Der schleichende Tod der Meinungsfreiheit

Eine Journalistin der linksliberalen Zeitung DIE ZEIT erlebt einen Shitstorm, weil sie es gewagt hatte, sachliche Kritik an den Flüchtlingsrettern zu äussern.  In den USA ist es inzwischen noch schlimmer. Dort werden Meinungsstücke bei Gegenwind teilweise geschwind vom Netz genommen. Immer mehr Journalisten und Autoren zweifeln daran, ob sie sensible Themen überhaupt noch aufgreifen  sollen. Wer sich mit dem Mainstream anlegt, riskiert seine Karriere.

Tamara Wernli hat für die Basler Zeitung das langsamen Sterben der Meinungsfreiheit beschrieben:

Wenn Menschen sachlich und vernünftig formulierte Meinungen nicht ertragen und deswegen in einen Zustand glühenden Moralisierens verfallen, liegt es nicht am Absender, sondern am Empfänger: Diese Leute sind zu reizbar, zu sensibel, zu anmassend, zu wenig tolerant. Sie nehmen für sich in Anspruch, die einzig richtige Meinung zu besitzen und ihre Wahrheit allen anderen aufdrängen zu müssen. Welt-Chefredakteur Ulf Poschardt formuliert es so: «Der Thron, von dem herab sie über Andersdenkende urteilen, wächst in den Himmel.»

Möglicherweise sollten die Thron-Besetzer sich mal ein paar Gedanken dazu machen. Denn es ist keine rechte oder linke Angelegenheit, es betrifft uns alle. Hysterie und moralische Überheblichkeit dürfen Stimmen nicht zum Verstummen bringen.

Mehr: m.bazonline.ch.

Kommentare

  1. Schandor meint:

    Uns ist jede Möglichkeit genommen, uns zu wehren.
    5 nach 12, kann man sagen.
    1933 fiel der Reiter auf der rechten Seite vom Pferd. Ergebnis: zig Millionen Tote.
    Jetzt fällt er auf der linken Seite vom Pferd. Und es bleibt zu hoffen, die Verletzung wird nicht schlimmer ausfallen, aber wer die Spezies Mensch kennt, wird sich vor so viel Blauäugigkeit hüten.
    Kritik ist jedenfalls nicht (mehr) das angemessene oder besser hinlängliche Mittel; die Autoimmunsysteme derer, die sie ins wehrlose Publikum implantiert haben, tun die gewünschte Wirkung.
    Gewalt ist ohnehin keine Lösung. Es muss ein Geist her, oder eine Idee – nur ein Geist oder eine Idee kann uns noch vor den Opfern des Zeitgeists retten.
    Die nützlichen Idioten (Lenin) in Politik, Wirtschaft und Medien werden womöglich gar nicht mehr erleben, was sie angerichtet haben.

  2. Die Ursache für die Intoleranz und den Hass in den Medien liegt in der Anonymität der am shitstorm Beteiligten. Sie können zumeist nicht zur Verantwortung für das, was sie anrichten, gezogen werden. Sie beschneiden damit die freie Meinungsäußerung. Freiheit heißt lt. Kant aber: „dass nur frei ist, wer die Last der Verantwortung für seine Entscheidungen, Meinungen und Taten auch selber auf sich nimmt“.
    Genau das müssen die Geiferer aber nicht.
    Wir dürfen uns unsere schwer erkämpfte MEINUNGSFREIHEIT von dieser Chaoten nicht kaputt machen lassen. Ganz abgesehen davon, dass deren Posts sehr oft von keinem Kenntnisstand getrübt sind.
    BG
    Rolf

  3. Reinhard meint:

    … und die ZEIT hat sich entschuldigt:
    https://www.zeit.de/2018/30/private-seenotrettung-pro-contra-zeit-debatte
    Ich habe der Redaktion geschrieben:
    „Sie haben nichts falsch gemacht mit dem Pro und Contra, denn Sie können nichts dafür, wenn Leser nicht lesen, was dasteht. Mit Verlaub, ich bezweifle, dass solche Leser hellwach sind, auch wenn ich verstehe, dass Sie Komplimente verteilen.
    Totschweigen von relevanten sachlichen Argumenten ist jedenfalls keine Lösung und verschlimmert alles nur.“

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