Ursula von der Leyen will Rechte der LGBTIQ+-Community europaweit stärken

Einige Mitgliedstaaten der EU könnten sich bald gezwungen sehen, die Rechtsfolgen aus Leihmutterschaft und der Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare auch dann zu akzeptieren, wenn beides in ihrer eigenen Rechtsordnung nicht verankert ist. Darauf zielt eine Initiative der EU-Kommission, mit der die Vorschriften des internationalen Privatrechts in Bezug auf die Elternschaft auf EU-Ebene harmonisiert werden sollen. Ein entsprechender Vorschlag wurde von der EU-Kommission kürzlich angenommen.

Die Initiative begründet die Regelung mit dem Rechtsschutz der Kinder. Eigentlich geht es darum, die Rechte von Schwulen, Lesben, Trans-, Bi- und Intersexuellen zu supporten. Der Hauptanwendungsbereich der angestrebten Verordnung wird die Anerkennung der Elternschaft durch Leihmutterschaft und „Ehe für alle“ sein.

Stephan Baier kommentiert für DIE TAGESPOST (15.12.2022, S. 8):

Leihmutterschaft ist in der Mehrzahl der EU-Mitgliedstaaten aus gutem Grund verboten. Sie beruht auf der Instrumentalisierung und Ausbeutung armer Frauen durch reiche Paare sowie auf der Missachtung der Würde des Kindes. Auch die Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare ist längst nicht in allen EU-Mitgliedstaaten legalisiert. Ebenfalls aus guten Gründen, denn die These, dass Kinder sowohl Mutter als auch Vater – also weibliches und männliches Gegenüber – brauchen, ist erfahrungsgesättigtes Wissen und keineswegs durch irgendwelche Wissenschaften widerlegt.

Über solche Erwägungen setzt sich die EU-Kommission nun ebenso hinweg wie über das Recht der EU-Mitgliedstaaten, das Personenstandsrecht zu regeln. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gab bereits 2020 die Parole aus: „Wenn Sie in einem Land Eltern sind, sind Sie in jedem Land Eltern.“ Ausdrücklich bekannte sie sich in diesem Zusammenhang zur „Stärkung der LGBTIQ-Rechte“. Es geht ihr also gar nicht um das Kindeswohl, wie die EU-Kommission jetzt behauptet, sondern um die Interessen der LGBTIQ-Community. Wenn die EU-Kommission mit ihrem Plan durchkommt, kann jeder EU-Bürger das Verbot der Leihmutterschaft in seinem Heimatstaat unterlaufen, indem er befristet in einem „liberaleren“ EU-Staat Wohnsitz nimmt. Jedes homosexuelle Paar kann dann Kinder adoptieren, indem es sich befristet andernorts wohnhaft meldet.

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10 Kommentare
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Sandokan
1 Monat zuvor

Eine Transfrau ist keine Frau.
Eine Transfrau ist eine Transfrau.
Andernfalls würde dieser Begriff gar nicht existieren.
Andernfalls würden Transfrauen selbst auch nicht diesen Begriff verwenden.

Also leiden sie an Realitätsverlust und leben in einer Illusion.
Letztlich ist das aber deren privates Problem, es sollte nicht unseres sein. 
Es sollte auch nicht zum Problem der Frauen werden.

Felixpe
1 Monat zuvor

> Ebenfalls aus guten Gründen, denn die These, dass Kinder sowohl Mutter
als auch Vater – also weibliches und männliches Gegenüber – brauchen,
ist erfahrungsgesättigtes Wissen und keineswegs durch irgendwelche
Wissenschaften widerlegt.

Das grenzt an einer Lüge durch Auslassung. Ich sag nicht, dass ein Mann+Frau-Paar für das Kind schlecht sei, aber so formuliert manipuliert dieser Satz den uninformierten Leser dazu, anzunehmen, dass ein Mann+Frau-Paar für das Kind die einzige (!) mögliche und akzeptable Möglichkeit sei, aufzuwachsen. Daraus würde der Leser dann folgern, dass das Kind bei einem gleichgeschlechtlichen Paar dann automatisch Schaden nehmen würde. Das ist nachweislich falsch, das Gegenteil ist wahr: https://www.aerzteblatt.de/archiv/66250/Studie-Kindern-gleichgeschlechtlicher-Eltern-geht-es-gut

Felixpe
1 Monat zuvor

@Sandokan: Es heißt nicht »Transfrau«, sondern »trans Frau«, weil »trans« ein Adjektiv und kein Substantiv ist. Und die These, dass trans Menschen alles nur hirnlose Irre sind, ist nicht nur unverschämt sondern auch falsch. Meine Erfahrung ist, dass viele trans Menschen von Geschlecht bzw. Gender viel mehr Ahnung haben als cis Menschen, weil sie ja zwangsläufig damit täglich in Berührung kommen. Kein trans Mensch verleugnet seine Biologie. Die einzigen Verleugner, sind die, die nicht verstehen wollen, dass die Genderidentität manchmal eben nicht 100% mit gesellschaftlichen Normen übereinstimmt.

Chrissen
1 Monat zuvor

In dem Artikel ist der Autor aber nicht mehr auf dem neuesten Stand, denn neulich las ich „LGBTQIAP+“ – man muß da immer top-aktuell sein, denn jede Minderheit der Minderheit in einer Minderheit der extremen Minderheiten möchte auf jeden Fall ihren eigenen Buchstaben in der Tralalagruppe, denn andernfalls ist das die pure Diskriminierung … 😉 Zum Thema: Wer im deutschsprachigen Raum nie zu Wort kommt, und das ist nicht verwunderlich, sind diejenigen Kinder gleichgeschlechtlicher Paare, die bis heute sehr darunter leiden, daß sie keine normale und „gesunde“ Familie aus Vater und Mutter hatten. Solche Menschen kommen (noch!) vor allem in angelsächsischen Ländern zu Wort und berichten über ihr verkorkstes Leben – und das tun sie übrigens sehr fair, nämlich so, daß sie zum Beispiel durchaus die Liebe der (anderen nicht-biologischen) Mutter würdigen, aber sich dennoch klar gegen eine „Familie“ aus Frau+Frau+Kinder oder Mann+Mann+Kinder positionieren. Es hat übrigens nichts mit meinem Christsein zu tun, wenn ich als Schwuler diesen ganzen pseudowissenschaftlichen… Weiterlesen »

Schlotti
1 Monat zuvor

„Ich sag nicht, dass ein Mann+Frau-Paar für das Kind schlecht sei …“

Allein diese Formulierung zeigt das (verheerende) Ausmaß linken Denkens und dessen Aktivismus. Denn auch wenn man betont, etwas nicht zu sagen, dann aber erwähnt, was man nicht sagt, bringt man das, was man nicht sagen will, es aber doch sagt, zumindest als Gedanken ins Spiel. So als gäbe es diese Möglichkeit der Wahrnehmung von Mann und Frau Beziehungen und dem wohl des Kindes.

Schon der Gedanke (oder zumindest das nichtsagende Implizieren), eine Mann und Frau Beziehung könne für ein Kind schlecht sein, zeigt, wie momentan Dinge verdreht, ja auf den Kopf gestellt werden.

Liebe Grüße
Schlotti

Last edited 1 Monat zuvor by Schlotti
Alex aus Cloppenburg
1 Monat zuvor

Dass es für Uschi von der Leyen keine wichtigeren Themen gibt, ist natürlich traurig.
DIE TAGESPOST würde ich trotzdem nicht zitieren. Das Blatt mag relevante Themen aufgreifen, das tut DIE JUNGE FREIHEIT aber auch.
Ausgewogene Berichterstattung sieht anders aus.

Alex aus Cloppenburg
1 Monat zuvor

@ Matze:
Du hast recht. Auch bestimmte linke Zeitungen
sind nicht zitierfähig. Dazu gehört für mich unter anderem die TAZ.
Auch wenn die besagten Zeitungen von ganz rechts bzw. ganz links natürlich auch mal recht haben, so sind sie aus einem bestimmten Grund keine guten Zitier-Quellen: sie informieren nicht.
Sie vermitteln nämlich nur eine ganz bestimmte Sicht auf die Welt. Auf diese Weise bestätigen sie die eigenen Leser. Sie sorgen für „Selbstvergewisserung“ und eben nicht für ausgewogene Informationen, die auch mal dazu führen können, dass man nach dem Lesen eines Artikels verunsichert, irritiert oder einfach unentschieden bleibt.
Es sind Interessenvertreter bestimmter Gruppen.

Felixpe
1 Monat zuvor

Also ich glaube nicht, dass das DIJG, eine Organisation, die schon seit Jahren gegen Homosexualität aus »theologischen« Gründen nur so wettert, eine vertrauenswürdige Quelle ist, wenn es um eine ernstzunehmende Analyse von Wissenschaft geht.

Ich möchte ebenfalls daran erinnern, dass Korrelation nicht auf eine reale Ursache hinweist.

Auf die Verschwörungstheorie von Schlotti, dass ich nur deshalb mich pro hetero geäußert habe, weil ich in Wahrheit anti bin (also ein heimlicher Heterofeind), will ich gar nicht näher eingehen.

Udo
1 Monat zuvor

OJC und das DIJG stehen seit vielen Jahren für wissenschaftlich fundierte und profilierte Beiträge zu sexualethischen Themen. Insbesondere die Ärztin Dr. Christl R. Vonholdt, die letztes Jahr in den wohlverdienten Ruhestand getreten ist, hat hier großes geleistet. Wer alte Ausgaben des DIJG Bulletins liest, ist erstaunt, mit welcher Weitsicht hier Themen aufgegriffen wurden.

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