Mit 50 bist du zu alt

Auf dem Filmfest München beklagen Regisseure Formen von Altersdiskriminierung. Junge Leute und Frauen würden von den Anstalten auffällig bevorzugt. Jörg Seewald schreibt: „Wenn es stimmt, dass das Fernsehen gesellschaftliche Verhältnisse abbildet, dann sollte das auch für das Personal hinter der Kamera gelten. Und dann ist neben der die Gesellschaft eher zersetzenden Genderdebatte ein zweiter Kampfplatz eröffnet: die Altersdiskriminierung.“

Weiter heißt es: 

Einer, der nichts mehr zu verlieren hat, weil er schon einmal kalt gestellt wurde, ist der Autor und Regisseur Rolf Silber, ein unabhängiger Kopf, Mitgründer der U5-Filmproduktion in Frankfurt und einer von fünf Vorständen im Bundesverband Regie. „Den Jungen“, sagte er, komme zurzeit entgegen, „dass die Branche – noch – dreht, bis der Arzt kommt und angeblich bei den Sendern die Devise ausgegeben wurde: ,Bring mir wen, der unter Dreißig ist und möglichst Frau‘“. Zugleich meldeten sich junge Kollegen, denen Vertrags- und Drehbedingungen präsentiert werden, die man Älteren nicht vorzulegen gewagt hätte. „Und wir fragen uns, ob da Zusammenhänge bestehen.“ Silber weiß zu berichten, dass man schon mit Fünfzig als „alt“ gilt. „Ein Alter also, das mal eines war, wo man von Regisseurinnen und Regisseuren Filme erwartete, die dem Höhepunkt ihres Schaffens entsprangen.“ Nun sei das Problem „existenziell, weil – manchmal über Nacht – Karrieren und damit Existenzen vernichtet werden.“ Der Regisseur Thomas Jauch sagte, er sei froh, dass er sich schon „im Sonnenuntergang“ seiner Karriere befinde. „Wenn ich 50 wäre, hätte ich Angst.“ Auch ihm sei es nicht nur einmal passiert, dass ihm eine Regie angeboten wurde „und zwei Wochen später hieß es: Du machst das doch nicht. Das soll jetzt eine Frau machen.“

Mehr: www.faz.net.

Ähnliche Beiträge:

Abonnieren
Benachrichtige mich bei

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

2 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments
Rudi
1 Monat zuvor

Die über 50jährigen sind nicht bunt genug. Vielfalt gibt es eher unter den jüngeren Pflegefällen.

Jutta
1 Monat zuvor

Naja, entschuldigung .. früher waren die Frauen im Nachteil und mit 32 schon zu alt für alles, während Scheintote .. (ironisch gemeint) Teeniefreundinnen haben durften.
Siehe – ist zwar Hollywodd, aber daher kommt das ja alles – Harrison Ford als (alternder) Indiana Jones, dessen Freundinnen halb so alt waren wie er. Nur 1! Beispiel.
Es gibt immer noch kaum interessante Rollen für Frauen ab 35. Es sei denn in Low-Budget Produktionen oder Ausnahmeserien wie zB Ella Schön.

Pendant zu Miss Marple hier in Deutschland, zB? Fehlanzeige.
Zu feige.

Deutschland äfft wie immer die USA nach.

Last edited 1 Monat zuvor by Jutta
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner