„Unterordnen“ – Dimensionen eines anstößigen Begriffs

Es fällt uns heute schwer, dass „sich unterordnen“ semantisch anerkennend zu besetzen. Wir leben in einer Kultur, in der Unterordnung überwiegend mit Nachteilen verknüpft und deshalb vermieden wird. Heute wollen wir leiten, nicht dienen. Dabei finden wir in der Heiligen Schrift durchaus viele Aufforderungen, uns unterzuordnen. So heißt es etwa in Tit 3,1: „Erinnere sie, dass sie sich den Regierenden und Obrigkeiten unterordnen und gehorsam sind.“ Und woanders steht auch noch: „Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, wie sich´s gebührt im Herrn!“ (Kol 3,18).

Tanja Bittner ist in ihrem Artikel „‚Unterordnen‘ – Dimensionen eines anstößigen Begriffs“ mal der Frage nachgegangen, wie Christen diese einschlägigen Unterordnungstexte zu verstehen haben:

Die Verse, in denen der Begriff „unterordnen“ vorkommt, befinden sich bei vielen Christen wohl eher am unteren Ende der Beliebtheitsskala. Oder würdest du dir einen dieser Verse gerahmt an die Wohnzimmerwand hängen?

Andererseits: Für den, der prinzipiell die Bibel als Ganze als Gottes Wort schätzt und liebt, hat es etwas Unbefriedigendes, wenn einzelne Bibelstellen nicht so recht unser Freund werden. Schließlich wollen wir uns die Bibel nicht nach eigenem Gutdünken zurechtstutzen. Bleibt wirklich nur, diese Anweisungen als Teil des Gesamtpakets in Kauf zu nehmen, sie – soweit sie sich nicht mit gutem Gewissen umgehen lassen – zwar nicht mit Begeisterung, aber jedenfalls halbwegs umzusetzen?

Tatsächlich sagt die Bibel noch einiges mehr zum Stichwort „unterordnen“ als im ersten Moment ersichtlich ist, und das „große Bild“ kann helfen, die Bedeutung und sogar Schönheit der Einzelteile zu erahnen.

Mehr: www.evangelium21.net.

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Philip
Philip
20 Tage zuvor

Charakeristisch für das Christentum ist die freiwillige Unterordnung und die dienende Leiterschaft. Das passte wohl vor zweitausend Jahren nicht in die Zeit und auch nicht heute, nur eben unter anderen Vorzeichen.

FrankS
FrankS
20 Tage zuvor

Unterordnung war noch nie populär. Allerdings haben wir einen Gott der Ordnung, was man durch die ganze Bibel hindurch sehen kann.

In der Gestalt eines Menschen, ordnete sich selbst Jesus seinen irdischen Eltern unter (Lk 2,51), was in der Gegensätzlichkeit nicht zu überbieten ist. Es geht dabei nicht um Wertigkeit, sondern eben um Ordnung.

Rolf Eicken
Rolf Eicken
14 Tage zuvor

Sich jemandem freiwillig, also ohne Zwang unter zu ordnen funktioniert nur, wenn ich denjenigen als mir in jeder Hinsicht Überlegenen anerkenne. Bezeichnend ist, dass in der jüdisch/christlichen Religion ganz offensichtlich dieser Gott ein männlicher Gott ist, weshalb er auch dazu inspiriert, dass sich die Frau dem Manne unterzuordnen hat. Extrem handhaben das in der 3. Religion: die Muslime.
Faktisch hat sich das in der westlichen Welt erledigt, weil die Frauen sich inzwischen, in den letzten 70 Jahren die Gleichberechtigung erkämpft haben. Auch dieses Erkämpfen treibt zusätzlich recht eigenartige Blüten wie das „Gendern“. Hier schießen die Damen über das Ziel hinaus, weil sie sich halt nicht mehr unterordnen wollen und damit das Pendel zu sehr auf die andere Seite ausschlägt. Was sagen die Gläubigen der 3 Welt-Religionen dazu?

Rolf Eicken
Rolf Eicken
14 Tage zuvor

Servus, verehrter RON, ich freue mich, dass ich in Ihrem Forum wieder wollkommen bin, nach meiner schweren Erkrankung. Auch mein schönes Haus in Spanien musste ich leider verkaufen, aber der Mammon kann mir das wundervolle Flair dieses Fleckchens Erde nicht ersetzen.
Liebe Grüße
Rolf