Albrecht Ritschls Soteriologie

Klaus Bockmühl über die Erlösungslehre von Albrecht Ritschl (Verantwortung des Glaubens im Wandel der Zeit, 2001, S. 49):

Wir sehen Schleiermacher wie einen Schatten über allen theologischen Gedanken Ritschls liegen. Wie Schleiermacher, so entfernte auch Ritschl ausdrücklich den Gedanken vom Zorn Gottes aus der Theologie. Wie Schleiermacher, so verwarf auch er die Lehre von der Erbsünde als eine unmögliche Vorstellung. Zentraler Inhalt der Eschatologie war für ihn der Gedanke des ewiges Leben bereits im Diesseits. Das ewige Leben ist also nicht eine Ordnung der Zukunft, sondern Qualität des jetzigen Lebens. Und die Erlösung? Die traditionelle Ordnung der Erlösung (etwa: Berufung, Erlösung, Rechtfertigung, Wiedergeburt, Heiligung) reduzierte Ritschl auf die Kindertaufe: In dem Augenblick der Taufe finden sich alle diese übrigen Gegebenheiten ein. Er verwarf die traditionelle Ordnung der Erlösung durch das Etikett „Methodismus“.

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