Christian Rommert: „Gender(-irr?) sinn“

Im Grunde darf man dem Baptistenpastor Christian Rommert dankbar sein, dass er gestern im „Wort zum Sonntag“ bei der ARD erklärt hat, was er unter Evangelium versteht. Kurzfassung: Evangelium = Inklusion. Genau deshalb sei die gendergerechte Sprache ein zutiefst christliches Anliegen. Denn es gehe Jesus darum, niemanden auszugrenzen. Gottes Liebe sei inklusiv. Das sei ein Grund für das hörbare Gendersternchen.

Ich vermute, dass diese Botschaft auf vielen Kanzeln zu hören ist: „Gott hat Dich lieb, so wie Du bist. Er grenzt niemanden aus.“ Das ist jedoch nicht das biblische Evangelium, demgemäß ein Mensch durch den Glauben an Jesus Christus, der stellvertretend für sein Volk starb und auferstand, mit Gott versöhnt wird. Jesus selbst sagt in Johannes 3,36: „Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.“ Jesus exkludiert: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen“ (Joh 5,24).

Ich vermute, dieses Evangelium dürfte man im „Wort zum Sonntag“ so gar nicht mehr verkündigen, da es Menschen klein mache und ausgrenze. Wer dazugehören möchte und das sagt, was die Leute (z.B. beim Rundfunk) hören wollen, ist hingegen herzlich willkommen.

Hier gibt es übrigens die Möglichkeit, den einladenden Werbespot für eine gendergerechte Sprache (auch auf der Kanzel) nachzuhören: www.daserste.de.

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Jutta

Jesus will auch niemanden ausgrenzen, allerdings hat der Baptistenpastor doch mehrere Schritte ausgelassen: Glauben an dreieinen heiligen und gerechten Gott, Sündenerkenntnis, Buße und Umkehr.
Wie inklusiv die Pharisäer und Sadduzäer und und und .. Jesu Botschaft wohl fanden?

Jutta

Grade noch den Spot angeschaut.
Der Pastor ist inkonsequent: warum nicht einfach: Zuschauenden. Liebe Menschen, die zuschauen …

Solange es noch so wenig barrierefreie Busse, Strassenbahnen .. auch Haltestellen zB gibt .. Aufzüge für Kinderwagen und Rollstühle .. Behördeneingänge usw gibt … kann man sich die Gendersprache sparen .. die tut niemandem weh .. letztlich .. wenn sie nicht angewandt wird .. aber wer als im Rollstuhsitzende*r nicht weiterkommt .. der ist wirklich nicht inkludiert.

Last edited 2 Monate zuvor by Jutta
Matze

@ Jutta
In den Augen vieler grenzt der biblische Glaube und dann auch Jesus schon aus, denn die Aufforderung zur Umkehr ist schon Ausgrenzung für sich genommen, da es die absolute Wahrheit des Evangeliums aus deren Sicht nicht gibt

Jutta

@Matze
Ja, eben.
Ausgrenzung kann man immer unterstellen und Nichtausgrenzung gibt es noch nicht einmal in der Anarchie.

Deswegen ist diese ganze Diskussion so eine Zeit- und Geldverschwendung … und ein Ablenkungsmanöver.

Ich bin jetzt nicht sooo für Satire und Kabarett, aber ich vermisse schwer die alte Garde der Münchner Lach und Schiessgesellschaft.
Was hätten die draus gemacht!
Aber dafür wären sie wahrscheinlich mit Bußgeldern noch und nöcher belegt worden und mit Auftrittsverboten.

Matze

@Jutta
Stimmt, aber leider ist es keine Satire, sondern bitterer womöglich noch folgenreicher Ernst

Udo

Dass das Evangelium mit Inklusion gleichzusetzen ist, ist wohl das größte Missverständnis, dass sich in der Kirche bis in evangelikale Verkündigungsformate wie ProChrist hineinfrisst. Natürlich sollen ernsthafte Christen „inklusiv“ unterwegs sein, ja sogar die Feinde lieben. Die Botschaft des lebendigen Gottes ist aber eben exklusiv – vielfach in der Bibel belegt. Übrigens auch in der berühmten Stelle Johannes 3,16, die mit einem Bezug auf eine unbequeme Stelle aus dem AT eingeleitet wird. Wer das Evangelium auf „Gott liebt alle Menschen“ reduziert, verschweigt das eigentliche Problem.

Manfried

@Udo: An welche unbequeme AT-Stelle denkst du dabei

Udo

@Manfried: In dem Gespräch mit Nikodemus wird in Joh. 3,14 Bezug genommen auf 4. Mose 21, 4ff. Gott bestraft die Sünde Israels mit dem Senden von Giftschlangen, so dass viele Menschen sterben. Erst als die Israeliten bereit zur Buße sind, zeigt Gott durch Mose einen Weg zur Rettung auf. Mose wird beauftragt, eine Schlange aus Bronze zu fertigen und wer sie anschaut nach einem Schlangenbiss, der stirbt nicht. So wie in diesem Beispiel hat Gott die Welt geliebt, er zeigt uns in Christus den Ausweg aus seinem Gericht. „Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.“ (Joh. 3, 18).

Manfried

@ Udo: Danke für deine Antwort. Dass Joh. 3,16 „exklusiv“ zu verstehen ist, war mir klar aus dem Gesamtzeugnis der Bibel. Aber die Bestätigung dieses Verständnisses durch V. 14 war mir bislang nicht bewusst,