„Mit uns spricht seit sechs Monaten keiner“

DAS ERSTE und ARTE zeigen nun doch den Film „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“, nachdem sie zuvor eine Ausstrahlung abgelehnt hatten. Der Film läuft an diesem Mittwoch um 22.15 Uhr im ERSTEN. Im Anschluss wird in der Sendung Maischberger von 23.45 Uhr an über den Film diskutiert. Die ARD und ARTE haben das Gespräch mit den Machern des Film leider gescheut. Die FAZ hat hingegen mit dem Regisseur Joachim Schroeder gesprochen. Ein Auszug:

FAZ: Sie verweisen darauf, dass die Mehrheit in den Gesellschaften Deutschlands und Frankreichs nicht wahrhaben will, wie sehr jüdische Mitbürger in diesen Ländern inzwischen in Bedrängnis geraten sind. Es gibt doch aber immer wieder Gelegenheiten, bei denen sich Politik und gesellschaftliche Gruppen für das Judentum, für die Erinnerung an den Holocaust und für den Staat Israel einsetzen.

Joachim Schroeder: Die deutsche Erinnerungskultur ist zu einem leeren Ritual verkommen – verbunden mit deutschem Aufarbeitungsstolz. Der Historiker Eberhard Jäckel brachte es fertig zu sagen: „Es gibt Länder in Europa, die uns um dieses Denkmal beneiden.“ Der Antisemitismus drückt sich heute antizionistisch aus. Der Hass gegen Juden wurde kollektiviert. Israel ist heute der Paria unter den Staaten. Dabei ist es für Antisemiten völlig egal, was der Staat Israel tut – es geht um dessen Existenz.

Mehr: www.faz.net.

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