Evangelikale haben die Trinität verzweckt

Die Dreieinigkeitslehre hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Auch in evangelikalen Kreise haben wir uns teilweise von der biblischen, theologisch rechtgläubigen Trinitätslehre entfernt. Von manchen wurde die Theologie der Dreieinigkeit so manipuliert, dass sie unseren gesellschaftlichen Vorstellungen entspricht. Zu den Architekten dieser „Sozialen Trinitätslehre“ gehören etwa Jürgen Moltmann und sein Doktorand Miroslav Volf. Gemeinsam ist diesen Ansätzen, dass sie die innertrinitarische Gemeinschaft als der Gottheit ursprünglich und als Modell für Gesellschaft und Kirche verstehen. Matthew Barrett schreibt in dem Magazin CT dazu:

Moltmann freut sich darüber, dass feministische Theologinnen nun für die Gleichheit der Geschlechter kämpfen können, weil die Dreifaltigkeit eine gleichberechtigte Gesellschaft von Personen ist – Gott selbst ist nicht mehr patriarchalisch, sondern bisexuell und gibt dem Matriarchat eine göttliche Stimme. Moltmann bejubelt auch ein Befreiungsevangelium. Dank der fehlenden Hierarchie in der dreieinigen Gemeinschaft können wir uns nun für die Unterdrückten in der Gesellschaft gegenüber dem „politischen Monotheismus“ positionieren.

Ist Moltmann mit seiner sozialen Agenda allein? Wie sich herausstellt, hat er einen sozialen Kreuzzug angestoßen, der von einem seiner eigenen Schüler und einem der populärsten Denker unserer Zeit weitergeführt wird: Miroslav Volf.

Der Beitrag von Matthew Barrett ist ein Auszug aus dem Buch Simply Trinity: The Unmanipulated Father, Son, and Spirit.

Hier geht es zum Artikel: www.christianitytoday.com.

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Udo
Udo
4 Monate zuvor

Moltmann war ja auch mit der feministischen Theologin Elisabeth Moltmann-Wendel verheiratet. 😉
Wenn man der biblischen Offenbarung ihre Historizität raubt, bleiben eben nur noch leere Begriffe, die dann jede Theologengeneration gemäß ihrer philosophischen und gesellschaftlichen Prägungen füllen kann.

Stephen
Stephen
4 Monate zuvor

Auf der anderen Seite der ganzen Debatte kommt Kritik an den Complementarismus, dass sie die Trinitätslehre missverstehe, vielleicht auch instrumentalisiere (so Artikel auch bei Modern Reformation aus Amerika – eine konservative Quelle!)
Ich möchte hier eins festhalten. Tiefer und grundlegender als die Trinitätslehre geht es nicht; ihre Forschungsgeschichte ist schon 2000 Jahre alt. Jeder Vorwurf, dass wir nicht intellektuell, geschichtsbewusst, exegetisch und gründlich arbeiten, muss in Anbetracht der Arbeit in unseren besten Kreisen an die Trinitätslehre aufhören. Man sieht auch dort, dass es für uns nicht um den Erhalt konservativer Gesellschaftsstrukturen geht – manche von ihnen können gern fallen.
Es geht darum, ob wir unseren Gott kennen. Nichts ist wichtiger.

Alex aus Cloppenburg
Alex aus Cloppenburg
4 Monate zuvor

„Wie sich herausstellt, hat er einen sozialen Kreuzzug angestoßen, der von einem seiner eigenen Schüler und einem der populärsten Denker unserer Zeit weitergeführt wird: Miroslav Volf.“
Moltmann stößt den KREUZZUG an und ein Megastar von Denker vom Balkan mäht anschließend alles nieder.
Dass die Amis immer so wahnsinnig übertreiben müssen!
Moltmann kennen vielleicht max. 1% der Deutschen. Volf vielleicht bundesweit 5.000 Leute, die meisten davon, weil sie zufällig den Podcast von Thorsten Dietz „Das Wort und das Fleisch“ gehört haben.
Seltsame Debatten…wer kann ihnen folgen?

Alex aus Cloppenburg
Alex aus Cloppenburg
4 Monate zuvor

@ Ron:
bestimmt auch uninformiert und noch mehr ungebildet. 🙂
Allerdings drängt sich schon die Frage auf, welche Relevanz Moltmann und ein gewisser Volf in Debatten haben, die wir hier im Cloppenburg oder Berchtesgaden über die Trinität führen.

Martin
Martin
4 Monate zuvor

@ Ron: Vielleicht hab ich es noch nicht in allen Dimensionen verstanden oder bin zu wenig in innerevangelikalen Debatten involviert, aber (und das ist jetzt wirklich eine ernstgemeinte Frage) wo würdest du ein Beispiel sehen, dass evangelikale Kreise sich von einer biblischen Trinitätslehre entfernt haben? Vielleicht gerade auch jenseits der Christologie, woran ich jetzt als erstes gedacht hätte.

Schlotti
Schlotti
4 Monate zuvor

Ich lese Barrett gerne. Sein Buch über die Autorität von Gottes Wort in der „5 Sola Series“ ist super. In dem Artikel ist viel lesenswertes, gerade zu Moltmann, Volf oder Lane. Dennoch halte ich es für schwierig, mehr oder weniger in einem Atemzug, Leute wie Grudem oder Ware zu nennen. Barret gehörtt zu der Gruppe evangelikaler/reformierter Theologen, die eine sehr präzise, exakte Sprache und Vorstellung über die Dreieinigkeit vertreten und erwarten. Das Paradebeispiel dafür ist James E. Dolezals Buch „All that is in God“. Das ist natürlich nicht falsch. Aber es birgt eine sehr reale Gefahr: Dass die exakte Sprache und Vorstellung wichtiger ist, als die Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott. Nicht, dass diese Autoren das wollen. Aber ein Buch wie das von Dolezal frustriert mich total, weil man danach gar nicht mehr weiß, ob es wirklich richtig ist, wie man denkt, betet usw. Weil man sich immer fragen muss, ob man exakt genug ist, da es ja um das… Weiterlesen »

Last edited 4 Monate zuvor by Schlotti
Udo
Udo
4 Monate zuvor

Der moderne Theologe hat den einzigartigen unendlich-persönlichen Gott der biblischen Offenbarung und der Reformation verloren. Die liberale Theologie der derzeitigen Denkwelt hat nur noch „Gott“-Wörter als Ersatz.“. (Francis A. Schaeffer, Preisgabe der Vernunft)

Chrissen
Chrissen
4 Monate zuvor

Hallo Udo!

Was ist ein „unendlich-persönlicher Gott“?

Das ist eine ernstgemeinte Frage.

(Meint er danmit, daß sich JHWH in Jesus Christus zum Heil offenbart hat?)

Udo
Udo
4 Monate zuvor

@Chrissen: Danke für deine Frage. Ich versuche es einmal kurz. Nach meinem Verständnis bedeutet das: Gott existiert und handelt einerseits außerhalb unserer zeitlich und verstandesmäßig begrenzten Vorstellungsmöglichkeiten. Er ist ewig und unwandelbar. Er ist keine Worthülse oder Idee, die dann mit beliebigen menschlichen Vorstellungen gefüllt werden kann. Er ist vielmehr der existierende und daseiende Gott im historisch-biblischen Sinn. Gott redet persönlich und offenbart sich dem Menschen durch sein Wort, wie es in der Bibel bezeugt wird. Er begibt sich als persönlicher Gott auf unsere Ebene und wird für den, der sich seinem Wort öffnet auch verstandesmäßig begreifbar.
Nur weil der Mensch im Bilde Gottes geschaffen ist, ist der Mensch eine Persönlichkeit.
Wer meint, Gott außerhalb des historisch-biblischen Zeugnisses zu finden, landet in der Irre.

Christian B.
Christian B.
4 Monate zuvor

@Udo und Chrissen: Danke für Eure Beiträge, die mich zum Nachdenken gebracht haben. Die Bezeichnung „unendlich-persönlicher Gott“ scheint von Schaeffer regelmäßig gebraucht zu werden. Ich bin gestern abend beim schmökern in „pollution and the death of man“ über eine Definition Schaeffers gestolpert und habe diese via deepl ins Deutsche übersetzen lassen. Der christliche Gott in Abgrenzung zu allen anderen „Göttern“ (von Seite 47-48 des Buches): „Was für ein Gott existiert? Der jüdisch-christliche Gott ist anders als alle anderen Götter der Welt. Der jüdisch-christliche Gott ist der persönlich-unendliche Gott. Die Götter des Ostens sind per Definition unendlich, da sie alles enthalten, einschließlich des Männlichen und des Weiblichen gleichermaßen, des Grausamen und des Nicht-Grausamen und so weiter. Aber sie sind nicht persönlich. Im Gegensatz dazu waren die Götter des Westens – die griechischen und römischen Götter, der große Gott Thor und die angelsächsischen Götter – persönlich, aber immer begrenzt und endlich. Der jüdisch-christliche Gott ist also einzigartig: Er ist unendlich und gleichzeitig… Weiterlesen »

Last edited 4 Monate zuvor by Christian B.
Chrissen
Chrissen
4 Monate zuvor

Hallo Udo und Christian B.!

Vielen Dank für die Antworten. Das war sehr erhellend. Ich sehe: Ich war mit meiner Vermutung in Klammern dann doch etwas „einfach gestrickt“ … 🙂

Ich wünsche Euch ’nen schönen Abend!
Chrissen

Helge Beck
Helge Beck
3 Monate zuvor

was ist ein „jüdisch-christlicher“ Gott? Huh? Und das im Kontext der Trinität …

PeterG
PeterG
3 Monate zuvor

was ist ein „jüdisch-christlicher“ Gott? Huh? Und das im Kontext der Trinität …

Genau, im Kontext der Trinität: Das ist der dreieinige Gott, der sich als JHWH und Jesus uns offenbart hat.

Chrissen
Chrissen
3 Monate zuvor

Die Mehrheit der Juden ist leider noch verstockt, aber die Zahl der messianischen Juden, die JHWH als dreieinen Gott erkennen und sich somit zu Jesus (Yeshua Ha’Mashiach) als seinen eingeborenen Sohn und Erlöser und Erretter bekehren, wächst – und das gerade auch in Israel.

Hier ein echt wunderschönes Lied messianischer Juden aus Mewasseret Zion bei Jerusalem. https://www.youtube.com/watch?v=P86tfWZWwoo

Oder auch Joshua Aaron (Israel/USA) https://www.youtube.com/watch?v=Dl5iPXltMH4

Sergej Pauli
3 Monate zuvor

Könntest du einen Artikel gezielt über Volf machen, bzw. das Problem von Volf näher klassifizieren? Das was ich bisher von Volf gelesen habe, hat mir ehrlich gesagt sehr gut gefallen (habe aber nichts über die Dreieinigkeit gelesen). Sieht nicht gerade Keller in Volf eine ihn prägende Persönlichkeit?

Schlotti
Schlotti
3 Monate zuvor

@Helge Beck

Troll! Drollig wäre mir lieber.

Oder zumindest mal was Substantielles.

Liebe Grüße
Schlotti

Helge Beck
Helge Beck
3 Monate zuvor

Ich würde mal sagen in den Augen der meisten rabbinisch orthodoxen Juden sind die hier präsentierten „messianischen Juden“ ganz einfach Christen. Ist das als Beitrag substanziell genug?

Chrissen
Chrissen
3 Monate zuvor

Sorry, aber messianische Juden, die an Jeschua Ha’Maschiach glauben, besuchen für gewöhnlich keine Kirchen oder christliche Gemeinden von uns Heidenchristen, sie haben ganz normale Synagogen/Versammlungsräume mit Thorarollen und allem, was dazu gehört. Sie feiern zum Beispiel in der Regel auch alle jüdischen Feste und lesen das Alte Testament, das sie den „Alten Bund“ (הברית הישנה) nennen, auch zum Teil im hebräischen Original und halten ganz selbsverständlich den Schabbat, nicht den Sonntag. Zudem würden sie sich nie als Christen bezeichnen, weil sie es schlichtweg nicht sind. Nun gab es in alter Zeit noch die Bezeichnung „Judenchristen“, die sie aber ebenfalls ablehnen, da diese Bezeichnung unschöne Erinnerungen an die letzten Jahrhunderte beinhaltet, wo Juden durch Christen verfolgt und unter Gewalt zwangschristianisiert wurden. Ich habe mal eine interessante Interviewreihe aus Israel gesehen. Da wurden ganz normale Durchschnittsjuden in Israel auf der Straße gefragt, was sie über messianische Juden denken und ob diese noch Juden wären. Viele wußten überhaupt nicht, was das sein soll.… Weiterlesen »

Helge Beck
Helge Beck
3 Monate zuvor

„Sie findet es nur schrecklich, daß sie immer so missionarisch sind.“ yep da stimme ich zu persönlich.
https://www.youtube.com/watch?v=Ffcg65feeIQ