Das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper

Der TheoBlog beschäftigt sich nur am Rande mit politischen Ideen und Parteien. Trotzdem möchte ich heute auf das neue Grundsatzprogramm von Bündnis 90 / Die Grünen verweisen und dazu anregen, dieses wenigstens zu überfliegen. Wer nach der Lektüre noch daran zweifelt, dass die Grünen (neben anderen Parteien) vorhaben, eine neue Leitkultur zu etablieren, muss meines Erachtens schon sehr kulturmarxistisch vereinnahmt sein.

Laufend springt einem die neue Moral ins Auge, die durch den Staat, also von oben, für alle Bürger verbindlich gemacht werden soll. Beispielsweise wird mehrfach betont, dass gesellschaftlich vorgegebene Rollenbilder zu Ungleichheit und persönlichem Leid führen und von daher zu überwinden sind. Schaut man genauer hin, soll ein gewachsenes Verständnis von Mann, Frau und Familie (das in der Verfassung noch klar erkennbar ist) durch die Politik umgelenkt und neu formatiert werden. Für diese Umerziehung werden Freiheit suggerierende Begriffe gewählt: Es geht um Vielfalt und vor allem um Selbstbestimmung. Freilich wird dem Selbst vorgeschrieben, wie es sich zu bestimmen hat. (Nebenbei: Hat mal jemand überprüft, wie viel Leid und Kosten die Verflüssigung und Zerstörung von persönlicher Identität, verursacht?)

Besonders betroffen macht mich der Absatz 195. Was ich in diesem Beitrag zur Kultur des Todes noch vermutet hatte, ist hier bereits programmatische Wirklichkeit: Das Bündnis 90 / Die Grünen setzt sich im Entwurf des Grundsatzprogramms für die völlige Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen ein. Zitat:

Das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper und das eigene Leben muss für Frauen und Mädchen uneingeschränkt gelten. Dieses Recht zu realisieren ist Teil einer guten Gesundheitsversorgung. Schwangerschaftsabbrüche haben nichts im Strafgesetzbuch verloren. Intergeschlechtliche- und transsexuelle Menschen haben ausschließlich selbst das Recht, ihr Geschlecht zu definieren.

Den ungeborenen Kindern im Mutterleib wird eine Identität und der Wille zum Leben einfach abgesprochen. Kurz: Das Kind darf vernichtet werden, es verdient keinen rechtlichen Schutz. Das ist kulturlos, außerordentlich perfide und barbarisch!

Aber wer interessiert sich heute noch für Grundsatzprogramme? Politischer Wahlkampf läuft über Bilder, Gefühle, Videoclips und Twitter-Einträge. So ist es für Parteien viel einfacher, ihre Interessen durchzusetzen.

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24 Comments
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Stephan
Stephan
24 Tage zuvor

Letztendlich kann man nur sagen, dass links-/grüne Positionen und die Bibel nicht vereinbar sind, an vielen Punkten. Das Ermorden ungeborener Kinder ist schon evident eine Trennung vom Schriftbefund. Gott schuf den Menschen als Mann und Frau. Aber selbst biologische Fakten wie eindeutige Chromosomensätze werden ja gerne ignoriert in diesen politischen Kreisen. In der folgerichtigen Konsequenz gilt das dann auch für Eheschließungen, jeder darf mit jedem. Die politischen Machtstrukturen im AT sind Famile / Clan (samt Bediensteter), Sippe, Stämme, … (und über allen Gott). Aber Links/Grün will jetzt noch die Familien(strukturen) zersetzen. Das Gewähren von Transferleistungen an alles und jeden widerspricht 1. Mos 3,19. Alle sozialistischen irdischen „Paradiese“ endeten in Unterdrückung oder / und Massenmorden. Dann kommen dazu solche Highlights wie „Es geht um Vielfalt und vor allem um Selbstbestimmung.“ und dabei wird dann 1. Mos 8,21 gerne vergessen. Da kommt nichts Gutes bei heraus, wenn Menschen versuchen, ihre eigene Vorstellung von Gerechtigkeit und Recht der Gesellschaft aufzuzwingen. Usw. usf.. Ich… Weiterlesen »

FrankS
FrankS
24 Tage zuvor

Aus meiner Sicht muss auch „Das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper“ die Grenzen haben, die jedes andere Freiheitsrecht auch hat. Die persönliche Freiheit endet stets dort, wo die Freiheit des Nächsten anfängt.

Mir ist klar, dass dieser Grundsatz dadurch ausgehebelt wird, dem ungeborenen Menschen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt seiner Entwicklung schlicht das Menschsein abzusprechen. Es dürfte jedoch allen klar sein, dass dieser Zeitpunkt lediglich ein politisch gewählter ist, weshalb es in anderen Staaten auch andere Kriterien gibt.

Aber ein Mensch ist ein Mensch. Solange dies nicht beachtet wird, beinhaltet „Das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper“ eine struturelle Grenzübertretung zu Ungunsten eines anderen.

Clemens Altenberg
Clemens Altenberg
24 Tage zuvor

Ich will dieses Programm nicht per se verteidigen, aber eines ist es sicher nicht: „Kulturmarxismus“ (Dieses Vokabel ist eine Erfindung der Alt-Right-Bewegung und wurde auch von Anders Breivik als Grund seines Attentates genannt). Wer tatsächlich Marx gelesen hat, weiß, dass er alles andere tat als die konservative Rollenverteilung aufzubrechen. Seine Lieblingseigenschaft bei Männern: „Stärke“; bei Frauen: „Schwäche“.

Jutta
Jutta
24 Tage zuvor

.. ich lese grad nur mal so quer: Wow, das ist gefährlich – einige Gedanken .. „Die deutsche Gesellschaft ist religiös und weltanschaulich plural Wir setzen uns für die Bewahrung und Durchsetzung der Religionsfreiheit in all ihren Dimensionen ein Zu einer pluralistischen Gesellschaft gehört auch Religionskritik, und zwar inner- wie außerhalb der Religionsgemeinschaften Die Wahrung der grundrechtlichen Normen und Werte kann durch keine Religion relativiert werden Die christlichen Kirchen sind Teil und Stütze unserer Gesellschaft Der säkulare Staat muss sich am Neutralitätsprinzip ausrichten Das bedeutet aber nicht ein Kooperationsverbot zwischen Staat und Religions- oder Weltan- schauungsgemeinschaften Das kooperative Modell des Staatskirchenrechtes soll zu einem pluralen Religionsverfassungsrecht weiterentwickelt werden.“ Das werden sich kluge Muslime zunutze machen. Siehe auch Punkt 187. Das Christentum, wie wir es bisher kannten, wird abgeschafft werden … mit Hilfe der EKD. Die Schuldkultur der Deutschen soll weiterhin gepflegt werden. Kunst darf weiterhin den christlichen Glauben verunglimpfen, aber Halt vor dem Islam und der Homosexualität. Wir werden sehen,… Weiterlesen »

Jutta
Jutta
24 Tage zuvor

…ganz interessant:

Kirche vs Staat | Hier ist die Grenze!https://www.youtube.com/watch?v=pxiyabaZdug&feature=youtu.be

Johannes G.
Johannes G.
23 Tage zuvor

Hallo Ron, ich meine das Argument für die Zulässigkeit eines Schwangerschaftsabbruchs aufgrund des Rechts auf körperliche Selbstbestimmung spricht dem ungeborenen Menschen gerade nicht eine Identität, den Willen zum Leben, Personsein und ein Recht auf Leben ab. Das Zugeständnis von Personsein und des Rechts auf Leben ist doch gerade die Crux des Arguments von Judith Jarvis Thomson. Für Thomson steht außer Frage, dass wir das Recht haben, die unerwünschte Verbindung zum Violinisten zu trennen. Für sie handelt es sich hierbei jedoch nicht um einen Konflikt zwischen dem Recht auf Leben und dem Recht auf körperliche Selbstbestimmung und Integrität. Mit scheint dieser Sachverhalt wird auch von manchen Kritikern nicht adäquat berücksichtigt. Durch die Trennung wird ihrer Auffassung nach das Recht auf Leben des Violinisten nicht verletzt. Dieser hat zwar ohne Zweifel ein solches Recht, aber dieses beinhaltet oder impliziert ihrer Auffassung nach nicht das Recht zur Nutzung oder gar anhaltenden Nutzung dessen, was er benötigt, um am Leben erhalten zu werden. Thomson… Weiterlesen »

Last edited 23 Tage zuvor by Johannes G.
Tim-Christian
Tim-Christian
23 Tage zuvor

G

Ich bezweifle, dass wir uns auf eine solch perverse Argumentation einlassen sollten. Gut, die Argumentationsweise der Gegner zu kennen, aber das wars dann auch. Man kann sich ja auch mal überlegen, was die (erweiterte) Argumentation von Thomson für geborene behinderte und alte Menschen bedeutet, die darauf angewiesen sind, dass andere ihnen ihre körperliche Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Das ist dann auch nur noch ein kleiner Schritt bzw. syllogistischer Unterpunkt mehr. Man weiß gar nicht, ob man heulen oder kotzen soll.

Stephan
Stephan
23 Tage zuvor

Was Thomson da schreibt und wie sie argumentiert ist schlichtweg pervers. In dem Moment, wo Mann und Frau sich aufeinander einlassen, ist die Möglichkeit gegeben, dass sich ein „Untermieter“ für 9 Monate einnistet. Das weiß man vor dem Akt, und führt man diesen aus, dann gibt die Frau explizit das Recht am eigenen Körper auf zugunsten eines möglicherweise dabei gezeugten Kindes. Streng genommen sogar für die gesamte Zeit der Mutterschaft, bis das Kind auf eigenen Beinen steht. Und der Erzeuger geht in dem Moment des Aktes das Zugeständnis ein, dass er bis zur Volljährigkeit mindestens am Lebensunterhalt, besser auch noch auch an der Erziehung beteiligt ist. Wenn man natürlich so tut, als wäre jede Schwangerschaft ohne Zutun der Eltern geschehen, der Embryo also ganz unerwartet da ist, wie ohne Vorwarnung vom Himmel gefallen, die Verantwortung der Eltern leugnet oder wegdiskutiert, dann kommt man wie Thomson zu der egoistischen Auffassung: mein Körper geht vor dem Lebensrecht dessen, den ich selbst mitgezeugt… Weiterlesen »

Johannes G.
Johannes G.
23 Tage zuvor

@Tim-Christian und Stephan Ein Argument oder eine Argumentationskette kann weder unmoralisch („amoralisch“ bedeutet übrigens, dass etwas keinen moralischen Bezug hat bzw. schlicht nicht moralisch ist) noch pervers, sondern nur richtig oder falsch sein. Unmoralisch bzw. moralisch verwerflich können nur einzelne Prämissen in einem Argument sein und diese sollten dann entsprechend benannt und kritisiert werden. Warum man diesem Argument mit einer Diskussion eine Bühne geben sollte? Es wird euch vielleicht überraschen, aber u.a. deshalb, weil dieser Aufsatz von Thomson zu den meistgelesenen und meistzitierten philosophischen Texten des 20. Jahrhunderts gehört. D.h. die Bühne ist bereits da. Die Frage ist meiner Auffassung nach nur noch, was wir daraus machen. Natürlich steht es jedem frei darauf mit Dialogverweigerung und Empörung zu reagieren. Man sollte sich dann aber auch nicht wundern, wenn sich im Gegenzug niemand für die eigenen Argumente interessiert und man keinen Einfluss mehr auf die gesellschaftlichen Debatten nehmen kann. Ich halte es hier stattdessen mit C.S. Lewis: „Gute Philosophie ist nötig… Weiterlesen »

Konrad Kugler
Konrad Kugler
23 Tage zuvor

Allein wegen solch grundsätzlicher Fragen habe ich nie an die Wahl von SPD, FDP, Grünen oder auch Linken gedacht. Jetzt sind CSU (CDU) auch schon so weit.
Flachsbart, KDF-Vorsitzende und ZDK-Mitglied, jetzt auch noch „She Decide“-Ableger von Planned Parenthood. Mir langts über die Hutschnur hinauf.

Markus Jesgarz
Markus Jesgarz
23 Tage zuvor

Meine Meinung ist:
Leider spricht die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen ungeborenen Kindern das Lebensrecht ab.
Im Beitrag:
Rede von Ulle Schauws
§219a Schwangerschaftsabbruch
https://www.gruene-bundestag.de/parlament/bundestagsreden/ulle-schauws-219a-schwangerschaftsabbruch
am 15.02.2019 von Ulle Schauws steht am Ende:
Ulle Schauws (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Ich komme zum Schluss. – Aber hören Sie auf, zu suggerieren, Frauen wüssten nicht, was sie tun. Sie von Union und SPD verantworten mit, dass laufende Klagen nicht eingestellt werden und betende Abtreibungsgegner weiter Beratungsstellen und Arztpraxen belagern. Das ist ein unhaltbarer Zustand für alle.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Vizepräsident Wolfgang Kubicki:
Frau Kollegin, Sie haben jetzt noch einen Satz.
Ulle Schauws (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Ich sage: Unsere Oppositionsgesetzentwürfe zur Streichung liegen vor. Es liegt auch ein Gesetzentwurf in der Schublade der SPD. Sie haben es jetzt in der Hand. Lassen Sie uns gemeinsam § 291a streichen!
Vielen Dank.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der FDP und der LINKEN)

Johannes G.
Johannes G.
23 Tage zuvor

,

vielleicht Robert Habeck? Der hat doch ein ziemliches Faible für Philosophie, oder? 😉

Wie kommst du darauf, dass das Autonomieargument keine bedeutende Rolle spielt? Das Grundsatzprogramm erwähnt das Selbstbestimmungsrecht doch explizit und macht hingegen keine Aussage zum Personsein des ungeborenen Menschen. Mir scheint zumindest in Deutschland das Autonomieargument sehr viel entscheidender als die Frage zu sein, ob der ungeborene Mensch eine Person ist.

Wenn du es „nicht sehr überzeugend“ findest, welche Prämisse(n) hältst du dann für falsch? Oder hältst du den Analogieschluss für falsch und wenn ja, warum?

Liebe Grüße
Johannes

PS: Ich halte sowohl die Analogie in Bezug auf fast alle Situationen einer Schwangerschaft für unzulässig als auch die Schlussfolgerung des Ausgangsarguments für falsch ((P4) ist falsch und es fehlt eine weitere entscheidende Prämisse / Unterscheidung im Argument). D.h. weder kann die Trennung vom Violinisten noch ein Schwangerschaftsabbruch durch das Recht auf körperliche Selbstbestimmung gerechtfertigt werden.

Last edited 23 Tage zuvor by Johannes G.
Jutta
Jutta
23 Tage zuvor

https://www.freiewelt.net/nachricht/trump-regierung-streicht-regelung-der-abtreibung-als-menschenrecht-10081823/ .. ob Mr President das aus echtem eigenen Antrieb macht, ist ja egal.. ich hab mal wo gelesen, dass eine sehr reiche christliche evangelikale Truppe hinter ihm steht .. er hat ja auch eine geistliche Beraterin. Ich denke, das Hauptproblem der Möglichkeit zur Abtreibung ist, dass keiner mehr die Konsequenzen tragen möchte für sein Tun. Ich weiss, wovon ich rede, was Abtreibung betrifft. Es wird keine Lösung in unserer freiheitlich-individualistischen Welt geben und könnte letztlich auch eine Folge sein – aus früheren Jahrhunderten und Jahren von Verurteilung und Ächtung ungewollt schwanger gewordenen Frauen und Nichtvergebung. Die Christen waren sehr oft am verurteilendsten, von Barmherzigkeit und Vergebung war wenig zu merken. Hauptsache, man stand vor den anderen gut da. Und vor allem: meistens kamen die Männer ja gut weg. Mir kommt da immer wieder auch in den Sinn, als die Pharisäer den Herrn austricksen wollten, als sie die Ehebrecherin vor ihn gebracht haben. Mit wem? Wo war der Mann? Wir… Weiterlesen »

Stephan
Stephan
23 Tage zuvor

Johannes, wir können natürlich auch die Unterschiede zwischen amoralisch und unmoralisch diskutieren. Wenn ich amoralisch schreibe, dann hat das aber auch seinen Grund. Jetzt zu einem Teil Deiner Argumenten: „Es ist natürlich richtig, dass durch Geschlechtsverkehr ein neuer Mensch in Existenz kommen kann. Aber was ist, wenn sich Mann und Frau dessen nicht bewusst waren (fehlende Aufklärung)?“ Nope. Bei der Frühsexualisierung und Frühaufklärung heutzutage kann sich niemand herausreden, er hätte es nicht gewußt. Selbst meiner Generation (Boomer) hat man das beigebracht, als wir noch jahrelang von der Fortpflanzungsreife entfernt waren. In allen Bereichen des Lebens akzeptieren wir, dass Handeln oder Nichthandeln, Dummheit oder Nicht-Wissen zu möglichen Konsequenzen führt, nur hier soll es Ausnahmen mit Todesfolge geben dürfen? Auf gut Deutsch: ich bin unwissend, und daher darf ich morden? „Was, wenn sie alle möglichen Maßnahmen zur Verhinderung getroffen haben und trotzdem ein Kind gezeugt wurde?“ Auch das lernt man: es gibt keine 100%-Erfolgsquote für erfolgreiches Verhüten. Wer kein Kind haben möchte,… Weiterlesen »

Clemens Altenberg
Clemens Altenberg
23 Tage zuvor

@ Ron: Soweit ich weiß, verwendeten weder Gramsci noch die Frankfurter Schule den Begriff „Kulturmarxismus“. Der Begriff ist neuerem und rechten Urprungs, wird z.B. gerne von der AfD benutzt. Gramsci selbst sprach von „kultureller Hegemonie“, ein Konzept auf das sich lustigerweise heute auch die Identitäre Bewegung beruft (aber die sind eh bekannt als Grabräuber linker Strategie und Ästhetik).

PeterG
PeterG
23 Tage zuvor

Intergeschlechtliche- und transsexuelle Menschen haben ausschließlich selbst das Recht, ihr Geschlecht zu definieren.

Ich als Mann habe also demnach kein Recht, mein Geschlecht selbst zu definieren? Ich darf also nicht sagen, dass ich ein Mann bin. Oder muss mir in diesem Fall die Gesellschaft das zusprechen?
Wo bleibt da mein Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper?

Clemens Altenberg
Clemens Altenberg
23 Tage zuvor

@ Ron: Danke, jetzt weiß ich was gemeint ist. Vor der Kritischen Theorie braucht sich heute kein Konservativer mehr zu fürchten, denn diese wurde abgelöst durch durch postmodernes Geschwurbel und Identitätspolitik.

Johannes G.
Johannes G.
23 Tage zuvor

@Stephan Im philosophischen Diskurs geht es nicht um Häufigkeiten oder wie realistisch bestimmte Szenarien sind, sondern welche generellen Implikationen Argumente oder Prinzipien haben. D.h. es reicht bereits der hypothetische Fall aus, dass jemand nicht um die Konsequenzen sexueller Handlungen weiß, wenn es um die Frage geht, ob in einem solchen Fall ein Schwangerschaftsabbruch zulässig wäre. Durch die angeführten Szenarien bzw. Modifikationen des Arguments ist jedenfalls nicht ohne weiteres ersichtlich, ob Nachlässigkeit, Fehleinschätzungen etc. für die Schlussfolgerung des Arguments relevant sind (abgesehen davon, dass eine unverschuldete Schwangerschaft durch diesen Einwand nicht erfasst wird). Wer zudem die These vertritt, dass ein Schwangerschaftsabbruch auch im Falle einer Vergewaltigung bzw. unter allen Umständen unzulässig ist, muss auch diesen Sachverhalt, egal bei wieviel Promille die Fallzahlen liegen, bei der Widerlegung dieses Arguments berücksichtigen. D.h. es geht hier nicht darum, von diesen Einzelfällen auf das große Ganze zu schließen, sondern umgekehrt das unverletzliche Recht auf Leben ungeborener Menschen auch in diesem Szenario oder z.B. bei der… Weiterlesen »

Johannes G.
Johannes G.
23 Tage zuvor

@Ron, dann haben wir noch etwas gemeinsam. Wir sind gerade auch im Urlaub. Hier auf der Insel Amrum hatten wir heute eher durchwachsenes Wetter und dann kann man ja auch mal etwas philosophisch werden 😉 Deine Argumentation gleicht übrigens sehr stark der von Peter Singer, der das Argument von Thomson eben aus utilitaristischen bzw. konsequentialistischen Gründen für verfehlt hält. Vielleicht magst du dir daher doch nochmals überlegen, ob du dieser Argumentationslinie wirklich folgen willst 😉 Ansonsten denke ich, dass das Argument (zumindest in Deutschland) durchaus sehr große Relevanz besitzt. In einer substantiellen Diskussion über körperliche Selbstbestimmung wird der Befürworter der Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen früher oder später auf dieses Argument bzw. auf die zu Grunde liegenden Prinzipien zurückkommen. Deinen Einwand bezüglich der Tötungsabsicht halte ich tatsächlich für den wichtigsten Einwand bezüglich der Unzulässigkeit der Analogie. Aber auch dadurch lässt sich das Argument meiner Ansicht nach nicht vollumfänglich entkräften. Von diesem Einwand nicht erfasst werden meiner Auffassung nach immer noch spezielle Einzelfälle,… Weiterlesen »

Last edited 23 Tage zuvor by Johannes G.