Autorenname: Ron

Florida: Keine queeren Themen mehr an den Grundschulen

Sigmund Freud hat mit seinen Abhandlungen zur Sexualtheorie zur Pansexualisierung der westlichen Welt beigetragen. Es gibt – so sagte er – keinen Abschnitt im Leben eines Menschen, in dem sexuelles Begehren und seine Befriedigung nicht grundlegend für das Menschsein überhaupt sei.

Konsequenterweise ist so der Sexualkundeunterricht mit seinen Aufklärungsansprüchen sogar in den Kindergärten und Grundschulen gelandet. Es ist allerdings interessant und meines Erachtens erfreulich, dass in der Gesellschaft auch Gegenbewegungen angekommen sind. Florida (USA) will von der Vorschule bis zur dritten Klasse das Unterrichten zu Themen wie Genderidentität und sexuelle Orientierung verbieten.  Möglicherweise hat zu diesem Schritt beigetragen, dass immer mehr Kinder und Jugendliche ihr Geschlecht wechseln wollen. Auch in England hat der Transkids-Trend einen Umdenkprozess angestoßen (siehe hier).

Die FAZ meldet zu Entscheidung in Floria:

An Grundschulen in Florida soll nicht länger über Genderidentität und sexuelle Orientierung diskutiert werden. Der Senat des Sunshine State verabschiedete am Dienstag eine umstrittene Gesetzesvorlage, die queere Themen für Kinder von Vorschule bis dritter Klasse verbietet. Sobald auch der republikanische Gouverneur Ron DeSantis den Entwurf zu „Parental Rights in Education“ wie erwartet unterzeichnet, werden Bücher über Kinder mit homosexuellen Eltern oder Textaufgaben in Mathematik, die nicht-traditionelle Familien zum Inhalt haben, aus dem Unterricht verbannt.

Mehr: www.faz.net.

Die Ehe ist ein Anker

Zwei Redakteurinnen der FAZ haben mit der Soziologin Doris Lucke über die Ehe gesprochen. Ich widerspreche Frau Lucke gern und auch an diesem Interview könnte ich herumnörgeln. Doch gibt es einen schönen Abschnitt, den ich mal gern wiedergeben möchte:

Die Zahl der Ehescheidungen gilt seit jeher als ein Indikator für eine zunehmende Instabilität von Gesellschaften. Allerdings muss man dazu sagen, dass hierbei statistische Irrtümer eine große Rolle spielen. Wenn es heißt, in Großstädten würde inzwischen schon jede dritte Ehe geschieden, dann ist das bis zu einem gewissen Grad irreführend, weil nur die Zahl der Eheschließungen mit der Zahl der Ehescheidungen im selben Jahr gegengerechnet werden – die Bestandsehen werden dabei nicht berücksichtigt. Nun ist außerdem noch eine andere These aufgekommen, die ich auch vertreten würde: Aus der steigenden Zahl von Eheschließungen kann man ableiten, dass Frauen sich das in aller Regel erstens heutzutage einfach finanziell leisten können. Und zweitens kann man Elisabeth Beck-Gernsheim folgen. Sie schrieb: Früher gab man die Hoffnung auf, jetzt gibt man die Ehe auf. Das zeigt im Umkehrschluss, dass der Ehe ein höherer Wert zugeschrieben wird, wenn man sagt: Das ist keine Ehe, wie ich sie führen will – also lasse ich mich scheiden. Auch ohne Ehesakrament und religiösen Hintergrund wird die Ehe heute abermals überhöht und bekommt fast schon wieder etwas Heiliges. Allein die Aussicht auf Kontinuität und Stabilität ist ein beruhigender Gedanke in einer Welt, in der sonst alles aus den Fugen geraten ist. Da kommen wir wieder auf die vorherige Frage zurück: In einer insgesamt instabilen Welt ist die Ehe für viele Leute ein Anker.

Hier (hinter einer Bezahlschranke): www.faz.net.

War Augustinus der erste Calvinist?

Der Theologe Ken Wilson behauptet in seinem Buch War Augustinus der erste Calvinist?, dass Calvinisten einen heidnischen Gott anbeten. Können die Begründungen für diese steile These überzeugen? Mario Tafferner, Dozent für Altes Testament am Tyndale Theological Seminary in den Niederlanden, hat das Buch gelesen und dabei überraschendes zutage gefördert.

Hier ein Auszug: 

Die Frage ist nicht, welche frühchristlichen Theologen von den sie umgebenden Philosophien beeinflusst wurden und welche „sauber“ blieben. Die Frage ist viel mehr, welche frühchristlichen Theologen die Denkkategorien ihrer Zeit dem biblischen Befund entsprechend verwendet haben.

Aus dieser Perspektive wird auch Wilsons Karikatur des Augustinus als Stoiker oder Manichäer fragwürdig. Wie Origenes ist Augustinus kein heidnischer Philosoph, sondern ein christlicher Theologe, der damit ringt, die biblische Lehre in den ihm zur Verfügung stehenden Denkkategorien zu fassen. So schreibt z.B. Mark Edwards, Wilson’s Doktorvater an der Universität Oxford, dass Augustinus zwar die stoische Willenslehre in seiner Definition des freien Willens aufnimmt, diese aber in einen den Stoikern vollkommen fremden christlichen Denkrahmen einbettet:

„Das Fehlen einer Lehre vom Sündenfall bei den Stoikern muss jede Parallele, die zwischen dem stoischen und augustinischen Verständnis des Willens gezogen werden kann, qualifizieren … Die Stoiker haben kein Konzept eines ursprünglichen Fehlers, der die Macht der Vernunft, dass Gute zu erkennen, und die Macht des Willens, dass Gute zu tun, einschränkt, selbst wenn das Gute erkannt wird. Sie hätten Augustins Lehre, dass wir ohne Gnade zwischen einer oder der anderen Sünde wählen müssen, da keine Handlung, die nicht in Liebe gründet, nichts anderes als sündig sein kann, weder erwogen noch verstanden.“

Mehr hier: www.evangelium21.net.

Putin widerlegt Nietzsche

Wladimir Putin ist ein lebendiger Beweis dafür, dass Nietzsche mit seiner Philosophie des Stärkeren völlig falsch lag. Nietzsche sagte (Der Antichrist, § 17, KSA, Bd. 6, S. 183; § 7, S. 174):

Wo in irgend welcher Form der Wille zur Macht niedergeht, giebt es jedes Mal auch einen physiologischen Rückgang, eine décandence.

Nichts ist ungesunder, inmitten unsrer ungesunden Modernität, als das christliche Mitleid.

Sonst: Ich bin erschüttert über die Ereignisse in der Ukraine. Eines der größten Länder der Welt – mit einer der größten Armeen, die es gibt – zieht in einen brutalen Angriffskrieg. Meine Gedanken und Gebete sind bei den Ukrainern. Sie sind auch bei den vielen friedliebenden Russen, die sich für die Allmachtsphantasien Putins schämen und gegen seine Kriegspolitik Stellung beziehen. Und sie sind bei den Menschen in den Anliegerstaaten. Besonders sind sie bei den Bürgern und Freunden im Baltikum. Ich habe dort sechs Jahre gelebt und erinnere mich an die Tage, als sich die baltischen Länder von der russischen Besatzung befreien konnten. Was für Freudentage. Ich bin fassungslos, dass nun die alten Ängste zurückkehren. Möge Gott das Schlimmste verhindern.

Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera freigesprochen

Eine wichtige Botschaft: Der Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera wurde vom Vorwurf der Homosexuellen-Beleidigung freigesprochen. Ich hätte ja nicht erwartet, mich einmal über den Erfolg von Ulrich Kutschera herzlich zu freuen. Hier ist das aber der Fall. Seine Kritik des Adoptionsrechts im Rahmen der „Ehe für alle“ (Efa) ist durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Die FAZ schreibt:

Der Kasseler Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera ist endgültig vom Vorwurf freigesprochen, er habe Homosexuelle beleidigt. Wie das Frankfurter Oberlandesgericht am Dienstag mitteilte, hat es die Revision der Staatsanwaltschaft Kassel gegen den Freispruch des Kasseler Landgerichts für Kutschera verworfen. Der frühere Professor der Uni Kassel hatte sich 2017 auf dem Onlineportal kath.net zur „Ehe für alle“ und einem möglichen Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare geäußert … Das Landgericht habe zutreffend geurteilt, dass Kutscheras Aussagen nicht auf die persönliche Ehre Einzelner durchschlügen und von der Meinungsfreiheit gedeckt seien. Auch könnten im Fall des Interviews die wertenden Bestandteile nicht von Tatsachenbehauptungen getrennt werden, ohne dass der Sinn von Kutscheras Worten verfälscht werde.

Mehr: www.faz.net.

VD: TJ

Bullinger: Ist es der Obrigkeit erlaubt, Krieg zu führen?

Ist es der Obrigkeit erlaubt, in einen Krieg zu ziehen? Darf auch ein Christ das Schwert führen? Was, wenn die Obrigkeit einen unrechten Krieg führt? Der Reformator aus Zürich gibt in der 9. Predigt seiner Dekaden herausfordernde Antworten. Hier einige kurze Auszüge (Schriften, Bd. 3, S. 390 ff.):

Zu dem Recht, vom Schwert Gebrauch zu machen, das der Obrigkeit von Gott verliehen wurde, gehört auch das Recht, Krieg zu führen. In meiner letzten Predigt habe ich gezeigt, dass der Gebrauch des Schwertes in den Händen der Obrigkeit ein doppelter ist: Entweder bestraft sie Schuldige, oder sie schlägt einen Feind zurück, der angreift oder angreifen will, oder sie schlägt widerspenstige oder aufrührerische Bürger nieder.

Viele ziehen nun aber in Zweifel, ob es der Obrigkeit erlaubt sei, Krieg zu führen. Es ist erstaunlich, dass man in einer gar klaren Sache so blind sein kann. Wenn die Obrigkeit nämlich nach göttlichem Recht Schuldige straft, Räuber oder andere Straftäter, wobei es nichts zur Sache tut, ob es wenige oder viel sind – wie ich in meiner gestrigen Predigt ausgeführt habe –, so kann sie widerspenstige und aufständische Bürger auch nach demselben Recht wie einen von außen angreifenden Feind bekriegen, zurückschlagen und aufreiben, wenn er unter dem Vorwand eines Feldzuges das versucht, was die Straßenräuber heimlich zu tun pflegen.

Nun sagte der göttliche Prophet, der über die Christen weissagte, unter anderem [Jes 2,4]: »Sie werden ih Schwerter zu Pflugscharen und ihre Lanzen zu Sicheln umschmelzen.« Christen leben doch mit allen Menschen in Fried‘ und brauchen keine Waffen: Denn jeder verhält sich gegenüb dem anderen so, wie er es auch vom anderen erwartet. Weil aber nicht alle Menschen so gesinnt sind, sonde zahlreiche Störenfriede, verbrecherische Wegelagerer und Unterdrücker unter den ehrbaren und umgänglichen Bürgern leb wie wilde Tiere unter friedlichen Tieren, hat Gott der Obrigkeit vom Himmel das Schwert zum Schutz der Unschuldigen gegeben. Nirgends steht nämlich zu lesen, es sei verboten, Wölfe Eber, Bären und andere wilde Tiere dieser Art, die Mensch und Vieh anfallen, zu erlegen und zu töten. Warum soll es da untersagt sein, in einem Krieg, der zu Recht begonnen wurde, die unrechtmäßige Gewalt von Räubern abzuwehren? Unterscheiden sich doch Wegelagerer, Räuber, feindliche Soldat und aufständische Bürger nur wenig oder in nichts von wilden Tieren! Sie werden ja auch von der Heiligen Schrift nicht anders denn als Tiere bezeichnet. Dem entspricht auch das allgemeine menschliche Empfinden, und ebenso stimmt die Glaubenslehre damit überein. Der Apostel Paulus sagt [Röm 12,18f.]: »Ist möglich, soviel an euch liegt, haltet mit allen Menschen Fried rächt euch nicht selbst!« Siehe, er sagt: »Soviel es an euch liegt« und »ist es möglich«, anderswo ergänzt er [Röm 13,4]: »Die Obrigkeit trägt das Schwert nicht umsonst«; sie führt es nämlich all jener wegen, welche die Friedfertigen behelligen und alles verwirren.

Aus dem Gesagten schließe ich auch, dass die Untertanen das Recht auf ihrer Seite haben und keine Schuld auf sich laden, wenn sie in den Krieg ziehen und kämpfen, sofern sie es aus Anordnung der Obrigkeit tun. Wenn die Obrigkeit jedoch weiterginge und Unschuldige töten wollte, dann — das habe ich in früheren Predigten gezeigt – ist ihren gottlosen Anweisungen nicht zu gehorchen. Die Obrigkeit achte also darauf, das Rech nicht zu missbrauchen.

Obwohl es der Obrigkeit aus gerechtem und zwingenden Anlass erlaubt ist, Krieg zu führen, ist der Krieg doch etwas sehr Gefährliches, da er meist eine unsägliche Kette von Leid und Übeln nach sich zieht. Zwar werden auf diese Weise dem gerechten Urteil Gottes gemäß all jene bestraft, die keine väterliche Ermahnung beeinflussen konnte, aber vielfach werden auch Unschuldige in Mitleidenschaft gezogen. Es kommt immer wieder vor, dass Soldaten ihr Recht missbrauchen und selbst den heftigen Zorn des Herrn auf sich ziehen. Beinahe alle Übel und alles Böse dieser Welt haben ihren Ort und Ursprung im Krieg. Aus dem Krieg entsteht sogleich eine allgemeine Teuerung und in der Folge eine todbringende Hungersnot. Verkehrswege werden belagert, Saaten niedergetreten, Häuser stehen in Flammen, Nahrungsmittel werden mutwillig verschleudert, alles Handwerk und Gewerbe kommt zum Erliegen, der Arme stirbt ebenso wie der Reiche. Gerade die Mutigsten fallen in der Schlacht, während die Furchtsamen an Flucht denken und dadurch lediglich erreichen, durch noch schwerere und grausamere Qualen zerfleischt zu werden. Denn die Übelsten werden erhöht, solche, die andere Menschen wie Vieh missbrauchen. Dann seufzen alle, Witwen und Waisen trauern, Reichtümer und Vermögen, die für künftige Notzeiten zusammengetragen worden sind, werden geplündert, Städte brennen zu Asche nieder, junge Frauen und Mädchen werden geschändet, jeder Scham wird Gewalt angetan, alte Männer werden misshandelt, Recht und Gesetz schweigen, Gottesfurcht und Wissenschaften hegen danieder, Gesetzesverächter und Frevler herrschen. Deshalb wird der Krieg in der Bibel als Geißel Gottes bezeichnet [vgl. Jes 10,26].

Das Wohlstandsevangelium in Deutschland kontextualisieren

Frank Liesen hat sich mit konkreten Ausprägungen des Wohlstandsevangeliums in Deutschland auseinandergesetzt. Das Ergebnis ist „Contextualizing the Prosperity Gospel in Germany: A Theological Assessment“. Der Artikel ist in der Zeitschrift ems Vol. 2 (1), 2022 erschienen. Darin heißt es (Übers. R.K.):

Jedes Gemeindegründungsprojekt in dieser Fallstudie übersetzte das Evangelium von Gesundheit und Reichtum anders, während sie gleichzeitig ein evangelikales Verständnis von Bekehrung und Transformation bewahrten. Der Hintergrund und die theologische Ausbildung der Gemeindeleiter und der soziale Kontext der einzelnen Gemeinden bestimmten die unterschiedlichen Ansätze der Kontextualisierung. Die Konvertiten wandten die Interpretation des Wohlstands auf ihre Veränderungsprozesse an und folgten dabei der Weisung ihrer jeweiligen Kirchen.

Die Wohlstandslehre mit ihrer Behauptung, Gesundheit und Reichtum seien ein christliches „Geburtsrecht“, muss freilich als Synkretismus zurückgewiesen werden. Dennoch sollten sorgfältige theologische Bewertungen eine vorschnelle Verurteilung von Variationen in der Kontextualisierung verhindern. Christliche Führungspersönlichkeiten in Deutschland stehen vor der Herausforderung, die theologischen Ausdrucksformen der neuen evangelikalen Bewegungen, wie sie von den drei Fallstudienkirchen repräsentiert werden, zu bewerten und ihre Gemeinden in Richtung zunehmender Bibeltreue bei Veränderungsprozessen  (Eph 4,13) zu führen.

Der Aufsatz kann hier heruntergeladen werden: journal-ems.org.

Evangelikaler Feminismus

Die Evangelikalen in Deutschland entdecken nun auch den Feminismus. Sie sind etwas spät dran. Dafür sind sie aber forsch. Gefordert wird zum Beispiel eine 50:50 Quotenregelung. Und ich zitiere mal die Theologin Daniela Mailänder (erinnert so ein bißchen an das „Mutterherz Gottes“):

Ich bin 1982 geboren und im Bereich Theologie bin ich sicherlich stärker von Männern geprägt worden. Wir sprechen seit Jahrtausenden von Gott, dem Vater, und eben nicht von Gott, der Mutter, und werden noch lange brauchen, bis wir diese Einseitigkeit aufbrechen.

Interessant finde ich, wer sich alles hinter das Projekt „Gleichstellung“ stellt, darunter Christine und Steffen Kern (Gnadauer Verband), Agnes und Matthias Brender (BibelTV) sowie Mareike und Jörg Dechert (ERF).

Wer ein gutes Buch zum Thema „feministische Exegese“ sucht, sollte sich Jesus and the Feminists: Who Do They Say That He Is? von Margaret E. Köstenberger mal anschauen.

Hier geht es zur Meldung von PRO: www.pro-medienmagazin.de.

Der Missionsbefehl – heute?

Die bekenntnisorientierten Kirchengemeinden Deutschlands brauchen deshalb nicht nur ein Herz für die Weltmission, sondern auch für die Inlandsmission. Die Gründung und geistliche Neuausrichtung von Gemeinden wird in den nächsten Jahrzehnten eine der größten Herausforderungen für die Christen in Zentraleuropa werden. Ein paar Gedanken dazu habe ich in dem Beitrag „Der Missionsbefehl – heute?“ geäußert: 

Mitte und Haupt der Gemeinde ist unser Herr Jesus Christus. Er ist Gottes Antwort auf unsere menschliche Not. Die Frohbotschaft von seinem Kommen, der von ihm erwirkten Erlösung, von seiner Herrschaft und seiner Wiederkunft, soll seine Gemeinde ausfüllen. Eine Kirche, die von diesem Evangelium erfüllt ist, will – ja, muss! – davon erzählen und Menschen einladen, zu diesem Christus zu kommen. Wer so einen Schatz entdeckt hat, will nichts anderes mehr haben (vgl. Mt 13,44–46). Die Frohbotschaft vom Reich der Himmel ist das Einzige, was die Welt sich nicht selbst geben kann, was ihr also jemand bringen muss. Deshalb gehört es zum Auftrag der Gemeinde, sich selbst die Botschaft von der freien Gnade Gottes zu predigen und sie zu allen Völkern zu tragen.

Mehr: www.evangelium21.net.

Das Ende des „bequemen“ Christentums

Der Lutheraner Matthew C. Harrison, Präsident der Missouri Synode (USA), ist überzeugt: Das Ende des „bequemen“ Christentums ist eingeläutet. Er ist darüber nicht nur traurig. Es könnte die Kirche nämlich geistlich wachrütteln.

Matthew C. Harrison schreibt:

Die Kirche ist kein Country Club und war es auch nie – auch wenn sie im letzten Jahrhundert, vor allem in Nordamerika, mit einem solchen verwechselt werden konnte … Pfarrer konnten in Einzelhandelsgeschäften einen „Geistlichen-Rabatt“ erhalten. Das waren die „guten alten Zeiten“, als die Zugehörigkeit zu einer christlichen Konfession erwartet wurde, normal und sogar amerikanisch war.

Diese Zeiten sind vorbei. Gott sei Dank.

Während ich dies schreibe, stehen unsere guten Freunde, Bischof Juhana Pohjola von der Evangelisch-Lutherischen Missionsdiözese Finnlands (ELMDF) und Dr. Päivi Räsänen, ein Mitglied des finnischen Parlaments, wegen „Hassreden“ vor Gericht, weil sie sich zu dem bekennen, was die Heilige Schrift einfach und klar über Gottes Plan für die Ehe und die sündige Natur der Homosexualität lehrt. Sie haben den großen „Fehler“ begangen, zu zitieren, was die Bibel in Römer 1 und anderen Passagen sagt.

Das Christentum war noch nie bequem. Wenn die Kirche es sich in der Kultur bequem macht, wird ihr Bekenntnis verwässert. Die Verkündigung des Gesetzes wird abgeschwächt, und die Verkündigung des Evangeliums geht verloren.

Nordamerika wird Europa bald folgen. In Kanada gibt es bereits ähnliche Gesetze gegen Hassreden wie in Finnland. Wahrscheinlich nicht in dieser Generation, aber vielleicht in der nächsten, werden Christen in Amerika vor Gericht stehen müssen wie unsere finnischen Brüder und Schwestern. Was werden wir sagen? Wir werden wie unsere Freunde in Finnland bei jeder Gelegenheit bekennen, dass alle Menschen wertvoll und nach dem Bild Gottes geschaffen sind und dass wir alle sündig sind und einen Erlöser, Jesus, brauchen.

Wir predigen Christus, den Gekreuzigten. Die Kirche ist „kreuzförmig“. Das ist nicht bequem. Das war es noch nie. Aber wir haben eine Hoffnung, die über die Annehmlichkeiten dieses Lebens hinausgeht. Jesus hat Verfolgung versprochen. Und er versprach die Auferstehung.

Mehr: reporter.lcms.org.

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