Doktorand darf Gott nicht danken

So zeigt sich die angeblich reine Vernunft an der Universität: Eine Dissertation wird nicht angenommen, weil der Student der Tierzuchtwissenschaften in der Danksagung Gott erwähnt hat.

Kann denn Danken Sünde sein? Nein, dachte Jerke de Vries – bis er seine Doktorarbeit fertig geschrieben hatte. Der junge Mann, ein gläubiger Christ, promovierte in Tierzuchtwissenschaften an der Wageningen Universität in den Niederlanden, und offenbar verdankt er Gott sehr viel. Jedenfalls verspürte er das dringende Bedürfnis, ihn in der Danksagung seiner Dissertation zu erwähnen: „Gott Allmächtiger, ich danke Dir, es ist das Schönste, von Dir geliebt und geachtet zu werden“, schrieb er dort laut „Die Presse“.

Was für ein Aufruhr er damit verursachen würde, war de Vries offenbar nicht klar. „Er ist ein sehr zurückhaltender junger Mann, der nur seine Doktorarbeit fertigstellen wollte. Und jetzt sprechen alle über ihn“, sagt Simon Vink, Pressesprecher der Wageningen Universität. Denn: Die Uni akzeptierte die Dissertation nicht. „An unserer Hochschule sind religiöse oder politische Aussagen in wissenschaftlichen Arbeiten nicht erlaubt – es sei denn, sie sind Thema der Forschung“, sagt Vink.

Mehr: www.spiegel.de.

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Robert
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Und dann erzählen mir Leute, die Menschen würden nicht in offener Feindschaft gegen Gott leben.

Der darf bestimmt jedem Menschen und auch seinem Hund danken, aber nicht Gott.

Joschie
Gast

Wie sich wohl die Uni verhalten hätten, wenn sich einStudent bei Allah bedankt hätte?

Alexander
Gast
Alexander

@Joschie: Wenn sie sich an ihre Statuten hält, würde die Universität Wageningen auch eine Dissertation, der eine Danksagung an Allah vorangestellt ist, nicht annehmen, da sie (wie oben nachzulesen) grundsätzlich keine „religiösen oder politischen Aussagen in wissenschaftlichen Arbeiten“ erlaubt. Ich kann die Aufregung darum ehrlich gesagt nur in Maßen nachzuvollziehen. Der oben zitierte Passus ist höchstwahrscheinlich der Promotionsordnung entnommen, über deren Bestimmungen sich jeder Doktorand vor Abgabe seiner Dissertation tunlichst kundig macht. Wenn es dort klipp und klar drin steht, sollte ich mich als Doktorand auch daran halten und eben nicht unnötig Ärger heraufbeschwören. Man kann die Bestimmungen der Promotionsordnung… Weiterlesen »

Peter
Gast
Peter

Hallo Ron!
Ist doch klar, was Sebastian Bach gesagt hätte: soli deo gloria 😉

Peter

Markus
Gast
Markus

Ron, danke für den Passus, den Du zitierst hast:

„It is therefore unsuitable…“

Aha. Ein normatives Statement. Aber wie ist das begründet? Es ist letztlich eine so (durch Macht) festgesetzte weltanschaulich bzw. politisch motivierte Regel. Die vorgeschobene Haltung, man wolle weltanschaulich, religiös oder politisch neutral sein, ist unlauter, bzw. selbstwidersprüchlich. Tatsächlich wird eine bestimmte weltanschauliche Position totalitär als verbindlich vorgegeben, nämlich der Säkularismus.
Es ist wichtig, dass wir so was zu durchschauen lernen!

Markus

Alexander
Gast
Alexander

Ich finde die Formulierungen der Ordnung auch etwas überzogen, aber trotzdem denke ich, man macht es sich als Christ zu einfach, wenn man den Schwarzen Peter in dieser Angelegenheit komplett der Uni Wageningen zuschiebt. Mal ganz praktisch gesehen: Wäre dem Doktoranden irgendein Zacken aus der Krone gebrochen, wenn er angesichts der Vorgaben der Ordnung auf die Danksagung verzichtet hätte? Wohl nicht. Und mal ehrlich: Was hat das offene und ziemlich allgemeine Bekenntnis „Danke, Gott, dass du mich liebst“ (sinngemäß) mit einer Diss in Tierzuchtwissenschaften zu tun? Den Hinweis auf Bach verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Bach war soweit ich weiß… Weiterlesen »

Peter
Gast
Peter

Hallo Alexander,
Bach hat alle seine Werke mit „sdg“ gekennzeichnet – also soli deo gloria – und musste sich, soweit ich zumindest weiß, nicht dafür rechtfertigen.

Felix
Gast
Felix

@Alexander: „Sogar“ ich als agnostischer Atheist, der säkulares Denken politisch befürwortet, finde diese Regelung extrem fragwürdig und pflichte Rons Totalitarismus-Vorwurf bei. Es gehört doch zu der ja auch humanistisch geschützten Religionsfreiheit in der persönlichen (!) Danksagung, die ja nicht Teil der wissenschaftlichen Argumentation ist, der Quelle zu danken, von der man eben je individuell der Meinung ist, dass sie existiert. Und (@Joschie) ob das nun der christliche Gott, islamischer Allah oder germanischer Thor ist, sollte dabei selbstverständlich vollkommen unerheblich sein.
Freundliche Grüße,
Felix

Alexander
Gast
Alexander

Dann würde ich sagen, der Vergleich mit Bach hinkt etwas: anderes Genre. Ich will die Sache nicht unnötig in die Länge ziehen, versuche es aber noch einmal mit einer Präzisierung: Ja, die Vorgaben der PromOrd sind überzogen, völlig d’accord, das habe ich auch schon zweimal gesagt. Und jeder sollte im Vorwort seiner Diss danken dürfen, wem er will. Ein Freund von mir hat einem gewissen „Hugo“ gedankt – das war der Labor-Teddy. Aber: Angesichts der Vorgaben in Wageningen – wie verhält sich ein Christ angesichts dessen ‚weise‘? Indem er sagt: mir sind die Vorgaben egal, ich schreib rein, dass Gott… Weiterlesen »

Alexander
Gast
Alexander

[P.S. @Felix: „agnostischer Atheist“ – ist das nicht ein Oxymoron?!]

Felix
Gast
Felix

[@Alexander: Nein, agnostisch fügt nur hinzu, dass ich nicht behaupte zu wissen, dass es keine Gottheiten gibt. –>Agnostizismus. Bspw. steh ich auch den Göttern der Maya agnostisch gegenüber, sie lassen sich ja nicht völlig ausschließen. Wenn mich aber jemand fragen würde, ob ich denke, dass es sie gibt oder ob ich an sie glaube, sag ich trotzdem ganz klar: nein. –> Atheismus]

Alexander
Gast
Alexander

[@Felix: Also doch ein Oxymoron ;-)]

Felix
Gast
Felix

[@Alexander: und warum?]

Felix
Gast
Felix

@Ron: „Agnostischer Atheismus: Agnostische Atheisten sind atheistisch, weil sie keinen Glauben an die Existenz einer Gottheit haben, und agnostisch, weil sie nicht behaupten zu wissen, dass keine Gottheit existiere.“ http://de.wikipedia.org/wiki/Agnostizismus#Varianten_des_Agnostizismus
Da widerspricht sich begrifflich überhaupt nichts.
Liebe Grüße, Felix

Alexander
Gast
Alexander

Exakt.
Agnostizismus: Ich weiß nicht, ob es Gott/Götter gibt, kann sein, kann auch nicht sein, beide Möglichkeiten sind offen.
Atheismus: Es gibt keine/n Gott/Götter.

Felix
Gast
Felix

@Ron: Nein. Agnostische Atheisten wissen sehr wohl, dass sie nicht an Gott glauben. 😉
Sie denken nur, dass sie letztendlich nicht wissen können, ob er existiert.

Felix
Gast
Felix

@Ron: Natürlich nicht. Wie kommen Sie denn darauf?
Liebe Grüße, Felix

Roderich
Gast
Roderich

@Felix,
da empfehle ich mal zwei Bücher:
„Gibt es einen Gott?“ von Richard Swinburne und
„Pardon, ich bin Christ“ von C.S. Lewis.

Das zum „Warmwerden“, und um überhaupt mal ein paar gute Argumente für den Glauben vernommen zu haben.
Wenn man überzeugter Agnostiker bzw. Atheist ist, hätte man ja nichts zu „fürchten“ von christlichen Argumenten.

Schandor
Gast
Schandor

@Felix Ravi Zacharias – The Real Face of Atheism. Wie man nach der Lektüre dieses erschreckenden Buches noch Atheist bleiben kann? Felix – lesen Sie das Buch! Wenn Sie dann auch nicht vom Atheismus loskommen: Ich verspreche Ihnen, dass ihnen ein furchtbar unangenehmer Eindruck im Hinblick auf den Atheismus zurückbleiben wird. Und dass Sie viele wunderschöne Denkanstöße bekommen werden. Dieser Mann schwärmt nicht. Vorab: Sie finden seine Vorträge auf YouTube. Und Hand aufs Herz: bei den Vorträgen dieses Mannes „fährt es einem durchs Herz“. Dieser Mann hält sich nicht mit unsinnigen „Gottesbeweisen“ auf, sondern zeigt, wozu der Atheismus führt und… Weiterlesen »

Felix
Gast
Felix

@Sandor: Was wurde und wird schon alles theistisch gerechtfertigt?

Ich zähle einfachmal ein paar Dinge auf:
Inquisition, Hinrichtungen von ‚Ketzern’, Kreuzzüge, „Hexen“verbrennungen, „Teufels“- und „Dämonen“-Austreibungen, Selbstmordattentate, Steinigungen, „God-hates-Fags“-Kampagnen, das gesetzliche Unter-Strafe-stellen von Homosexualität, Beschneidungen männlicher und weiblicher Genitalien, rassistische Gewalttaten, Kondomverbote in von Aids geplagten Ländern…

Fallen Ihnen ähnlich entsetzliche Dinge ein, die atheistisch gerechtfertigt wurden oder werden?
Fällt Ihnen auch nur ein einziger Mensch ein, der einem anderen Menschen Gewalt angetan hat, weil er das Gefühl hatte, sein Atheismus, sein Nicht-Glaube an Gottheiten rechtfertige dies?

schandor
Gast
schandor

@Felix Selbstverständlich. Josef Stalin. Sie wissen, dass die Liste weitergeht und dass sie vermutlich lange genug ist, um das Internet um einige Bytes zu bereichern. Aber exemplarisch: Auf sein Konto gehen ca. 30.000.000 Menschen. Sein pro-aktiver Atheismus ist unumstritten. Zu den Dingen, die Sie aufzählen: Glauben Sie, hier auf Theoblog finden sich Christen, die diese Dinge theistisch rechtfertigten? Aber lassen wir das mal kurz beiseite, um einen wichtigeren Gedanken aufzugreifen: Die, die diese Dinge getan haben und die Frechheit hatten, sie auch noch „theistisch zu rechtfertigen“, haben in fürchterlichem Widerspruch zur Botschaft und zur Methodik des Evangeliums gehandelt. Die dagegen,… Weiterlesen »

Peter
Gast
Peter

Hallo Felix!
„Fällt Ihnen auch nur ein einziger Mensch ein, der einem anderen Menschen Gewalt angetan hat, weil er das Gefühl hatte, sein Atheismus, sein Nicht-Glaube an Gottheiten rechtfertige dies?“
Ja – sämtliche Verfolgungen von kommunistischen Regimen gegenüber Christen, Moslems ….

Markus
Gast
Markus

Das Problem der Atheisten ist (ich fürchte mittlerweile wirklich, man muss es so allgemein sagen), dass sie es vorziehen, die Kraft der Argumente und Indizien hartnäckig NICHT zu betrachten. „Augen zu und durch“ ist ihre Devise. In Debatten spielen sie nur auf der Gefühlsebene (man nennt das „Manipulation“). Z.B. wenn sie (wirklichen oder angeblichen?) Gläubigen „Inquisition, Hinrichtungen von ‚Ketzern’, Kreuzzüge, „Hexen“verbrennungen, „Teufels“- und „Dämonen“-Austreibungen, Selbstmordattentate, Steinigungen“ usw. vorwerfen. Sie setzen dann eine objektive Moral voraus. Aber auf was – um alles in der Welt – soll sich diese „Moral“ der Atheisten objektiv gründen? Es bleibt ein bloßes Spiel mit Gefühlen… Weiterlesen »

schandor
Gast
schandor

@Markus Ins Schwarze getroffen. Das ist der „blinde Fleck“ der Atheisten – das können sie nicht sehen. Da sie von diesem blinden Fleck gar nicht wissen und eine Heidenangst haben, es könne ihn dennoch geben, fahren sie alle verfügbaren emotionalen Geschütze auf, um Strohmänner zu töten. Diese Angst freilich verbergen sie hinter mondäner Abgeklärtheit. Wenn es nicht Angst ist, ist es unbestimmtes Unbehagen. Das Evangelium gilt ihnen als pudendum, und ohne zu wissen, passen sie so exakt in die Beschreibung des Paulus, dass man jedesmal nur staunen kann, wie wissenschaftlich exakt Paulus damals schon alles skizziert hat. Du wirst EINES… Weiterlesen »

Felix
Gast
Felix

– Atheistische Verfechter der Evolutionstheorie schließen aus dem „survival of the fittest“ nicht, dass wir uns auch so verhalten sollen. Nur angemerkt: Die Forderung nach radikalem Kapitalismus ohne staatliche Umverteilung, durch die Konkurrenz und Selektion gefeiert werden, ist ein solches „survival or the fittest“ und wird bspw. von der christlichen Rechten in den USA befürwortet. – Atheismus und die Behauptung einer objektiven Moral geht widerspruchslos zusammen. Atheisten sind keine Relativisten, im Gegenteil die meisten machen sich für die universelle Gültigkeit von Menschenrechten stark. – Die Gräueltaten kommunistischer Regime wurden von Atheisten begangen, sie wurden aber nicht atheistisch gerechtfertigt. Kein mir… Weiterlesen »

schandor
Gast
schandor

Atheistische Verfechter der Evolutionstheorie schließen aus dem „survival of the fittest“ nicht, dass wir uns auch so verhalten sollen. Gott sei Dank tun das viele nicht. …von der christlichen Rechten in den USA befürwortet Ja – was für ein Spott, nicht? Sich „christlich“ zu nennen! Pastor Busch hat einmal treffend bemerkt: Was nicht blau ist, ist bläulich, was nicht grau ist, ist gräulich und was nicht Christ ist, ist christlich. Atheismus und die Behauptung einer objektiven Moral geht widerspruchslos zusammen. Sorry, das stimmt einfach nicht. Es ist ein Widerspruch in sich. Denn der Atheismus hat keine Autorität außer sich selbst.… Weiterlesen »

Roderich
Gast
Roderich

@Felix, Atheistische Verfechter der Evolutionstheorie schließen aus dem „survival of the fittest“ nicht, dass wir uns auch so verhalten sollen. Da empfehle ich Ihnen „From Darwin to Hitler“ von Richard Weikart. Was den Kapitalismus angeht: So lange es einen Rechtsstaat gibt, kann von „Survival of the Fittest“ nicht die Rede sein. Beim Kapitalismus gehen schwache Unternehmen unter – weil sie nicht gut wirtschaften. Menschen haben angesichts einer Tendenz zur „Vollbeschäftigung“ (Ludwid Erhard) stets die Chance, sich neu zu bewerben und werden auch nicht an Leib und Leben bedroht, wenn eine Firma untergeht. Der Vergleich ist also Quatsch. Atheismus und die… Weiterlesen »

Markus
Gast
Markus

@Felix. Natürlich geht der Atheismus mit der bloßen Behauptung einer objektiven Moral oder jeder anderen beliebigen, bloßen Behauptung zusammen. Aber zu sagen, dass es in einer Welt ohne Gott objektive Moral tatsächlich geben könne, weil Atheisten so etwas behaupteten, wäre ein äußerst leicht durchschaubarer Fehlschluss. (Wollten Sie das etwa sagen?) Tatsache ist: Atheismus und objektive Moral gehen überhaupt nicht zusammen. Gäbe es keinen Gott, wäre jede moralische Aussage unbegründbar, irrational und rein willkürlich. Denn jede (potenziell) moralische Forderung M geht logisch mit einer Rechtfertigungspflicht ein: Warum soll ausgerechnet M Gültigkeit haben? Hierzu brauchen wir eine absolute Autorität. Dies können weder… Weiterlesen »

Peter
Gast
Peter

Hallo Felix! Und einem solch ekelhaft-grausamen Monster von Gottheit danken Sie auch noch, ordnen sich ihm unter und stellen es als „guter Gott“ dar! In meinen Gesprächen mit Atheisten und aus welchen Gründen auch immer Ungläubigen kommt irgendwann die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes. Sie läuft stets darauf hinaus, wie ein gerechter Gott all die Ungerechtigkeit in der Welt zulassen kann. Das ist ja eine altbekannte Frage! Allerdings stellt sich für mich da die Gegenfrage, welche Art von Gerechtigkeit das sein soll, wenn nicht gestraft werden darf. Ist das Gerechtigkeit? Jeder möchte, wenn er Ungerechtigkeit erfährt, dass Wiedergutmachung geleistet und… Weiterlesen »

Peter
Gast
Peter

(Irgendwie ging mein Beitrag verloren 🙁 – als nochmals) Hallo Felix, Die Gräueltaten kommunistischer Regime wurden von Atheisten begangen, sie wurden aber nicht atheistisch gerechtfertigt. Aber sicher doch! Religion ist Opium fürs Volk. Daher müssen alle religiösen Vertreter bekämpft, gefoltert, getötet oder in Arbeitslager geschickt werden. Nachdem div. humnistische Verbände und bewusst atheistische Organisationen Veranstaltungen mit Ritualen (Weihen …) anbieten, halte ich eigentlich den Atheismus für zutiefst religiös. Diese Verbände achten auch darauf, dass sich die Jugendlichen bei ihren Weihe-Ansprachen deutlich von Religion distanzieren. Das ist also eine sorgfältig zu beachtende Vorschrift. Hoppla – nach einem etymologischen Wörterbuch bedeutet aber… Weiterlesen »

Johannes G.
Gast
Johannes G.

Hallo Felix Atheismus und die Behauptung einer objektiven Moral geht widerspruchslos zusammen. Atheisten sind keine Relativisten, im Gegenteil die meisten machen sich für die universelle Gültigkeit von Menschenrechten stark. Abgesehen davon, dass diese Pauschalierung so sicher nicht zutreffend ist, können sich Atheisten natürlich für alles mögliche stark machen. Die entscheidende Frage hierbei ist jedoch, ob sie eine rationale bzw. ontologische Grundlage für ihren moralischen Realismus angeben können (D.h. was sind die Wahrmacher von moralischen Fakten und wie können diese in einer fundamental zweck- und geistlosen Realität verortet werden). Dass ein moralischer Realismus mit einer atheistischen Weltanschauung (welche frei von aristotelischer… Weiterlesen »

Felix
Gast
Felix

– Zur Hölle: Angenommen ich werde die Meinung, die ich auf diesem Blog vertrete, mein Leben lang nicht ändern und weiter nicht an Eure Gottheit glauben, ansonsten aber ein gutes Leben führen. Vorausgesetzt nun diese Gottheit existiert und sie verhält sich so, wie Ihr sagt, dann wird Sie mich BIS IN ALLE EWIGKEIT QUÄLEN! Haltet Ihr das nicht für ein klein wenig unverhältnismäßig? Mal angenommen, Ihre Gottheit bietet Ihnen die Möglichkeit an, zu entscheiden, was mit mir geschehen soll. Ich vermute, Ihr würdet mich nicht in die Hölle schmeißen, weil ich Euch für so grausam nicht halte. Weil Ihr selbst… Weiterlesen »

Roderich
Gast
Roderich

@Felix, Angenommen ich werde die Meinung, die ich auf diesem Blog vertrete, mein Leben lang nicht ändern und weiter nicht an Eure Gottheit glauben, ansonsten aber ein gutes Leben führen. In der Prämisse ist schon ein Denkfehler. Wir können nicht „nicht an Gott glauben“ und „ansonsten ein gutes Leben führen“. Dieser Prämisse liegt ein mangelndes Verständnis der Sündhaftigkeit des Menschen zugrunde. Mal angenommen, Ihre Gottheit bietet Ihnen die Möglichkeit an, zu entscheiden, was mit mir geschehen soll. Ich vermute, Ihr würdet mich nicht in die Hölle schmeißen, weil ich Euch für so grausam nicht halte. Weil Ihr selbst eine bessere… Weiterlesen »

Peter
Gast
Peter

Hallo Felix, Roderich hat ja schon ausführlich geantwortet. Daher von mir nur eine Randbemerkung: Die Bibel sagt: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ (Mt. 19,19) Wenn Du dem kategorischen Imperativ Kants Relativismus vorwirfst, wie steht es dann mit diesem fundamentalen ethischen Gebot? Ich muss den anderen also nur so sehr lieben, wie ich mich – subjektiv – eben selbst liebe? Wenn das dieser Satz aus der Bibel bedeuten würde, hättest du recht. Allerdings geht die Bibel von der Sündhaftigkeit des Menschen aus, also Selbstbezogenheit, um sich selbst kreisen … Luther nannte das incurvatus in se. Man könnte auch… Weiterlesen »

Felix
Gast
Felix

Schön, dass hier Habermas erwähnt wurde, und ja, ich bin durchaus offen für Deine Buchempfehlung. Ich halte das, was ich hier „christliche Ideologie“ genannt habe, aus ideengeschichtlicher Perspektive auch durchaus für interessant, eine aktuelle philosophische (!) Reflexion des Christentums für vielversprechend. Problematisch wird es für mich dort, wenn man glaubt, der Mythologie des Christentums könnte man einen buchstäblichen Wahrheitsgehalt zusprechen (z.B.: es gibt die Hölle; Jesus ist auferstanden; Gott existiert; wir sind alle Sünder (bevor wir etwas getan haben); das Ausleben von Homosexualität ist sündhaft). Ich plädiere zwar unterm Strich für ein säkulares Denken, bin mir aber der Schattenseiten der… Weiterlesen »

Roderich
Gast
Roderich

@Felix, Problematisch wird es für mich dort, wenn man glaubt, der Mythologie des Christentums könnte man einen buchstäblichen Wahrheitsgehalt zusprechen (z.B.: es gibt die Hölle; Jesus ist auferstanden; Gott existiert; wir sind alle Sünder (bevor wir etwas getan haben); das Ausleben von Homosexualität ist sündhaft). Ist es denn erwiesen, dass diese christlichen bzw. biblischen Aussagen „Mythologie“ sind (und damit falsch bzw. nicht wörtlich zu nehmen)? Unterstellt man damit nicht eine oder mehr von folgende Dingen: a) Es gibt keinen Gott ? b) Wenn es einen Gott gibt, kommuniziert er nicht ? c) Wenn er kommuniziert, dann nicht in verbal propositionaler… Weiterlesen »

Felix
Gast
Felix

Ja, das Argument von Leibniz hätte ich gern gehört!

Hast Du dir mal die Frage gestellt, dass – wenn es einen Gott gibt und er sich offenbaren würde – das eventuell gar nicht in der Bibel, sondern bspw. im Koran gemacht hat?

Roderich
Gast
Roderich

Gottfried Wilhelm Leibniz‘ Argument für die Existenz Gottes: das „Argument aus Kontingenz“. (1) Für alles, was existiert, gibt es eine Erklärung. (2) Wenn das Universum eine Erklärung seiner Existenz hat, dann ist diese Erklärung Gott. (3) Das Universum existiert. Aus diesen drei Prämissen folgt: (4) Für das Universum gibt es eine Erklärung seiner Existenz. (5) Diese Erklärung ist Gott. Das Argument ist logisch gültig, d.h. die Konklusionen folgen aus den Prämissen. Wenn die Prämissen 1-3 wahr sind, müssen die Konklusionen 4, 5 also auch wahr sein. Prämisse (3) ist auf jeden Fall wahr. Die Frage bleibt also, ob die Prämissen… Weiterlesen »