Tod auf Verlangen liegt im Trend

Die Zeitschrift THE GUARDIAN meldet, dass 2017 in den Niederlanden weit über ein Viertel aller Todesfälle auf Formen der Sterbehilfe zurückzuführen ist.

Im Jahr 2002 legalisierte das Haager Parlament die Sterbehilfe für Patienten, die „unerträgliche Leiden ohne Aussicht auf Besserung“ erleiden. Seitdem werden die Euthanasie und assistierte Sterbehilfe, bei dem der eine den Selbstmord des anderen erleichtert, von Belgien und Kanada begrüßt, während die öffentlich zustimmende Meinung in vielen Ländern, in denen sie nicht im nationalen Recht steht, wie Großbritannien, den USA und Neuseeland, stark zugenommen hat.

Die Dynamik der Euthanasie scheint unaufhaltsam; nach Kolumbien im Jahr 2015 und dem australischen Bundesstaat Victoria im Jahr 2017 könnte Spanien die nächste große Gerichtsbarkeit für die Legalisierung des ärztlich unterstützten Todes sein, …

Hier das Essay „Death on demand: has euthanasia gone too far?“: www.theguardian.com.

Kommentare

  1. „dass 2017 in den Niederlanden weit über ein Viertel aller Todesfälle auf Formen der Sterbehilfe zurückzuführen ist.“

    Irreführende bzw. falsche Aussage. Euthanasie betrifft in den Niederlanden rund 7.000 von rund 150.000 Todesfällen pro Jahr, also „nur“ rund 5 %, jedoch wie benannt mit erheblicher Steigerungsrate. Die Zahl 32.000 im Artikel bezieht sich auf „palliative Sedierungen“, die der Autor als Fälle von „eingeleiteten Tod“ versteht. Zumindest für Deutschland ist das Gegenteil richtig: Palliative Sedierung hat keineswegs den Tod des Patienten zum Ziel, sondern im Gegenteil die Linderung von Schmerzen beim Eintritt in die Sterbephase. Mit (absichtlichem oder geduldetem) Tod durch Dehydrierung hat palliative Sedierung nichts zu tun. Vgl. Wikipedia und die Debatte um Palliativmedizin im Kontext der Diskussion um § 217 StGB. Davon abgesehen ist das Problem der Euthanasie in den Niederlanden natürlich massiv.

  2. Theophil Isegrim meint

    Gute Erläuterung von Name. Die Palliativmedizin wird auch viel zu wenig behandelt. Die meisten Leute haben Angst vor Schmerzen und Leiden. Aber die Palliativmedizin hat da auch gute Fortschritte gemacht und kann einiges abmildern.

  3. Theophil Isegrim meint

    Ansonsten bleibt zu sagen, das wird bei uns auch kommen. Wer soll es denn wie aufhalten? Wir haben doch gar kein vernünftige Argumentation dagegen. Wir können uns nur auf Gott beziehen und die Bibel. Aber Gott ist so eine Art Weihnachtsmann, den gibt es nicht und die Bibel ist ein Märchenbuch.

    – Paulus argumentiert im Römerbrief, Gott ist in der Schöpfung ersichtlich
    – da hält die Evolution dagegen, Leben ist ohne Gott entstanden (meines Erachtens erklärt die Evo gar nicht so viel, aber das glauben die meisten heutzutage und wird auch in der Schule so gelehrt)

    – Gott schuf sie als Mann und Frau
    – Geschlecht ist ein soziales Konstrukt, man kann es sich aussuchen

    – Rollenverteilung von Mann und Frau, Geschlechterordnung von Gott bestimmt
    – Emanzipation, Frauen können was Männer können und noch besser

    – die Frucht des Leibes sei gesegnet, Leben kommt von Gott
    – mein Bauch gehört mir, das ist ein Selbstbestimmungsrecht der Frau, was mit dem Zellklumpen passiert

    – Ehe zwischen Mann und Frau von Gott gestiftet
    – wenn sich beide lieben, weshalb sollten sie nicht heriaten dürfen, egal welches Geschlecht, wird gesetzlich festgelegt

    – Leben kommt von Gott, wird können nicht darüber bestimmen, wann es zu Ende ist
    – es macht kein Sinn bis zum Tode zu leiden, es ist mein gutes Recht mein Leben zu beenden

    Mal ein paar Beispiele, die mir eingefallen sind. Der Mensch macht sich zu Gott. Gott wurde verworfen und nun bestimmt der Mensch darüber, wie etwas zu geschehen hat oder auch nicht. Wie will man diese Entwicklung stoppen? Zumal es viele Kirchen gibt, die da kräftig mitmachen und auch Gott verwerfen.

    Gott liebt mich.

    Das verstehe ich folgendermaßen: Ich bin ein Sünder und nicht der Liebe wert. Dennoch liebt mich Gott, was für eine unvollstellbare Liebe. So kann nur ein Gott lieben.
    Viele Christen verstehen das heutzutage eher als eine Wertschätzung Gottes, weil sie so kostbare Wesen sind. Falls sie überhaupt noch auf Gottes Liebe angewiesen sind, denn man soll zuerst sich selbst lieben. Ganz wichtig!
    Auch in vielen Kirchen steht der Mensch im Mittelpunkt und nicht mehr Gott.

    Aber dennoch haben die Menschen Sehnsucht nach Gott. Sie wissen nur nicht, daß es Gott ist, nachdem sie sich sehnen. Wie denn auch? Gott gibt es ja nicht. Oder das ist so ein ungerechtes Schwein, der Kinder in einen Kreuzug ziehen läßt. Oder tatenlos mitansieht wie sechs Mio Juden vergast werden.

    Ob sich das nochmals bessert und die Menschen in Deutschland bzw. der westlichen Welt zurück zu Gott finden? Oder wird das alles noch schlimmer hier? Wenn man Gott verwirft, zieht er sich zurück und dann macht der Mensch, wie er sich das denkt. Dabei kommt nur Müll raus. Es deuten sich auch immer mehr Probleme in unserer Gesellschaft an. Bald werden wir bestimmt ein Entwicklungsland. Die Digitalisierung steht im Haus. Die Autoindustrie wird attakiert. Wieviele Arbeitslose werden wir demnächst bekommen? Und dann die vielen Flüchtlinge, die noch nichtmal Lesen und Schreiben können. Na, das wird was werden …

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