Auch glücklich verheiratete Frauen sind Opfer

Noch nie ging es den Frauen wahrscheinlich so gut wie heute, zumindest in der westlichen Welt. Dennoch werden immer neue Benachteiligungen ausfindig gemacht. Das Patriarchat lebt weiter als Phantom. Glücklichen Frauen bleibt da nichts anderes übrig, als Opfer zu sein – ohne das sie es merken. 

Birgit Schmid schreibt in einem Kommentar für die NZZ:

Das Narrativ von der andauernden Männerherrschaft bietet Identifikation, man wird Teil einer kämpferischen Gemeinschaft. Dass man etwas nur genug oft hören muss, um schliesslich selber daran zu glauben, zeigt ein Befund der vieldiskutierten Umfrage an der Universität Zürich: Viele Studentinnen gaben an, keine Nachteile aufgrund ihres Geschlechts an der Uni zu erleben. Dennoch antworteten sie auf die Frage, ob sie als Frau benachteiligt würden, mit Ja. Die Ökonomin Margit Osterloh erklärt sich das damit, dass den Frauen ständig eingeredet werde, sie würden diskriminiert. Sie hätten demnach verinnerlicht, was sie nie so erlebten.

Den Frauen geht es so gut wie nie zuvor. Viele finden aber, es werde immer schlimmer. Man nennt dies das Tocqueville-Paradox: Je gerechter Gesellschaften sind, desto ungerechter erscheinen sie einem. Man reagiert sensibler auf Unterschiede. Daraus zieht der Feminismus in der Wohlstandsgesellschaft teilweise seine Berechtigung. Wären seine Ziele erreicht, brauchte es ihn nicht mehr.

Mehr: www.nzz.ch.

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6 Kommentare
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Alex aus Cloppenburg
8 Monate zuvor

Zitat: „Den Frauen geht es so gut wie nie zuvor. Viele finden aber, es werde immer schlimmer.“
Den Menschen geht es so gut wie nie zuvor – warum ist es dann so problematisch, dass die Männer UND Frauen weiterhin für ihre Interessen und gegen Missstände eintreten? Laut Frau Schmid sollten die also zufrieden sein und nicht unnötig herumplärren, oder wie?
Erinnert sehr stark an eine ehemalige Tagesschausprecherin.

Schandor
8 Monate zuvor

Damit kann man zufriedene Menschen unzufrieden machen. Erinnert sehr stark an die Mittel der Werbebranche.

Alex aus Cloppenburg
8 Monate zuvor

@Schandor:
Nur dass die Werbebranche Bedürfnisse künstlich erzeugt.
Nun stellt sich die Frage, ob das Bedürfnis der Frauen nach „vollständiger“ Gleichberechtigung ein künstlich erzeugtes ist. Oder wollen sich die Frauen vielleicht von Natur aus dem Mann unterordnen und es ist der Zeitgeist, der sie so versaut?

Schandor
8 Monate zuvor

@Alex
Stimmt. Da hab ich mich vertan. Eva verlangte ja schon damals die Kontrolle. Warum sollte es heute auch anders sein? Heißt heute eben Gleichberechtigung. Und ich dachte immer: Vor dem Gesetz sind schon alle gleich. (Außer freilich die, die gleicher sind)

Felixpe
8 Monate zuvor

Beispiel für Diskriminierung gefällig? USA. In vielen US-Staaten sind Abtreibungen nämlich verboten, und das trifft natürlich viele Frauen hart.

Wie kann man das Abtreibungsverbot (im Westen wohlgemerkt!) denn bitte übersehen? Wie kann man übersehen, dass es im Westen (!) frauenfeindliche Aktivisten gibt, deren Ziel es ist, Frauen zu unterwerfen? Und ja, dazu gehören einerseits radikale Islamisten. Aber halt nicht nur. Auch radikale Christen sind Teil des Problems. Leider. Ein Abtreibungsverbot ist ein mächtiges Instrument, das Leben von Frauen zu kontrollieren, weil das ja im Umkehrschluss ein Geburtszwang ist. Und in den USA haben Abtreibungsgegner wichtige Siege errungen, zum Nachteil der Freiheit.

Solange es ein Abtreibungsverbot in US-Staaten gibt, kann mir niemand erzählen, dass Feminismus im Westen nicht mehr gebraucht würde. Das ist Quatsch mit Soße.

Ernst
8 Monate zuvor

@Felixpe Seltsame Logik. Wer schützt denn die, die sich nicht schützen können? Was wäre, wenn all jene, die sich heute für die Abtreibung stark machen, damals selbst abgetrieben worden wären? Wäre das auch in Ordnung, ja? Das ist genau gleich abscheulich wie die Unterwerfung der Frau. Nur: Wenn das im Islam geschieht, geschieht es im Einklang mit den Lehren des Islam. Wenn das im Christentum geschieht, geschieht es gegen das ausdrückliche Gebot Gottes. Und ja, da stimme ich zu: es geschieht auch im Christentum, ich weiß es wohl. Scheußlich. Töten als Freiheit zu bezeichnen ist, na, ich erspar und seinen Ausdruck. Das spricht für sich selbst. Ein Volk, das das Leben seiner Ungeborenen nicht schützt, begeht Volksselbstmord — und das ist kein ethisches, sondern ein mathematisches Urteil. Das Abtreibungsverbot ist kein Instrument zur Kontrolle der Frau, sondern zum Schutz von Ungeborenen, die sich selbst nicht schützen können. Das wäre so, als wenn wir am Acker alle kleinen Pflänzchen ausrissen, weil… Weiterlesen »

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