Das erinnert an einen Fleischwolf

Die klugen Beobachtungen von Rieke Hümpel zur Gender-Sprache empfehle ich sehr gern.

Zum Beispiel:

In der Ausbildung zur Journalistin habe ich gelernt, dass Sätze verständlicher werden, je genauer man die Handelnden benennt. Wenn der Schulleiter nun von Lehrkräften spricht, denke ich: Ich möchte nicht, dass mein Sohn von einer Kraft unterrichtet wird. Sollten Medien, Bildungseinrichtungen und Online-Wörterbüchern gelingen, dass generische Maskulinformen künftig als politisch unkorrekt gelten, so werden die Menschen dennoch versuchen, die lange Beid-Nennung zu umgehen. Die Folge wird sein, dass Menschen in unserer Sprache immer mehr „neutralisiert“ werden. Wollen wir das wirklich? Eine Welt voller Lehrkräfte, Gartenkräfte, Hilfskräfte, Führungskräfte, Pressepersonen, Gastpersonen, Reitpersonen, Schiffspersonen – und Diverse. Was macht das mit uns?

Oder:

Etwas anderes ist es, wenn ein Staat Sprachgebrauch per Gesetz, Vorschrift oder Erlass vorschreibt– das nennt man dann Zwang. Und auch wenn Gleichstellungsbeauftragte in Universitäten Leitfäden zur gendersensiblen Sprache verteilen, ist das keine natürliche Sprachentwicklung. Sprache per Zwang und Druck zu normieren, führt in die Unfreiheit. Es gibt keinen freien Sprachzwang. Bisher waren dafür eher Diktaturen wie das Dritte Reich oder die Franco-Diktatur bekannt. Ich finde es beschämend, dass nun eine Demokratie in ein derart wichtiges Werkzeug der Freiheit so stark eingreift, und nehme es als lautes Alarmsignal wahr.

Mehr: www.welt.de.

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2 Kommentare
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Jutta

Wirklich gut geschrieben. Ganz meine Meinung. Und auch dieser Leserbrief trifft es: Besonders abturnend bei dem Versuch, künstlich eine diskriminierungsfreie Sprache anzuordnen, empfinde ich, dass genau diejenigen, die dafür plädieren, andererseits keinerlei Probleme mit Kopftuch, Burka, Kinderehe, Zwangsheirat haben. Da können Feministinnen aus und in arabischen und afrikanischen etc. Ländern noch so flehen. Hier wird dann von dieser gender-beflissenen Gruppe das patriarchal-hierarchische Menschenbild etlicher Zugewanderter als schützenswerte kulturelle Angelegenheit deklariert. Es geht den dahinterstehenden Parteien um kein respektvolles Miteinander, sondern gerade um Spaltung – das ist bequem und rechnet sich für sie. Ich weiss zwar nicht wie …. aber ich bin sicher dass „die Wirtschaft“ dahinter steht in Form von Lobbyismus. Lenkt die Menschen nur schön ab, hintenrum kommts dann ganz dicke. In jedem Land was anderes … und irgendwann haben wir dann den, der alles wieder in Ordnung bringt. Und als Christen haben wir IHN ja wirklich … dann wirds schön . .ach manchmal kann ich das gar nicht… Weiterlesen »

Last edited 1 Monat zuvor by Jutta
Johannes

„Führungskraft“ etc. finde ich ja noch relativ harmlos. Aber einen kleinen Seitenhieb für alle, die es nicht wissen, kann ich mir dann doch nicht verknaeifen: „Kraft“ gibt es auch als männlichen (!) Vornamen. Er kommt u. a. in Adelsfamilien, etwa dem Haus Hohenlohe, vor (https://de.wikipedia.org/wiki/Kraft_zu_Hohenlohe). Dieser Schönheitsfehler ist unseren Genderaktivis*innen vermutlich nicht aufgefallen. Da merkt man wieder, dass Ideologien nie (!) die Realität abbilden werden. Da mache ich mal einen auf Andrea Nahles und sage: „Bätschi!“

Eine beiläufige Entdeckung in der gestrigen Fernsehwerbung: „Zu Risiken und Nebenwirkungen (…) fragen Sie Ihre Ärzt*innen und Apotheker*innen“! Muss man jetzt plötzlich mehrere Leute fragen, um über die Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten Bescheid zu wissen? Hört sich fast so an. Aber: Zwei Ärzt*innen haben dazu bekanntlich drei Meinungen. Ich denke daher nicht, dass die Leute im Alltag darauf viel Bock haben. Und die Ärzt*innen und Apotheker*innen wollen vermutlich auch nicht doppelt und dreimal soviel Zeit in mehrfaches Nachfragen investieren…