Kritiker der „Ehe für alle“ wegen Volksverhetzung angeklagt

Ein Biologie-Professor bringt in einem Interview zum Thema „Ehe für alle“ Homosexualität mit Pädophilie in Verbindung. Nun steht der Mann wegen Volksverhetzung vor Gericht. Ich hätte nicht gedacht, dass ich einmal Ulrich Kutschera unterstütze. Ich hoffe, er hat gute Anwälte und faire Richter.

Der 64 Jahre alte Beschuldigte ist wegen umstrittener Äußerungen über Homosexuelle angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem Volksverhetzung in Tateinheit mit Beleidigung und Verleumdung vor. Zum Prozessbeginn stellte die Verteidigung 14 Beweisanträge. Sie will durch Mediziner und Forscher belegen, dass die Äußerungen des Uniprofessors auf wissenschaftlichen Erkenntnissen fußen und keine Beleidigung Homosexueller darstellen.

Hier: www.faz.net.

Kommentare

  1. Hannes meint

    Deutschland hat sich abgeschafft. Die neuen Hitler kommen.

  2. Stephan meint

    Tja, der Mann hat ein paar vielen Leuten auf die Füße getreten.
    – Er ist Mitglied im Kuratorium der AfD-nahen Erasmus-Stiftung
    – Zitat: „Nichts in den Geisteswissenschaften ergibt einen Sinn außer im Lichte der Biologie“
    – er ist mit den Feministen aneinander gerasselt
    – er kritisiert Gender-Forschung
    – und dann übt er noch Kritik an der Ehe für alle und warnt vor den möglichen Folgen
    – und sagt so Dinge wie „Kinder haben ein Natur-Recht auf Vater und Mutter“
    (bis hierhin alles auf der Wikipedia-Seite zu ihm nachlesbar)

    Ich glaube dem Mann durchaus, dass er hinreichend Studien und Beweise vorlegen kann, die seine Meinung untermauern. Von daher wird das Ergebnis des Prozesses spannend: muss sich die Wissenschaft der Ideologie unterordnen? Leben wir noch in einem Staat, der Freiheit der Forschung und Lehre ebenso wie Meinungsfreiheit hochhält, oder ist es schon ein totalitäres Regime?

  3. Scheint so, als wäre Herr Prof. Kutschera mit seiner Einschätzung nicht allein:

    https://www.aerzteblatt.de/archiv/66998/Studie-Gefaehrdung-der-Jungen

    „Insgesamt ist nach einer Analyse von 19 Einzelstudien die Wahrscheinlichkeit, ein Kind sexuell zu missbrauchen, bei homosexuell Lebenden zwölfmal höher als bei heterosexuell Lebenden. Bei bisexuell Lebenden ist sie sogar 16-mal höher…“

    Ob das so stimmt und was jetzt auf dem Gebiet stimmt, weiß ich nicht. Ich finde jedenfalls, dass es möglich sein muss, über das Thema offen zu sprechen, Argumente, Informationen und Meinungen austauschen zu können, auch öffentlich.

    So sicher, wie wirklicher Hass auf Homosexuelle schlimm ist, ist es auch schlimm, wenn z.B. die Frage, ob das Missbrauchrisiko bei Homopaaren, die ein Kind adoptiert haben, größer ist als bei Heteropaaren, noch nicht einmal diskutiert werden darf.

    Bei dem Geschlechterthema und bei der Genderideologie geht überhaupt recht schnell das übliche Geschrei los, wenn jemand typische Einstellungen aus dem linksgrünen/feministischen Lager in Frage stellt oder biologisch argumentiert. Mehr dazu, gerade auch zum biologischen Hintergrund des Geschlechterthemas, bei mir

    http://www.verlag-natur-und-gesellschaft.de

  4. Der Volksverhetzungsparagraph ist doch schon ein klasse Paragraph, da kann man jeden Andersmeinenden, selbst wenn er irgendwas wissenschaftlich untermauert oder aufgrund seines Glaubens begründet, verklagen.

  5. Roderich meint

    @Rolf,
    ja, zumal die „Gefährdung des öffentlichen Friedens“ sehr willkürlich ausgelegt werden kann. Der kann ja schon gefährdet sein, wenn eine weltanschauliche Gruppe mit einer anderen Meinung einen Protest organisiert.
    Gesinnungsjustiz. Wenn man angebliche „Rechte“ mit Nazimethoden verfolgt, hat man irgendetwas nicht verstanden.

  6. @Hannes. Stimmt zu Hitlers Zeiten wurden die Homosexuellen ja auch ganz übel verfolgt.

  7. Schandor meint

    @Nik

    Naja, ich hab das anders verstanden: Hitler hat die Homosexuellen verfolgt, die neuen Hitler (die, die Hannes vermutlich meint) verfolgen halt jetzt die Heteros.

  8. Stephan meint

    @Nik
    Und weil das so war, müssen wir natürlich gar nichts daraus lernen und dürfen daher heute Andersdenkende / Anderslebende verfolgen? So nach dem Motto: rechte Gewalt ist/war schlecht, rote Gewalt ist/war gut und moralisch gerechtfertigt? Doppelmoral ist schon eine tolle Sache, man vermeidet damit das Denken und das Auseinandersetzen mit den Argumenten des Gegenübers.
    @Schandor:
    Ich habe den Nik da ganz anders verstanden.

  9. Roderich meint

    @Stephan,
    ich glaube, Nik denkt einfach an süße Rache. Weil früher die Homos verfolgt wurden, wäre es gut, wenn jetzt im Gegenzug 80 Jahre später einige nicht-Homos verfolgt werden, die zwar damals nicht am Leben waren, die nichts damit zu tun hatten, die selber Verfolgung ablehnen, aber die man qua ihrer Nicht-Homosexualität in Sippenhaft für die Schuld damaliger Täter nehmen kann.

  10. @Roderich. Ich denke keinesfalls an Rache. Ich hatte auch nicht Hitler ins Spiel gebracht. Das hatte Hannes . Nur nochmal um das in Relation zu setzen. Zur Zeiten des Naziregimes wurden Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verfolgt und in Konzentrationslagern ermordet. Daraus jetzt einen Vergleich zu ziehen, und die These aufzustellen, dass Kutschera „verfolgt“ wird, nur weil er angeklagt wird. Ist ziemlich absurd. Er ist ja noch nicht Mal verurteilt. Hier von Verfolgung zu sprechen, ist ein Schlag ins Gesicht, für jegliche Menschen, die wirklich verfolgt werden (zum Beispiel auch Christen, die verfolgt werden).

  11. Stephan meint

    Dann sollten wir uns mal über die Definition von „Verfolgung“ unterhalten … Selbst die mittlerweile auf links gebürstete Wikipedia hat da eine nette Sammlung: https://de.wikipedia.org/wiki/Verfolgung

    Ist es erst Verfolgung, wenn jemand umgebracht wird? Verletzt wird? Berufsverbot erhält? Sozial isoliert wird?
    Ich habe es hier in einem anderen Thread schon einmal sinngemäß erwähnt:
    – waren die Nachstellungen (bis hin zur Ermordung) von politisch Andersdenkenden, einer anderen Abstammung wegen, oder aufgrund der politischen Einstellung zur Nazizeit ok?
    – war das KPD-Verbot, der Radikalenerlass der BRD mit Berufsverbot für DKP-Mitglieder ok?
    – war es ok, dass in der DDR Leuten, die politisch nicht auf Linie waren, ein Studium verwehrt worden ist, oder deren Inhaftierung?
    – waren die Greueltaten eines Lenins, Stalins, Mao, der roten Khmer usw. ok?
    – ist die Nachstellung bis hin zum Ziel des Berufsverbotes ok, wenn jemand die politischen Positionen der CDU von vor 30 Jahren einnimmt?
    – ist das Kaltstellen von Wissenschaftlern, die fakten- und wissensbasiert, aber nicht im Sinne der derzeit herrschenden Ideologie argumentieren, ok? Also z.B. das, was der AStA andauernd macht?
    – ist das Empören von Genderisten ok und das Niederbrüllen von Andersdenkenden, wenn jemand darlegt, dass die Gehirne von Jungen und Mädchen bereits im Mutterleib hormonell bedingt unterschiedlich ticken?
    Du gehst mit zweierlei Maß und wenig Unrechtsbewußtsein an die Sache heran. Nach 1933 fing es auch erstmal „harmlos“ an, Berufsverbote zuerst, soziale Isolation, später dann die Ermordung. Manchmal lohnt sich wirklich ein Blick in die Geschichte. Das i-Tüpfelchen ist es aber, dass es National-SOZIALISTEN waren. Also soweit links, dass sie auf der rechten Seite aufgetaucht sind.

    Ebenso lohnt es sich durchaus, sich mal mit den Argumenten der „anderen Seite“ zu beschäftigen, und sich zu fragen, wie die Leute dazu kommen, aus ihrem jeweiligen Wissens- bzw. Bildungssstand, der bisherige gesellschaftlichen und familiären Prägung, aus ihrem Wertegefüge, eine (politische) Position einzunehmen. Das ist aber eine Fähigkeit, die sowohl den allermeisten „Linken“ wie auch „Rechten“ abhanden gekommen ist. Es ist ja viel bequemer, die andere Seite mundtot zu machen, als sich mit deren Argumenten zu beschäftigen und diese zu widerlegen, oder gar den eigenen Standpunkt weiter zu entwickeln. Schließlich ist doch Ideologie und Tribalismus wichtiger als Fakten. Und damit führt das dumpfe Nachplappern irgendwelcher linken oder rechten Parolen zur Verblödung.

  12. @Stephan. Der Link von Wiki ist jetzt nicht zwingend eine Definitionssammlung. Natürlich kann Verfolgung verschieden definiert werden. Meine Argumentation ist nur, wenn schon jemand die Hitlerkarte zieht, dann muss man einfach anerkennen, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat. Die Beispiele, die du nennst, sind natürlich nicht okay. Ob das immer was mit Verfolgung Andersdenkender zu tun hat? Wie würdest du das nennen wenn ein Professor einer christlichen Uni seinen Job verliert, weil er äußert, als Christ kann man durchaus glauben, dass leben durch Evolution entstanden ist. Ist das Verfolgung eines Andersdenkenden?
    https://www.insidehighered.com/news/2015/04/09/theologian-whose-views-evolution-differed-his-church-loses-tenured-job

  13. Rolf Eicken meint

    Hallo Nik,
    ich würde den Prof. rausschmeißen, wenn er sich n i c h t absolut sicher wäre,
    dass Leben durch Evolution entstanden ist.

    LG
    Rolf

  14. Roderich meint

    @Nik, und @ Rolf Eicken,
    ich vermute, Ihr meint „komplexes Leben“ sei „aus einfachem Leben“ durch Evolution entstanden.
    Denn Evolution setzt schon die Existenz von Leben voraus, das sich höherentwickeln kann. (Mutation, Selektion, etc.)

    Die Entstehung des Lebens überhaupt ist nicht (oder noch nicht) ansatzweise naturalistisch erklärbar. Da wäre es also dogmatisch, die christliche These der Entstehung des Lebens durch Schöpfung auszuschließen.

    Aber auch bei der Höherentwicklung von Einzellern zu komplexem Leben mit Bewusstsein, Rationalität, mit Fähigkeiten wie „die H-Moll-Messe schreiben“, „Zugang zu logischen und mathematischen Gesetzen“, „Sprachfähigkeit“, „Schillers Gedichte“, „Barmherzigkeit“ etc. halte ich es für unwahrscheinlich, dass dies durch Evolution (oder nur durch Evolution) entstanden sein soll.
    Jedenfalls wäre es nicht gemäß der Wissenschaftsfreiheit, Professoren eine andere weltanschauliche Meinung abzusprechen.

  15. Schandor meint

    @Rolf

    Die Professoren wissen, dass Leben n i c h t durch Evolution entstanden sein kann. Auch die, die anderes behaupten. Denn von nichts kommt nichts; der Glaube an die Entstehung einer Sache aus dem Nichts ist absurd. Sie glauben nur, es habe sich (gegen die 2. Regel der Thermodynamik) zum Komplexeren hin organisiert. Das aber ist metaphysischer Glaube und hat nichts mit Wissenschaft zu tun.

    @Nik
    Die Hitlerkarte 😉
    Naja, sagen wir mal so: Wenn dergleichen schon vor Gericht gezogen werden kann, sind wir wahrlich wieder ein großes Stück in einen geistigen Bereich vorgedrungen, in dem eine solche (Un)-Person wieder möglich ist. Dass man ihn nicht einfach seine Meinung sagen lässt und die Schultern zuckt. Dass man den Homos und ihren Gesinnungsgenossen unfassbaren Mengen an Macht und Geld gibt, damit sie ihre Minderheit auf politischem Wege (!) dazu führt, andere unter Druck zu setzen, das sind deutliche Anzeichen einer brennenden Gefahr. Dass man nicht zwischen Person und Werk unterscheidet, dass man stets so tut, als sei jemand, der Homosexualität für falsch hält, zum Homohasser macht. Das finde ich schon äußerst bedenklich. Lies mal Alexander Grau: Hypermoral – echt empfehlenswert. Darin zeigt er auf, wie die Menschen aufgehetzt und zum Hassen gebracht werden. Vielleicht hilft eine gute Brise Gelassenheit?

  16. Stephan meint

    @Nik:
    Die Situation an dieser amerikanischen Privat-„Uni“ ist nur bedingt vergleichbar mit den o.a. Beispielen. An dieser privaten, christlichen Institution ist die Freiheit der Lehre von vornherein durch die Satzung eingeschränkt: „The Old and New Testament Scriptures, given by plenary inspiration, contain all truth necessary to faith and Christian living.“
    Dort als Professor eine Arbeit anzunehmen und die Satzung nicht zu beachten ist wie in einem kath. Theologiestudium M. Luther als Glaubensvorbild hinzustellen, als überzeugter AfD-Anhänger einen Job bei der Linkspartei anzunehmen und dann dort seine Meinung verkünden, oder lauthals auf der Ehrentribüne der Formel Eins gegen Umweltverschmutzung zu polemisieren.

    Was ich jedoch dieser „Uni“ und diesem „Professor“ zum Vorwurf mache, ist, dass sie ihren Streit in der Öffentlichkeit austragen. Mindestens eine der beiden Seiten hat 1. Kor 6, 1-3 nicht beachtet.

  17. Rolf Eicken meint

    @Schandor,

    wie bezeichnen Sie die Entwicklung des „homo“ vom „homo habilis/erectus hin zum „homo sapiens sapiens“? Für mich ist das Evolution. Wenn ein Schöpfer etwas erschafft, dann ist es so wie es ist und bedarf keiner Evolution.
    Oder liege ich da auch falsch?

    LG
    Rolf

  18. Schandor meint

    @Rolf

    Nun, zunächst muss man sagen, dass sich gewiss evolutionäre Prozesse feststellen lassen. Woran ich nicht glauben kann, und dafür gibt es auch keine Beweise, sondern nur unter der Voraussetzung deszendenztheoretischer Modellansätze interpretierte Daten — woran ich nicht glauben kann, ist an eine Höherentwicklung, an eine Entwicklung vom Einfacheren hin zum Komplexeren. Unsere ganze Natur bezeugt anderes. Ich meine auch nicht, den Schöpfungsbericht im Sinne fundamentalistischen Wortglaubens so verstehen zu müssen, als sei Gott wortwörlich vom Himmel gestiegen, habe Lehm in die Hände (in welche Hände? wo Gott doch Geist ist?) genommen und dann Adam „geformt“. Das halte ich für eine metaphorische Erzählung. Aber, und das ist nun wichtig: Ich falle nicht von der anderen Seite vom Pferd und halte diese Erzählung für ein Märchen, das man Kindern erzählt, während unsere Forschung herausgefunden haben will, dass sich der Mensch aus niedereren Arten emporentwickelt habe. Nein, die Schöpfung halte ich für real; hier kommen Information (Genetik) + Energie + Materie auf einzigartige Weise zusammen und der Mensch ist da, so, wie wir ihn heute kennen.
    Also das eine ist die Entstehung des Lebens an sich, das ist und kann keine Frage evolutiver Prozesse sein. Da muss eine außerdimensionale Intervention stattgefunden haben.
    Die heutigen Evolutionstheorien fußen mW auf 8 Wörtern, die sich zu einer fundamentalen Aussage formen. Wenn die Aussage nicht stimmt (und ich glaube nicht, dass sie stimmt), brechen die Theorien ein. Sie lautet:

    Give me enough time, and anything can happen.

    Ich glaube einfach nicht an eine Höherentwicklung von einem „homo erectus“ hin zu einem „homo sapiens“. Egal, wie man den Schöpfungsbericht liest, man erhält unweigerlich den Eindruck, Gott habe mit seinen Geschöpfen von Beginn an reden können.

  19. Stephan meint

    @Rolf
    An dieser Stelle einer Diskussion verweise ich immer gerne auf die schöne Glosse zur Evolution des Bombardierkäfers. Hier mal ein anderer Ansatz: genetische Vielfalt und deren Reduktion. Ein Schäferhund ist ein Hund, ein Yorkshire-Terrier aka Fußhupe auch. Dass manche Hundesorten genetisch durch Überzüchtung degeneriert sind, ist ja auch bekannt. Einen gesunden Schäferhundwelpen zu finden wird immer schwieriger. Aber es zeigt eine ursprünglich vorhandene genetische Vielfalt.
    Beim Homo Habilis gibt es zwei Lager, die einen sehen ihn beim Schimpansen = Affen, die anderen rücken ihn in die Nähe eines Homo Sapiens.
    Schaut man sich die Gesichtsrekonstruktionen als auch die Schädelfragmente von Habilis / Erectus an (Wikipedia als mögliche Bilderquelle), sieht man, nunja, den einen eher beim Affen, den anderen eher beim Neandertaler, dessen Gegen nun auch beim modernen Menschen noch durchaus zu finden sind.

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