„Bier, ein kultureller Raub!“

In alternativen Kreisen tobt eine Debatte um weiße Privilegien und „cultural appropriation“. In Berlin hat nun das Ursprung eröffnet, das erste Restaurant, das auf kulturelle Aneignung verzichtet. Die taz hat mit der Neuköllner Restaurantbesitzerin Marleen Jasper gesprochen, die nur kulturell korrekte Speisen und Getränke anbietet. Das kann nur Satire sein. Aber als solche bringt manche Merkwürdigkeiten sehr gut auf den Punkt:

Gibt es bei Ihnen Bier?

Ich bitte Sie! Bier erzählt die Geschichte eines Jahrtausende währenden kulturellen Raubs! Erfunden in China, dann nacheinander angeeignet von Mesopotamien, den alten Ägyptern, den Römern und den Kelten. Alles Kulturen, die untergingen. Und wieso? Weil sie ihrer kulturellen Identität beraubt wurden.

Gehört Bier nicht auch zur deutschen Kultur?

Nein, das Reinheitsgebot von 1516 ist die historische Blutschande der kulturellen Aneignung! Pfui! Wir stellen uns entschieden gegen die Zwangsgermanisierung des Biers. Wer Bier trinkt, kann ebenso gut Blut trinken! Schlimmer als Bier sind eigentlich nur noch Kartoffeln!

Mehr hier: taz.de.

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10 Kommentare
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Matze
4 Monate zuvor

Da bist Du wohl reingefallen, auch bei der taz gibt es Satire . Zudem wurde ein Artikel nur von 2017 nochmals wiederholt, wenn man googelt..

Matze
4 Monate zuvor

@ Ron, sorry, das hab ich übersehen, aber wer lesen kann ist im Vorteil:-) viele Grüße Matze

Johannes G.
4 Monate zuvor

Der Siegeszug der Kartoffel basiert auf Missbrauch von Stärke!

Ich weiß nicht, ob die Doppeldeutigkeit wirklich beabsichtigt war, aber der Satz hat mir besonders gut gefallen 😉

Stephan
4 Monate zuvor

Es mag Satire sein, es mag bald der erste April sein, aber manche Realität holt jede Satire ein. Und sei es nur, dass man die falsche Frisur trägt, deshalb nicht bei FFF als Musikerin auf die Bühne darf, weil man ja als weiße Sängerin das ganze Thema Unterdrückung gar nicht richtig nachvollziehen könne. Zumindest sagen das jüngere Leute, die in Jeanshosen herumlaufen – wobei wir nicht vergessen wollen, dass Jeans die Kleidung der ärmeren, unterdrückten amerikanischen Arbeiterklasse waren, die die Baumwolle, die sie für einen Hungerlohn pflückte, später teuer als Jeanshose rückerwerben mußte, weil zunächst reiche, vorwiegend weiße Industrielle, die im alleinigen Besitz der notwendigen Produktionsmittel waren, davon ihren ausbeuterischen Anteil abgegriffen haben. Wenn also europäische weiße priviligierte Kinder, die mit Arbeit nichts am Hut haben und derartige Unterdrückungssituationen daher gar nicht nachvollziehen können, Jeans tragen, ist das nicht nur eine unentschuldbare mehrfache kulturelle Aneignung, sondern eine Verleugnung eigener Privilegien, die erstmal gecheckt gehören. Schämt euch, tragt karierte Bundfaltenhosen aus… Weiterlesen »

Clemens Altenberg
4 Monate zuvor

Wenn ich auf auf Leute treffe, die gegen cultural appropriation wettern, bringe ich immer Yoga ins Spiel und ernte offene Münder. Für einen gläubigen Hindu, für den Yoga das Herzstück seiner Religion ist, dessen Identität darin besteht durch Yoga seine Identität verlieren zu wollen, um endlich sein Ego in der Weltseele auflösen zu können, muss der westliche Umgang mit Yoga ja tatsächlich eine bedenkliche weil pervertierende Form von Aneignung darstellen: Das Allerheiligste wird zum hippen Freizeitaccesoire mittels dem man sein Ego boostet.

Helge Beck
4 Monate zuvor

tanach vs. christentum

Adnan
4 Monate zuvor

Zu Aneignung aus anderen Kulturen fällt mir als erstes die Aneignung der Sprache einer anderen Kultur ein. Viele Sprachen sind m.E. durch die Literatur in der entsprechenden Sprache mit der tiefste Ausdruck einer Kultur. Also müssten Fremdworte konsequent (soll ich jetzt „mit allen Folgen“ schreiben?) verboten werden, ebenso die Übersetzung wichtiger fremdsprachlicher Werke. Ebenso die Benutzung von Fremdsprachen und damit eigentlich auch der Erwerb von Fremdsprachen. All das ist offensichtlich absurd und offenbart ein krudes Weltbild. Wer nie erlebt hat, dass Menschen anderer Kulturen Seelenverwandte sein können, dass die Menschheit trotz kultureller Unterschiede eine grosse Einheit in einem sehr tiefen Sinn ist, ist wahrlich zu bedauern. Was mich bei der entsprechenden Diskussion auch immer sehr verwundert hat ist die offensichtlich unzutreffende Bezeichnung „weiss“ zur Bezeichnung von Menschengruppen mit der die Einordnung in falsche, überwunden geglaubte phaenotypische Kategorien weitergeführt wird. So als wüssten wir nicht, dass z.B. Hautfarbe von Menschen ein Kontinuum darstellt und mit Kultur etc. gar nichts zu tun… Weiterlesen »

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