Das Gericht predigen?

J.I. Packer schreibt (Knowing God, 2005, S. 167):

Die moderne Angewohnheit in der christlichen Kirche ist es, das Thema „Zorn Gottes“ herunterzuspielen. Diejenigen, die noch an den Zorn Gottes glauben (nicht alle tun das), sagen wenig darüber; vielleicht denken sie auch nicht viel darüber nach.

In einer Zeit, die sich schamlos an die Götter der Gier, des Stolzes, des Sexes und der Selbstverwirklichung verkauft hat, murmelt die Kirche über Gottes Güte, sagt aber praktisch nichts über sein kommendes Gericht. Wie oft hast du im vergangenen Jahr eine Predigt über den Zorn Gottes gehört, oder, wenn Du Pastor bist, hast Du darüber gepredigt? Ich frage mich, wie lange es her ist, dass ein Christ im Radio oder Fernsehen oder in einer dieser halbspaltigen Predigten, die in einigen nationalen Tageszeitungen und Magazinen erscheinen, direkt über dieses Thema gesprochen hat (und wenn einer das getan hätte, wie lange würde es dauern, bis er wieder gebeten würde, darüber zu sprechen oder zu schreiben).

Tatsache ist, dass das Thema des göttlichen Zorns in der modernen Gesellschaft zu einem Tabu geworden ist, und die Christen haben dieses Tabu im Großen und Ganzen akzeptiert und sich darauf konditioniert, das Thema nicht anzusprechen.

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3 Kommentare
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Chrissen
1 Monat zuvor

Ich kenne gesunde Gemeinden (persönlich und aus der „Ferne“), in denen sehr gut und richtig über alles Biblische gepredigt wird. Ob über die Liebe, die Gnade, die Barmherzigkeit, die Vergebung, die Erlösung, die Errettung, die Hilfe oder über das Verlorengehen, die Verdammnis, das Verderben, das Gericht, das Ende, die Hölle – mal hat eine Predigt jene Gewichtung, mal eine andere, und oft beides zugleich, was (für Ungläubige) aufrüttelnd und (für Gläubige) wachhaltend und mahnend ist oder sein kann. Ich finde das toll. Aus der Ferne kenne ich da Pastor Wolfgang Wegert (Arche TV) und seinen Sohn, der ebenfalls Pastor ist, oder auch Pastor Peter Krell (und seine Mitkämpfer für das Evangelium) bei der Hoffnungskirche Kaiserslautern (auch YouTube-Kanal) sowie Charles Stanley (InTouch, auch deutsch synchronisiert). Es gibt aber auch so viele andere Prediger mit gesunder Lehre auf YouTube und anderen Seiten, ah, Olaf Latzel und Paul Koch von der evangelischen St. Martini Gemeinde fallen mir noch ein. Persönlich kenne ich einige… Weiterlesen »

Alex aus Cloppenburg
1 Monat zuvor

Wer Gericht, Hölle und Teufel will, muss eigentlich nicht lange suchen. Vor allem im Netz nicht. Spätestens aber in den Gemeinden der Russlanddeutschen wird man fündig.

Daher ihr lieben Bio-Deutschen und anderen Westler, die es härter brauchen, kommt zu uns in die Aussiedler-Gemeinden. Da werden alle eure Sehnsüchte nach Zorn und Gericht Gottes gestillt.
До свидания, Гейропа!

Udo
1 Monat zuvor

„Gnädig und barmherzig ist Jahwe, voller Güte und langsam zum Zorn.“ Nur einer der vielen Texte in AT und NT, um zu diesem Thema „tiefer graben“ zu gehen, wozu die heutige Pastorenschaft in Kirche und Freikirche aber kaum einen Beitrag leistet. Gottes Heilige Liebe kann man nur ansatzweise begreifen, wenn man Gottes Heiligkeit und seinen Zorn gegenüber der Sünde ansatzweise versteht. Gottes Zorn ist eben etwas völlig anderes als menschlicher Zorn. „Gottes Heiligkeit entlarvt die Sünde; Gottes Zorn tritt ihr entgegen.“ „Mit Brunners Worten: „Wo man an dem Gedanken des Gotteszorns vorbeigeht, da ist auch kein Verständnis möglich für den Zentralbegriff des Evangeliums: die Einmaligkeit der Offenbarung im Mittler.“ Ebenso wird „nur wer die Größe des Zorns kennt, [wird] von der Größe des Erbarmens überwältigt“ [Emil Brunner, Der Mittler, 1927, S. 128]“. Wer Gottes Zorn ablehnt, lehnt in der Konsequenz auch das Kreuz ab. Das wirklich Schlimme, das Jesus Christus für uns erduldet hat, ist, dass er „den Kelch des… Weiterlesen »

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