EU-Parlament für Menschenrecht auf Abtreibung

Da ist es, das Menschenrecht auf die Tötung von Menschen. Die jüngste Entschließung des Europäischen Parlaments zeigt, wie menschenverachtend Politik sein kann. Die 441 Politiker, die diese Entschließung zu verantworten haben, sollten sich in Grund und Boden schämen. Die europäische Politik und ihre Leitkultur, die penetrant Gleichstellung, Gleichberechtigung oder soziale Gerechtigkeit einfordert, ignoriert die Schwächsten und  ist inzwischen blind für das abscheuliche Unrecht der Kindestötung im Mutterleib. Scheinbar lässt es sich mit dieser fast unsichtbaren Auslese gut leben. Aber die Schuld wiegt schwer und hinterlässt Spuren. Irgendwann wird es ein böses Erwachen geben.

Das Nachrichtenportal idea meldet:

Ein schwerer Schlag gegen das Lebensrecht ungeborener Kinder: Das Europäische Parlament hat sich in einer Entschließung für ein Menschenrecht auf Abtreibung ausgesprochen. Für den sogenannten Tarabella-Bericht – benannt nach dem belgischen Sozialisten Marc Tarabella (Anthisnes bei Lüttich) – stimmten am 10. März 441 Abgeordnete; 205 votierten dagegen und 52 enthielten sich der Stimme. Darin fordert das Parlament unter anderem das Recht der Frauen auf sexuelle und reproduktive Gesundheit, einschließlich Abtreibung und Empfängnisverhütung. Die Initiative Familienschutz (Berlin), die im Vorfeld zu Protesten gegen den Bericht aufgerufen hatte, bedauerte die Entscheidung. Tausende von Bürger hatten in E-Mails an ihre Abgeordneten appelliert, gegen den Bericht zu stimmen. „Wir haben einen guten Kampf gekämpft – und in einem wichtigen Punkt verloren“, erklärte die Sprecherin der Initiative, Hedwig von Beverfoerde, gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Schmerzlich müsse man zur Kenntnis nehmen, dass sich die Mehrheit der EU-Abgeordneten mit dem Tarabella-Bericht für ein Menschenrecht auf Abtreibung ausgesprochen hätten. Immerhin sei es gelungen, das Subsidiaritätsprinzip zu verteidigen. Mit den Änderungsanträgen der Fraktionen von EKR (Europäische Konservativen und Reformer) und EVP (Europäische Volkspartei) habe das Europäische Parlament den Tarabella-Bericht dahingehend ergänzt, dass Fragen zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit ausschließlich in die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten fallen. „Gerade deshalb muss die Tarabella-Entscheidung uns Ansporn sein, noch mehr Kräfte zum Schutz des Lebens und der Familie in der EU zu mobilisieren“, erklärte von Beverfoerde.

Mehr: www.idea.de.

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Kommentare

  1. Christoph meint:

    In dem Buch mit dem Titel „Das Buch der Mitte“ steht auf Seite 392 ein erstaunliches Zitat aus dem 2. Jh. n. Chr.:
    „Von euch nämlich sehe ich, dass ihr neugeborene Söhne bald wilden Tieren und Vögeln aussetzt, bald die aus elendiglicher Todesart Erwürgten aus dem Wege schafft. Es gibt Personen, welche durch hintergeschluckte Arznei in ihrem Leibe selbst die Entstehung des künftigen Menschen vernichten und einen Kindesmord begehen, ehe sie gebären. Doch auch das kommt von der Lebensweise euerer Götter.“
    Erstaunlich. Das verharmlost und rechtfertigt überhaupt nichts, erinnert nur an den Prediger: „Es gibt nichts Neues unter der Sonne.“ Sünde und Teufel ändern sich nicht.
    Aber die Geschichte geht noch weiter.
    Weiter heißt es dort: „Prostitution, Freizügigkeit, Ehelosigkeit, Scheidung, Abtreibung, Kindesmord und Bevölkerungsrückgang verringerten die römischen Städt an Größe und Anzahl. Mit der Zeit was das Imperium auf den ständigen Zuzug „barbarischer“ Siedler angewiesen.
    (Anm.: Parallelen zu heute sind selbstverständlich rein zufällig!)
    (…) Nur die christliche Gemeinde konnte dem deprimierenden Trend entgegensteuern, da man sich in ihren Kreisen an die biblische Anweisung an Adam und Eva hielt: „Seid fruchtbar und mehret euch.“ (…) Sie wollten vor allem Gottes Wort gehorchen und seinen Willen tun.“
    Soweit das Zitat aus „Das Buch der Mitte“.
    Erstaunlich.
    Es ist wohl dran, zu schauen, was geht vor sich. Aber es ist unsere Aufgabe, seinen Willen in unserem Leben, in unserem Umfeld zu leben! Zu tun!
    Die heutige Entwicklungen sind äußerst besorgniserregend – aber Gott ist immer noch Gott. Auch heute noch. Und wir dürfen seine Botschafter heute hier sein.

  2. Alexander meint:

    Glücklicherweise hat Tarabella erst einmal keine Konsequenzen für die Rechtsregelungen der einzelnen Mitgliedsstaaten. Es würde mich allerdings nicht wundern, wenn eine zukünftige rot-grüne Bundesregierung, so wir irgendwann einmal wieder eine bekommen (oder eine r-r-g), nun versuchen würde, am §218 noch einmal zu drehen.

  3. Schandor meint:

    Tarabella, hm. Treffender wäre Pränathanatorantula.

  4. Roderich meint:

    @Schandor, das war sprach-genial.

  5. flitzeflink meint:

    @Christoph: Ich weiß zwar nicht, von welchem „Imperium“ da die Rede ist, aber ich denke, zumindest für das Römische Imperium trifft das oben Beschriebene wohl zu: Innerer moralischer Verfall war sein Untergang. Also kann man sich ausmalen, auf welchem Weg sich Europa befindet. Ohne Gott geht es immer bergab, zunächst ganz langsam und irgendwann unhaltbar … bis es letztlich kracht.

    @Alexander: Und einer CDU, die schon längst kaum mehr „konservativen“ Akzente setzt, wäre das nicht zuzutrauen?

  6. Markus meint:

    „Menschenrecht auf Abtreibung“ also „Menschenrecht auf Tötung unschuldiger Menschen“ oder „Menschenrecht auf Menschenrechtsverletzung“. Man könnte über den intellektuellen Niedergang unserer Kultur manchmal schmunzeln – wenn einen nicht im nächsten Moment das kalte Grauen überfiele. Ex contradictione quodlibet. Es gibt wohl keine Grenze ethischer und semantischer Abscheulichkeiten mehr. Und doch nichts Neues: „Wir wissen, daß wir aus Gott sind, und die ganze Welt im Bösen liegt.“ (1. Joh. 5,19)

  7. Alexander meint:

    @flitzeflink: Nein, der CDU ist das im Moment nicht zuzutrauen, weil die CDU-Mitglieder im Europäischen Parlament geschlossen *gegen* die Annahme des Tarabella-Berichts gestimmt haben.

  8. flitzeflink meint:

    @Alexander: Danke für den Hinweis – das ist ja ein Hoffnungsschimmer.

  9. @Alexander: Kennst Du denn einen Link zu einer Auflistung zum Abstimmungsverhalten? Die CDU ist schließlich Teil der Mehrheitsfraktion, wo man eigentlich eine gewisse inhaltliche Verwandtschaft erwarten dürfte, sodass ich mich frage, warum das Ergebnis diesmal anders war als beim letzten, gescheiterten, Versuch in dieser Richtung (mir fällt der Name der damals namensgebenden Abgeordneten nicht mehr ein)

  10. Alexander meint:

    @Jörg: Wenn Du Tante Gu beispielsweise nach „Tarabella Abstimmung Ergebnis“ befragst, findest Du etliche Hinweise, e.g. diesen: „Der Tarabella-Bericht insgesamt wurde mit 440:206 Stimmen angenommen (CDU/CSU, AfD, Familienpartei, ÖDP und Teile der FDP haben dagegen gestimmt).“ von hier: http://familiengerechtigkeit-rv.info/?p=5250
    (sind wir hier im Internet, oder was?) 😉
    Estrela hieß die Dame.

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