E21-Konferenz: Q & A

Während der Evangelium21-Konferenz 2017 in Hamburg gab es mehrere Fragerunden mit den Hauptrednern Al Mohler, Ligon Duncan, David Platt, Mark Dever und zusätzlich Wolfgang Wegert. Die Frage- & Antworten-Runden (Q & A) sind aufgenommen worden und können hier nachgehört werden.

E21Q A

Eine Fragerunde mit David Platt und Ligon Duncan. Links Matthias Lohmann als Übersetzer, Ron Kubsch als Moderator rechts (Bild: E21).

Kommentare

  1. Schandor meint:

    Ganz interessant die erste Frage an Dr. Mohler.
    Seine Antwort hört dort auf, wo meine Frage beginnt.
    Man kann nicht Christus von der Schrift trennen, klar, denn wir wissen ja erst aus der Schrift von ihm und nicht anders.
    Dennoch stellt sich die Frage:
    Welchen Christus müssen wir als schriftleitendes Prinzip (Hilfsausdruck) erheben:
    Den neuen Gesetzeslehrer? (Bergpredigt)
    Den auferstandenen Herrn?
    Den, der sich solidarisch stellt zu den Zöllnern und Sündern?
    Den, der zur Rechten Gottes sitzt?
    Den, den Luther uns vor Augen gemalt hat als den Gekreuzigten?

    Der Hinweis, Christus könne man nicht zerteilen, trifft hier nicht.
    Um ein Evangelium zu haben, muss der auferstandene Herr, der die Existenz eines hoffenden (!) Menschen erhält, diesen ganz umgreifen, ganz erlöst haben.
    Das aber lassen die unzähligen Paradoxien und Unverrechenbarkeiten zwischen Imperativ und Indikativ gerade nicht zu. In der Spannung leben also? Dann aber keine Heilsgewissheit! Und damit auch kein Heil.
    Das ist ja gerade der Grund für die ausgemachte Tatsache, dass die Reformierten kein Evangelium haben, genauso wenig wie Methodisten und andere, Lutheraner ausgenommen.
    Wie könnte man diese Frage beantworten?

  2. Stephan meint:

    „… erhält, diesen ganz umgreifen, ganz erlöst haben.“
    Gegenfrage: gibt es einen Anlass anzunehmen, dass es nur teilweise Erlösung gibt? Oder nur ein bischen Rettung?

    Wenn Jesus sagt, dass die ganze Schrift von ihm zeugt, dann kann ich keine Rosinenpickerei (den auferstandenen oder doch nur den gekreuzigten Herrn) betreiben. Dann mache ich mir die Mühe, nach Annahme des Evangeliums, Jesus auch im AT zu entdecken, nicht nur sein offenkundiges Wirken / Auftreten (Melchisedek), sondern auch die Hinweise (meines Herrn Herr, Engel des Herrn, usw.).

    Aber auch gilt:
    der Schächer am Kreuz ist ohne ausführliches Schriftstudium errettet worden, allein auf Glauben und Vertrauen hin (im Sinne von Joh 3,16). Das gilt aber auch für die Glaubenshelden des AT, die im Hebräerbrief angeführt werden.
    Da unsereiner noch etwas Lebenszeit hat und Frucht bringen soll, haben wir die Gelegenheit geschenkt bekommen, jetzt schon mehr über Jesus aus der Schrift heraus erkennen zu können. Da bin ich ganz dankbar für.

    Den in der Schrift bezeugten Jesus kann man nicht teilen, da hat nicht eine Denomination mehr oder weniger von ihm. Entweder haben die einen völlig anderen Jesus (z.B. den, den die Katholiken jeden Sonntag erneut schlachten, um Sündenvergebung zu erhalten), oder haben teilweise unterschiedliche theologische Detailauslegungen, wobei anhand der Schrift geprüft werden müßte, ob diese Details denn heilsentscheidend sind.
    Im Hinblick auf den anderen Diskussionsthread halte ich es eher mit Spurgeon: es ist recht unwichtig, ob jemand mehr oder weniger oder gar kein Calvinist ist. Ich denke, Satan lacht sich ins Fäustchen, wenn er sieht, wieviel unserer Lebenszeit in diese Diskussion gesteckt wird …
    Es gab genügend andere Punkte, warum Spurgeon sich aus seinem Bund gelöst hat. Für mich z.B. ist die Fragestellung, ob es eine Jungfrauengeburt war, sehr viel relevanter, denn wenn jemand die Jungfrauengeburt ablehnt, dann glaubt er in Konsequenz sowohl an einen anderen Jesus als auch an ein anderes, unbiblisches Menschbild. Spurgeon hatte eine ganze Reihe „unverhandelbarer“ Punkte, Dogmen, wo er keine Abweichungen duldete. Und die Liste ist so ziemlich deckungsgleich mit dem, was ich auf den E21-Webseiten lese als Grundsätze.

  3. Schandor meint:

    @Stephan

    Ja, das ist nichts für Dich, das versteh ich schon. Aber es gibt sich eben nicht jeder mit so einfachen Erklärungen (die ncihts erklären) zufrieden. Gib Dich damit zufrieden 😉

  4. Stephan meint:

    Da gebe ich mich gern mit zufrieden 😉 Ich versteh nur nicht, wieso Du manche Sachen immer so verkomplizieren mußt, oder vermeintlich komplexe Fragen zu Themen auftust, auf die es einfache Antworten gibt.
    Wenn Du ein „schriftleitendes Prinzip“ suchst, um Jesus zu charakterisieren zw. zu identifizieren:
    Nimm das Gleichnis des barmherzigen Samariters, da geht es um Errettung, und bei genauer Textanalyse wirst Du erkennen können, dass dort der gesamte Heilsplan Gottes in Kurzform steht, von Adam angefangen bis hin zur Gemeinde Gottes, und wenn es sein müßte, könnte man dort auch Aussagen zur Prädestination ableiten. Oder auch feststellen, dass es keine teilweise Erlösung gibt, aber Heilsgewissheit.
    Samariter = Jesus = Erretter. Und mit dem Erretter hast Du Dein „schriftleitendes Prinzip“.

  5. @Schandor

    Das aber lassen die unzähligen Paradoxien und Unverrechenbarkeiten zwischen Imperativ und Indikativ gerade nicht zu. In der Spannung leben also?

    Was für Paradoxien und Unverrechenbarkeiten? Ich sehe keine! Wo soll das Problem sein?

    Wie könnte man diese Frage beantworten?

    Welche Frage? Dir ist es noch gar nicht gelungen, das angebliche Problem aufzuzeigen!

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