Ungeliebter Stern

In Behörden und Politik wird die gendergerechte Sprache immer häufiger angewandt. Neue Umfragen ergeben allerdings, dass sich die Mehrheit der Deutschen von dem Neusprech regelrecht belästigt fühlt.

Heiko Schmoll schreibt in ihrem Artikel „Gendersprache: Ungeliebter Stern“ (www.faz.net, jedoch hinter der Bezahlschranke) unter anderem:

„Die meisten Menschen wollen nicht von einer fanatischen Minderheit in Universitäten und Rathäusern gezwungen werden, in einer verunstalteten, mit unaussprechbaren Sternchen dekorierten und sogar falschen Sprache zu sprechen“, sagte die Schriftstellerin Monika Maron zu den Ergebnissen der Umfrage. Anfang März hatte Maron zusammen mit dem Ökonomen Walter Krämer, dem Journalisten Wolf Schneider und dem früheren Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes Josef Kraus einen Aufruf zum Widerstand gegen die Auswüchse der sogenannten geschlechterneutralen Sprache veröffentlicht.

Darin heißt es, die gendergerechte Sprache beruhe auf einem Generalirrtum, wonach zwischen natürlichem und grammatischem Geschlecht ein fester Zusammenhang bestehe. Den gebe es aber nicht, wie man an „der Löwe, die Giraffe, das Pferd“ sehen könne. Es störe ja auch niemanden, dass sich alles Weibliche von dem Wort „das Weib“ ableite. Außerdem erzeuge die Gendersprache eine Fülle lächerlicher Sprachgebilde, sei nicht konsequent durchzuhalten und außerdem kein Beitrag zur Besserstellung der Frau in der Gesellschaft.

Kommentare

  1. Tobias Will meint

    Unterstützt man dann den Zeitgeist oder nicht, wenn man als Christ gendergerechte Sprache befürwortet?

  2. Schandor meint

    Ja, man unterstützt ihn. Wenn Christen sich der Gendersprache bedienen, dann ist das so, wie wenn sie die durch das NT getauften Begriffe in ihrer alten, griechischen Bedeutung nehmen (etwa psyche, soma, nous, logos). Dann denkt man in weltlichen Begriffen weiter. Geistlich wird dann zu geistig, der Logos (Christus) wird dann zur Idee, das Fleischliche zum Seelischen usw. Nur mit dem Unterschied, dass zweiteres ein Irrtum, ersteres dagegen bewusste Ideologie ist. Die Gleichmacherei ist von unten.

    Der Genderrhö ist der Widerstand gegen die Sprachverschmutzung nicht wichtig. Sie gewinnt (leider) schon dadurch, dass man sich mit dem Thema auseinandersetzt. Sie sitzt am längeren Hebel, denn sie hat die Behörden bereits erfolgreich unterwandert und instrumentalisiert. Es ist ein Mehrfrontenkrieg, was hier geführt wird. Eine Front ist eben die Sprache. Wer an der Genderfront kämpft, kämpft entweder dafür oder dagegen. Wer neutral bleibt, stärkt den Zeitgeist. Es folgen die „Befürworter“ und Claqueure. Und zuletzt die Initiatoren. Eine Hierarchie wie bei Wikipedia.

  3. Hallo,
    die Entwicklung der Sprache ist durchaus ein interessantes Thema.

    Freundliche Grüße

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