Das tausendjährige Reich

Unter Eschatologie versteht man den Bereich der christlichen Theologie, der sich mit dem Studium der letzten Dinge befasst. Es geht um die zukünftige Wiederkunft Christi, die Auferstehung, die Entrückung, das Endgericht und die ewige Seligkeit der Erlösten mit Christus sowie die ewige Strafe der Verdammten ohne Christus. Bekanntlich gibt es zu diesen Themen ein beträchtliches Meinungssprektrum. In dem Artikel „Ansichten zum Tausendjährigen Reich“ stellt Alan S. Bandy verschiedene Sichtweisen zum „Millennium“ vor:

Die verschiedenen Eschatologien, die im Laufe der Geschichte von Theologen vertreten wurden, lassen sich in drei allgemeine Systeme einteilen: Amillennialismus, Postmillennialismus und Prämillennialismus. Die Bezeichnungen unterscheiden sich jeweils durch eine Vorsilbe, die dem Begriff „Millennium“ vorangestellt ist, der sich aus den beiden lateinischen Begriffen mille (tausend) und annus (Jahr) zusammensetzt.1 Diese Fachbezeichnungen sind deshalb entstanden, weil im Laufe der Zeit jede der drei Sichtweisen durch ihre Auslegung von Offenbarung 20,1–10 bekannt wurde, insbesondere was die Frage des Zeitpunkts der Wiederkunft Christi in Bezug auf den dort erwähnten Zeitraum von 1.000 Jahren betrifft. Daher erwarten Amillennialisten kein Millennium (die Vorsilbe A- bedeutet „kein“); Postmillennialisten glauben, dass Christus nach dem Millennium wiederkommt (die Vorsilbe Post- bedeutet „nach“); und Prämillennialisten glauben, dass Christus vor dem Millennium wiederkommt (die Vorsilbe Prä- bedeutet „vor“).

Mehr: www.evangelium21.net.

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9 Kommentare
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Schandor
1 Monat zuvor

Interessant in diesem Zusammenhang ist eine weitere Sichtweise: der Inmillennialismus. Michael Rogers hat hier ein sehr interessantes Buch geschrieben, es zahlt sich aus, dies zu lesen (Michael Rogers | Inmillennialism: Redefining the Last Days). Darüber hinaus wäre anzumerken, dass von einer „Wiederkunft“ Christi im NT so nicht die Rede ist; den Begriff der Wiederkunft gibt es da ja nicht, sondern es ist von der Parusie (=Anwesenheit, Gegenwart) die Rede. Der Inmillennialismus geht davon aus, dass diese Parusie ja bereits da ist, da die nt.lichen Autoren oft von der Nähe der Parusie gesprochen haben (z. B. Hebr 10,37, auch Phil 4,5 bzw. Jak 5,8). Wir sprechen ja davon, dass Jesus „gegenwärtig“ ist. Insofern hat sich das bereits erfüllt und erfüllt sich hier und jetzt und auch in weiterer Zukunft, da ja Jesus „da“ ist. Allenfalls könnte man dagegen Apg 1,11 anführen. Zudem wäre zu fragen: Wenn nun Jesus körperlich wiederkäme, was dann? Schließlich ist er ja jetzt bereits allgegenwärtig, und zwar… Weiterlesen »

Jörg
1 Monat zuvor

Und was ist mit

Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, auf daß, wo ich bin, auch ihr seiet.

und den anderen Ankündigungen Jesu, (wieder)zukommen?

Schandor
1 Monat zuvor

@Jörg

Sehr gute Frage!
Antwort: Mt 16,27+28 — das muss bereits geschehen sein. Denn seine Jünger werden doch nicht heute noch leben?
LG, Schandor 😉

Stephan
1 Monat zuvor

Wenn es denn nur einfache Antworten gäbe … Relevant sind ja nicht nur die Offenbarungen, sondern auch Daniel, Hesekiel, …, Jesu eigene Worte zur letzten Zeit, oder auch David und Salomo als Abschattungen des (aus damaliger Sicht noch) kommenden Christus bzw. des wiederkommenden Christus. Erst unter Salomo wird der Tempel gebaut, und evidenterweise ist der Harem (Abschattung der Brautgemeinde) unter Salomo deutlich größer. Dazu dann noch Aussagen zur ersten Auferstehung, bei der Christus seiner Brautgemeinde in den Wolken entgegen kommt, …, es sind viele biblische Aussagen passend und widerspruchsfrei übereinander zu legen. Ich oute mich als den Prä-… zugehörigt, sehe das aber nicht als heilsentscheidende Festlegung, da sind einige Leute anderer Meinung, und trotzdem werden wir uns in der Ewigkeit sehen. Gleichermaßen war das für mich ein langer Prozess des Bücherlesens, wobei ich der Auffassung bin, dass es gute Analysen der biblischen Aussagen erst seit weniger als 200 Jahren gibt. Was mich wiederum zur Auffassung bringt, dass der Heilige Geist… Weiterlesen »

Tobias
1 Monat zuvor

zu Mt 26,27+28: das könnte mit der darauf folgenden Verklärung Jesu in eine erste Erfüllung gegangen sein…und dann in der Erscheinung des Auferstandenen u.Mt 28,18ff

Schandor
1 Monat zuvor

@Tobias.

Sehr unwahrscheinlich, und zwar deshalb:

  • Die Sprache passt überhaupt nicht. Jesus hätte mit seiner Schwurformel (wahrlich …) extrem übertrieben, fand dieses Ereignis doch nur wenig später statt. Es ist, als hätte er gesagt: Wahrlich, ich sage euch, einige von euch werden nächste Woche noch am Leben sein. Nein, das passt gar nicht.
  • Viel wichtiger aber ist die Gegenfrage: Wenn die Verklärung die Erfüllung dieser Prophezeiung war, wo blieb dann das Gericht? Wo die Engel? (V. 27)
Tobias
1 Monat zuvor

@Schandor,

Jesus sagt in Mt 16,28, dass „einige den Tod nicht schmecken werden…das muss nicht identisch sein mit seinem Kommen zum Gericht…sondern kann die propehtische Vorwegnahme und Erfüllung sein, dass ein Teil seiner Jünger („einige“) ihn in seinem Herrlichkeitsleib bei der Verklärung sehen dürfen…und bei seiner Himmelfahrt sehen sie ihn, als ihm bereits „Alle Vollmacht im Himmel und auf Erden gegeben ist“ – er seine Herrschaft, sein „REich“ antritt. Siehe auch das „johanneische Pfingsten“ in Joh. 20, wo Jesus in einer prophetischen Zeichenhandlung den Geist gibt und „vorweg nimmt“, was an Pfingsten geschehen ist…. vrgl Joh 14,18f: die Verheißung des Geistes heißt, „ich komme zu euch“… „die Welt wird mich nicht mehr sehen, ihr aber sollt mich sehen, denn ich lebe und ihr sollt auch leben…“ der Inmillennialismus erklärt diese Stelle meines Erachtens nicht….da stimmt zuviel anderes nicht…

Schandor
1 Monat zuvor

@Tobias Ich verstehe den Versuch, die Stelle im prä- bzw. amill. Paradigma zu deuten. Aber wie kann man dann V. 27 verstehen? Da ist doch eindeutig von einem Gericht die Rede. Der Vers ähnelt auch Mt 25,31, den „letzten Weltgericht“. Auch hier lässt sich ja die Frage stellen: Wie kann Jesus einmal sagen, wer an ihn glaubt, komme nicht ins Gericht, sondern sei vom Tod zum Leben hindurchgedrungen — und in Mt. 25 ist von einem Gericht nach Werken die Rede? Nein, den Widerspruch schlucke ich nicht. Ich weiß nicht, welches Gericht Jesus in Mt. 25 meint. Aber eines ist hier doch deutlich: Nicht, was jemand geglaubt hat, zählt, sondern das, was jemand getan hat. (Bitte keine Gegenüberstellung Paulus/Jakobus). Ich vermute, es handelt sich hier zwei Mal um dasselbe Gericht. Und zwar um ein Gericht am Ende des jüdischen Zeitalters. Er sagte zu seinen Jüngern auch, sie würden mit den Städten Judäas nicht fertig werden, ehe er wiederkomme. Ich selbst… Weiterlesen »

Christian
1 Monat zuvor

Schandor, danke für den Hinweis. Ich hatte bisher noch nie etwas vom Inmillennialismus gehört. Ich habe nun herausfgefunden, dass Rogers eine Homepage hat, auf der er diverse Artikel und auch ein achtzehnseitiges PDF mit dem Titel „A summary of Inmillenialism“ abgelegt hat. Ich werde mich da mal ein bisschen reinlesen, um zumindest ein grundlegendes Verständnis von der Thematik zu bekommen.

Beste Grüße
Christian

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