Zweite Welle der „Politischen Korrektheit“ macht krank

Ich freue mich, dass immer mehr Leute (unter ihnen gottlob auch Journalisten) durchschauen, dass eine Politik der politischen Korrektheit – wie sie beispielsweise von der Obama-Administration vorangetrieben wird – die Gesellschaft destabilisiert. Die Denkverbote schränken die Freiheit ein und machen krank. In einem neuen Beitrag zeigt die NZZ, dass die Auswüchse der „Political Correctness“ auf dem amerikanischen Campus nicht nur für die Unabhängigkeit der Lehre, sondern auch für die Psyche der Studierenden gravierende Folgen hat.

Die Angst geht um auf dem amerikanischen Campus, die Angst der Lehrenden vor ihren Studenten. Schon das männlich konnotierte Wort «Student» birgt, im Deutschen zumindest, was man in den USA eine «microaggression» nennt – einen Mini-Gewaltakt mithin, der die Frauen eliminiert. Mini-Aggressionen sind sprachliche Wendungen, die als verletzend aufgefasst werden könnten. Nach Campus-Richtlinien gehört dazu etwa die Frage, wo man geboren wurde – weil sie impliziere, der oder die Befragte sei womöglich kein(e) richtige(r) Amerikaner(in). Der Satz «I believe the most qualified person should get the job» steht bei kalifornischen Hochschulen ebenso auf dem Index wie «America is the land of opportunity». Immerhin könnte Letzteres andeuten, dass wer seine Chance nicht ergreift, selber schuld sei.

Im Unterschied zur ersten Political-Correctness-Welle, die in den 80er und 90er Jahren den historischen und literarischen Kanon herausforderte, geht es heute nicht mehr um die Diversifizierung des Lehrplans oder das Aufbegehren gegen die Diskriminierung marginalisierter Minderheiten, sondern um das emotionale Wohlbefinden einer Generation, die als verwöhnt und übersensibel gilt. Mit diesem aus dem Ruder gelaufenen Kinderschutz wird den Studierenden eine psychische Fragilität attestiert, der der kleinste Dissens als «traumatisierend» gilt.

Hier mehr: www.nzz.ch.

Kommentare

  1. Jacksulze meint:

    Warten wir auf den neuen Präsidenten Trump.
    Der fegt schon jetzt jede Political-Correctness dahin.
    Das Pendel schlägt immer auf beide Seiten aus.

  2. Erstens glaube ich nicht, dass Trump kommt. Zweitens glaube ich nicht, dass mit ihm das Ende der PK käme.

    Liebe Grüße, Ron

  3. Empfehle zum Thema auch Kenneth Minogue, The Servile Mind / Die demokratische Sklavenmentalität. Der große liberale Denker (1930–2013) aus England spannt darin einen weiten Bogen. Hervorragend!

  4. @Holger: Ja, danke für den Hinweis auf das gute Buch. Hier der Link:

    Die demokratische Sklavenmentalität: Wie der Überstaat die Alltagsmoral zerstört (Edition Sonderwege bei Manuscriptum) von Kenneth Minogue

    Preis: EUR 34,80

    40 gebraucht & neu erhältlich ab EUR 29,92

    Liebe Grüße, Ron

  5. Schandor meint:

    Die Angst geht um …

    Man könnte auch sagen: Ein Gespenst geht um in Amerika und Europa, das Gespenst der „politischen Korrektheit“. Was Korrektheit ist, wissen wir, und wenn man der Korrektheit etwas zusetzt, wird sie automatisch, na was? falsch.

    An alle Genderbegeisterten:
    https://www.youtube.com/watch?v=sB-JGvCj10M&feature=youtu.be

    Ansehen, ab 0:16 – bis zum Schluss! Wer sich da wohlfühlt, darf wissen, dass er dringend der orthopiniatrischen Behandlung bedarf.

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