Die Haushalte mit mehr als zwei Eltern kommen

Debora L. Spar ist die Autorin des bald erscheinenden Buches Work Mate Marry Love: How Machines Shape Our Human Destiny (dt. etwa: Arbeiten, (sich) paaren, heiraten, lieben: Wie Maschinen unser menschliches Schicksal formen). In der New York Times erschien gestern ihr Artikel „The Poly-Parent Households Are Coming“ online, indem sie beschreibt, wie die technischen Errungenschaften in der Reproduktionsmedizin unser Verständnis von Familie verändern.

Hier ein Auszug:

Schließlich wurden Familien in der gesamten westlichen Welt für den größten Teil der Menschheitsgeschichte weitgehend biblisch definiert: ein Mann, eine Frau mit Kindern, die durch Sex gezeugt und durch Heirat geheiligt wurden. Alle anderen waren nur ein Bastard.

Mit den sich ändernden Sitten in den 1960er Jahren und den immer leichter zugänglichen Verhütungsmitteln habe sich die Situation grundlegend geändert. Die Entwicklung neuer Fortpflanzungstechnologien in den 1990er Jahren brachte einen weiteren tiefen Einschnitt. Mit der Einführung der In-vitro-Fertilisation (also der künstlichen Befruchtung) wurde es möglich, die Fortpflanzung vom Sex abzukoppeln.

Auch alleinstehende Frauen können sich dafür entscheiden, Eizellen herzustellen, die mit Sperma von Freunden oder Familienmitgliedern übereinstimmen. Platonische Freundinnen können gemeinsam Eltern werden, die ein gemeinsames Leben und eine gemeinsame Familie führen, die nicht an das Geschlecht gebunden sind. Ältere Paare könnten eigene Enkelkinder zeugen und aufziehen.

Ihr Fazit: „Über einen bemerkenswert kurzen Zeitraum hinweg haben wir uns daran gewöhnt, dass die netten Eltern in unserer Nachbarschaft ein Paar Männer oder Frauen oder ein Einzelkind jeden Geschlechts sind. Wir werden uns daran gewöhnen, dass sie auch zu dritt oder zu viert zusammen leben. Und dann werden wir das neue Normale einfach als das Reale sehen und vergessen, dass es die Technologie war, die diese Welt verändert hat.“

Die Lektüre lohnt sich: www.nytimes.com.

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2 Kommentare
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Daniel

„Work Mate Marry Love“ sollte wohl eher als Verben-Reihe übersetzt werden: „arbeiten, (sich) paaren, heiraten, lieben“ – vermutlich in Anspielung auf den Filmtitel „ear pray love“.