Auch Baptisten brauchen Sexualkunde

Deutsche Baptisten-Familien, die ihre Kinder vom Sexualkundeunterricht fernhalten wollten, sind vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gescheitert. Die Richter wiesen ihre Beschwerde gegen die Unterrichtsteilnahme als offensichtlich unbegründet ab.

DER SPIEGEL schreibt:

In Straßburg machten die Baptisten-Familien vor allem Verstöße gegen die Grundrechte auf Religionsfreiheit und den Schutz des Familienlebens geltend. Der Straßburger Gerichtshof stellte jedoch fest, die Menschenrechtskonvention gewähre keinen Schutz vor der Konfrontation mit Meinungen, die der eigenen Überzeugung widersprechen. Zudem habe es den Eltern freigestanden, ihre Kinder zu Hause nach ihren eigenen religiösen Überzeugungen zu erziehen.

Weiter hieß es, das deutsche Recht sehe für Grundschüler eine Schulpflicht vor und schließe Heimunterricht aus, um die Integration von Kindern in die Gesellschaft zu fördern. Diese Überlegungen stimmten mit der Rechtssprechung des EGMR in Sachen Meinungsvielfalt in einer Demokratie überein, heißt es in der Pressemitteilung des Gerichts.

Der Sexualkundeunterricht habe auf eine neutrale Wissensvermittlung zu den Themen Zeugung, Empfängnisverhütung, Schwangerschaft und Geburt nach aktuellen wissenschaftlichen und schulischen Standards abgezielt. Einem solchen Unterricht dürften Schüler nicht wegen religiöser Bedenken fernbleiben.

Hier die Pressemitteilung des Gerichts.

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Sylvia
Gast
Sylvia

Ich denke anstatt die Kinder von so einem Unterricht fernzuhalten, sollten christliche Eltern auch offen heute mit ihren Kinder darüber sprechen und ihnen vermitteln, dass Sexualiät von Gott geschaffen ist, aber man muss mit ihr sehr verantwortsvoll umgehen. Man spricht von Verantwortung gegenüber der Umwelt, aber nicht gegenüber Sexualität 🙂 Wie leben nur einmal in einer Gesellschaft, die offen über das Thema spricht und egal, wo man hin geht oder sich etwas anschauen will, kommt man damit in Berührung. Anstatt den Kindern/Jugendlichen Verbote diesbezüglich auszusprechen und Ihnen Ängste einzureden, um sie davon fernzuhalten, sollten man mit Ihnen darüber sprechen. Sexualität… Weiterlesen »

Schandor
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Schandor

Ja, aber es gibt ein „zu früh“ für Kinder. Wogegen sich diese Baptisten zu wehren scheinen, ist die explizite Konfrontation der Kinder mit den materialen (mithin: körperlichen) Inhalten des Sexuellen, bevor sie die formalen Bedingungen verstanden haben, d. h., bevor sie das Umfeld verstanden haben (und das können sie eben nicht vor einem bestimmten Alter), in dem die Sexualität steht. Sie fürchten eine Verdinglichung des Sexuellen oder zumindest, dass sich das Sexuelle im Geist ihrer Kinder verdinglicht, wie das in der Welt so ist. Mann kann nicht „einfach mit den Kindern darüber sprechen“; man kann das nur in der Begrifflichkeit… Weiterlesen »

Sylvia
Gast
Sylvia

@Schandor Ich stimme dir zu, dass das manchens heutzutage zu früh ist! Daher finde ich, wenn man schon dagegen vorgehen will und seine Kinder „schützen“ möchte, sollte man nicht vielleicht mit anderen Eltern sprechen, wie z.B. aus anderen Religion oder auch „Atisten? Jeder Elternteil, der sei Kind liebt (und das ist kultur- und religionsunabhängig), möchte sein Kind beschützen und ihnen eine unbefangende Kindheit schenken. Im Gesprächen mit vielen Eltern (und wie schon erwähnt habe: anderen Religion, Kulturen, aber auch Athisten) stelle ich fest, dass alle der gleichen Meinung sind „es ist zu früh“ und sind dagegen!!! Wäre es nicht besser… Weiterlesen »