Von Gender-Mainstreaming zur Akzeptanz sexueller Vielfalt

51ygbRo6ufL SX329 BO1 204 203 200Christoph Raedel hat ein zweites Buch über Gender-Mainstreaming geschrieben. Ich konnte es bisher nur überfliegen. Ohne es ganz gelesen zu haben, empfehle es gern weiter und schließe mich der Rezension, die Moritz Breckner für das MEDIENMAGAZIN PRO geschrieben hat, an:

„Der blinde Fleck im Konzept von Gender-Mainstreaming ist die fehlende Frage nach den Bedürfnissen von Kindern“, schreibt Raedel. Kinder unter drei Jahren brauchen für die optimale Entwicklung eine feste Bezugsperson, im Normalfall die Mutter – dies sei wissenschaftlich unstrittig. Auch in der Sexualpädagogik und beim Adoptionsrecht sei Ideologie wichtiger als reale Gegebenheiten.

Raedels nicht immer ganz objektives, aber stets sachliches Buch ist eine Bereicherung für den Diskurs. „Gender“ kann ein Augenöffner sein für alle, die sich in die Thematik hineinarbeiten wollen, und ein Nachschlagewerk für Pastoren, Journalisten oder Pädagogen. Der Theologe liefert Argumente, nicht um jeden Streit zu gewinnen, aber um als Christ begründet Zweifel anzubringen am Menschen- und Geschlechterbild, das der Zeitgeist gerade vorgibt. Was es wirklich brauche, schlussfolgert Raedel, sei ein „Familien-Mainstreaming“, das die Frage stelle, „wie Familien darin unterstützt werden können, als Familien zu leben, anstatt lediglich als Projektionsfläche feministischer Gleichheitsfantasien oder als Modul marktwirtschaftlicher Rechenspiele betrachtet zu werden“.

Kommentare

  1. Roderich meint:

    Schade, dass der Rezensent hinzufügen muss, das Buch sei „nicht immer ganz objektiv“.
    Als einzigen inhaltlichen Kritikpunkt nennt er:

    „Raedel vergleicht Transsexualität mit dem Phänomen anderer Körperintegritätsstörungen wie der Magersucht, bei der der eigene Körper als falsch (zu dick) empfunden werde, obwohl er eigentlich dünn sei. Bei diesem Kapitel wäre es hilfreich gewesen, wäre der Autor noch genauer auf den medizinischen Forschungsstand zur Entstehung von Transsexualität eingegangen, der durchaus auch hormonelle und genetische Fehlentwicklungen als Begründungen heranzieht.“

    Also, prinzipiell ist es doch schon mal richtig, die Transsexualität auch als psychische Störung anzusehen. (Ähnlich tat das ja Ben Shapiro in einem bekannten Youtube Clip https://www.youtube.com/watch?v=-DE_WOCHITk – v.a. ab 3m55s, und bei 6m18 sagt er, es sei eine „mental illness“ (psychische Störung oder Geisteskrankheit). Das ist auch die einzige richtige Sicht. Unsere Gesellschaft macht aber das Verrückte zur Norm. Auch bei Facebook wird man für solche Aussagen schon zensuriert, die automatischen Algorithmen markieren es als „Spam“, zu sagen, Transgenderismus sei eine psychische Störung.

    Es kann ja sein, dass genetische Faktoren auch eine Rolle spielen.

    Und die Ergebnisse der Forschung muss man sicher auch berücksichtigen, muss aber auch bedenken, dass diese Forschung oft nicht mehr neutral ist. (Wer die falschen Ergebnisse bei Studien erhält, muss manchmal um seinen Job fürchten; und wer das falsche Forschungsprogramm hat, erhält oft auch keine finanzielle Unterstützung, da die Geldgeber letztlich auch unter Druck gesetzt werden etc.)

    Eine Langzeitstudie aus Schweden belegt übrigens, dass die „Suizidrate bei transsexuellen Personen nach Geschlechtsumwandlungsoperation fast 20 Mal höher als in der Allgemeinbevölkerung“ ist.
    http://www.dijg.de/transsexualitaet-geschlechtsumwandlung/studien/

  2. Klippdachs meint:

    @ Roderich:
    „Und die Ergebnisse der Forschung muss man sicher auch berücksichtigen,
    muss aber auch bedenken, dass diese Forschung oft nicht mehr neutral ist.“

    Definitiv.

    Aber auch in der „konservativen“ Richtung gibt es manchmal die Neigung, mit Forschungsergebnissen selektiv umzugehen oder sie tendenziös zu interpretieren, sodass die eigene bereits vorgefasste Meinung bestätigt wird.

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