Frankreichs Enthüllungsbücher

Frankreich wird derzeit durch Enthüllungsbücher über Inzest und Pädosexualität erschüttert. Höchste Kreise des Landes sind betroffen (siehe hier und hier). Camille Kouchner, die eines dieser Werke geschrieben hat, ist die Tochter von Evelyne Pisier und Bernard Kouchner. Ihre Mutter war militante Feministin, eine Zeit lang sogar die Geliebte von Fidel Castro. Der Vater war einst Außenminister, Präsident des Rats der Europäischen Union und hat „Ärzte ohne Grenzen“ begründet. Er gehörte zum Kern der sogenannten „Neuen Philosophen“ um André Glucksmann und Bernard-Henri Lévy.

Was die Sache jenseits des Kinderleids so bedrückend macht: Das ideologische Futter für Entkriminalisierung der Pädosexualität wurden von französischen Intellektuellen schon in den 70-er Jahren bereitgestellt. Es waren Lehrer, die in der Pädagogik und Philosophie der Postmoderne nach wie vor hohes Ansehen genießen, unter ihnen Michel Foucault, Roland Barthes, Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir und der besagte Bernard Kouchner. An diesen Autoren kommt kaum jemand vorbei, der heute ein Lehramt oder Pädagogik studiert, wobei über ihre „Theorien“ nur selten kritisch reflektiert wird.

Danny Michelsen beschreibt in dem von Franz Walter et. al. herausgegeben Buch Die Grünen und die Pädosexualität (2015, S. 23) die Ereignisse rund um den „Offenen Brief zur Überarbeitung des Gesetzes über Sexualdelikte an Minderjährigen“:

Die Regulierung sexueller Praktiken, gerade auch die Sanktionierung von Perversionen, wurde von vielen jungen, sich als fortschrittlich verstehenden Sexualforschern ausschließlich als Herrschaftsinstrument interpretiert, durch das die gesunde sexuelle Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gestört werde. Wenn manche von ihnen die Gefahren »asozialer« Triebregungen betonten, versicherten sie zugleich, dass der Sexualtrieb »seine eigene Ordnung« habe, »die sich desto wirkungsvoller durchsetzt, je ungestörter durch äußere Hemmungen die sexuellen Bedürfnisse befriedigt werden können«. Diese Überzeugung floss in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden in die Debatten rund um die Reformierung des Sexualstrafrechts ein. Der deutsche Gesetzgeber differenzierte 1973 die bislang geltenden Unzuchtstatbestände aus und schuf so einen »strafrechtlichen Rundumschutz des Kindes vor sexuellen Kontakten jeglicher Art mit einem Erwachsenen«.

In Frankreich gab es ähnliche Bestrebungen; 1977 unterzeichneten jedoch zahlreiche Gelehrte und Schriftsteller eine Petition gegen ein Gesetz, das Sex mit Kindern unter 15 Jahren unter Strafe stellen sollte: Neben Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir, Jacques Derrida und Roland Barthes hatte auch Michel Foucault, der zur selben Zeit mit seinem diskursanalytischen Ansatz die historische Erforschung der Sexualität in neue Bahnen lenkte, sich gegen das Gesetz ausgesprochen. Eines seiner Hauptargumente lautete: Der moderne Staat stilisiere Pädophile zu gefährlichen Individuen und benutze sie, um immer tiefere Eingriffe in das Sexualleben der Bürger zu rechtfertigen. Dabei, so Foucault, sei es vermessen, von psychiatrischen Gutachtern anzunehmen, dass sie die Wünsche von Kindern deuten könnten und dass es so etwas wie eine essentielle »Natur« der kindlichen Sexualität gebe. Seines Erachtens gebe es keinen Grund, warum sexuelle Beziehungen, in die Kinder einwilligen, nicht erlaubt sein sollten: »Jedenfalls hat eine gesetzlich festgelegte Altersgrenze keinen Sinn. Noch einmal, man kann dem Kind zutrauen, selbst zu sagen, ob ihm Gewalt angetan worden ist oder nicht.«

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3 Kommentare
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Udo

Hier ein schon etwas älterer Artikel zur Pädophilenbewegung in Deutschland: https://www.dijg.de/paedophilie-kindesmissbrauch/normalisierung-allianzen-lobby/

Man darf davon ausgehen, dass pädophile Gruppen im Schlepptau von anderen „sexuellen Befreiungsgruppen“ weiterhin subversiv aktiv sind. Wenn man sich die sexuelle Desorientierung in der westlichen Gesellschaft anschaut, fragt man sich, wie lange es noch dauert, bis auch dieser Grenzzaun eingerissen wird. Römer 1, 18ff. Umso wichtiger, dass die christliche Gemeinde bei sexualethischen Themen klare Orientierung bietet, anstatt sich wegzugucken oder durch eigene Orientierungslosigkeit ein jämmerliches Bild abzugeben.

Chrissen

Lieber Ron, es ist entsetzlich, daß auch heute immer noch bestimmte politisch-ideologische Kreise daran arbeiten, Pädophilie sowie Pädosexualität als etwas Gutes in die Gesellschaft zu integrieren. Wenn zum Beispiel die Frühsexualisierung, die von einigen Gruppen aus dem Dunstkreis links-grüner Ideologie betrieben wird, weiter voranschreitet, sehe ich sehr dunkle Zeiten für Kinder und Jugendliche sowie für jene Erwachsenen, die diese Kinder und Jugendlichen schützen wollen, denn wer sich der links-grünen Sexualideologie verweigert, wird schnell Haß und Hetze erleiden bis hin zum Rufmord, man sei „rechtsextrem“, in bestimmten Zusammenhängen „homophob“ oder ein „Nazi“ … Ich als schwuler Mann muß da auch auf mich selbst zurückgreifen und mich ermahnen, denn leider wird gerade bei den Bereichen „Homosexualität“ und „Geschlechtsidentität“ vermehrt massiv und aggressiv bei Kindern und Jugendlichen geworben. Wenn ich dann an meinen 11-jährigen Neffen und meine 7-jährige Nichte denke, möchte ich sie davor beschützen, denn sowohl meine eigene Homosexualität als auch die Bisexualität der Schwester meiner Schwägerin waren nie ein Thema im… Weiterlesen »

Last edited 2 Monate zuvor by Ron

[…] Dieses Bekenntnis heizt in Frankreich die Debatte über die Entkriminalisierung der Pädosexualität weiter an. Führende französische Intellektuelle, darunter Michel Foucault, Roland Barthes, Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir, forderten 1977 in einer Petition die Freigabe von Sex mit Kindern unter 15 Jahren (vgl. dazu hier). […]