Der kulturelle Placebo-Effekt von „bio“

Auch die neuesten ernüchternden Fakten zu Bio-Lebensmitteln werden den Glauben an die heilsbringende Wirkung von „bio“ nicht erschüttern. Wir unterliegen längst kulturellen Placebo-Effekten, meint Richard Herzinger. Auch wenn ich die Natur deutlich förderlicher bewerte als er, stimme ich zu, wenn Herzinger von der Quasireligion Gesundheit spricht. Gesundheit ist sicher wichtig, macht aber nicht „heil“.

Den Glauben der Deutschen an die heilsbringende Wirkung der Biokost werden aber wohl auch diese ernüchternden Fakten kaum erschüttern können. Denn „bio“ ist längst zu einem Zauberwort geworden, das für einen neuen, quasireligiösen Kult steht: den um die Gesundheit. Diese nicht nur zu erhalten, sondern immer weiter zu steigern ist die Maxime. So entsteht die ebenso überfrachtete wie fälschliche Vorstellung, Nahrungsmittel hätten uns nicht nur satt und leistungsfähig zu machen, sondern könnten auch unsere Gesundheit optimieren. Und uns so dazu verhelfen, unser Leben zu verlängern.

Mehr: www.welt.de.

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markus
Gast
markus

Mich verwundert diese aktuelle Diskussion, da sie eine verzerrte Definition an das eigentliche Kernanliegen von bio anlegt. Der Sinn von „bio“ war es doch nicht gewesen, dass es „dem Mensch“ besser geht, sondern das die Natur natürlich bleiben kann. Ein Tier ist eben ein Lebewesen und sollte nicht nur Ergebnis industrieller Produktionsmaschinismen sein. Das ein Teil der Gesellschaft Bio zur Quasireligion statuiert, ändert doch nichts an der Tatsache, dass Tiere und Pflanzen der Schöpfung, als SCHÖPFUNG zu behandeln sind und nicht als gewinnmaximiertes Rohmaterial. Dabei geht es nicht um BIO als Luxus- und Wohlfühlmarke, sondern um eine Einschränkung des reinen… Weiterlesen »

Lukas
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Lukas

@ Lieber Ron Zählt im Leben denn nur, was heil macht? Wenn bio für gewisse Kritiker quasireligiöse Züge aufweise, dann vielleicht deshalb, weil es etwas mit dem Gewissen zu tun, und Religion eben auch mit dem Gewissen zu tun hat. Das heißt aber nicht, dass bio unbedingt mit dem christlichen Glauben rivalisieren muss, man könnte es auch verstehen als Teil es christlichen Gewissens. Ich denke häufig, wenn ich Supermarkt stehe, Gott hat zwar Noah das Töten und Essen von Tieren erlaubt, aber er hat der Menschheit damit keine Legitimation gegeben für eine industriell-entwürdigende Fleischproduktion. Tiere wurden immerhin am gleichen Tag… Weiterlesen »

Lukas
Gast
Lukas

Ja, ich weiß schon, dass Du das grundsätzlich teilst. Mir kam jetzt in den Sinn, dass bio auch eine Art Ablasshandel unserer Zeit ist, eine lukrative Bewirtschaftung unseres schlechtes Gewissens. Es ist das schlechte Gewissen, dass wir der Schöpfung gegenüber haben – vorallem wir Kinder der 80er-Jahre, die wir von Kindheit auf mit diesem Thema konfrontiert wurden, oft zudem in seiner fatalistischen Variante. Wenn wir nur auf Gottesfurcht in dem Maße getrimmt worden wären! Trotz allem ist das schlechte Gewissen begründet: Es gibt auf der ganzen Welt zum Beispiel noch 22000 Löwen, und ihre Zahl sinkt rapide. In wenigen Jahrzehnten… Weiterlesen »