Landesbischof Rentzing tritt zurück

Es ist für mich eine traurige Nachricht. Landesbischof Dr. Rentzing hat heute seinen Rücktritt erklärt. Auf der Seite der Ev.-Lutherischen Landeskirche ist zu lesen:

„Ich bin angetreten mit dem Wunsch, die verschiedenen Positionen innerhalb der Landeskirche wieder einander näher zu bringen. Mein oberstes Ziel war und ist die Einheit der Kirche. Ich muss mit großem Bedauern feststellen, dass die aktuelle Diskussion um meine Person diesem Ziel schadet. Sie ist nicht nur für mich persönlich, sondern auch für die gesamte Kirche derzeit eine Belastung. Um Schaden von meiner Kirche abzuwenden, habe ich mich entschieden, mein Amt zum nächstmöglichen Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen.

Ich stehe für konservative Positionen und Werte, die ich in einem langen Entwicklungsprozess für mich als richtig erkannt habe. Dabei war die Begegnung mit Jesus Christus und mein Glaube für mich prägend. Der Weg in die Kirche hat mich verändert. Positionen, die ich vor 30 Jahren vertreten habe, teile ich heute nicht mehr.

Nun, die Worte sind erklärungsbedürftig. In einigen Wochen wissen wir mehr.

Weiteres: www.evlks.de.

Kommentare

  1. Wenn man den heutigen Bericht bei idea liest ist das Bild aus meiner Sicht schon ziemlich klar: konservativen Positionen in der Kirche soll es immer schwerer gemacht werden. Es gibt in meinem lokalen Umfeld einige Vorkommnisse von kleinerer Dimension die genau dies bestätigen. Die Konservativen in der Kirche müssen sich schon fragen, wie lange man das noch alles mitmacht: die Geschichte mit dem Frosch und dem heissen Wasser kennt ja sicher nun mittlerweile jeder………. Und in vielen Freikirchen sieht es nicht besser aus.

  2. Theophil Isegrim meint

    Da hat die Landeskirche mal einen guten Bischof und dann macht sich so eine kleine Minderheit lauthals auf und versucht ihn rauszuekeln, was ihr auch gelingt. Eine Petition von 800 Unterschriften, was für ein Witz.

    Das sind schon komische Gesellen, diese sogenannten Progressiven. In Würtemberg hat die Synode entschieden, keine Homopaare zu trauen und dann haben einige von denen randaliert und angekündigt sich nicht daran zu halten. Nun wurde da so lange daran „rumgemacht“, nun geht es doch.

    Das sind keine Demokraten, sie sind auch nicht tolerant, es sind blindwütige Fanatiker!

    Ähnlich war es auch bei Olaf Latzel. Da sind sie demonstrieren gegangen mit üblen Sprüchbändern. Und dann meinen sie auch noch sie sind die Vertreter einer freiheitlichen demokratischen Gesellschaft, wenn sie sich aufmachen zu Hetzen. Was müssen diese Leute nur für einen Hass in sich tragen.

  3. @Theophil Isegrim
    schon richtig, aber die Frage ist doch ob man als Konservativer auf die Dauer gute Miene zum bösen Spiel machen soll wie in Württemberg und immer die nächste und die nächste Spitze gegen einen konservativen Glauben hinzunehmen oder ob da wirklich mal weitergehende Schritte notwendig wären wie z. B. freie Gemeinden zu gründen?

  4. Johannes G. meint

    Hier eine Einschätzung aus „progressiver“ Perspektive:

    https://eulemagazin.de/carsten-rentzing-warum-der-bischof-zuruecktritt/

  5. Schön, dass unseren Politikern, vor allem denen von den Grünen und den Linken, „vergeben“ wurde und ihre Vergangenheit keine Rolle mehr spielen muss.

    Es ist unglaublich, mit welcher Arroganz hier in diesem angeblich so demokratischen, zivilisierten Land, das wie am Fliessband seine Kinder tötet, über Menschen der Stab gebrochen wird.

    Vor allem über die, die dem Heiland nahe stehen und nachfolgen.

    Aber das ist eben die neue Toleranz.
    Wir können uns auf etwas gefasst machen.

  6. @Jutta
    Volle Zustimmung. Jedes Leben hat Brüche und das muss einfach akzeptiert werden. Vor allem ist schlimm, dass in einer angeblichen Postmoderne dies nicht allen zubilligt. Zum Ende des Kommunismus hat sich eigentlich nur das Feindbild geändert. Auch wird heute nicht mehr von Berufsverboten gesprochen sondern man hat subtilere und elegantere Wege um Leute zum Schweigen zu bringen

  7. Clemens Altenberg meint

    Wenn man gesehen hat was der geschrieben hat kann man ihn doch nicht als „konservativ“ durchgehen lassen. Ein christlicher Blog sollte sich hüten so ein Gedankengut zu verteidigen.

  8. Falls ich damit gemeint bin: auf linker Seite hat man die Wandlung von kretschmann vom strengen Kommunisten zum Grünen auch stehen gelassen. So sollte man es bei anderen auch tun. Rettung hat erklärt, dass er die extremen Positionen nicht mehr vertritt. Darum geht es

  9. Danken Clemens!!!

  10. Das sollte Danke heißen ohne n. Danke Clemens!!

  11. @Cemens: Darf ich fragen, welches christliche Blog exakt welches Gedankengut nicht verbreiten darf?

    Liebe Grüße, Ron

  12. Clemens Altenberg meint

    „Die Vorwürfe sind allesamt völlig unberechtigt.“

    „Mein ganzes Leben lang ist mir nationalistisches, antidemokratisches und extremistisches Denken immer fremd geblieben.“

    Läuterung und Distanzierung schaut anders aus, Rentzing versteht anscheinend bis heute nicht, dass das was er da vor 30 Jahren geschrieben hat einer gefährlichen Ideologie entspringt, die sicher nicht im Sinne seines Heilands ist. Also entweder er will nicht wahrhaben was er das geschrieben hat, oder er lügt.

    Ihm zu glauben, dass er nicht wusste, dass die „Bibliothek des neuen Konservativismus“, wo er 2013 aufgetreten ist, nicht konservativ, sondern den Neuen Rechten zuzuordnen ist, wäre auch naiv.

    Kretschmann weiß zumindest wie man eine Distanzierung formuliert, er bezeichnete seine linksextreme Zeit als fundamentalen politischen Irrtum, und ist längt nicht mehr Mitglied bei einschlägigen Gruppierungen.

    Matze, ich wollte niemanden persönlich angreifen, natürlich hat hier im Blog niemand völkisches Gedankengut verteidigt oder gar verbreitet, Ron hat sein Bedauern über den Rücktritt ja ausgedrückt bevor der Grund ans Licht kam.

  13. @Clemens: Wir können Menschen nicht auf der Grundlage dessen beurteilen, wo sie etwas geschrieben oder gesagt haben. Entscheidend ist, was sie gesagt haben. Da Du R. sehr kategorisch beurteilst, gehe ich davon aus, dass Du die Vorträge und Aufsätze gelesen hast (und Dich nicht vorschnell den Meinungen irgendwelcher Journalisten anschließt). Sind die Beiträge inzwischen öffentlich zugänglich?

    Liebe Grüße, Ron

  14. Johannes G. meint

    Meine Empfehlung wäre, sich ebenso wie Ron im Ausgangsbeitrag, mit Verteidigungsreden oder Schuldzuschreibungen erst einmal zurückzuhalten.

    Natürlich liegt liberalen bzw. progressiven Kräften daran, Menschen mit den theologischen Positionen und Moralvorstellungen von Rentzing abzusägen. Daraus sollte man aber nicht gleich den Schluss ziehen, dass es in diesem Fall primär oder gar ausschließlich um die Diskreditierung und Entfernung einer unliebsamen Person gehen muss.

    Ich kenne weder Rentzing, noch seine Schriften näher. Es kursiert jedochzumindest die erste Seite seines Aufsatzes „Staat und Demokratie“ im Netz und da schreibt er folgendes:

    „Diejenigen, die in demokratischen Staaten aufgewachsen sind, können aus einem Erfahrungsschatz schöpfen, der den nach wahrhaftiger Freiheit strebenden Völkern die Fehler des demokratischen Systems erspart.“

    Natürlich fehlt hier der Gesamtzusammenhang bzw. der gesamte Text, aber es ist schwierig sich vorzustellen, wie das mit seiner Aussage

    „Mein ganzes Leben lang ist mir nationalistisches, antidemokratisches und extremistisches Denken immer fremd geblieben.“

    in Einklang gebracht werden kann. Sofern ich es richtig verstehe, ist der Vorwurf, dass er Teile seiner Vergangenheit verschwiegen und in diesem Zusammenhang tlw. auch die Unwahrheit gesagt hat. Nach dem aktuellen öffentlichen Kenntnisstand erscheint mir das zumindest nicht völlig aus der Luft gegriffen. Vielleicht wird der Aufsatz in den kommenden Tagen ja noch veröffentlicht. Dann kann man sich ein besseres Bild von der Sachlage machen.

  15. Theophil Isegrim meint

    @Matze:

    Ich war noch nie in einer Landeskirche Mitglied. Ich habe ausschließlich freikirchlichen Hintergrund. Von daher könnte ich Dir zustimmen, daß die Konservativen sich doch verabschieden und eigene Gemeinden gründen sollten. Aber es gibt da auch gewachsene Strukturen. Es gibt landeskirchliche Gemeinschaften. So einfach ist das mit dem Austritt und einer Neugründung nicht.

    Große Hoffnung für die Landeskirche habe ich nicht. Bei der letzten Synode in Württemberg haben auch Konservative für die Homo-Segnung gestimmt. Die sind da wahrscheinlich über lange Zeit hinweg „eingelullt“ oder auch unter Druck gesetzt worden. Die sogenannten Progressiven können auch sehr aggressiv sein – obwohl viele von ihnen unentweg die Liebe, die Gnade, Toleranz und Frieden betonen. Wie soll aus so einer „Kirche“ denn noch etwas werden?

    Aber vielleicht kommt es auch anders. Die Landeskirche hat Probleme Pfarrer zu bekommen. Noch verschließen sie sich gegen Pastoren, die in evangelikalen Ausbildungsstätten Theologie studiert haben. Aber irgendwann könnten sie das nicht mehr durchhalten. Das wäre ein positiver Trend, falls die Pastoren da keine Einzelkämpfer sind und untergehen.

    Wir werden es sehen.

  16. Johannes G. & … Das Zitat kenne ich. Ja, um es zu verstehen, braucht es den Kontext.

    Um zu zeigen, dass es von R. auch ganz andere Verlautbarungen gibt, erinnere ich daran:

    https://www.sonntag-sachsen.de/zutiefst-erschuetternd-und-befremdlich-sachsens-landesbischof-verurteilt-ausschreitungen-von?page=1

    Ich vermute, nach solchen Stellungnahmen wird derzeit selten gesucht. Sie sind mit einer nationalistischen Gesinnung schwer in Einklang zu bringen. Ihnen Taktik zu unterstellen, finde ich problematisch, wenn Belege fehlen.

    Aber wie Du sagst, warten wir es ab.

    Noch etwas: Es gehört zu den tiefsten christlichen Einsichten, dass jeder Mensch, auch ein begabter Bischof, sich versteigen kann. Ich könnte jetzt große Namen nennen. Wir sollten zurückhaltend vom Mist auf das Gesamtwerk schließen.

    Liebe Grüße, Ron

  17. In der ganzen Causa Carsten Rentzing spielt das ernsthafte Bekenntnis zum christlichen Glauben der öffentlich bloßgestellten Person nicht den Hauch einer Rolle. Das ist in meinen Augen bezeichnend. Überhaupt scheint die „Datenlage“ der anklagewütigen „Geschwister“ sehr dürftig zu sein, weil immer nur ein einzelner Satz zitiert wird, der sich unterschiedlich interpretieren läßt. Dazu würde ich gerne den Gesamtkontext kennen, in dem er steht. Den enthält man uns vor.
    Gesetzt den Fall (!), Carsten Rentzing wäre in jungen Jahren zeitweise einem prekären Denken verfallen, so fällt mir 1Kor 6,11 ein: Und Leute solcher Art sind manche (von euch früher) gewesen. Doch ihr habt euch (in der Taufe) reinwaschen lassen, seid geheiligt worden, habt die Rechtfertigung erlangt durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unsers Gottes.
    Aber mir ist natürlich klar, dass in der Staatskirche (wohl mehr Staat als Kirche) EKD eine christliche Weltsicht fehlt. Komisch finde ich jedoch, dass man in anders herum gelagerten Fällen gerne mit dem „der werfe den ersten Stein“ oder „Richte nicht!“ um die Ecke kommt.

  18. Theophil Isegrim meint

    Ich finde es auch bemerkenswert, daß von einer Zeitschrift, die vor 30 Jahren drei Jahre lang existierte, solch ein Beitrag hervor geholt wird. Das scheint mir keine Otto Normalverbraucher Recherche gewesen zu sein.

    Wenn ich so an mein eigenes Leben denke. Ich will nicht unbedingt was von mir lesen, was ich seinerzeit vor mehr als 30 Jahren als Nichtchrist so geschrieben habe.

    Ich frage mich auch, wie man mit solche „progressiven Christen“ umgehen soll. Vor Jahren hatte ich mal eine Auseinandersetzung mit solch einem. Er redete viel von Liebe, war aber skrupellos, wenn es darum ging sich durchzusetzen. Und absolut unbarmherzig, um andere rauszuekeln. Am Ende stand er dann immer als das Opfer da mit Tränen in den Augen. Das war schon eine geile Schau. Er war sich für nichts zu schade.

    Ich denke, gegen solche Leute kann man sich nur schützen, wenn man mit Gottes Wort arbeitet. Und die Gemeinschaft stark bleibt in der man ist. Man darf sich da nicht separieren lassen. In der EKD war Rentzing allein, aber an der Basis ganz sicher nicht. Schade das alles.

  19. Johannes G. meint

    @Ron,

    um deinen letzten Absatz aufzugreifen: Ich sehe keinen Grund an Rentzings Wandel und seiner prinzipiellen Integrität zu zweifeln. Mir scheint, dass er sich ausgehend von diesem immensen Druck, der auf konservativen Theologen in der Öffentlichkeit lastet, zu Aussagen hat hinreißen lassen, über die er jetzt „gestolpert“ ist. Aus rein menschlicher Sicht könnte ich das jedenfalls sehr gut verstehen…

    LG
    Jo

  20. Danke, Ron, für das Einstellen dieses Artikels von Idea !
    Bingo !
    Es gibt von Politikern Aussagen zu Deutschland, da sträuben sich einem die Nackenhaare. Aber sie sind natürlich politisch korrekt. Was immer das auch bedeutet.
    Man darf ungestraft davon reden, dass doch bitte Bomber Harris noch einmal Dresden bombardieren soll und Deutschland jubelt.
    Was ist los mit diesem Land ?
    Alles was es hier schön macht zu leben, wird grade vernichtet.
    Natürlich war Deutschland nie ein Paradies und es hat immer auch Finsternis gegeben und Politiker mit Dreck am Stecken und auch Kirchenleute, Geschäftsmänner – und frauen. Kriminalität, Korruption und die Clans, gegen die man plötzlich vorgeht.
    Und doch gab es eine Freiheit, Meinungsfreiheit, Debatten, sogar politische Debatten … und nun plötzlich wird alles geglättet ?

    Ich lese momentan die hochspannende Biographie von Margarete Schneider, der Frau von Paul Schneider, des ehemaligen Predigers vom Buchenwald.
    Wie war ich erstaunt, dass er und sie anfangs Hitler gut fanden und sogar ein Bild von ihm im Wohnzimmer hatten !
    Dass er sogar der Vereinigung der Deutschen Christen eine zeitlang angehörte.
    Was ich da gelesen habe, erinnert mich doch sehr an die heutige Zeit. Es wiederholt sich, wie man unerwünschte Menschen und Meinungen diffamiert und die Gleichschaltung angestrebt wird.
    Es ist wahrlich gespenstisch.

    Aber die beiden haben erkannt …und was hat Paul Schneider dann gekämpft für das wahre echte Evangelium ! Vor allem im KZ, bis zu seinem Tod.

    Alles, was Hr Rentzing jetzt noch zu seiner Verteidigung beibringen könnte, wird ihm im Mund umgedreht werden.
    Er hat Frieden mit Gott durch Jesus Christus – davon gehe ich jetzt mal aus.
    Und das ist es was zählt, letztendlich.
    Freude in Christus, egal der äußeren Umstände.
    Das ist es, was mich die Predigten der gradestattgefundenhabenden Konferenz lehren !

    Danke für diese Konferenz !
    Sehr eindrücklich und bewegend, und manches hat mich „kalt erwischt“.

  21. Clemens Altenberg meint

    Ich habe Rentzing vorher nicht gekannt, kann daher nicht sagen ob er ein würdiger Bischof war und habe auch nichts gegen konservative Theologie, solange sie den christlichen Glauben bewahren will und nichts anderes. Wenn er diesen mehr als grenzwertigen Artikel geschrieben hat bevor er von Christus auf einen anderen Weg geführt wurde, er sich klar distanziert – die Uneinsichtigkeit der von mir zitierten Aussagen ist ja keine Erfindung linker Journalisten – dann wäre es vielleicht schade dass er gehen muss. Aber dass er seiner Kirche die Mitgliedschaft bei einer schlagenden Burschenschaft verschwiegen hat, wissend, dass er sonst nie soweit gekommen wäre, deutet für mich eher darauf hin, dass er ein Doppelleben führte. Man muss nicht so links wie die Kirche sein um das als bedenklich zu sehen.

  22. Wie viele Leute haben die Petition gegen ihn unterschrieben? Im Moment sind es wohl ca. 850. Und ungefähr 700.000 Kirchensteuerzahler gibt es dort.

    Und was passiert: eine schreiende Minderheit von nicht mal 0.2% fordert Rücktritt und, noch schlimmer, ein aus Angst vor dieser Minderheit schweigendes Pfarrer- und Bischofskollegium steht ihm nicht zur Seite.
    Dann wird von interessierter Seite noch Empörung über seine Wahl geäußert: nur eine Stimme Mehrheit, wahrscheinlich seine eigene. Wenn das Wahlrecht so schlecht ist: die Linksorientieren hätten doch schon jahrelang eine Änderung fordern können. Ist nicht geschehen, also wird die Karte jetzt noch als Argumentationsverstärker gezogen. Widerliche Methoden sind das. Und man sollte meinen, dass man das mit ein wenig Nachdenken erkennen könnte.

    Da ist jemand konservativ (lehnt z.B. Trauunugen von Homosexuellen ab, weil er die Bibel anders versteht), daraufhin gräbt sich jemand tief durch die Vergangenheit, um irgendeinen Angriffspunkt zu finden, besser noch einzelne Sätze aus einem Zusammenhang reißt, um R. schlecht darstehen zu lassen, und schon diktiert die Minderheit schon wieder, wo es lang geht, und beansprucht die Deutungshoheit für sich.

    Es ist ein Muster, dass wir überall sehen: ob es Greta und die Klimakirche ist -> die Politik kuscht. XR darf tagelang der Verkehr blockieren -> die Politik kuscht, dabei hätten in Berlin die Brücken nach 2-3 Stunden frei sein können.

    Der ein oder andere hätte besser auf seine Erziehungsberechtigten gehört, die gerne sagten: „Wer schreit, hat Unrecht.“

  23. Clemens Altenberg meint

    Ob etwas ein Fakt ist oder nicht hängt weder davon ab, wie viele es unterschreiben, noch davon, wie laut es ausgesprochen wird. Da hab ich eine konservative Auffassung von Wahrheit.

  24. Ein Zitat von Ulrich Parzany:

    Bischof Carsten Rentzing hat seinen Rücktritt angekündigt. Lassen wir uns nichts vormachen! Er wurde von Anfang an attackiert, weil er sich zur Gültigkeit und Autorität der Bibel als Gottes Wort bekannte und die Segnung oder Trauung gleichgeschlechtlicher Paare ablehnte. Alles, was danach kam, waren Vorwände und Versuche, ihn irgendwie wegzubekommen. Ganz nach der Methode, die wir in der heutigen Bibellese Matthäus 22,15ff lesen: „Da gingen die Pharisäer hin und hielten Rat, wie sie ihn in seinen Worten fangen könnten.“ Sie versuchten schon damals die Methode, ein politische Falle zu stellen. „Als Jesus ihre Bosheit merkte sprach er: Ihr Heuchler…“. Also nichts neues unter Sonne. Den früheren Sympathisanten des Bischofs sage ich: „Eiert nicht rum! Steht zu ihm.“ Lieber Bruder Bischof Carsten Rentzing, Ihnen gilt das Wort unseres Herrn Jesus: „Und ihr werdet gehasst werden von jedermann um meines Namens willen… Darum fürchtet euch nicht vor ihnen!“ (Matthäus 10,22.26)

  25. Johannes G. meint

    Vielleicht weiß Ulrich Parzany ja mehr als wir, aber ich halte dieses Statement in seiner Einseitigkeit und mit nicht nachprüfbaren Behauptungen in der Sache leider für wenig hilfreich. So gießt man meiner Einschätzung nach nur mehr Öl ins Feuer…

    LG
    Jo

  26. @Clemens Altenberg:

    Ihm zu glauben, dass er nicht wusste, dass die „Bibliothek des neuen Konservativismus“, wo er 2013 aufgetreten ist, nicht konservativ, sondern den Neuen Rechten zuzuordnen ist, wäre auch naiv.

    Kretschmann weiß zumindest wie man eine Distanzierung formuliert, er bezeichnete seine linksextreme Zeit als fundamentalen politischen Irrtum, und ist längt nicht mehr Mitglied bei einschlägigen Gruppierungen.

    Wenn Du nun eine kommunistische (=echt totalitäre, linksextreme) Vergangenheit als in etwa genauso schlimm wie die „neue Rechte“ ansiehst, stimmt etwas nicht mit Deiner politischen Brille, sorry.

    Kommunistische Vergangenheit ist in etwa das gleiche wie Vergangenheit in der NSDAP oder als Hitler-Anhänger.

    „Neue Rechte“ ist in etwa so weit rechts zu sein, wie der SPIEGEL links ist. (Mit dem Unterschied, dass der SPIEGEL wegen der Dominanz des linken Denkens längst hoffähig ist).

  27. Tim-Christian meint

    @Roderich

    Vielen Dank! Ich stimme Dir voll und ganz zu. Da herrscht tatsächlich ein merkwürdiges und unfaires Ungleichgewicht im gegenwärtigen Deutschland. Rechts ist immer gleich Nazi. Dass es zum Beispiel auch rechts-konservativen Widerstand gegen Hitler gegeben hat, wird in der Regel verschwiegen. Es passt nicht ins gängige Narrativ.

    Was Renzings Texte anbelangt, so kenne ich nur die in der Presse kursierenden Auszüge. Ähnliche Aussagen zu Demokratie und universalen Rechten kann man zum Teil aber auch bei Theologen wie Bonhoeffer oder Althaus finden bzw. herauspicken. Und auch der Vatikan hat die UN-Menschenrechtscharta bisher nicht unterzeichnet. Man muss sich ja nur mal die unsägliche Debatte darüber anschauen, ob das Recht auf Abtreibung ein Menschenrecht ist, um zu wissen warum.

    Zum Umfeld der Bibliothek des Konservatismus zähl(t)en auch Leute wie Günter Rohrmoser oder der studierte Theologe Karlheinz Weißmann. Vorträge gehalten haben Wolfgang Bosbach, der Islamwissenschaftler Tilman Nagel und der Historiker David Engels. Alles Nazis? Lächerlich.

  28. Clemens Altenberg meint

    @Johannes G:

    Das sehe ich auch so. Parzanys Worte sind keine argumentative Verteidigung gegen die eigentlichen Vorwürfe, sondern die Kreation eines einseitigen Opfermythos und quasi eine Heiligsprechung Rentzings als Märtyrer.

    @Roderich und Tim-Christian

    Wenn die „Bibliothek des neuen Konservativismus“ so rechts ist wie der Spiegel links ist, dann ist das natürlich legitim und ein wertvoller Beitrag für die Debattenkultur.
    Ich kenne diese Szene in Deutschland nicht und nehme es zurück wenn ich sie zu Unrecht in ein falsches Eck gerückt habe.

    Als Österreicher bin ich halt ein gebranntes Kind mit der Erfahrung was passiert wenn schlagende Burschenschafter und deren Sympathisanten zu viel Einfluss bekommen (womit ich nicht sagen will, dass das alles Nazis sind).

    Und unter der „Neuen Rechten“ hab ich so was verstanden wie die Alt-Right Bewegung, weil ich letztens die Doku „Undercover bei den Neuen Rechten – Mein Jahr in der Alt-Right“ gesehen habe. Darin geht es um einen schwedischen Studenten, der undercover in England und den USA in dieser Gruppierung recherchiert. Darin plaudern deren führende Köpfe ungeniert von ihrem Traum alle nicht Weißen aus den USA zu entfernen, Andersdenkende zu exekutieren und den Frauen das Wahlrecht zu entziehen.

    Hier der link:

    https://dokustreams.de/undercover-bei-den-neuen-rechten-mein-jahr-in-der-alt-right/

  29. Theophil Isegrim meint

    Parzany sagt, was Sache ist und worum es wirklich geht. Er ist ja nun kein Unbekannter und kennt sich aus in der Welt der Landeskirche. Er bezeichnet diese Leute zu Recht als Heuchler. Ich habe ja auch einige von denen kennengelernt. Nach vorne hin tun sie schön. Sie sind so friedvoll und tolerant. Aber hintenrum gehen sie wirklich fanatisch zur Sache und geben nicht Ruhe bis die Person weg ist, die ihnen nicht gefällt.

    Ich habe kürzlich die Autobiographie von Gerhard Maier gelesen. Da gibt es auch so einige Passagen von diesen „liebevollen“ Besserchristen, die in ihrer Güte versucht haben ihm zuzusetzen. Diese getünchten Wände.

    Ich frage mich nur, wie man am besten mit solchen Leuten umgehen kann in Anbetracht der Feindesliebe. Denn Brüder sind diese nicht mehr für mich. Die Glauben doch was total anderes. In idea gab es mal ein Artikel von Dröge, da hat dieser bestimmte Glaubensinhalte abgelehnt. Dann wurde später ein Leserbrief von seiner Pressereferentin in idea veröffentlicht, weil ihm vorgeworfen wurde, er können mit dieser Einstellung das Glaubensbekenntnis nicht mitbeten. Die hat dann erklärt, was unter den Begriffen zu verstehen ist und schon hatte das Glaubensbekenntnis eine vollkommen anderen Inhalt. Ich muß mal suchen, ob ich das noch finde.

    Ich kann diese Leute einfach nicht mehr ertragen.

  30. Theophil Isegrim meint

    Ich habe es gefunden.

    Der Leserbrief ist in idea Ausgabe 27/2019 von Heike Krohn-Bräuer, der Pressesprecherin von Dröge. Ich gebe es sinngemäß wieder: Für Dröge ist die Jungfrauengeburt ein Zeugnis der Urchristenheit. Die Forschung habe gezeigt, daß zu dieser Zeit eine Jungfrauengeburt bestimmten Personen zugeschrieben wurde, um ihnen göttliche Würde zu verleihen. Aus diesem Grund haben die Urchristen Jesus eine Jungfrauengeburt unterstellt. Damit haben sie die Gottheit Jesus bezeugt. Dröge meint, er habe die gleiche Haltung wie die Urchristen. Es ist für ihn eine Glaubenswahrheit und keine historische Tatsache. Mit dieser Einstellung relativiere er nicht den christlichen Glauben, sondern mache ihn gegen historische Relativierungen stark.

    Was soll ich dazu sagen? Das ist Unglaube in Reinstform theologisch begründet. Das sind die Verführer, die Wölfe, von den Paulus in Apg. 20, 29-31 sprach.

  31. Schlachter 2000:
    Warnung vor der antichristlichen Verführung
    1.Johannes

    (→ 1Joh 4,1-6; 2Joh 1,7-11; Jud 1,3-4)

    18 Kinder, es ist die letzte Stunde! Und wie ihr gehört habt, daß der Antichrist[7] kommt, so sind jetzt viele Antichristen aufgetreten; daran erkennen wir, daß es die letzte Stunde ist. 19 Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns; denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie bei uns geblieben. Aber es sollte offenbar werden, daß sie alle nicht von uns sind.
    20 Und ihr habt die Salbung von dem Heiligen und wißt alles[8]. 21 Ich habe euch nicht geschrieben, als ob ihr die Wahrheit nicht kennen würdet, sondern weil ihr sie kennt und weil keine Lüge aus der Wahrheit ist.

    …. deswegen ist ja auch alles gültig: Glaubenswahrheit. Die ans Klima glauben, glauben auch.
    Und was ist eine „historische“ Relativierung ?
    Kann ein Fakt relativiert werden ?
    Nur in der Auswirkung und in der Bedeutung, denke ich, aber nicht als Fakt an sich.

    … man sollte auch wirklich mehr Biographien Standhafter im Glauben während der Zeit des 3. Reiches lesen.
    Gespenstisch, wie das wiederkommt. Und wieder von evangelischer Seite.
    Trotz der Reformation.

  32. Clemens Altenberg meint

    @ Jutta

    Das klingt so, als wäre sich fürs Klima einzusetzen unchristlicher und die schlimmere Irrlehre als am rechten Rand anzustreifen… Die evangelische Kirche ist vielleicht so streng gegen Rechts, weil sie um jeden Preis ihre historische Blindheit von damals vermeiden will?

  33. @Clemens Altenberg:
    Tut mir leid, ich verstehe die Bemerkung nicht.
    Was heisst hier: so streng gegen „rechts“ ?
    Was ist denn wirklich „rechts“ ?
    Es muss aufgestanden werden gegen jede Gewalt, egal ob von rechts von links, von Seiten der Muslime, der AlQuds Demo in Berlin, auf der diese Menschen ungestraft schreien dürfen: Juden ins Gas ! DAS ist rechts ! gegen Mißbrauch der Kinder, gegen Abtreibung.
    Ich habe aber noch niemals irgendwo gelesen, zB, dass Rechte gegen den „Marsch des Lebens“ protestiert, gepöbelt oder angegriffen hätten.
    Würde das nicht sofort mit Genuss berichtet werden ?
    Und was heisst hier: historische Blindheit ?
    Die offizielle evangelische Kirche ist blinder denn je.
    Wenn es möglich ist, all das was in der Bibel steht, als reine Glaubenswahrheit darzustellen, dann gibt es keine objektive Wahrheit, dann haben die Muslime mit ihrer Religion genauso recht, wie die Hindus, wie die Atheisten, wie die Esoteriker.
    Dann muss man aber der Gerechtigkeit halber auch rechts links oben unten nebendran usw weiter sein dürfen. Wer will denn dann sagen, was gut und was schlecht sein soll ???

    Und damit macht man unseren Herrn und Heiland zum Lügner, der da sagt:
    ICH bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich.

    Was die Klimareligion angeht: ich finde es unglaublich, dass die reichste Generation Kinder, die im Westen aufgewachsen ist, laut Greta Thunberg ihrer Kindheit beraubt wurde.
    Wenn sie einmal ein Plakat eines schwarzen Kindes in Afrika, das Lithium abbauen muss und eine Lebenserwartung von 30 Jahren hat, mittragen in ihren Demos, ja, dann fange ich vielleicht an, sie ernstzunehmen. Aber diese Gören sind wohlstandsverwahrlost und ohne ihre Smartphones unfähig zu kommunzieren. Ausserdem ist das ganze Leben doch nur ein Film für die, immer mit Musik untermalt.
    und den Müll den die bei den Demos hinterlassen. Aber man räumt ja hinter ihnen her. Und MacDonaldsessen scheint nachhaltie Ernährung zu sein. Wie Popcorn und Cola.
    Wissen die um die Verstrickung von Coca Cola in das 3. Reich ?
    Wie wäre es mit Boykott ?

  34. Quelle: Gemeindenetzwerk – Ein Arbeitsbereich des Gemeindehilfsbundes

    Offener Brief an die Landessynode der Ev.-luth. Landeskirche Sachsen
    Montag 14. Oktober 2019 von Administrator

    Sehr geehrte Landessynodale der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsen,

    mit großem Erschrecken und Bedauern nehmen wir zur Kenntnis, dass Landesbischof Dr. Carsten Rentzing aufgrund der von einer Gruppe Leipziger Pfarrer initiierten öffentlichen Rufmordkampagne zurücktreten wird. Was wird ihm vorgeworfen? 1. Herr Dr. Rentzing war und ist vermutlich noch Mitglied einer studentischen Verbindung. 2. Herr Dr. Rentzing hat im Jahr 2013 einen Vortrag in der „Bibliothek des Konservativismus“, einer von der Zeitschrift Junge Freiheit unterstützten Bibliothek in Berlin, gehalten.

    Doch was an diesen als kritikwürdig eingestuften Verfehlungen ist tatsächlich nicht mit dem Amt eines Bischofs vereinbar? Es geht den Verfassern der Petition nicht um eine inhaltliche Auseinandersetzung mit eventuellen konservativen Positionen dieser studentischen Verbindung selbst, geschweige denn kritisiert man konkrete Äußerungen in einer vor sechs Jahren gehaltenen Rede. Sind wir wirklich so weit gekommen, dass es in unserer gesellschaftlichen und innerkirchlichen Diskussionskultur nicht mehr auf das ankommt, was gesagt oder vertreten wird, sondern darauf, wo man vermeintlich steht und welcher Personengruppe man mutmaßlich zuzurechnen ist?

    Im Dritten Reich wurden Mitglieder der Bekennenden Kirche sowie ihr nahestehende Personen ebenso pauschal angegriffen, ohne dass man sich die Mühe gemacht hat, eine inhaltliche Diskussion zu führen. Von daher steht die Art und Weise, wie man seitens der Petitionsverfasser den Landesbischof öffentlich und diffamierend angreift, doch wohl eher nicht in der von den Petitionsinitiatoren postulierten Tradition der Bekennenden Kirche.

    Doch selbst wenn eine Verfehlung vorliegen sollte, ist die Art und Weise des Handelns nach Matthäus 18,15ff. zutiefst unbiblisch. Anstatt das persönliche Gespräch zu suchen und den Bruder auf einen Fehler hinzuweisen, hat man unmittelbar den Weg der breiten Öffentlichkeit gewählt und anscheinend sogar ein Gesprächsangebot ausgeschlagen.

    Dieses Handeln hilft vielleicht, die Sächsiche Landeskirche wieder vollumfänglich in den Einheitskanon der EKD zurückzuführen, sie unterbindet aber nicht die Tatsache, dass in der Evangelischen Landeskirche auch bewahrende und traditionsbewusste Meinungen vorhanden sind, die ebenfalls ihre Berechtigung haben. Die Einheit der Christen innerhalb der Sächsischen Landeskirche wurde und wird nicht durch die Person Carsten Rentzing gespalten, dafür ist er um der Einheit willen in großem Maße auf Kritiker zugegangen und hat auch Positionen vertreten, die vermutlich nicht immer seinen Grundsätzen entsprachen. Die Einheit der Christen in Sachsen wird vielmehr durch eine solche bedauernswerte Hetzkampagne zerstört, die dem von der Mehrheit der Synodalen gewählten Bischof die Repräsentanz der Landeskirche abspricht. Wenn er schon nicht für die Christinnen und Christen der Petitionsunterzeichner spricht (so der letzte Satz der Petition), so können wir versichern: Für viele andere in der Sächsischen Landeskirche hat er gesprochen und die Einheit der Christen in Sachsen erhalten.

    Unabhängig von der abschließenden Entscheidung des Landesbischofs bitten wir die Landessynode der Evangelischen Kirche in Sachsen, dem Bischof ihr Vertrauen auszusprechen und sich inhaltlich kritisch mit der Vorgehensweise der Leipziger Petitonsinitiatoren auseinanderzusetzen.

    In Hochachtung

    Dr. Marcus Jacob als Erstunterzeichner

    Markneukirchen

    Die Unterschriftenliste kann hier heruntergeladen werden. Bitte zurücksenden an: marcus.jacob@gmx.net

  35. Selbe Quelle:

    Die Kirche als rotgrüne Sekte oder als Kirche Gottes?
    Mittwoch 16. Oktober 2019 von Dr. Klaus-Rüdiger Mai

    Dr. Klaus-Rüdiger Mai
    In der Streitschrift „Geht der Kirche der Glauben aus“ habe ich diagnostiziert, dass die Funktionäre der EKD die Kirche politisieren – und noch dazu unter stramm parteipolitischer Ausrichtung. Man suchte diese Analyse auch mit dem Hinweis zu unterlaufen, dass dies übertrieben sei. Doch die Wirklichkeit bestätigt leider meine Diagnose. Eine paar Leipziger Pfarrer haben eine Initiative angestrengt, die Carsten Rentzing, den letzten evangelischen Bischof, der als „konservativ“ gilt, weil er nicht die Parteipolitik, sondern den Glauben in den Mittelpunkt stellt, aus dem Amt drängen soll.

    Die Leipziger Petenten führen die Mitgliedschaft Rentzings in einer Landsmannschaft ins Feld und ein williger Journalist gräbt Äußerungen des Bischofs aus, die dieser vor etwa dreißig Jahren als junger Mann getätigt hatte. Ob die Leipziger Kämpfer für die Parteipolitisierung der Kirche überhaupt die 0,1 % der Glieder der Landeskirche vertreten, die unterzeichnet haben, darf überdies bei dieser online-Petition bezweifelt werden. Aber unabhängig davon kann sich jeder von der Infamie des Verfahrens überzeugen, dem der Geruch des Inquisitorischen anhaftet, wenn er ältere Statements von Angela Merkel oder von Frank Walter Steinmeier zu Rate zieht oder er sich den Lebensweg Joschka Fischers anschaut – und nicht nur seinen. Erstens ist es unseriös, Zitate aus dem Zeitkontext zu lösen, und zweitens hat auch jeder das Recht, sich zu ändern. Nähme man die Petition der Leipziger Petenten ernst, müsste Paulus als Apostel zurücktreten. Drittens ist es nicht verboten, einer Landsmannschaft anzugehören, wie es auch nicht untersagt ist, Mitglied der Grünen Partei zu sein. Viertens, die Rücktrittsforderung auch damit zu begründen, dass der Bischof einen Vortrag in der Bibliothek des Konservatismus hielt, ist in politischer wie in theologischer Hinsicht niederschmetternd, denn zum einen entlarvt dies eine mangelnde demokratische Haltung der Petenten, wenn nicht gar totalitäre Neigungen, und zum anderen würden diese Maßstäbe die Frage aufwerfen, wo Jesus Christus, wo Petrus und wo Paulus nach dem Willen der Petenten hätten predigen dürfen und wo nicht. Gehört es nicht zu den Aufgaben des Christen, allen Menschen das Evangelium zu bringen?

    Aber das eigentliche Problem, das sich am Umgang mit Bischof Rentzing zeigt, ist ein anderes. Es liegt in der Umwandlung der Kirche Jesu Christi in eine politische Vorfeldorganisation der Grünen. Ein leitendes Amt darf in der Kirche anscheinend nur antreten, wer bereit ist, eine rotgrüne Confessio abzulegen. So kann man es zumindest im „Kulturmagazin der evangelischen Kirche“ „zeitzeichen“, das u.a. auch von Heinrich Bedford-Strohm mitherausgegeben wird, nachlesen. Der Chefredakteur Reinhard Mawick schreibt dort in dankenswerter Offenheit: „Carsten Rentzing, Jahrgang 1967 und bis vor kurzem der jüngste Leitende Geistliche der EKD, äußerte sich in seinem Amt überhaupt nicht politisch. Damit war er in der Tat aus der Zeit gefallen, denn zur Praxis Leitender Geistlicher in der EKD gehört es eben heute, dass sie sich regelmäßig politisch äußern und dies in der Regel eindeutig im links-liberalen Spektrum.“ Die Order lautet also: Leitende Geistliche in der EKD haben sich, „regelmäßig … eindeutig im links-liberalen Spektrum“ zu äußern. Wer es nicht tut, so sieht man am Beispiel des Landesbischofs Rentzing, wird nicht länger als „Leitender Geistlicher in der EKD“ geduldet. Damit läuft die EKD Gefahr, zur rotgrünen Sekte zu werden, denn die Zahl der Kirchenaustritte spricht eine eigene, sehr klare Sprache. Im Jahr 2018 verlor die EKD 395 000 Kirchenmitglieder. Das sind etwa doppelt so viele Menschen, wie die Stadt Potsdam Einwohner hat. Die Magdeburger Volksstimme von heute zitiert eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitut INSA, nach der 16 % der Mitglieder der evangelischen so wie der katholischen Kirche einen Austritt erwägen. Nur noch 59 % der Befragten schließen das völlig aus.

    Bezeichnend ist es, dass Mawick eine Gespaltenheit der sächsischen Landeskirche – ausmachen will – sieht man von deren Apparat ab -, wo keine besteht. Wer das allerdings propagiert, der will die Spaltung. Es entsteht der Eindruck, als sollten die renitenten sächsischen Christen zur rotgrünen Räson gerufen werden. Wenn der Chefredakteur von zeitzeichen resümiert: „Fast könnte man den Eindruck gewinnen, die Kontrahenten stünden sich hier und heute so scharf gegenüber, wie 1934 die Bekennende Kirche gegenüber den Deutschen Christen“, dann kann er mit den Bekennern nicht die Leipziger Petenten meinen, denn Dietrich Bonhoeffer kann weder von Heinrich Bedford-Strohm noch von den Leipziger Petenten theologisch vereinnahmt werden, der nun mal ein sehr konservativer Theologe war. Wahrscheinlich aber würde auch ein Dietrich Bonhoeffer in der EKD heute keine leitende Funktion ausüben dürfen.

    Was bleibt den Christen übrig? Austreten? Weggehen? Widerstehen? Um diese Frage zu beantworten, hilft es, sich zwei fundamentale Sätze ins Bewusstsein zu rufen. Erstens die Kirche ist nach dem Glaubensbekenntnis, die „Gemeinschaft der Heiligen“, also die Gesamtheit aller Glieder. Zweitens wurde die Kirche von Christus gestiftet, sie ist also nicht die Kirche von Heinrich Bedford-Strohm, sondern sie ist Christi Kirche. Allerdings hat es den Anschein, als ob die Kirchenleitung das Schisma billigend in Kauf nimmt, um ihre Ideologie des Wohlfühlprotestantismus durchzusetzen.

    Im Begriff der Reformation oder in der tottraktierten Forderung ecclesia semper reformanda steckt auch die Forderung zu einer forma, zu einer Gestalt des Lebens, zum Glauben zurückzukehren. Luthers Re-Formation wurde doch vor allem von dem Willen angetrieben, in einer Zeit, in der im Machtkampf und im politischen Engagement der Kirchenfürsten der Glauben verloren ging, den Glauben wiederzufinden, zum Glauben zurückzukehren. Zur Verkündigung. Kehrt die Kirche zur Verkündigung zurück, wird sie auch politisch sein, ohne sich jedoch parteipolitisch zu verkämpfen. Doch dazu bedarf es einer neuen Reformation. Ich fürchte inzwischen, mit dieser Kirchenleitung wird es nicht zu machen sein. Die Erneuerung der Kirche kann nur von und aus den Gemeinden heraus erfolgen – oder man wird ihrer vergebens harren und die Kirche als Institution wird in Deutschland enden. Der Glaube jedoch nicht, denn der wird neue Wege finden. Was Gott in die Welt gebracht, kann der Mensch nicht verlieren. Doch besser wär es, wir reformieren die Kirche. Alle jenen, die jetzt aus verständlichen Gründen die Kirche verlassen wollen, möchte ich gern sagen: Bleibt! Aber nicht, um zu dulden, sondern um zu ändern, um sich als kritische Christen zu versammeln – im Sinne einer Bekennenden Kirche, die das Bekenntnis zu Gottes Wort in den Mittelpunkt stellt.

    Dr. Klaus-Rüdiger Mai, Zossen bei Berlin

    Zuerst erschienen in ideaSpektrum 42/2019

    Also, das ist nicht meine Art eigentlich, aber in dem Fall setze ich diese Artikel ein.

  36. Theophil Isegrim meint

    @ Jutta:

    Ich denke, Bischof Dröge – der hat heute, glaube ich, seinen 65. Geburtstag – meint damit, daß die historische Wissenschaft einmal neue Beweise finden könnten, daß Jesus nicht von einer Jungfrau geboren wurde (vielleicht ein genetischer Vaterschaftstest … haha). Aber seine tief empfundene Glaubenswahrheit hingegen ist unabhängig von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

    Für mich läßt diese Aussage sehr auf die „Qualität“ seines Glaubens schließen. Ein Glaube der Angst vor neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen hat. Das zeigt auch, wie hoch für ihn die Wissenschaft eingeordnet wird. Die Wissenschaft hat größere Autorität als die Worte Jesu. Denn als Vertreter der historisch-kritischen Wissenschaft ist er sich gar nicht sicher, ob die Worte Jesu von ihm sind oder von „irgendwem“ später eingefügt worden sind.

    Das ist einfach nur erbärmlich.

    Ja, solche Leute sind echte Helden des Zweifels. Wie soll mit solch einem „Vorbild“ denn die Gemeinde Jesu wachsen? Jesus interessiert ihn nicht . In idea stand heute noch, daß er meinte, ein Berliner Bischof muß politisch sein. Tja, gewählt hat ihn aber niemand. Er hat kein Mandat, meint aber einfach so sein Maul aufreißen zu müssen.
    Und er ist ja nicht der Einzige, der so ist. Die EKD ist voll davon. Da stört so ein frommer Rentzing nur. Das können die einfach nicht ertragen.

    So etwas konnte ich auch bei der Autobiographie von Gerhard Maier lesen. Die Vertreter der historisch-kritischen Zunft haben einen ungemein missionarischen Eifer ihre Anschauung an den Mann zu bringen. Wer sich weigert, den gehen sie an. Sie haben einfach keinen Frieden in sich.

  37. Ich stelle hier noch etwas Kritisches ein, von P. Jakob Tscharntke. Er hat ein sehr kritisches Bild von C. Rentzing:

    Rentzings Rücktritt – eine Gnade für die sächsische Christenheit!
    Ein gewaltiger Sturm im kirchlichen Wasserglas tobt dieser Tage um die Rücktrittserklärung des sächsischen Bischofs Carsten Rentzing. Daß sich gottlose linke Kräfte in der sächsischen Landeskirche selbst noch an den äußerst verwaschenen Konturen eines Carsten Rentzing erhitzen und seinen Rücktritt erzwingen können, offenbart den mehr als desaströsen geistlichen Zustand dieser Institution.

    Die Niveaulosigkeit des Vorgangs an sich will ich hier gar nicht weiter thematisieren. Diese Niveaulosigkeit ändert nichts daran, daß ich das Ergebnis als geistlich äußerst hilfreich und große Gnade und Segen Gottes für die sächsische Christenheit erachte. Denn der Vorgang schafft hoffentlich die erforderliche Klarheit, woran die Sachsen mit dieser sogenannten „Kirche“ in Wahrheit sind. Ein scheinbar frommer Bischof, der den Abfall seiner Kirche von Christus und seinem Wort in „Demut“ begleitet anstatt aufzuhalten, gehört zum Schlimmsten, was der Christenheit passieren kann. Siehe dazu meinen Beitrag vom 22.11.2016 zum Thema: „Die gottlose `Demut´ von Sachsens `bibeltreuem´ Bischof Rentzing“, den ich diesem Beitrag unten hinzugefügt habe.

    Vielleicht bleibt Teilen der echten bekennenden Christen in Sachsen durch die Klarheit, die der erzwungene Rücktritt von Rentzing geschaffen hat, ein Teil des Schadens erspart, den das Bischofsamt von Dr. Gerhard Maier der württembergischen Christenheit beschert hat. Es sind hier unmittelbare Vergleiche zu ziehen. In einer Zeit, in der die württembergische Landeskirche geistlich längst im freien Fall war, wurde der tatsächlich bibeltreue Theologe Dr. Gerhard Maier zum württembergischen Landesbischof gewählt. Die frommen Massen waren begeistert: So schlimm kann es um unsere Kirche ja nicht stehen, wenn unser Gerhard Maier Bischof wird!

    Und so wurde den leichtgläubigen Christenleuten massenhaft Sand in die Augen gestreut und eine verstärkte Identifikation mit einer längst abgefallenen „Kirche“ geschaffen, in der das Heil der Menschen eine mehr als kritische Distanz zu ihr erfordert hätte.

    Möge die aktuelle Entwicklung um Carsten Rentzing die sächsische Christenheit vor derartiger Totalverblendung und dem daraus resultierenden geistlichen Schaden bewahren. Die Chancen dafür stehen allerdings nicht allzugut, wenn ich etwa an die klägliche Stellungnahme des Sächsischen Gemeinschaftsverbands denke. Der typische entlarvende Satz darin lautet: „Man stellt sich unwillkürlich die Frage, in welchem Maß bibeltreue und auf das Evangelium ausgerichtete Theologie in Zukunft Anerkennung, Respekt und Akzeptanz in der sächsischen Landekirche haben werden“ (https://www.sächsischer-gemeinschaftsverband.de/stellungnahme-zur-erklaerung-von-landesbischof-dr-carsten-rentzing/).

    Nein, verehrte Verantwortliche des Sächsischen Gemeinschaftsverbandes: Diese Frage stellt sich tatsächlich schon lange nicht mehr, allerspätestens nicht nach dem erzwungen Rücktritt von Rentzing. Denn dieser erweist in höchster Eindrücklichkeit, daß die Frage längst beantwortet ist: in der Sächsischen Landeskirche gibt es nicht nur in Zukunft, sondern heute schon!, weder Anerkennung, Respekt noch Akzeptanz für bibeltreue Theologie!

    Ich kritisiere seit Jahrzehnten, daß durch höchst wankelmütige Verantwortliche in „frommen“ Kreisen in hartnäckiger Erkenntnisverweigerung fortlaufend Fragen gestellt werden, die längst durch unübersehbare Fakten beantwortet sind. Aber würde man diese Fakten konstatieren, könnten sich daraus mehr oder weniger zwingende Konsequenzen ergeben, z.B. die schleunigste Trennung von einer solchen abgefallenen Institution! Um solche Konsequenzen gar nicht erst ernsthaft erwägen zu müssen, stellt man lieber Fragen!

    Es ist umso erfreulicher, daß sich in der Hauskreisversammlung in Sachsen Christen sammeln, die klarere Schritte gehen wollen!

    Hier noch der Beitrag von 2016:

    Die gottlose „Demut“ von Sachsens „bibeltreuem“ Bischof Rentzing

    (22.11.2016)

    Mit der Gegenwart Gottes auf der Herbstsynode der sächsischen Landessynode kann Carsten Rentzing wohl definitiv nicht gerechnet haben. Sonst könnten ihm so dreiste Reden gegenüber den Weisungen seines obersten Dienstherrn Jesus Christus kaum über die Lippen gekommen sein.

    Dabei waren Rentzings Worte, wenn man so will, ein Meisterwerk an frommer Heuchelei, an vorgetäuschter Demut und scheinheiliger Freigabe der Gewissen.

    Schauen wir uns seine salbungsvollen Worte im Originalwortlaut an: „Ich kann und werde selbst weder zu öffentlichen Segnungen raten noch sie selbst durchführen“. So begründet Rentzing sein angebliches „Nein“ zur kirchlichen Segung gleichgeschlechtlicher Beziehungen. Und solche Aussagen lassen die Herzen der bibeltreuen Geschwister in Sachsen vor frommer Wollust schmatzen: „Was haben wir doch für einen geistlich klarstehenden und bibeltreuen Bischof!“

    Man fragt sich als unbedarfter Beobachter der Szene natürlich: „Wenn Bischof Renzting ein so klares bibeltreues Nein zur Homosegnung hat, warum hat er sie dann selbst empfohlen?“

    Darauf hat der scheinheilige Herr natürlich eine scheinheilige Antwort: Er gebe die Gewissen frei, „die an dieser Stelle zu einer anderen Überzeugung gelangt sind.“

    Diese scheinheilige Antwort ist bei Licht betrachtet ganz und gar unheilig. Heilig ist nämlich das, was zu Gott gehört und Gottes Wort und Wesen entspricht. Scheinheilig dagegen ist deshalb Renztings Vorgehen. Er gibt nämlich die Gewissen der sächsischen Pfarrer von der Bindung an Gottes Wort frei. Darum exakt nämlich geht es. Dazu ist er aber weder berufen noch befugt. Schlechterdings niemand kann die Gewissen von Christen von der Bindung an Gottes Wort freigeben. Tut er das, dann entheiligt er sie damit zwangsläufig. Er löst nämlich ihre Zugehörigkeit zu Gott auf.

    Und dann kommt ein Gipfel an unverfrorener Gotteslästerung, die ich Herrn Rentzing so dreist kaum zugetraut hätte, und ich traue ihm einiges zu: „Sollte ich mich irren in meinem Verständnis des Wortes, weiß ich, dass ich mit diesem Irrtum meinem Richter begegne“. Er löst also die klaren Aussagen des Wortes Gottes zu gleichgeschlechtlichen Beziehungen in völliger subjektiver Beliebigkeit auf. Damit befindet er sich dann in allerbester Gesellschaft mit Michael Diener und Co.. Wie gesagt: mit der Gegenwart seines obersten Dienstherrn Jesus Christus kann er nicht gerechnet haben. Oder hätte er diesem tatsächlich unverfroren ins Gesicht zu sagen gewagt: „Möglichweise hat Du ja auch das Gegenteil von dem gemeint, was Du gesagt hast“?

    Aber böse sein darf man Herrn Rentzing nicht, denn er tut dies alles ja triefend vor Demut: „Ich bin demütig genug, auch damit zu rechnen“. Womit nun genau? Ach ja, daß sein oberster Dienstherr Jesus Christus das exakte Gegenteil von meint, was er gesagt hat. Daß sein oberster Dienstherr also an fortgeschrittener Demenz oder Unzurechnungsfähigkeit leidet oder einfach sprachlich nicht in der Lage ist, sich halbwegs klar und verständlich auszudrücken.

    Ob sein oberster Dienstherr Jesus Christus das auch als „demütig“ oder nicht eher als „rotzfrech“ wahrnimmt?

    Und dann ist es mit Herrn Rentzings Freigabe der Gewissen auch schon schlagartig vorbei: „Und ich erwarte das auch von allen anderen Beteiligten.“ Was nun wieder genau? Ach ja, daß auch sie mit der fortgeschrittenen Demenz oder Unzurechnungsfähigkeit oder dem sprachlichen Unvermögen ihres obersten Dienstherrn Jesus Christus rechnen und deshalb auch die Möglichkeit sehen, daß er das exakte Gegenteil von dem meint, was er gesagt hat. „Das erwarte ich auch von allen anderen Beteiligten“. Liebe Geschwister in Sachsen, laßt es Euch von Eurem Bischof gesagt sein!

    Damit fordert Herr Renzting verbindlich und ganz und gar intolerant von seinen Kirchenleuten eine Haltung des biblischen Nihilismus: es kann so sein. Es kann aber auch alles ganz anders sein. Es kann jeder seine Meinung haben. Aber es muß jeder bejahen, daß auch das Gegenteil richtig sein könnte.

    Gute Nacht, sächsische Landeskirche!

  38. Quelle vergessen:
    nbc-jakob-tscharntke.de

  39. Hier noch ein Kommentar von G. Hohage:

    https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2019/10/15/rentzings-ruecktritt-unvermeidlich-und-doch-ein-grosses-unglueck/

    Inzwischen frage ich mich, ob diejenigen, die den Rücktritt Von R. gefordert oder befürworten haben, sich auch im Blick auf Bischöfe geäußert haben, die die Jungfrauengeburt oder Auferstehung leugnen (oder ihre Familie verlassen haben etc.)?

    Liebe Grüße, Ron

  40. Clemens Altenberg meint

    @ Jutta

    Ich wollte und will es nicht verteidigen, wenn der offiziellen evangelischen Kirche eine linke Politik wichtiger ist als der Glaube.

    Deine Polemik gegen jene Jugendlichen, die sich für Klimaschutz engagieren, ist aber auch eine rein politische Agenda. Auf einen Teil trifft deine Diffamierung wohl zu, aber so ein Pauschalurteil ist nicht fair. Unter meinen Schülern gibt es keine wohlstandsverwahrloste Gören die unfähig sind ohne ihr Smartphone zu kommunizieren und sie hinterlassen keinen Müll, wenn sie demonstrieren. Sie sind auch keine gehirngewaschenen Marionetten die von Erwachsenen für politische Zwecke missbraucht werden, der Impuls geht von ihnen selbst aus. Für niemanden ist das Klima eine Religion oder Greta eine Heilige, aber sie sind besorgt und hoffen auf ein Einlenken der Politik und der Wirtschaft. Darf man erst dann dafür aufstehen, dass die Staaten das auch umsetzen was sie unterschrieben haben, wenn man selbst ein ökologisch und moralisch perfektes Leben lebt? Darf man sich nur dann beschweren, wenn es niemand anderen gibt dem es schlechter geht? Es ist ja auch nicht jeder Christ, der nicht immer christlich handelt ein Heuchler, man muss nicht dem Ideal entsprechen um es hochhalten zu dürfen.

  41. @Clemes Altenberg

    Nun, ich habe den einen Satz vergessen: um es einfach auszudrücken: natürlich ist das vereinfacht und natürlich gibt es die, die es wirklich ernst meinen.
    Polemik und Diffamierung sehe ich zwar nun nicht unbedingt in meinem Kommentar und auch keine politische Agenda und ebenso wenig den Anspruch an ein perfektes Vorbild.
    Es tut mir leid, dass das so bei Ihnen angekommen ist.

    Und es sei Ihnen unbenommen, dies so einzuordnen.

    Was ich aber hier so wahrnehme, und ja, es mag sogar zwischenzeitlich tatsächlich eine Brennpunktschule sein, macht mich doch mißtrauisch. Und ebenso bin ich aber die erste, die zugibt, dass meine Generation, die zweite Nachkriegsgeneration, größtenteils versagt hat.
    Wir sind zu sehr auf den Zug des Zeitgeistes aufgesprungen. Aber bei uns fing es an, in größerem Rahmen, damit, den Staat kritisch zu beleuchten, was ja auch gut und berechtigt ist.
    Die Frauen zB. meiner Generation und jünger sind – und ja, ich rede jetzt von denen, die nicht gläubig sind, ich bin erst mit 47 Jahren gläubig geworden und bin heute 56 – unglaublich anspruchsvoll geworden..

    Ich war auch demonstrieren in meinen jungen Jahren. Ich habe damals vor über 30 Jahren gegen die Neonazis mitdemonstriert, ich habe in einem Theaterstück mit diesem brisanten Thema mitgespielt und wir sind in München in die Jugendheime gegangen um die Gefahr aufzuzeigen.

    Seit Jahren gibt es nachhaltig lebende Erwachsene, die ohne großes Tamtam vorbildhaft leben, so gut es geht.
    Ja, man soll und darf seine Meinung gerne auch lautstark äußern.
    Aber: ich komme aus dem Einzelhandel. Der Kunde hat riesig viel Macht. Und wenn er nicht kauft, dann trifft das wirklich.
    Als könnte doch Klimaschutz ebenso damit anfangen, aufzuklären, dass man dies und das aus diesen und jenen Ländern nicht kaufen sollte, weil …
    Man sollte auch regionale Lebensmittel einkaufen, man braucht auch keine 50 Paar Schuhe …
    Das aber ist ein langsamer mühsamer Prozess …

    Letztlich: klimatische Veränderungen gab es immer schon. Ich glaube eher weniger, dass der Mensch daran in diesem Ausmaß beteiligt ist, wie behauptet. Es wird sicherlich einen Einfluss haben .. aber: es fängt eben mit der Erziehung an.

    Und darf ich noch etwas sagen: was diese Politik betrifft, diese kann man leider getrost vergessen. Wenn sie das bis jetzt nicht umgesetzt haben, werden sie das auch in Zukunft nicht umsetzen.
    Es geht nämlich nur ums Geld.
    Das haben wir alle bitter lernen müssen – auch wir idealistisch Gesinnten von damals.

    Und noch was: man schaffe die Werbepsychologen und die Bildwerbung ab. Und vieles wird sich von selbst erledigen.

    Und wer hat das gesagt ?

    Nur den Betern kann es noch gelingen.

    M.Luther ?

  42. Soeben habe ich den Artikel gelesen, den Ron eingestellt hat.
    Mein Unverständnis wird immer größer.
    So manches mag ich tatsächlich nicht verstehen .. weil nicht wirklich in die Materie eingearbeitet.

    Dennoch frage ich mich: wenn man genau diesen Maßstab an alle legen würde – wer könnte bestehen ?

    Und auch wenn das jetzt dumm klingen mag: was genau ist eigentlich „deutschnational“?

    .. bei Wikipedia steht u.a.:

    „Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Begriff Deutschnationalismus zunächst durch das NSDAP-Regime diskreditiert. Aufgrund der Tatsache, dass viele Repräsentanten des deutschnationalen Lagers als ehemalige Nationalsozialisten bis 1949 politisch nicht handlungsfähig waren (ehemalige NSDAP-Mitglieder waren bis 1949 von jeglicher politischen Tätigkeit ausgeschlossen und besaßen kein Wahlrecht), geriet der Deutschnationalismus zur Ideologie von Außenseitern. ..“

    Das Verabscheungswürdigste das Deutschnationale betreffend ist sicher der Antisemitismus, resp. Antijudaismus.
    Der steht den AlQuds Demonstranten in nichts nach.

    Aber heute muss man ja zusammenzucken, wenn man das Wort „deutsch“ nur in den Mund nimmt.
    Und doch: Deutschland ist ein noch erfolgreiches Land, obwohl die Wirtschaft grade demontiert wird.
    Viele wollen nach Deutschland – viele davon auch Wirtschaftsflüchtlinge.
    Und Antijudaismus wird importiert. Aber wenn man das sagt, gilt man ja auch schon als „rechts“. Und deutschnational ?

    Was ist mit einem Joschka Fischer, der in seiner Vergangenheit ebenso demonstriert hat und Steine geworfen. Der ganz deutlich gesagt hat, dass man Deutschland das Geld entziehen muss.
    Er war sogar Außenminister und hat „unser“ Land repräsentiert.
    Niemand hat je seinen Rücktritt aufgrund seiner Vergangenheit gefordert.

    https://www.tagesspiegel.de/politik/joschka-fischer-der-aussenminister-bekennt-wir-haben-steine-geworfen/190976.html
    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/mitschuld-an-anschlag-vorwuerfe-gegen-joschka-fischer-a-892435.html

    https://1truth2prevail.wordpress.com/2014/06/07/unverfalschte-zitate-von-brd-politikern-und-anderen-einflussreichen-personen-in-der-brd-uber-das-deutsche-volk/

    Bei all dieser Diskussion wird mir immer deutlicher:
    Als Christen müssen wir Vergebung üben.
    Nur unser Herr und Heiland kann uns die Kraft geben, und wir müssen und dürfen um Weisheit bitten, für die rechten Worte allezeit, so wie es im Jakobusbrief steht.

    Ich bete vor allem, momentan, dass Gott den vielen aufrichtigen Christenmännern in unserem Land, in Seinem Leib, Kraft und Mut gibt, um das echte Mannsein vorzuleben und vielen derer, die kommen, ein Vorbild sein mögen und die, die diese neuen Sprachen sprechen, eine Brücke sein können.

    Und dass wir alle in der rechten Art und Weise die Vergangenheit ruhen lassen.

    Ich habe es schon mal erwähnt: auch Paul Schneider war Hitler, den Deutschen Christen zugetan. Ersteinmal.
    Will man ihm jetzt sein Märtyrertum absprechen ? Will man entkräften, dass er, als er immer besser die Bibel kannte und Seinen Herrn, was er dort im KZ getan hat und wofür man ihn umgebracht hat ?

    Muss hier jeder, der in einer prominenten Position steht, Angst haben, vor seiner Vergangenheit ? Als ob man wüsste, was man mal wird ?
    Hr Hohage hat es angesprochen: wir verlangen zu viel. Eine Perfektion, die es nicht gibt.
    Würde der HERR nach unserer Bekehrung dieses verlangen … wer würde bestehen können ?

  43. https://jungefreiheit.de/kultur/2019/konservative-theologen-kritisieren-kampagne-gegen-rentzing/

    Der erste Leserbrief, von einem @Rauhariger, ist auch interessant.
    Auch hier wird ausgegrenzt:
    https://jungefreiheit.de/kultur/2019/frankfurter-buchmesse-isoliert-unbequeme-verlage/

    https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2019/spd-abgeordneter-plaediert-fuer-mehr-ueberwachung-im-internet/

    … die, die ausgrenzen und kontrollieren wollen, haben wenig Vertrauen in ihre eigene Politik – was da stattfindet, ist der Weg zu einer Diktatur.

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