»Originalität gibt’s sowieso nicht, nur Echtheit«

Helene Hegemann wurde in den vergangenen Wochen wie ein Wunderkind durch die Feuilletons gereicht. Inzwischen ist allen klar, dass sie beträchtliche Teile ihres postmodernen Erfolgsromans Axolotl Roadkill abgeschrieben hat (wird wohl nächste Woche auf der SPIEGEL-Liste Platz 2 belegen). Wie reagiert die Autorin aus der auf Authentizität versessenen Jugendkultur auf die Plagiatsvorwürfe? Lapidar:

Ich habe mich also überall bedient, wo man Inspiration findet. Originalität gibt’s sowieso nicht, nur Echtheit.

Sie wird eine Heldin bleiben.

Durch den spektakulären Fall ist inzwischen die literarische Vorlage berühmt geworden. Strobo, das Buch jenes Bloggers, der anonym bleiben möchte, gewährt Einblicke in die Verlorenheit und Einsamkeit der Menschen, die in ihrer Erlebniskultur die Auflösung des Ich zelebrieren und in nüchternen Minuten spüren, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Mögen noch viele aufwachen.

Die FAZ hat mit »Airen« gesprochen. Ja, ich empfehle auch den ganz frommen Blog-Lesern einmal in die Welt der multiplen Identitäten einzutauchen (und wenigsten die unten angeführten Zitate, vielleicht aber auch eines der beiden Bücher, zu lesen). Das kann eine sehr heilsame Erfahrung sein.

Hier: www.faz.net.

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8 Kommentare
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bitte

ich muss doch noch was sagen… oben im header steht zwar, dass der blog theologie aus reformatorischer perspektive betreibt, aber oft findet man hier ja nur verlinkungen auf andere inhalte ohne kommentar — wie ist das zu verstehen? was ist denn die meinung dazu? oder nur ein sammelsurium?

der verweis auf den maennerkongress bspw. — wird der dadurch unterstuetzt oder kritisiert oder keines von beiden? leider scheint der server selbigen ueberlastet zu sein… wuerde mich sehr interessieren, was die herren zu sagen haben.

Alexander

Ron, Einspruch! Ich bin ja ansonsten sehr dafür, postmoderne Literatur nicht in den Giftschrank zu verbannen, aber Hegemann ist was anderes als Wallace. Hegemann muss man nicht lesen. Das ist zusammengeschusterte Adoleszenzliteratur, und wenn schon fast das gesamte Feuilleton drauf reingefallen ist (von Ausnahmen abgesehen http://www.faz.net), dann sollten die kulturinteressierten Christen nicht hinterhechten und meinen, das wäre repräsentativ. An Hegemann ist nichts echt (an Airen allerdings schon).

Alexander

@Ron: Aber Dein Anliegen, an dieser Stelle ein Buch zur Lektüre zu empfehlen, das repräsentativ sei für Postmoderne, Jugendkultur oder beides, ist in diesem Fall nicht vom ‚literarischen Wert‘ des Buches als ‚authentisches Produkt‘ der Autorin Hegemann zu lösen. Hegemanns Ding ist zusammengestückelt, eine Literaturcollage, nichts Eigenständiges. Wenn man also Axolotl Roadkill als ‚Einblick in die heutige Jugendkultur‘ ausstellen will (und so verstehe ich Dich), dann stellt sich als Erkenntnisgewinn nur ein, dass Kinder auch heute noch in der Lage sind, mit Schere und Klebstoff umzugehen. Nur die Materialien sind nicht mehr ganz so harmlos. Anders bei Airen. Hier ist einer, der den Authentizitätsanspruch nicht nur erhebt, sondern ihn offenbar auch einlöst. Deswegen dreht sich einem bei Strobo ja auch zurecht der Magen um. Eine Frage drängt sich mir bei alldem noch auf. „bitte“ hat das in dem anderen Post angesprochen: Wie repräsentativ ist dieser ‚Einblick in die Jugendkultur‘ wirklich? Gibt es darüber Erhebungen, wieviele Jugendliche solche Drogen- und Sexexzesse… Weiterlesen »

[…] veröffentlicht und ist damit berühmt geworden. Der Romanstoff wurde zusammengeklaut (vgl. hier). Macht nichts: „Originalität gibt’s sowieso nicht, nur […]