Die Rechtfertigungslehre von N.T. Wright

Justification2Die neue Ausgabe des CREDO-Magazins (Vol. 4, 1/2014) bringt einige sehr gute Beiträge zum Thema „Rechtfertigung“, unter anderem ein Gespräch mit Michael Horton, Brian Vickers, J.V. Fesko, Guy Waters, Korey Maas, and Philip Ryken.

Thomas Schreiner hat N.T. Wrights neues Paulusbuch besprochen und dabei auch die Frage der „Glaubensgerechtigkeit“ analysiert. Er bringt es gut auf den Punkt:

Wright’s statement about individual assurance raises another question. He insists rightly that justification isn’t a process. One doesn’t become more justified as time passes, and those who are justified are assured of final salvation. On the other hand, Wright also says that final justification is based on works. If final justification is based on works, then how can believers have assurance that they will be justified on the final day? Wright never answers or attempts to answer that question. I would suggest along with many others that it is better to conceive of works as the fruit or evidence of justification. Wright knows the distinction posited here but finds it to be unhelpful. Still, the language of basis should be rejected, for it suggests that works are the foundation of our right- standing with God, but how can that be the case if justification is by grace? And how can we truly have assurance if justification is based in part on works? Paul grounds justification on the death and resurrection of Jesus Christ. Just as Jesus was declared to be in the right at his resurrection, so too all those who are united with Christ by faith also stand in the right because they belong to the one who has been vindicated by God.

Das CREDO-Magazin kann hier heruntergeladen werden: Justification2.pdf.

Kommentare

  1. Matthias meint:

    Hallo,
    was ich immer noch nicht verstanden habe ist, warum N.T. Wright
    – die Rechtfertigung aus Werken sieht
    – wie da die Wertung erfolgt (z.B. also viel tun oder eine bestimmte Qualität)
    – warum die Rechtfertigung oder ein Gericht überhaupt notwendigt ist, wenn bei einigen Befürwortern der Lehre sowieso ein der Allversöhnung nahestehendes
    Verständnis besteht.

    Danke für Eure Unterstützung

  2. Luther nannte die Rechtfertigungslehre die Lehre, mit der die Kirche steht oder fällt
    und genau dieses Kardinaldogma der protestantische Kirche wird von der NPP durch N.T. Wright torpediert.
    Ich empfehle diese beiden Videos von Pfr. R. Möller zum Thema:
    http://vimeo.com/43640424
    http://vimeo.com/43604560

    Markus

  3. Interessanter Weise wurde das Thema gerade auch auf dem bekenntnis-lutherischen Videoblog von Rev. Fisk durchgenommen. Er geht auf 4 im Zusammenhang „Rechtfertigung durch Werke“ oft gebrauchte Bibelstellen ein und stellt dar, wie diese und Rechtfertigung allein aus Gnade zusammenpassen, sprich also wie auch hier Gesetz und Evangelium richtig getrennt werden.

    Nur zu empfehlen!

    http://www.worldvieweverlasting.com/2014/01/24/all-work-and-no-grace-sends-friends-straight-to-hell/

    Der Titel bezieht sich auf den im Buch und Film „The Shining“ benutzten Kinderreim: „All work and no play makes Jack a dull boy“ und wäre im Deutschen, unter berücksichtigung der Originalübersetzung in diesem Kontext: „Was Gott durch Gnade will besorgen das verschiebe nicht auf Werke“

  4. Johannes G. meint:

    „I would suggest along with many others that it is better to conceive of works as the fruit or evidence of justification. Wright knows the distinction posited here but finds it to be unhelpful.“

    Da muss ich ihm recht geben. Ich sehe zwischen den Aussagen Wrights und z.B. von Piper zu diesem Thema keinen Unterschied. Bei Wright kommt die Inkonsistenz – zumindest nachdem was ich hier lese – lediglich deutlicher zum Vorschein. Beide gehen davon aus, dass es ohne Werke keine Rechtfertigung gibt (bzw. gegeben hat) und wollen aber gleichzeitig daran festhalten, dass Werke nichts zur Rechtfertigung beitragen. D.h. Heilsgewissheit können beide objektiv gesehen nicht haben und auch nicht predigen – und das ist meiner Meinung nach sehr traurig…

    Liebe Grüße
    Jo

  5. Schandor meint:

    @Jo

    Ja, das ist das Dilemma, und es hat – wenn ich es recht sehe – mit seiner Sichtweise des fünften Punktes des calv. Akronyms zu tun, dem „Beharren der Heiligen“. So muss sich der Gläubige stets den geistlichen Puls fühlen und sich stets fragen: Gehöre ich dazu? Gehöre ich wirklich dazu? Sind meine Werke etwas vor Gott wert usf.

    Da balgen sich die Kapazunder dann mit theoretischen Überlegungen über das Wie und Warum und problematisieren die Rechtfertigung, ohne es eigentlich zu wollen (zumindest gilt das für J. P.).

    Fakt ist, dass doch der Mensch nicht nicht wirken kann, um ein Wort Watzlawicks abzuwandeln (außer wenn er gelähmt oder eingesperrt ist, und selbst da ist es noch fraglich). Offenbar geht es den Herren um die Qualität der Werke, deren intrinsischen Wert sie nicht feststellen können. Das ist der Punkt, den ich bei der reformierten Lehre schwach finde, das muss ich in aller Deutlichkeit sagen.

    Wir haben die Aufforderung in der Hl. Schrift, zu wirken, zu arbeiten, zu tun, aktiv zu sein, gehorsam zu sein usw. usf. Und das tut der Christ doch auch, ja, selbst Weltmenschen tun das mutatis mutandis, nur das ihr Werk vor Gott ein unerlöstes Wirken ist und daher eine andere Qualität hat. Und Jakobus sagt, ohne tätiges Wirken kein Glaube. Was könnte klarer sein als das? Wer glaubt, der wirkt. Wer nicht glaubt, wirkt nicht. Ein Gläubiger, der nicht wirkt? Was soll das sein? Wie soll das gehen? Gibt es so etwas überhaupt? Wenn ein Nichtchrist sagt: Jaja, ich glaub das schon alles mit Jesus und so, dann erwidere ich: Sicher bist du dir aber nicht, denn wenn du’s wärest, würdest du dementsprechend handeln.

    Was Du über die Heilsgewissheit sagst, dem stimme ich zu. Das können sie nicht. Wichtiger als die Heilsgewissheit ist aber die Heilssicherheit. Und selbst die können sie nicht predigen. Lediglich behaupten – aber ich glaube ihnen nicht.

    Darum merke: In Sachen Heilsgewissheit hin zu Luther. Denn in dieser Sache helfen uns die beiden oben genannten nicht.

    Liebe Grüße!

  6. Darum merke: In Sachen Heilsgewissheit hin zu Luther. Denn in dieser Sache helfen uns die beiden oben genannten nicht.

    Gut gebrüllt!

    Liebe Grüße, Ron

  7. Ich frage mich, warum es in den Diskussion um N.T.Wright immer um Rezensionen und Artikel über NTW geht und nie um tatsächliche Zitate von NTW?

  8. Schandor meint:

    @Volker

    Ich glaube, weil Zitate notwendigerweise immer aus dem Zusammenhang gerissene Fragmente bleiben müssen, während eine Rezension den Vorteil hat, zusammenzufassen. Aber das ist freilich nur eine Vermutung.

    Liebe Grüße!

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