„Fake Science“ mit Künstlicher Intelligenz

Dass Nonsens-Aufsätze es schon mal in anerkannte wissenschaftliche Journale schaffen, wissen wir. Die Sokal-Affäre war dafür ein sehr prominentes Beispiel. Sokals Beitrag war in postmodernem Gestus formuliert und gab vor, die Quantengravitation als linguistisches und soziales Konstrukt zu deuten, wobei die Quantenphysik die postmodernistische Erkenntniskritik scheinbar bestätigt.

Laut einer neuen Studie wird die Lage neuerdings noch undurchsichtiger, da immer mehr Artikel publiziert werden, die mit Unterstützung Künstlicher Intelligenz geschrieben werden. Die FAZ berichtet:

Unsinnige wissenschaftliche Artikel, deren Inhalt erfunden ist, finden immer häufiger Eingang in anerkannte akademische Zeitschriften. Das ergibt eine Studie, die der Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Bernhard Sabel, zusammen mit seinen Mitarbeiterinnen Emely Knaack und Mirela Bilc sowie in Kooperation mit Gerd Gigerenzer vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin auf dem „elife preprint server“ publiziert hat. Die Studie wird in diesen Tagen in der Fachzeitschrift „Science“ kommentiert.

Länder mit hohem Fälschungsanteil sind der Studie zufolge Russland, Türkei, Ägypten, China und Indien mit Werten zwischen 39 bis 48 Prozent aller veröffentlichten Arbeiten, wobei absolut betrachtet China mit 55 Prozent das Ranking anführt.

Mehr (hinter einer Bezahlschranke): www.faz.net.

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2 Kommentare
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Udo
9 Monate zuvor

Die Aussage „Folgt der Wissenschaft“ wird zukünftig noch mehr kritisch zu hinterfragen sein. Menschliches Wissen bleibt fehlerbehaftet und mit KI mehr denn je anfällig für Manipulation, Einseitigkeit und Irrtum.

Felixpe
9 Monate zuvor

@Udo: Blinder Glauben ist niemals eine gute Idee. Weder bei Religion, noch bei Wissenschaft oder sonst irgendwo. Alles muss kritisch hinterfragt werden.

Skeptizismus ist grundsätzlich gut, man muss aber höllisch aufpassen, dass man nicht selber in Dogmatismus verfällt. Dass man z.B. versucht, Beweise kleinzureden, weil sie einem nicht in seine Lieblingstheorie reinpassen, anstatt dass man seine Lieblingstheorie verwirft, wenn sie nicht mit den Fakten vereinbar ist. Komplett falsch ist es, Wissenschaft schon aus Prinzip abzulehnen.

»Folgt der Wissenschaft« ist schon richtig. Aber nicht blind. Also »Folgt der Wissenschaft, aber fragt nach der Methodik und verlangt Zugriff auf die Rohdaten.«. 😀

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