Die grenzenlose Emanzipation einer Minderheit

Einige Minderheiten stellen heute die Konstruktion Mehrheit-Minderheit generell infrage. „Einer ideologischen Avantgarde reicht das nicht“, meint Wolfgang Büscher. „Ging es bisher darum, der Mehrheit Toleranz für Minderheiten abzutrotzen, so lautet nun die Parole: Wir wollen nicht bloß akzeptierte Minderheit sein. Wir sind die besseren, weil moderneren, multipleren Menschen. So wie wir sollten alle sein.“

Wie kommt es nur, dass die „Familienmenschen“ einfach nur zusehen?

Trauen wir uns nicht mehr, für das einzustehen, was wir doch sind? Das kann nicht sein. Es ist nicht verboten, gegen die ideologische und gesetzespraktische Nivellierung der Familie zu sein. Nie war Schwarmbildung leichter als im Zeitalter sozialer Netzwerke. Aber ein Schwarm zur Verteidigung der Familie bildet sich in Deutschland nicht.

Wir verstehen gar nicht, was in die verrückten Franzosen gefahren ist. Wir fühlen den Verlust nicht mehr, wie fast jeden Abend in Talkshows zu besichtigen ist. Als sei das Organ herausgeschnitten, das für solche Empfindungen zuständig ist.

Mehr: www.welt.de.

Kommentare

  1. Schandor meint:

    Vielleicht deshalb nicht, weil wir im Grunde alle wissen, dass die Mächtigeren immer gewinnen. Warum Federn lassen, wo der Erfolg aussichtslos ist? Wer das Gold hat, macht die Regeln, hat Frank Stronach gesagt. Die Christen haben es nicht, so what?
    Hat man vor 20 Jahren behauptet, was heute Alltag ist (Gehirnwäsche durch Medien), galt man als Verschwörungstheoretiker. Aber das Establishment hat sich gegen Angriffe immunisiert, indem es alle Avancen gegen es in den Medien lächerlich gemacht hat.
    Was können wir den machen? Uns ein wenig aufregen? Der Lavastrom der Entmenschlichung ist total; auf seinen Wellen surfen die Perversen und zeigen, wo’s lang gehen soll. Erfolgreich. Zug um Zug und Schritt für Schritt wird das antichristliche Manifest umgesetzt, denn die schlimmste Gesetzlosigkeit ist nicht der Verstoß gegen das Gesetz, sondern die Aufrichtung antigöttlicher und antichristlicher Gesetze. Sicher, Einzelne können sich vielleicht dagegenstemmen, aber gewinnen können sie nicht. Ich wünschte, wir hätten je die geringste Chance. Aber wir haben sie nicht. Was Ewigoptimistische für Schwarzmalerei halten, ist in Wahrheit Wirklichkeit; Optimismus ist Naivität. Die Umkehrung aller Werte ist die Krankheit, für dessen Therapie sie sich hält. Pom!

  2. Johannes Strehle meint:

    In einer parlamentarischen Demokratie
    kann man nur durch eine Partei im Parlament etwas bewegen.
    Es gibt mit der Alternative für Deutschland
    erstmals eine wertkonservative Partei,
    die eine reelle Chance hat, in den Bundestag einzuziehen.
    Sie kann jedoch nur kandidieren,
    wenn sie in jedem Bundesland 2000 Unterstützungsunterschriften erhält,
    die zur Zeit gesammelt werden. Die Zeit ist knapp.
    Es geht bei der Unterstützungsunterschrift nur darum,
    den Wahlantritt zu befürworten,
    nicht darum, sich mit der Partei zu identifizieren oder sie zu wählen.

  3. theonik meint:

    wer, aus welchen Gründen auch immer, in den Bestrebungen rechtlichen Angleichung von eingetragenen Lebenspartnerschaften an die Zivilehe einen Angriff auf das Eheprivileg oder die auf die grundgesetzlich sinnvolle und notwendige Privilegierung der Familie sieht oder in der gedanklichen Fortsetzung gar von „Nivellierung“ „Untergang“ der Familie oder von „grenzenlos“ Emanzipation der „Minderheiten“ von „großen“ und „schnellen“ Schritten spricht vergisst meiner Meinung einige Perspektiven, denen man sich nicht stellt, sich nicht stellen kann oder nicht stellen will (das kann ich nicht entscheiden).
    Familie als Ideal, als gesellschaftlich-soziologische Realität, die Erweiterung des Begriffs „Familie“, ohne die Kernfamilie damit in Verruf zu bringen, die Familie ist und bleibt auch in verschiedenen Lebensformen das zentrale Leitmodell, die tatsächliche Anzahl eingetragener Lebenspartnscherschaften in Deutschland, die nicht zu beziffernde tatsächliche Anzahl homosexueller Menschen (die man glücklicherweise nicht kennt sonst würden wir nach den Prinzipien der früheren UDSSR handeln), den Themenlobbyismus der Medien, die mittlerweile ziemlich unkritische Rolle der Medien (es ist ein Thema mit dem man Arbeiten kann und mit dem man Arbeit hat), die Emotionalität des Themas in der postmodernen Wirklichkeit, den aktuell (an)laufenden Wahlkampf .. theologisch, auch wenn das unter Umständen etwas platt klingt und viel zu kurz greift, der jesuanische Blick und der Umgang mit „Minderheiten“
    … anders formuliert, worüber reden wir eigentlich?
    …richtig ist, es ist ein wichtiges Thema, es ist und bleibt ein Thema, das die toleranzfähigkeit von Gesellschaften zeigt und zeigen wird, es ist ein Thema, das die Geschichtlichkeit des gesellschaftlichen Lebens, ja des menschlichen Lebens mit all seinen Ungleichzeitigkeiten verdeutlicht…

  4. Johannes Strehle meint:

    „Wie kommt es nur, dass die „Familienmenschen“ einfach nur zusehen?“
    Das frage ich mich auch immer
    angesichts der Auseinandersetzungen in anderen Völkern.
    Wie ist das Schweigen der Mehrheit in Deutschland zu erklären?
    Dazu fällt mir nur ein,
    dass die Deutschen nach wie vor ein Volk von Untertanen sind.
    Nach Stalin wird es in Deutschland keine Revolution geben,
    weil man dazu den Rasen betreten müsste.
    Aus einem Leserbrief von Paula Steinkühler in der FAZ vom 6. Juni zum Artikel „Der Herr im Haus des Schreckens“ über die grausamen Abtreibungspraktiken
    eines Arztes in den USA:
    „Die deutschen Bischöfe wurden von einem römischen Kurienkardinal aufgefordert, sich nicht nur in Schreiben gegen Abtreibungen zu wehren,
    sondern auf die Straße zu gehen.
    Diese Prozessionen für das Leben
    wären eine sinnvolle Aufgabe in der ökumenischen Zusammenarbeit.“

  5. mark.us meint:

    „Wir wollen nicht bloß akzeptierte Minderheit sein. Wir sind die besseren, weil moderneren, multipleren Menschen. So wie wir sollten alle sein.“

    aktueller Beitrag im neuen ATLANCIC: http://www.theatlantic.com/magazine/archive/2013/06/the-gay-guide-to-wedded-bliss/309317/:
    …Research finds that same-sex unions are happier than heterosexual marriages. What can gay and lesbian couples teach straight ones about living in harmony?…

  6. Roderich meint:

    @ mark.us,
    anderslautende „research“ würde a) nicht finanziert, b) die Autoren würden bald ihren Job verlieren, und c) die Atlantic würde sie nicht publizieren.

Ihre Meinung ist uns wichtig

*