Die Rettungsphantasien von ARD und ZDF

In einem Gutachten, dass das ZDF vorgelegt hat,  versuchen die Professoren Dieter Dörr, Bernd Holznagel und Arnold Picot, die Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu unterstreichen und deuten die notwendige Ausweitung der Arbeit innerhalb des Internets an. Die FAZ schreibt:

Die Gutachter halten ARD und ZDF als Stützen der Demokratie und Garanten für eine integrierte Gesellschaft für unersetzlich und wichtiger denn je, weil die unüberschaubare Vielfalt des Internets zu Verflachung und Segmentierung führe, der Markt versage und es in der digitalen Welt zu einer „Vermachtung“ durch Großkonzerne komme. (Die Rolle der unabhängigen Presse wird nur am Rande gewürdigt.) Also müssten ARD und ZDF auch „non-linear“, jenseits ihrer bisherigen Programme, alles zu jederzeit im Netz abrufbar aufbieten können, in Mediatheken und auf Plattformen. Das lässt sich in einigen Punkten inhaltlich gut begründen, etwa wenn es um Angebote für Jüngere geht, stellt zugleich aber einen weiteren Hebel zur Expansion der Sender dar. Apropos Expansion: Um wie viel der monatliche Rundfunkbeitrag steigt, wenn der BIP-Index kommt, weiß die ARD-Vorsitzende Wille schon: von 17,50 Euro auf 18,28 Euro – im ersten Jahr.

Das durch solche Maßnahmen gerade die unabhängige Presse, die es ja wirtschaftlich nicht gerade leicht hat, geschwächt und die Meinungsvielfalt eingeschränkt wird, fällt da natürlich unter den Tisch. Schade! Wie wäre es denn mal mit einer Kritik an der „Vermachtung“ und „Verblödung“ durch den Staat?

Hier: www.faz.net.

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36 Kommentare
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Charly

Hallo Ron,
eins interessiert mich mal: wie kommst du auf die Idee es gäbe eine private unabhängige Presse? Was meinst du wohl wer die bezahlt? Der Leser oder die Werbekunden? Ich würde mal sagen im weit überwiegenden Maße die Werbekunden. Und die sind durchaus bestimmend, was in den Medien gemeldet und berichtet werden darf, wo sie werben. Unabhängig?
Wenn du dich mal mit dem Konzept der unabhängigen öffentlichen Medien in Deutschland beschäftigst, wirst du feststellen können, dass es hier tatsächlich eher die Möglichkeit echter unabhängiger Berichterstattung vorhanden ist. Ob diese auch wirklich so genutzt wird, ist nicht nur die Frage der Redaktionen, sondern auch des Feedbakcs durch kritische Konsumenten.
Ron, Gott sei Dank sind wir hier (noch) nicht in einer Medienlandschaft wie sie in anderen Ländern vorherrscht. Selbst in Amerika ist das mit den unabhängigen Medien nicht wirklich gegeben. Wir machen einen erheblichen Fehler, wenn wir hier Äpfel mit Birnen vergleichen und als Medienkonsumenten uns nicht einmischen.

Roderich

Charly, wenn Du Dir die Leute im Rundfunkrat in den öff. rechtl. Medien ansiehst, wirst Du sehen, dass viele von ihnen dort nach Parteibuch platziert worden sind.

Ferner: Was die ÖR z.B. an Hetze gegen die AfD betreiben, zeigt, dass sie mitnichten „unabhängig“ sind.

Theo

Ich sehe, was die Tendenzen bzgl. „Verblödung“ und „Indoktrinierung“ angeht, kaum einen Unterschied zwischen Öffentlich-Rechtlichen und den meisten Privaten. Der Unterschied ist aber der: Während niemand mich zwingt eine private Zeitung zu kaufen, muss ich zwangsweise Abgaben an die Öffentlich-Rechtlichen zwangsweise abführen.

Ein Beispiel dafür, wie die Öffentlich-Rechtlichen zur Verblödung der Gesellschaft, in diesem Fall Jugendliche, beitragen, ist das Format „Funk“:

https://www.youtube.com/watch?v=eQJnHyaRS9w

Matze

@ Ron und Charly:
wo hat es in Deutschland unabhängige Medien? Es gibt genügend Beispiele, wo
think tanks und andere Institutionen auf die Medien Einfluß nehmen. (wers lustig mag: https://www.youtube.com/watch?v=Q7vmcWWHTWg) Warum gibt es zu vielen Themen wenig kritische Auseinandersetzung auch unter den Medien?
Weil es wahrscheinlich oft schon Vorgaben in Form von „Wordings“ gibt. Beispiel: Wenn jemand in Deutschland die Steuerung der Drohnen der USA in Ramstein, die im Nahen Osten eingesetzt werden, gilt er sofort als links. In der Regel wird aber dieses Thema totgeschwiegen, weil es wahrscheinlich nicht angesprochen werden soll.
Da könnte man mit weiteren Beispielen weitermachen.
Und zudem: Wie soll ein Medium überhaupt unabhängig sein, wenn dort Menschen arbeiten. Jeder Medienmacher in einer Spitzenposition wird versuchen seine Einstellung rüberzubringen.
Unabhängige Medien sind für mich ein Märchen

Charly

Ups? Bin ich hier in einem Pro-AfD-Blog gelandet? Dann kann ich ja auch keine intelligente Reflektion über Medien erwarten. Diese Szene bewegt sich ja bekanntermaßen Postfaktisch.
„Hetze gegen die AfD“? Gibt es irgendetwas Gutes oder Positives über die AfD zu sagen? Ganz klar: Nein. Wie sollte man dann noch hetzen können, wenn diese Partei selbst alles toppt, was es an abstrusen Meinungen und Verschwörungstheorien gibt. Ich wünsche euch dann weiterhin viel Spaß beim auskundschaften der „großen Verschwörungen“.

Theophil Isegrim

Ich hätte in den öffentlich-rechtlichen Sendern gerne eine Sendung mit der thematischen Ausrichtung des Theoblogs. Das wäre ein guter Beitrag um „Verflachung und Segmentierung“ entgegenzuwirken.

Charly

Hallo Ron, dann bin ich ja beruhigt. Lies doch nochmal was ich geschrieben habe: „Wenn du dich mal mit dem Konzept der unabhängigen öffentlichen Medien in Deutschland beschäftigst, wirst du feststellen können, dass es hier tatsächlich eher die Möglichkeit echter unabhängiger Berichterstattung vorhanden ist.“ Ich sprach eindeutig von der Möglichkeit unabhängiger Berichterstattung, nicht davon, dass dies auch so geschieht. Nur muss die Grundlage für Medien entsprechend sein, damit dies überhaupt möglich wird. Werbefinanzierte Medien haben eine solche Grundlage nicht. Von welchen innovativen Medien redest du? Ich weiß von gänzlich unabhängigen Medienstartups, die davon abhängig sind, genug bezahlende User zu haben. Nur eben die, die laut über die Medienqualitäten meckern, sind zu einem guten Teil nicht bereit, für Nachrichten zu bezahlen. (Jeder prüfe sich selbst, in wie weit er in dieses Bild passt.) Platt gesagt: wer genug Geld für Bier und Zigaretten oder andere Luxusartikel hat, hätte ergo auch genug Geld für Qualitätsmedien – wenn er denn wollte. Also, von welcher… Weiterlesen »

Roderich

@Charly, „Hetze gegen die AfD“? Gibt es irgendetwas Gutes oder Positives über die AfD zu sagen? Oh ja. Die AfD ist gegen Gender Mainstreaming, gegen die absurde Euro-Rettungspolitik der Kanzlerin, gegen die Energiewende (also gegen die Abschaltung aller Atomkraftwerke), und vor allem gegen die absurde „es gibt keine Obergrenze“-Politik der Bundeskanzlerin. Man muss längst nicht alles gut finden, was die AfD macht (oder alle Personen darin), aber sie ist in manchen Fragen die einzige Partei, die etwas gegen den Mainstream an zerstörerischer Politik macht. Damit wir nicht aneinander vorbeireden: Wie stehst Du zu: – Homoehe? – Gender Mainstreaming? – Frühkindliche Sexualerziehung mit Darstellung von Perversionen, die alle als „normal“ akzeptieren müssen? – „Keine Obergrenze“ für Flüchtlinge? – Euro-Rettungspolitik und Transferunion ? Bin mal gespannt 🙂 Und die andere Frage: Warum sollte nur Werbefinanzierung die Unabhängigkeit der Presse verhindern? Warum nicht auch ein politischer Rundfunkrat? Und wie steht es mit den linken Sozialwissenschaften an den Unis, wo unsere Journalisten vielfach ausgebildet… Weiterlesen »

Charly

@Ron Ist das so schwer zu verstehen? Die Firmen, die in Medien werben, machen ihre Werbeaufträge durchaus von den Inhalten und der Art der Berichte in den Medien abhängig. Je nachdem, wieviel finanziellen Umfang ihre Werbeaufträge haben, bestimmen sie die Linie der Medien mit. Neben der deutlichen Linie, die die Redaktion des Spiegel fährt, schau einfach mal in die Zeitschrift und sieh dir die Werbeanzeigen (insbesondere die besonders großen) dort an. Die sind es, die mitbestimmen, wie und über was dort berichtet wird. Ok, selten ist es wohl so, dass diese Werbekunden im Vorfeld bestimmen (können). Aber im Nachzug, als Reaktion auf Artikel, bestimmen sie nicht unwesentlich mit. Besonders gut kann man diesen Einfluss in den USA sehen. @Roderich Es tut mir leid, aber wer sich darin verläuft eine derartige Schundpartei positiv zu beurteilen, hat für mich damit schon belegt, zu welchen intellektuellen Leistungen er fähig ist. Habe ich Lust immer und immer wieder nutzlose Diskussionen mit derart denkenden Menschen… Weiterlesen »

Theo

@Charlie: „Neben der deutlichen Linie, die die Redaktion des Spiegel fährt, schau einfach mal in die Zeitschrift und sieh dir die Werbeanzeigen (insbesondere die besonders großen) dort an. Die sind es, die mitbestimmen, wie und über was dort berichtet wird. Ok, selten ist es wohl so, dass diese Werbekunden im Vorfeld bestimmen (können). Aber im Nachzug, als Reaktion auf Artikel, bestimmen sie nicht unwesentlich mit.“

Das interessiert mich. Könnten Sie bitte diese Aussage in Bezug auf den Spiegel an mehreren konkreten Beispielen verdeutlichen, wie Werbekunden (im Nachgang) Einfluss auf die Berichterstattung genommen haben? Danke.

Matze

:
Mich würde mal interessieren, wie Du „unabhängige Medien“ definierst. Beispiel
Nikolaus Blome, lange wichtiger Redakteur beim Spiegel, war zumindest zeitweise Mitglied bei der „Atlantikbrücke“. Schreibt es dann noch unabhängig. Aus meiner Sicht nicht

Charly

@Theo. Ehrlich jetzt? Denkaufgabe: Was wenn wichtige Werbekunden einer Zeitschrift aufgrund der Aussagerichtungen dieser Zeitschrift ihre Werbeaufträge fristlos kündigen? Kommt nicht vor? Aber ganz sicher kommt das so vor. Jede Redaktion lebt vom Umsatz = Auflagenstärke und Werbung. ZB Spiegel oder Stern oder Fokus: gut 50% der gesamten Zeitschrift besteht aus Werbung! Sehr leicht nachprüfbar. Fällt die Auflage, sinkt der erzielbare Werbesatz. Fehlen die Werbekunden, kann keine Auflage produziert und auch keine Löhne bezahlt werden. Beispiel? Wie lange wird wohl ein Pharmamulti in einer Zeitschrift werben, der in seinen Artikeln vor der Anwendung diverser Produkte seines Werbekunden warnt? In den USA und div. anderen „demokratischen“ Staaten beherrschen Parteien und dessen Angehörige einen nicht kleinen Teil der Medien im Land. Unabhängig, weil privatfinanziert? Aber ganz sicher nicht! Etcpp. Das ist dermaßen simpel zu verstehen, dass ich doch sehr verwundert bin, dass es hier anscheinend Leute gibt, die diese Milchmädchenrechnung nicht nachvollziehen können. – – – – – Was mich hier gerade… Weiterlesen »

Theo

@Charly: „Das ist dermaßen simpel zu verstehen, dass ich doch sehr verwundert bin, dass es hier anscheinend Leute gibt, die diese Milchmädchenrechnung nicht nachvollziehen können.“

Das war nicht die Frage. Ich verstehe Ihren Gedankengang sehr wohl. Ich wollte nur fragen, ob Sie ihre Aussage an konkreten Beispielen festmachen können. Ein Beispiel: Aus meiner Sicht hatten die Medien kritisch über den Abgass-Skandal bei VW berichtet, obwohl VW ein großer Werbekunde von Zeitungen ist. (Ich erinnere mich an eine großen „Entschuldigung“-Anzeige von VW in einer Zeitung – an die ich mich leider nicht mehr erinnern kann – wenige Tage nach dem Skandal). Gerne dürfen Sie mich in Bezug auf VW korrigieren oder Ihre Beispiele bringen. Was den Spiegel angeht: Man kann auch als unabhängiges Magazin gegen Kirchen und Glaube agitieren.

Roderich

@Charly,
ich fordere Dich auf, Deine Beleidigungen gegen die AfD zurückzuziehen, speziell, wenn Du eine Sachdiskussion verweigerst.
Zitate: „Schundpartei“; „Nutzlose Diskussionen“; „Wer mit extrem Rechten kuschelt und völlig blödsinnige Verschwörungstheorien frönt“; „ich brauche diesen Müll nicht“; „Du hast keinen wirklichen Schimmer“
(Aber dann natürlich nachschieben „ich sehe die Welt nicht schwarz-weiß“) 🙂

Ansosten würde ich Ron bitten, Dich zu sperren. Denn eine ideologische Hetze, egal ob von links oder von rechts, brauchen wir auf diesem Blog nicht.

Matze

@ Ron,
danke, aber sind nicht gerade die vielen einzelnen Personen in den Medien und auch in der Politik das Problem. Woher erfährt der einzelne auf die Schnelle z.B.
wieviel Putin im „Neuen Deutschland“drin ist und wieviel Atlantikbrücke in der CDU? Wieviele meinungsgeleitete Akteure sind wo und in welcher Richtung?
Der Normalbürger kann doch dies gar nicht auf die Schnelle erfassen, wie die Gewichtung wo ist. Es ist ja nicht offensichtlich, sondern jeder versucht sich möglichst ausgewogen zu geben.
Der Mann auf der Strasse merkt dann, dass was nicht stimmt, ihm oft nicht alles erzählt wird, brüllt dann im Zweifelsfall „Lügenpresse“ und die Einschaltquoten und Verkaufszahlen gehen runter. Ist das dann noch verwunderlich ?

Charly

@Theo: Wie Ron schon richtig anmerkte, wäre ein solch offenes Vorgehen illegal. Doch deshalb anzunehmen, dass Medien (auch Stiftungen), die sich von Werbeträgern abhängig machen, trotzdem immer noch unabhängig sind, wäre doch sehr naiv. Was hier trägt, ist die faktische Abhängigkeit. Wenn solche Konzerne nach bestimmten Artikeln oder -serien für eine Zeit spürbar weniger Werbung schaltet, meinst du, dass merkt die Redaktion nicht? Eine halbwegs gute Redaktion wird auch wissen, welche Überzeugungen oder Werte ihre großen Werbekunden haben. Das worauf ich hier hinweisen will, ist der Fakt, dass die Regelungen unserer öffentlichen Medien im weltweiten Vergleich sehr gut sind und weitgehend echte freie Medien ermöglichen. Ob diese Medien dies dann auch so nutzen, das ist wieder die andere Frage. Letztlich bleibt, dass alle Medien und die Frage nach Objektivität, nach Unabhängigkeit, etc. eine recht komplexe Struktur bilden, die mit schwarz-weiß-Schlagwörtern niemals richtig bewertet werden können. @Roderich: Uhhh jetzt hab ich aber Angst …. Da vertraue ich doch, das Ron selbst… Weiterlesen »

Adler

@Charly Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, dass die Öffentlich-Rechtlichen Sender wirklich unabhängig sind. Dass es sehr enge Verflechtungen mit der Politik gibt, bestreitet niemand. Das Bundesverfassungsgericht hat 2014 den ZDF-Staatsvertrag in Teilen sogar für verfassungswidrig erklärt. Begründung: Die im Grundgesetz verankerte freie Berichterstattung der Medien sei durch die hohe Anzahl von Politikern und staatsnahen Personen im ZDF-Fernsehrat nicht gegeben. Glaubst Du denn ernsthaft, dass der ZDF-Fernsehrat und der ZDF-Verwaltungsrat (um mal beim ZDF zu blieben) keinen Einfluss nehmen (können)? Versteh mich nicht falsch: Man kann natürlich darüber diskutieren, ob das nun gut oder schlecht ist. Aber es steht außer Frage, dass die Öffentlich-Rechtlichen Sender eben nicht wirklich unabhängig sind. Beispielsweise sitzen von den Vertretern der Parteien natürlich nur Vertreter der sog. etablierten Parteien in den entsprechenden Fernsehräten. Ist es Zufall, dass über die AfD praktisch nur negativ berichtet wird? (Das ändert nichts daran, dass man die AfD natürlich auch kritisieren soll, aber das gilt für die anderen Parteien… Weiterlesen »

Charly

@Adler: „Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, dass die Öffentlich-Rechtlichen Sender wirklich unabhängig sind. Dass es sehr enge Verflechtungen mit der Politik gibt, bestreitet niemand. “ – Jo, ich auch nicht. „Das Bundesverfassungsgericht hat 2014 den ZDF-Staatsvertrag in Teilen sogar für verfassungswidrig erklärt.“ – Wie man sehen kann, funktionieren also die demokratischen Kontrollorgane. 🙂 „Glaubst Du denn ernsthaft, dass der ZDF-Fernsehrat und der ZDF-Verwaltungsrat (um mal beim ZDF zu blieben) keinen Einfluss nehmen (können)?“ – Öhm … der Rundfunkrat ist da um Einfluss zu nehmen. Ich zitiere mal Wikipedia: „Ein Rundfunkrat überwacht die Einhaltung des gesetzlichen Sendeauftrags. Zudem soll der Rundfunkrat im Sinne des vom Gesetzgeber erdachten Vielfaltssicherungskonzepts die Offenheit des Zugangs zum Programm der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten für verschiedene gesellschaftlich relevante Gruppen garantieren. Der Rundfunkrat bestimmt jedoch nicht die Programmplanung, diese ist Aufgabe des Intendanten. Der Rundfunkrat berät ihn lediglich im Hinblick auf die Programmgestaltung.“ Sprich: Der Rundfunkrat hilft im Vorfeld Rahmenbedingungen zu setzen und reagiert dann zumeist auf… Weiterlesen »

Roderich

Charly, Aber so wie die AfD zB mit Medien umgeht, muss man nicht erwarten, dass die Medien mit der AfD besonders zuvorkommend umgehen. Das verwechselt Ursache und Wirkung. Es gibt seit Jahren eine Art „Sperrfeuer“ der Mediokratie (der sich freiwillig gleichschaltenden unabhängigen Presse) gegen die AfD. (Mag sein, dass einige in der AfD im Umgang mit den Medien unprofessionell sind, aber wenn es klar ist, dass die Medien – so auch die ARD in den Talkshows noc immer – die AfD sowieso in die Pfanne hauen wollen, ist eine gewisse Vorsicht verständlich). Noch etwas: mir scheint, Du verwechselst Pegida mit AfD. Wir sollten uns bei der Auseinandersetzung mit der AfD an das offizielle Parteiprogramm halten. Da hast Du bislang noch nicht gezeigt, was Dir daran missfällt. (Es geht mir nicht darum, dass andere Meinungen blockiert werden sollen, aber Du kannst nicht hier die AfD schlechtmachen, und Dich dann der Diskussion verweigern, WAS genau schlecht sein soll. Bitte zeige es anhand… Weiterlesen »

Johannes Strehle

Die FAS hat am 10. 01. Unter der Überschrift „Wer meckert, fliegt raus“
über das polnische Vorhaben berichtet,
die öffentlich-rechtlichen Medien direkt dem Staat zu unterstellen.
Untertitel: „Die Aufregung über Polen ist groß.
Aber sind die öffentlichen Sender wirklich freier in allen anderen Ländern?“
Aus diesem Anlass hat die FAS (vorbildlich) informiert über die Bedingungen in
Polen (Reporter-ohne-Grenzen-Index der Pressefreiheit: Platz 18),
Spanien (ROG-Index: Platz 33),
Italien (ROG-Index: Platz 73),
Österreich (ROG-Index: Platz 8),
Großbritannien (ROG-Index: Platz 34),
Frankreich (ROG-Index: Platz 38),
Ungarn (ROG-Index: Platz 65) und
Deutschland (ROG-Index: Platz 12).
Fazit:
„Das ist vielleicht das Beunruhigendste am deutschen Gebührenfernsehen:
dass alle Bedingungen für eine kritische Berichterstattung gegeben sind.“
Im Übrigen schätze ich die Medienkritiker der FAZ und FAS.

Johannes Strehle

Ich würde selbstverständlich nie Mitglied einer Partei sein, wenn ich nicht im Großen und Ganzen mit dem Programm einverstanden wäre. Aber ich würde auch nie Mitglied einer Partei sein, wenn ich nicht mehr oder weniger mit dem Führungspersonal einverstanden wäre. Meine Frau und ich sind nach der Machtergreifung Petrys auf dem Parteitag in Essen aus der AfD ausgetreten. Ich war bei diesem Parteitag dabei. Ohne das Förderprogramm Angela Merkels und ihres Gefolges hätte die AfD heute nicht mehr Bedeutung als die NPD. So aber erfüllt sie eine wichtige Funktion: nämlich für Protestwähler. In Schweden mussten erst 25 Prozent der wahlberechtigten Bürger in Umfragen für die Schwedendemokraten votieren, bis der Block der selbstherrlich gewordenen etablierten Parteien mit Tränen in den Augen bereit war, die kritischen Bürger nicht länger zu ignorieren und den Kurs seiner Politik zu korrigieren. Ich finde, seit die AfD zum Machtfaktor geworden ist, berichtet und kommentiert die FAZ ziemlich neutral bis wohlwollend. Außerdem sorgt die AfD mit immer… Weiterlesen »

Adler

Strehle

Wenn mehr konservative Christen bereit wären, sich im Sinne von Abraham Kuyper und William Wilberforce politisch zu engagieren, wäre Deutschland weniger linkslastig.

Das Problem in Deutschland ist aber, dass selbst viele konservative Christen linkslastig sind. Für viele ist der Staat eine Art Götze und der Hass gegen die freie Marktwirtschaft ist sehr groß. Viele Deutsche sind leider Freiheitshasser. Die deutschen Christen kapieren einfach nicht, dass wir längst im Sozialismus leben. Wer die Bibel wirklich ernst nimmt, der muss für die freie Marktwirtschaft kämpfen! Aber der Staatsglaube ist hier einfach zu stark.

Roderich

@Adler,
ja, das stimmt. Seit Bismarcks Sozialstaat (und schon eher) rufen wir immer nach dem Staat, um Probleme zu lösen. Da nimmt der Staat in der Tat für viele oft die Rolle ein, die früher die Vorsehung Gottes hatte.
Die Folgen sind ja offensichtlich: Wirtschaft im Niedergang (bei unserer riesigen Staatsquote, enormer Bürokratie, hohen Regulierungen etc. gar kein Wunder).

Es wäre ja schon schön, wenn wir mal eine Flat Tax von, sagen wir, 10-15 % hätten (ohne Ausnahmen, und nur eine Steuer). Sozusagen als erster Schritt.
Die sehr komplizierten Steuerregeln, die vielen Ausnahmen, die Wirtschaftssubventionen etc. sorgen dafür, dass wir ständig noch mehr nach dem Staat und seinen Regelungen schauen, und sei es nur, um Schlupflöcher zu finden.

Johannes Strehle

Ich habe heute meiner Frau über Abraham Kuyper vorgelesen. Zitate aus dem Buch von Kolfhaus (V Dr. Kuyper als Journalist und Schriftsteller) „Pressearbeit war für Kuyper nichts Fremdes. Er liebte sie und nannte die Presse eine Gabe Gottes.“ „Vom 1. Januar 1871 bis 31. März 1872 ist das Wochenblatt unter seiner Leitung erschienen und wurde ihm ein willkommenes Werkzeug, seine Gedanken über Freiheit der Kirche, der Schule und des Volkes zu entwickeln und die Leser für diese hohen Ideale zu gewinnen und zu begeistern.“ „Kuyper täuschte weder sich noch seine Leser über die Mühe des Weges: „Wir arbeiten auf lange Sicht. Uns ist es zu tun um den endlichen Sieg unseres Prinzips, nicht um den Scheintriumph des Augenblicks. Selbst wenn es sich herausstellt, dass die scharfe Betonung unseres Prinzips viele unserer eigenen Leute abschreckt, unsere Wählerzahl sinken lässt und die Zahl unserer Abgeordneten vermindert, so müssen wir uns dieses Verlustes für den Augenblick trösten, um in der Zukunft der Überwindung… Weiterlesen »

Adler

@Roderich

Es wäre ja schon schön, wenn wir mal eine Flat Tax von, sagen wir, 10-15 % hätten (ohne Ausnahmen, und nur eine Steuer).

Ja, das wäre super! Nur leider sind die Deutschen berühmt-berüchtigt dafür, neidisch zu sein auf Leute, die mehr verdienen, als sie selbst. Der Deutsche mag Reiche nicht, weil das zu sehr gegen sein Ego ist.

Johannes Strehle

@ Adler „Ja, die Deutschen haben schon lange besonders ausgeprägte Probleme mit der Freiheit. Heinrich Heine schrieb Anfang des 19. Jahrhunderts: „Der Engländer liebt die Freiheit wie sein rechtmäßiges Weib, er besitzt sie, und wenn er sie auch nicht mit absonderlicher Zärtlichkeit behandelt, so weiß er sie doch im Notfall wie ein Mann zu verteidigen. Der Franzose liebt die Freiheit wie seine erwählte Braut. Er glüht für sie, er flammt, er wirft sich zu ihren Füßen mit den überspanntesten Beteuerungen, er schlägt sich für sie auf Tod und Leben, er begeht für sie tausenderlei Torheiten. Der Deutsche liebt die Freiheit wie seine alte Großmutter …“, die er hin und wieder sonntags im Pflegeheim besucht (meine Ergänzung). Und die weitere Geschichte dürfte diese besondere Prägung noch verstärkt haben: Die preußische Vorherrschaft an Stelle der Wiener. („Andere Staaten besitzen eine Armee, Preußen ist eine Armee, die einen Staat besitzt.“) Ich nehme an, dass viele der Deutschen mit mehr Mut, Initiative, Risikobereitschaft und… Weiterlesen »

Adler

Strehle

„Dass selbst viele konservative Christen linkslastig sind“, liegt daran, dass Denken nicht zu den Stärken der konservativen Christen gehört.

Ja, leider ist das so. Viele Christen plappern einfach nur nach, was ihnen der Zeitgeist vorgibt. Sie sind zu faul und harmoniesüchtig, um selbst nachzudenken. Das Grundproblem ist, dass der Pietismus immer noch extrem stark die deutschen Evangelikalen prägt. Wir müssen endlich kapieren, dass der Pietismus ein Gegner ist, den wir bekämpfen müssen! Für viele (wenn auch nicht alle) Fehlentwicklungen ist der Pietismus (mit-)verantwortlich.

Wir müssen den Kampf der Gedanken führen. Dazu müssen wir Anti-Pietisten sein!

Roderich

dass der Pietismus ein Gegner ist Hmmm… Wenn man bei einer bestimmten Richtung manche Fehlentwicklungen sieht, ist es vermutlich effizienter, eine positive Alternative zu vertreten. (Sonst müsste man wohl fast Gegner von allen anderen Gruppen sein, und wäre plötzlich recht isoliert…). Ich glaube, Luther und Calvin haben zwar einerseits scharfe Kritik an den Problemen der kath. Kirche geübt, haben aber v.a. auch eine eigenes Positivprogramm gehabt: das klare helle Evangelium, den lebendigen gelebten Glauben. Also statt „Euer Quietismus und Eure quasi-dualistische Jesu-monistische anti-intellektuelle Einstellung ist unbiblisch“ würde ich lieber positiv sagen: „Wir brauchen eine gemeinsame Rückbesinnung auf die Souveränität Gottes über alle Lebensbereiche, und wir sollten den Verstand genauso wertschätzen wie Jesus und Paulus es taten“ etc. Dem würden wohl viele Pietisten heute zustimmen. Und ich fürchte, Leute sind nicht mehr so stark über bestimmte „Richtungen“ definiert; das ist leider eine der Negativfolgen der Postmoderne, die dazu führt, dass wir alle, auch unsere eigenen, Überzeugungen ohnehin relativieren. (Der Heilige Geist… Weiterlesen »

Johannes Strehle

@ Adler und Roderich Zum Reformationstag ein Anschlag: Es ist wirklich Zeit für die kritische Aufarbeitung und Bewertung des Pietismus. Aber wer soll sie leisten? Es müsste jemand wie Francis Schaeffer („Das große evangelikale Desaster“) sein. Die Diener-Kontroverse markiert das nicht unerwartete Ableben des Patienten nach langem Dahinsiechen. Die Diener-Kritiker und ihre Vorläufer haben das Sterben so lange wie möglich verzögert, da sie weder bereit noch fähig waren, entweder eine Reformation zu betreiben oder dem Pietismus den Gnadenstoß zu versetzen. Jetzt üben sie sich in der Kunst der Einbalsamierung: Die Hülle muss erhalten bleiben. Diener ist immer noch Vorsitzender der sog. Evangelischen Allianz und bestärkter Präses des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes. Das Thema Homosexualität ist nur ein ablenkendes Symptom für den Kern: Jeder soll selbst mit Gott klären, was Sünde ist. Das zu akzeptieren, nennt der Gnadauer Verband „Kultur der Barmherzigkeit“. „Jeder soll nach seiner Façon selig werden“ ist ein wichtiger staatlicher Grundsatz für Religionsfreiheit. Innerhalb einer Religion ist er Ausdruck ihrer… Weiterlesen »

Adler

@Johannes Strehle Es ist wirklich Zeit für die kritische Aufarbeitung und Bewertung des Pietismus. Es ist allerhöchste Zeit! Der Pietismus hat so viele Christen versaut, dass sie zu blöd sind, um überhaupt noch irgendwas zu peilen! Aber wer soll sie leisten? Es müsste jemand wie Francis Schaeffer sein. Genau so jemanden brauchen wir. Aber in Deutschland kannst Du lange suchen. Da gibt es fast nur noch Dummköpfe, Feiglinge, Schwächlinge, Heulsusen, Harmoniesüchtige, Einheitsfanatiker und Erzliberale. Und selbst wenn es so jemanden geben würde, eines ist doch klar: Die deutschen Christen würden ihm zuerst in den Rücken fallen! Ansonsten hinken sie als ewige Protestanten in eingespielten Ritualen mit und tragen zur finanziellen und institutionellen Stabilisierung der Kirchen bei. Dabei sind die Landeskirchen so ziemlich das Antichristlichste und Gottloseste, was Deutschland zu bieten hat. Wer in solchen Organisationen Mitglied bliebt, der macht sich mitschuldig! Eine Variante für die nachhaltige Aushöhlung des Christentums ist der Pietismus. Und die Pfingstbewegung und die Charismatische Bewegung sind… Weiterlesen »

Roderich

@Adler,
dann geh doch den Leuten mit gutem Beispiel voran: halte Predigten, die sowohl erbaulich und gewinnend sind, als auch seichte Theologie vermeiden.
Kritisches Denken ist gut, aber eine reine Anti-Haltung wird Leute nicht gewinnen / bewegen können.

Aber ich befürchte: In Deutschland ist es zu spät. Die Verblendung ist zu groß. Der Zug ist abgefahren!

Zum Glück hat Luther das nicht gesagt, obwohl es damals große Verblendung gab, sondern er hat munter das Evangelium gepredigt. – Ob es irgendwo zu spät ist, liegt in Gottes Ermessen. (Denn für Gott ist nichts unmöglich).

Adler

@Roderich

Kritisches Denken ist gut, aber eine reine Anti-Haltung wird Leute nicht gewinnen.

Ja, da stimme ich Dir absolut zu: Es reicht nicht nur dagegen zu sein. Wir dürfen uns nicht nur über Abgrenzung definieren, sondern wir müssen auch ganz klar sagen, wofür wir sind, nämlich z.B. für die biblische Unfehlbarkeit, für den Fünf-Punkte-Calvinismus, für den Cessationismus, für die freie Marktwirtschaft u.v.m.

Aber daraus folgt dann eben immer auch die Abgrenzung: z.B. gegen Bibelkritik, gegen Arminianismus, gegen die charismatische Bewegung, gegen den Pietismus, gegen jeden Anti-Kapitalismus u.v.m.

Luther hat munter das Evangelium gepredigt.

Natürlich sollen wir das Evangelium verkündigen! Ich wollte ja nur sagen: Ich befürchte, dass es in Deutschland viel schlimmer ist, als viele Christen auch nur erahnen. Die Lage in Deutschland ist meiner Meinung nach hoffnungslos. Natürlich kann Gott Wunder schenken. Aber er muss es nicht tun.