Roderich meint:

    @ernst: Der Herr Schneider liefert ja keine einzige ansatzweise tragfähige Begründung für seine Aussage, „Judenmission ist uns Christenmenschen nicht geboten“. Die Aussage hängt völlig in der Luft in dem Vortrag.

    Abgesehen von dem (zugegebenermassen etwas überzogenen) Antisemitismusvorwurf habe ich Dir aber Gründe genannt, warum kein Christ gegen die Judenmission sein kann. Du darfst Dich gerne „sachlich“ mit meinen Gründen auseinandersetzen. Bisher hast Du jedenfalls noch kein Argument genannt. Wenn die ganze Bibel klar ist über eine Sache, was ist daran ein „schwieriger theologischer Sachverhalt“?

    Schneider’s Vortrag enthält sonst nichts wirklich Falsches, sogar manche gute Aussagen, bleibt aber sehr allgemein. Er meint, der Glaube könne eine „Antwort auf Verlusterfahrungen und Ängste“ in der heutigen Gesellschaft sein. Kein Wort im ganzen Vortrag von Sünde, von Trennung von Gott, vom Gericht durch Jesus Christus den wiederkommenden Herrn, vom ewigen Leben und ewiger Trennung von Gott für einige (Hölle), und von der Notwendigkeit, sich zu bekehren, um dem Zorn Gottes zu entgehen.

    Lieber Ernst, wie sehr liebst Du die Heilige Schrift, und wie sehr brennst Du für den biblischen Jesus Christus?
    Der Herr ruft uns jedenfalls, einen jeden von uns, Dich, mich, alle, immer neu, dass wir Buße tun und uns ihm wieder ganz nähern, dass Sein Wort unser Leben ganz bestimmt, also dass wir alle Aspekte unseres Lebens an Gottes Wort ausrichten und in einer lebendigen Beziehung mit Christus leben – damit wir uns nicht mehr von leeren Worten von Menschen hin- und hertreiben lassen. Und seien es auch leere Worte kirchlicher Autoritäten.

  17. @ernst: S. bemüht sich um eine argumentative Darlegung? Ich weiß ja nicht, welchen Text Du da im Blick hast. Der von mir erwähnte Text enthält eine Aneinanderreihung von Behauptungen und steckt voller performativer Widersprüche. Hier ein wunderbareres Beispiel:

    Eine missionarische Kirche scheut nicht davor zurück, sich für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung zu engagieren und sie hat dabei einen langen Atem. Sie ist nicht auf kurzfristige Siege und Erfolge angewiesen. Denn sie weiß: Die Herren dieser Welt gehen, unser Herr aber kommt!

    Aber jetzt genug. Ich habe Herrn S. schon viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt.

    Liebe Grüße, Ron

  18. @Ernst Das Mission und Evangelisation “der EKD bis auf einige wenige Ausnahmen wesensfremd geworden” ist kein gepflegtes Vorurteil, sondern eine traurige Realität, daran ändert auch das „Zentrum für Mission“ rein garnichs.Viele Pastoren hatten waren bis Ende der 90.Jahren in ihren Gemeinden stark verankert, diese Bindungen wurde mit jeder Reform der Landeskirche immer weniger.Aber die für mich Entscheiden Frage ist was sind heute die Schwerpunkte in der Predigt und Gemeindearbeit in den Gemeinden?Die Schwerpunkte liegen heute besonders beim Umweltschutz, dritte Weltläden, Politisierung (Kampf gegen rechst) und eintreten für Minderheiten.Im Gegensatz dazu spielen die 5.Solas in der Predigt keine Rolle mehr, aber vielleicht aber noch am Reformationstag.Es gab zu DDR-Zeiten den folgenden Witz „An der Mauer hängt ein Zettel auf den steht der Letzte macht das Licht aus“

  19. @ Ron – Es kommt eben auch darauf an, mit welcher Brille man in die Welt resp. in Texte schaut, nicht wahr?
    „Performativer Widerspruch“?? Klingt beeindruckend, aber ehrlich: das ist heiße Luft…!

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