Wie ist das mit dem Zorn Gottes?

Was ist eigentlich mit dem Zorn Gottes gemeint? Gehört der Zorn zum Wesen Gottes, so wie die Liebe? Ist der Gott des Alten Testaments ein zorniger Gott, während der Gott des Neuen Testaments ein Gott der Liebe ist?

Solche und viele andere Fragen beantwortet D.A. Carson in einem 12-Minuten-Interview (leider nur in engl. Sprache):

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17 Kommentare
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Johannes Strehle

Da mein Schulenglisch nicht gut genug ist
– vielleicht könnte mir jemand verraten, was Carson dazu meint.
Bis dahin (und vielleicht auch danach) sehe ich es so:
Gott ist nicht Zorn,
aber Gott ist Liebe.
Und wahre Liebe,
wie sie die Bibel beschreibt, wenn wir sie nicht mit der Brille des Zeitgeistes lesen,
wird ggf. auch zornig.

Jonas

(Kurzfassung des Videos in meinen Worten): Zorn ist ene sekundäre Eigenschaft. Liebe ist Gottes Natur, Zorn ist sekundär. Zorn ist Gottes Reaktion auf Rebellion gegen ihn, also auf etwas außerhalb von Gott. Der Zorn ist gegen die Sünde des Menschen, aber auch gegen dämonische Mächte gerichtet. Röm. 1,18 – 3,19 bereiten die Bühne für die großartige Erlösungspassage in der Bibel. Frage: In Joh. 17 wo es um die Beziehung Jesu zum Vater geht wird der Zorn nirgends erwähnt, aber Freude und Liebe. Warum? Antwort: Gott reagiert auf mich mit Zorn wegen meiner Sünde, aber gleichzeitig mit Liebe wegen seinem Wesen. Deshalb heißt es in 1. Joh. dass die perfekte Liebe den Zorn austreibt. Wenn die Sünde einmal Vergangenheit ist und wir ewig mit Gott leben, gibt es auch keinen Zorn mehr. Gott liebt uns nicht weil wir so gut sind oder so liebenswert, sondern weil er Liebe ist. Frage: Oft haben Menschen das Gefühl, der AT-Gott sei Gott des Zorns… Weiterlesen »

Jonas

Wer das noch näher ausgeführt haben möchte, kann sich das Buch von Carson über die schwierige Lehre von Gottes Liebe kostenlos herunterladen. Leider auch nur in Englisch. Hier habe ich es kurz vorgestellt: http://jonaserne.blogspot.de/2015/01/die-schwierige-lehre-von-gottes-liebe.html

Johannes Strehle

@ Jonas
Herzlichen Dank!

MNIU

Also wenn ich die Bibel lese, lese ich weder, daß Gott nach menschlichen Maßstäben nur zornig ist, noch, daß Gott aus menschlicher Sicht nur lieb und nett ist. JHWH ist der eine lebendige Schöpfergott, ein heiliger Gott. „Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zewa’ot“, rufen die Engel. Dieser heilige Gott kann Menschen verdammen und sie strafen, umgekehrt hat er sich in Jesus Christus zum Leben, zur Liebe und zum Heil offenbart. Das ist die Gnade, die Liebe schlechthin, und dennoch lesen wir auch im Neuen Testament, daß der Zorn Gottes auf jenen bleibt, die nicht „in Christus“ sind, sich also nicht bekehrt haben und nicht umgekehrt sind von der Sünde hin zum HERRN. Jesus Christus sagt es ebenfalls, nämlich, daß Gott, der Vater, verdammen kann und verdammen wird. Es gibt natürlich Leute, die aus dem heiligen Gott einen tüddeligen alten Opa mit weißem Rauschebart gemacht haben, einen Ego-Götzen, der nicht straft, der nicht verdammt, der nicht zornig ist. Bei diesen… Weiterlesen »

Johannes Strehle

@ MNIU
„Bei diesen Menschen ist es nicht mehr der heilige Schöpfergott,
der dem Menschen sagt, was gut und was schlecht, was richtig und was falsch ist,
nein, der Mensch selbst diktiert Gott,
was er für gut und was er für schlecht zu befinden hat …“
So ist es. Das gilt auch für Christen,
die proklamieren, dass gelebte Homosexualität keine Sünde ist,
und die Zugehörigkeit zu einer konkreten Gemeinde ablehnen.

MNIU

@Ach werter Herr Strehle, Ihre Existenzbegründung scheint wohl mittlerweile die zu sein, mir immer jedes Wort im Munde herumzudrehen und ins Gegenteil zu verkehren. Übrigens lehne ich meine Zugehörigkeit zur Gemeinde Gottes nicht ab. Ich lebe mit jedem Christen, unabhängig von der Institution, der er angehört, in Gemeinschaft, denn die eine Gemeinde (Kirche, Versammlung) Gottes besteht aus allen wahren Gläubigen. Ich lehne lediglich die institutionalisierte Gemeinde mit ihren jeweils eigenen Sonder- und/oder Irrlehren ab, denn diese ist letztlich unbiblisch. Warum sie unbiblisch ist, können Sie in meinem vorletzten Satz weiter oben lesen. Was die Beziehung in Liebe, Mündigkeit, Aufrichtigkeit, gegenseitiger Fürsorge, Anteilnahme, monogamer Treue, Ehrlichkeit und Einmütigkeit vor Gott zu einem gottgefälligen Leben zwischen Mann und Mann sowie Frau und Frau angeht, lese ich nichts in der Bibel. Dort werden Unzucht, Tempelorgien sowie das zügellose und unanständige gottlose Leben bei Ungläubigen (-> Römerbrief) offenbart. Übrigens brauchen Sie nicht zu glauben, daß Beziehungen zwischen Mann und Mann und Frau und Frau… Weiterlesen »

Johannes Strehle

@ MNIU
Ich finde es interessant, dass Sie eine Spekulation interessant finden.
Nun, meine Frau und ich sind keine Mitglieder einer Kirche, die zur EKD gehört.

Johannes G.

@ MNIU

Gibt es denn deiner Einschätzung nach sexuelle Handlungen zwischen gleichgeschlechtlichen Personen, die moralisch legitim sind und wenn ja, aus welchen Gründen?

Liebe Grüße
Jo

rolf eicken

Ich möchte noch mal wieder auf`s Thema kommen, weil ich von Homo-Sex nichts verstehe. Mir ist als Laie schon aufgefallen, dass zw. dem Gott der Juden (Genesis) und dem Gott in den Evangelien ein gewaltiger Unterschied bezgl. Gottes erzieherischen Maßnahmen (Zorn) gegenüber den widerspenstigen Israeliten und den Judenchristen und Christen nach Jesu, besteht. Von dem in der Genesis ständig beschworenen Zorn Gottes ist nach Jesus nicht mehr die Rede. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gott sich so verändert. Immer, wenn die Israeliten seine Gebote mißachteten,wurden sie bestraft.(Baabylonische Gefangenschaft usw.) Kann es sein, dass das auch an den Menschen liegt? Interessant dazu ist der Kommentar von Hannah Arendt – „Man hat so viel Aufhebens um den Glauben an Gott gemacht, weil es so schwer ist, sich zuzugestehen, dass alle menschlich-personale Beziehungen auf Glauben gegründet sind. Die Möglichkeit der Reservation mentalis beruht auf der Unmöglichkeit, in das menschliche Herz wissend zu blicken, auch in das eigene. Die Unmöglichkeit der wissenden Sicherheit… Weiterlesen »

MNIU

Solange hier bestimmte Personen nicht damit aufhören, neben so vielem anderen Mischgewebe zu tragen und Frauen während ihrer Menstruation anzufassen, auch Gegenstände, die sie berührt hat, werde ich nichts weiter in diesem konkreten Kommentarbereich schreiben.

Adler

@MNIU
Erstens leben wir im Neuen Bund (und nicht mehr im Alten Bund). Außerdem ist Homosexualität auch nach dem Neues Testament eindeutig Sünde. Deine Argumente würden nur Sinn machen, wenn wir noch im Alten Bund leben würden. Tun wir aber nicht. Also ist Dein Einwand hinfällig.

MNIU

Ja, so reden wir uns das schön … Dann nehmen wir doch Alkoholiker. Hätte Johannes Strehle das, was er geschrieben hat, auch dann geschrieben, ginge es hier um Alkoholismus? Trunkenbolde kommen nicht ins Vaterhaus laut Neuem Testament. Aus Erfahrung weiß ich, daß es unter Christen recht viele Trunkenbolde gibt, auch wenn man darüber natürlich nur hinter vorgehaltener Hand spricht, während man Homosexualität im Lichte der Öffentlichkeit anprangert. Tja, das Thema betrifft einen ja auch nicht selbst, deswegen kann man da schön mit dem Finger auf die bösen Schwulis zeigen. Sünden und Verhalten, das/die zur Verdammung führen und weitaus mehr Leute betreffen, übergeht man. Was bin ich froh, daß ich mit diesen Heuchel-Christen in ihren organisierten Gemeinden und Kirchen nichts mehr zu tun habe. Ins Vaterhaus werden ebenfalls laut Neuem Testament keine Diebe, Lästerer, Geizige, Ehebrecher und andere eingehen. Wer will jetzt behaupten, solche Leute gebe es nicht in allen Kirchen. Wie geht man damit um? (Das ist eine rhetorische Frage.)… Weiterlesen »

Johannes G.

@MNIU

Schade. Aufgrund deiner Andeutungen hätte mich deine Position in dieser Frage bzw. auch maßgeblich deine Begründung interessiert. Was andere Personen tun oder lassen halte ich davon abgesehen zur die Beantwortung von moralischen Fragen für unerheblich. Falls dich hingegen interessiert, aus welchen hermeneutischen Gründen jemand die von Dir aufgworfenen Sachverhalte anders beurteilt als praktizierte Homosexualität könntest du dir folgendes Buch mal anschauen: „The Bible and Homosexual Practice: Texts and Hermeneutics“ (zu deiner Anmerkung z.B. Kapitel 5/VI). Davon abgesehen kann man den Unterschied meiner Auffassung nach auch losgelöst von exegetischen Argumenten erklären (dies auszuführen würde aber den Rahmen hier sprengen). Ansonsten kannst du mich bezüglich deiner Sichtweise auch gerne an entsprechende Literaur verweisen.

Liebe Grüße
Jo

Jörg

„warum schreiben und sagen dann genau diese Leute, daß man Homosexualität mit dem Tode bestrafen muß, was so nur im AT steht? “ Treffer, versenkt! 😉 Und das mit der Heuchelei, X als große Sünde zu brandmarken, und Y (aus der gleichen biblischen Aufzählung) zu übersehen, ist auch sehr treffend. Teil dieser Aufzählung ist übrigens auch „Lästern“ (nicht: Gott lästern), sodass, wer ein Kind Gottes als Höllenkind brandmarkt aufgrund dessen Homosexualität, sich selbst nach derselben Logik auch in die Hölle versetzt. Anderseits geht diese (Deine) Argumentation natürlihc an der Frage, ob Homosexualität, Trnkenheit, Lästern,… SÜnde ist, vorbei. Meiner Ansicht nach ist all das (und noch vieles mehr) Sünde (ich teile Deine Exegese zur HOmosexualität nicht), jeder von uns in dieser Hinsicht Sünder, als dass er – wenn er sensibel genug ist – in sich sündige Impulse vorfindet und auch manchmal oder sogar oft ausübt, die er sein ganzes Leben nicht los wird. Auch wenn er darum kämpft, mit sich und… Weiterlesen »

Johannes Strehle

@ MNIU Ich erfahre von Ihnen einiges über die sog. Brüdergemeinden. Meine Frau und ich hatten bisher keine eigenen Erfahrungen mit Brüdergemeinden (wohl glücklicherweise). Vor kurzem haben wir eine Gemeinde in Gründung kennengelernt, die aus einer Brüdergemeinde hervorgegangen ist, d.h. diese Brüder und Schwestern waren von den strengen Traditionalisten in die Flucht geschlagen worden. Davor hatten wir den einen oder anderen „Bruder“ oberflächlich kennengelernt und ein wenig gehört und gelesen, was sehr an die Schriftgelehrten und Pharisäer erinnerte. So manche Ihrer freundlichen Rückblicke und Bestandsaufnahmen erinnern mich an Christen, die im strengen Pietismus groß geworden und dann auf der anderen Seite vom Pferd gefallen sind. Ich denke, dass ich einen halbwegs guten Überblick über die christliche Szene in Deutschland habe und auch einige Erfahrung, aber wenn ich Sie höre bzw. lese, muss ich feststellen, dass bei mir doch eine beträchtliche Lücke klafft. Ich kenne zwar Christen aus Russland-Deutschen Gemeinden, in denen ein rigoroses Schmuckverbot für Frauen gilt, während die Männer… Weiterlesen »