Eine Religion des Friedens?

Nach jeder Attacke von Islamisten heißt es, sie dürfe nicht in Verbindung gebracht werden mit dem Islam, der eine Religion des Friedens sei. Dieses Beschwichtigen muss endlich aufhören, meint Ayaan Hirsi Ali. Sie hat recht!

Es gibt im Koran zahlreiche Aufrufe zu einem gewaltsamen Dschihad. Aber der Koran steht da keineswegs allein da. In zu großen Teilen des Islam ist der Dschihad ein durch und durch modernes Konzept. Die „Bibel“ des Dschihads im 20. Jahrhundert – und ein inspirierendes Werk für viele islamistische Gruppen heute – ist „Das Koran-Konzept des Krieges“, ein Buch, geschrieben Mitte der 1970er-Jahre vom pakistanischen General S. K. Malik. Er argumentiert, weil Gott – Allah – selbst jedes Wort im Koran geschaffen hat, sind die Regeln des Krieges im Koran von höherem Gewicht als die Regeln, die von Sterblichen aufgestellt wurden.

In Maliks Analyse der Strategie des Koran ist das Zentrum des Konflikts die menschliche Seele – und nicht irgendein physisches Schlachtfeld. Der Schlüssel zum Sieg, so habe es Allah durch die militärischen Aktionen des Propheten Mohammed gelehrt, sei es, die Seele des Feindes zu treffen. Und der beste Weg ist der Terror. Terror, so schreibt Malik, ist „der Punkt, an dem sich die Mittel und das Ziel treffen“. Terror, ergänzt er, „ist nicht das Mittel, um dem Feind eine Entscheidung aufzuzwingen. Er ist die Entscheidung selbst.“

Die Verantwortlichen für das Gemetzel in Paris – genauso wie der Mann, der 2004 den niederländischen Regisseur Theo van Gogh ermordete – wollen uns Terror oktroyieren. Und jedesmal, wenn wir uns auf ihre Sicht einer berechtigten religiösen Gewalt einlassen, geben wir ihnen genau, was sie wollen.

Mehr: www.welt.de.

The Reformation Study Bible (2015)

Eine Vorschau der The Reformation Study Bible (2015) mit dem Epheserbrief liegt inzwischen vor. Die The Reformation Study Bible ist eine Neuauflage der Ausgabe von 2008 und enthält als Übersetzung die English Standard Version (ESV). Sie wird erneut unter der Leitung von R.C. Sproul herausgegeben.

Hier der Auszug: 2015-01_RSBPreview_Ephesians.pdf.

Rosaria Butterfield im Gespräch

Die ehemalige feministische Literaturprofessorin Rosaria Butterfield spricht mit Russel Moore darüber, wie sie zum Glauben an Jesus Christus gefunden hat (Rosaria ist jene Frau, gegen deren Vortrag am Wheaton College kürzlich demonstriert wurde). Das Gespräch ist immens hilfreich, gerade auch für evangelistisch ausgerichtete Christen. Rosaria Butterfield verbindet Herzlichkeit mit tiefen theologischen Einsichten und betont den so wichtigen Aspekt der Gemeinschaft. Der Pastor, der ihr dabei geholfen hat, Jesus zu begegnen, hatte ein offenes Haus. Nie hatte sie das Gefühl, von ihren christlichen Freunden instrumentalisiert zu werden. Trotzdem wurde über kritische Fragen offen und kontrovers gesprochen. Ein entscheidender Schlüssel war der hermeneutische Zugang zur Heiligen Schrift. Eine bedeutende Rolle spielte zudem das Gebet.

Wo sind die offenen Häuser?

VD: JT

Traditionelle Familie stärkt Kinder

Eine umfangreiche empirische Studie zu Familienstrukturen aus dem Jahr 2012 zeigt, dass Kinder in mehrfacher Hinsicht dort am besten gedeihen, wo sie bei ihren Eltern aufwachsen (obwohl der Verstand für diese Einsicht ausreichen sollte). Der Arzt Peter May stellt die Studie von Prof. Mark Regnerus (University of Texas, USA):

  • M. Regnerus: „How different are the adult children of parents who have same-sex relationships? Findings from the New Family Structures Study“, Social Science Research 41 (2012), S. 752–770

kurz vor: Parenting.pdf

Der Fall John Howard Yoder

John Howard Yoder war der mennonitische Vorzeigetheologe des 20. Jahrhunderts. Er hat Trendsetter wie Stanley Hauerwas, David Bosch, Jürgen Moltmann oder N.T. Wright beeinflusst, Linksevangelikale wie Ronald J. Sider oder Jim Wallis geprägt und der missionalen Reich Gottes-Theologie die Bahn geebnet. Sein Klassiker Die Politik Jesu, in deutscher Sprache vom Neufeld Verlag 2012 neu aufgelegt, ist von Christianity Today auf Platz 5 der 100 wichtigsten theologischen Bücher des 20. Jahrhunderts gewählt worden. Richard J. Foster schreibt über das Buch: „Eine drastische Studie christlicher Sozialethik – bei diesem Thema hat mich niemand stärker beeinflusst als Yoder. Seine Kapitel ,Christus und die Macht‘ so­wie ,Revolutionäre Unterordnung‘ sind schlicht das Beste, was zu diesem Thema geschrieben wurde.“

Nun zeigt sich immer deutlicher, was schon lange vermutet wurde: Der Theologe der Gewaltlosigkeit hat über viele Jahre hinweg seine Macht systematisch missbraucht. Die genaue Zahl seiner Opfer wird nie ermittelt werden. Zwei Experten für sexuellen Missbrauch, die ihn in den Jahren 1992 bis 1995 im Rahmen einer Disziplinarmaßnahme begleitet haben, gehen davon aus, dass mehr als 100 Frauen von ihm zu sexuellen Handlungen genötigt wurden.

Die Historikerin Rachel Waltner Goossen hat für Mennonite Quarterly Review den schwierigen und schmerzhaften Prozess der Aufarbeitung beschrieben. Eine gekürzte Version ihres Artikels ist öffentlich zugänglich (siehe auch den Beitrag der New York Times aus dem Jahr 2013). Sie schreibt dort:

Yoder had lectured extensively about the mandate of Matthew 18:15 for individual responsibility in confronting wrongdoing, and seminary president Miller, along with an entire generation of ordained leaders, had imbibed lessons on church discipline—in the biblical phrase, “binding and loosing”—from Yoder through his widely disseminated books and teaching.

Tragically, in seeking to apply the Matthew 18 mandate for resolving conflict, Miller and others in positions of authority responded with painstaking slowness to Yoder’s abuse of power. Years of wasted time, energy and denominational resources enabled the victimization of women living and studying on the seminary campus and beyond.

The peace theologian’s perpetration of sexual violence upon women had far-reaching consequences among families, within congregations and throughout church agencies—from AMBS to Mennonite Central Committee and missions programs to Mennonite-affiliated institutions across the globe.

Hier: themennonite.org.

VD: JW

Frauenquote ist Menschenrechtsverstoß

Aaron Rhodes erklärt kurz und knapp, weshalb Quotenlösungen gegen fundamentale Rechte verstoßen. Bemerkenswert, dass er offen anspricht, was etliche Menschen intuitiv spüren: Viele Parlamentarier wollen nicht die Interessen des Volkes vertreten, sondern das Volk gemäß ihrer eigenen Leitkultur erziehen. Die Quote und der damit erwünschte „Kulturwandel“ wurden, ohne dass es eine die Wähler einbeziehende Auseinandersetzung gab, von „Mama Staat“ mittels Nutzen-Argumentation einfach durchgedrückt: „Eine offene Debatte über die Frauenquote gab es nicht: Kritik wurde als Machotum abgetan und – wie etwa von VertreterInnen der Grünen – ‚inakzeptabel’genannt.“

Rhodes schreibt:

Die Grundrechte der Europäer, besonders die Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit, werden immer häufiger im Namen der „Toleranz“ und des „sozialen Friedens“ beschnitten. Das ist auch möglich geworden, weil der Europäische Gerichtshof diese fundamentalen Menschenrechte zu häufig nicht schützt.

Gender-Vielfalt in Führungspositionen und Berufsgruppen hat Vorteile für alle. Doch statt die Verantwortung an den Staat abzugeben, der restriktive und beschwerliche Gesetze verhängt, ist die Zivilgesellschaft gefordert. Eltern, bürgerschaftliche Vereine, religiöse Organisationen, Schulen und Universitäten müssen mehr tun, um Frauen und Minderheiten darin zu unterstützen, ehrgeizig zu sein, etwas zu erreichen und sich nach vorne zu kämpfen. Es ist eben nicht nur Aufgabe der Unternehmen, sondern aller gesellschaftlichen Kräfte, gegen Benachteiligungen aufgrund von Geschlecht, Rasse oder anderen Identitätsmerkmalen vorzugehen.

Ja, aufgrund eines neuen Gesetzes wird es in Deutschland schon bald mehr Frauen in Aufsichtsräten geben. Damit einher geht allerdings ein Staat, der wieder ein Stück mehr in unser Leben eingreift. So entsteht ein Staat, der Gleichheit verordnet, anstatt gleiche Chancen für alle zu schaffen. Das ist eine vertane Chance, denn eine Vielfalt, die aus der Gesellschaft erwächst, ist beständiger als eine, die per Gesetz vorgegeben wird.

Hier mehr: www.zeit.de.

„Sollen sich die Kinder doch wehren“

Gerhard Amendt schreibt in seinem ausgezeichneten Beitrag „Sollen sich die Kinder doch wehren“ für die FAZ (Ausgabe Nr. 303 vom 31.12.2014, S. 6):

Die „Sexualpädagogik der Vielfalt“ spricht sich nicht für das Recht von Pädophilen aus, auf Kinder straffrei zugreifen zu dürfen. Darum geht es ihr nicht. Sie übernimmt jedoch die Zielvorstellungen, die der pädophilen Propaganda und der Charakterstörung zugrunde liegen. Sie will die Grenze zwischen den Generationen und den Geschlechtern überschreiten und letztlich abschaffen. Beides ist jedoch maßgeblich für eine kultivierte Gesellschaft. Diese Überschreitung der Generationengrenze begründet die Gemeinsamkeit mit der Pädophilie. Sie bringt den Wunsch zum Ausdruck, dass Inzest als Inbegriff der Grenzziehung nicht nur straffrei gestellt, sondern wertgeschätzt wird. In diesem Sinne bedeutet Sexualisierung, dass zärtliche und sorgende Beziehungen mit Kindern von sexuellen Impulsen gerade nicht frei sein sollen. Ganz im Gegenteil, erst wenn auch Zärtlichkeit resexualisiert wird, ist die Voraussetzung für sexualisierende Vielfalt geschaffen. Wenn die Rede vom „Dekonstruieren“ ist, dann sollen Lehrer, die Schamgefühle und Respekt in der Sexualpädagogik hegen, durch Vertreter von Lobbygruppen ersetzt werden. Es soll abgeschafft werden, was der Grenzüberschreitung im Wege steht. Wer sich dem widersetzt, gilt als unaufgeklärt und als Repräsentant einer sexualfeindlichen Kultur. Vielleicht gilt das demnächst auch für eine sogenannte Vielfaltphobie der Kritiker.

Martha und Maria

Hannah B. fragt, was Martha bei Jesu Besuch (vgl. Lukas 10,38-42) hätte besser machen (und wir daraus lernen) können:

Du bist eine Frau? Dann stelle dir folgende Situation vor: Es ist Sonntag nach dem Gottesdienst, vieles muss gemacht und erledigt werden. Die Tische müssen gedeckt, der Kaffee gekocht und der Kuchen geschnitten werden. Zwei Kinder streiten sich und benötigen dringend einen Schlichter, drei Gäste waren im Gottesdienst, um die sich gerade keiner kümmert. Eine ältere Dame sitzt einsam am Tisch, außerdem ist die Spülmaschine noch nicht ausgeräumt und es müssen 2000 Gemeindebriefe gefaltet werden, die noch in der nächsten Woche verteilt werden sollen …

Nun stelle dir auch noch Folgendes vor: Eine Gruppe junger und älterer Männer, dazu auch eine der wenigen anwesenden Frauen besprechen schon seit einiger Zeit eine theologische Frage aus der Predigt und stehen im engen Durchgang vor der Toilette herum, während du – so scheint es – als einzige all die Dinge im Blick hast, die unbedingt erledigt werden müssten.

Was denkst du darüber? Was ist jetzt aus deiner Sicht nötiger? Tiefsinnige theologische Gespräche oder die praktische Arbeit, die in diesem Augenblick – für jedermann (und Frau) ersichtlich – vor den Füßen lieg

Lesenswert! Mehr bei Josia: www.josiablog.de.

Diaspora in Deutschland

Markus Günther fragt in der FAS (Ausgabe Nr. 52 vom 2.812.14, S. 3), ob Deutschland noch ein christliches Land ist und kommt zu dem Ergebnis, dass das Christentum hierzulande seine Spätzeit erlangt habe. Menschen, die wirklich glauben, gehören längst zur Minderheit (leben also in der Diaspora). Dabei gibt es viele suchende und zweifelnde Menschen. Warum erreicht die Kirche sie nicht mehr? Mit der laufend beschworenen „Zeitgemäßheit“ hat es jedenfalls nichts zu tun.

Günther:

Es gibt sie noch in großer Zahl, die Suchenden und Zweifelnden, die, die nach Gott fragen und neugierig sind auf Antworten – aber die Kirchen erreichen diese Menschen immer seltener.

Aber warum finden die Suchenden die Wegweiser nicht mehr? Warum passen Angebot und Nachfrage nicht zusammen? Die populärste Antwort auf diese Frage lautet: weil die Kirche nicht mehr zeitgemäß ist. Sie müsste sich stärker der Lebenswirklichkeit der heutigen Menschen anpassen. Das klingt vorderhand plausibel, ist aber bei genauerem Hinsehen Unsinn. Denn die Evangelische Kirche in Deutschland hat so ziemlich alles getan, was von der katholischen Kirche immer noch verlangt wird, um endlich zeitgemäß zu sein: Frauenpriestertum, Abschaffung des Zölibats, Liberalität bei Moralfragen, volle Akzeptanz von Homosexuellen und Geschiedenen. Wären das tatsächlich die Gründe für die Malaise des Christentums, müsste es den Protestanten viel besser gehen als den Katholiken. Doch das ist nicht so. Ein zweiter Denkfehler kommt beim populären Zauberwort „zeitgemäß“ hinzu: Wo sich die Kirche nicht auf zeitlose, unverfügbare Wahrheiten beruft, entlarvt sie sich selbst als reines Menschenwerk. Politische Programme müssen zeitgemäß sein, Unterhaltungsangebote auch; eine Religion muss absolute Wahrheiten für sich in Anspruch nehmen können – oder es ist keine Religion.

Stattdessen haben beide Kirchen in Deutschland – nicht immer offiziell, aber de facto, im praktischen Leben halt – zentrale Glaubensinhalte längst aufgegeben. Im Versuch, niemanden zu verprellen und den Zugang zum Glauben möglichst leicht zu machen, wurde vieles ein bisschen weichgespült: Aus Jesus als „Sohn Gottes“ wurde Jesus, ein vorbildlicher Mensch wie Buddha und Gandhi auch. Aus der Auferstehung Christi wurde eine Legende, die man nicht wörtlich nehmen soll, sondern mehr so im Sinne von „Wer im Herzen seiner Lieben lebt, ist nicht tot“. Der kleinste gemeinsame Nenner dieser Verkündigung besteht oft nur noch aus einer Wohlfühlprosa, die ein möglichst breites Publikum ansprechen soll und gerade dadurch beliebig wirkt. Frieden in der Welt, mehr Gerechtigkeit für alle, auch selbst nicht immer so egoistisch sein – darauf kann sich jede Versammlung halbwegs anständiger Menschen einigen. Ein Appell der Unesco oder von Greenpeace klingt auch nicht viel anders. Gott braucht’s dafür nicht.

Die Bibel so zu verstehen ist Sünde

Zweimal im Jahr, nämlich zu Ostern und zu Weihnachten, erklären uns viele große Zeitschriften und Magazine die Bibel. Früher habe ich mich darüber geärgert, wenn z.B. DER SPIEGEL feststellte, die Autoren der alttestamentlichen Geschichtsschreibung hätten „Retrojektion eigener Großmachtträume in die Vergangenheit“ betrieben. Heute betrachte ich diese populärkritischen Artikel eher als Einladung, mal wieder zum Thema „Bibel“ ins Gespräch zu kommen.

Das NEWSWEEK Magazin hat in seiner diesjährigen Weihnachtsausgabe den Artikel „The Bible: So Misunderstood It’s a Sin“ des Journalisten Kurt Eichenwald  veröffentlicht. Ein gewaltiger Rundumschlag. Am Ende seines Beitrags fragt Eichenwald:

„Warum sollen wir die Bibel überhaupt noch studieren? Sie enthält Widersprüche, Übersetzungsfehler, wurde nicht von Augenzeugen geschrieben und ist mit Wörtern angereichert, die  von unbekannten Schreibern  eingefügt wurden, um der Kirche lehrmäßige Orthodoxie zu injizieren. Sollte sie nicht einfach aufgegeben werden?“

Ganz aufgeben will Eichenwald die Bibel dann doch nicht. Immerhin enthalte sie – ach, wie vorhersehbar – einen brauchbaren Appell zur Nächstenliebe.

Daniel B. Wallace hat sich die wichtigsten Argumente angeschaut und widerlegt. Nach der Erörterung des Vorwurfs, die Handschriften der Bibel seien so korrupt, dass wir gar nicht mehr wissen könnten, was damals passierte, schreibt er:

„Einer der bemerkenswertesten Abschnitte innerhalb der absurden Argumentation in Eichenwald Essay ist seine Erörterung zur Korruption der Handschriften. Jeder einzelne Vorwurf, den er erhebt, setzt voraus, dass er weiß, was der ursprüngliche Text sagte. Denn er behauptet, dass der Text in jedem Fall beschädigt worden war! Und mehr als einmal widerspricht er seiner Eröffnungslist, indem er mit Autorität auf das verweist, was der ursprüngliche Text tatsächlich gesagt hat. Kurz: Eichenwalds erster Absatz führt die Übertreibungen auf neue Höhen. Wenn es seine Absicht ist, konservative Christen zu beschämen, weil ihre Auffassungen realitätsfremd seien, sollte er sich vielleicht etwas Zeit nehmen, um in den Spiegel schauen.“

Hier sein Artikel: danielbwallace.com.

VD: JW

Nach oben scrollen
DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner