Kultur des Todes (9): „Vom Glück der Abtreibung“

Die Gender Studies sind für skurrile Thesen bekannt. Eine Gender-Expertin, Erica Millar, versucht derzeit zu vermitteln, dass Trauer und Scham, die Mütter empfinden, nachdem sie ihre Kinder abgetrieben haben, sozial konstruiert sind. Die schlechten Gefühle werden den Frauen nur zugeschrieben. Eigentlich machen – so ihre These – Abtreibungen (viele Frauen) glücklich. Wenn wir eine Kultur schaffen, die Abtreibungen als gewinnbringende Erfahrung einstuft, also Trauer, Schuld, Scham und Trauma dekonstruieren, können Frauen das Glück, das mit Abtreibungen einhergeht, leichter verspüren. Ihr Buch heißt entsprechend: Happy Abortions.

Der Verlag schreibt dazu:

In ihrer sorgfältig recherchierten Studie stellt Erica Millar heraus, wie die gängige Rhetorik auch in vermeintlich liberalen Ländern mit festgelegten Stereotypen arbeitet: Mutterschaft ist gut, Abtreibung böse, Ersteres bringt Glück, Letzteres Unglück. Jahrelang hat Millar Parlamentsdebatten verfolgt und Medien analysiert, um die erste weltweite Studie zu den emotionalen Zuschreibungen rund um Abtreibungen zu verfassen. Die australische Forscherin zeigt, dass der überwältigende Teil der Frauen nach der Abtreibung große Erleichterung und Dankbarkeit empfindet und nicht wie so oft unterstellt traumatisiert ist.

Im SPIEGEL erklärt Erica Miller:

Wenn wir über Abtreibungen reden, dann nur darüber, wie schwierig das für Frauen ist. Und, dass ein Abbruch Traumata, Reue, Trauer und Scham produziert. Merkwürdigerweise nehmen wir dabei an, dass alle Frauen gleich reagieren, und zwar nur mit negativen Emotionen. Dabei haben sozialwissenschaftliche Befragungen das Gegenteil gezeigt: Frauen fühlen nicht die ganze Zeit Trauer und Scham, wenn sie ungewollt schwanger sind und die Chance zur Abtreibung haben. Sehr viele fühlen sich erleichtert und nehmen Abtreibung als gewinnbringende Erfahrung wahr.

Scham ist ohne Kultur nicht möglich. Man schämt sich, weil man an gesellschaftlichen Erwartungen, Normen und Werten gescheitert ist. Auch die Trauer nach einer Abtreibung, die quasi vorausgesetzt wird, ist ein Produkt unserer Kultur: In den vergangenen Jahrzehnten konnte man beobachten, wie der Abtreibungsdiskurs sich auf die leidende Frau verschob. Statt eine Abtreibung als selbstgewähltes Ende einer ungewollten Schwangerschaft zu betrachten, wird sie häufig als Tötung eines autonomen Wesens bewertet – die emotionalen Schäden nach einer Abtreibung für die Frau müssen also gravierend sein. Abtreibungsgegner nutzen das als Warnung: Wer abtreibt, wird unweigerlich trauern.

Mehr hier: www.spiegel.de.

Ich empfehle die Ausführungen von R.C. Sproul zur Sklaverei und zur Abtreibung:

VD: GS

Kommentare

  1. Es ist einfach nur krass – und m. E. höchst unverantwortlich – die vielfältigen Folgen einer Abreitung auf diese Weise unter den Teppich kehren zu wollen.
    Karin Struck schrieb bereits 1992: „Wo früher die Abtreibung selbst das Tabu und die Schande war, sind heute die Folgen der Abtreibung das Tabu.“ Siehe: https://mydschungelpage.wordpress.com/2013/05/05/tabuthema-abtreibung/
    Für sich spricht auch folgender Artikel „Schuldgefühle sitzen nach Abtreibung tief“ in Schwarzwälder Boten:
    https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.kreis-rottweil-schuldgefuehle-sitzen-nach-abtreibung-tief.c9a6f3eb-254c-4011-af22-c6a04a81fcaf.html

  2. Verteufelt wird alles, was dem eigenen hedonistischen Selbstentwurf entgegenstehen könnte. Kulturelle Identitäten und lokale Traditionen gelten als überholt oder bestenfalls als hippe Ingredienz der eigenen Patchwork-Identität. Wer sich dieser Ideologie der Offenheit entgegenstellt, entlarvt sich als gestrig, borniert oder schlimmeres. Mehr noch. Die neue globale Elite sieht sich selbst als Ideal, als Verwirklichung eines neuen Menschentypus und als Ziel der Geschichte. Anders als die alten Eliten setzt die neue Elite daher nicht auf Bewahrung, sondern verfolgt das Projekt einer radikalen Umgestaltung der Lebenswelt in ihrem Sinne. Die Welt soll moralistisch missioniert werden.

    Alexander Grau, Hypermoral, S. 106f.

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