Historische Theologie

Calvin (Teil 2): Erste Reformationsversuche in Genf

Hier der zweite Teil der DLF-Serie über Johannes Calvin. Diesmal geht es um seine Zeit in Basel und die ersten Begegnungen mit großen Theologen wie Bucer, Bullinger oder Capito sowie seinen ersten Aufenthalt in Genf. Einen Schwerpunkt bildet die Entstehung der Erstausgabe der Institutio von 1536.

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Martyn Lloyd-Jones, der große Prediger

Alistair Begg hat einen exzellenten Vortrag über Martyn Lloyd-Jones gehalten (leider nur in englischer Sprache). Hier:

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Die Täuferherrschaft von Münster

Jan van Leiden bei der Taufe eines Mädchens. Direkt hinter ihm die beiden anderen Anführer der Täufer. (Historisierendes Bild, Franz Bähr, 1840, Quelle: Wikipedia)

Der DLF hat zwei kurze Beiträge über die radikalen Wiedertäufer von Münster ausgestrahlt, die in 1530ern eine apokalyptisch-chiliastische Botschaft verkündigten und dabei schließlich kläglich gescheitert sind.

Teil 1:
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Teil 2:
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Reformationstag

Die Reformation war nicht nur ein Befreiungsakt. Ihr lag auch die Einsicht zugrunde, dass Kirche und Theologie prinzipiell irren können. Die Theologie als Wissenschaft war geboren. Zum Reformationstag hier der Hinweis auf einen Text von Heike Schmoll aus dem Jahr 2009:

Die Befreiung aus der Vormundschaft der Kirche ist das kulturgeschichtliche Ereignis der Reformation, das in seiner Bedeutung für die Geschichte der Individualisierung meist unterbewertet wird. Es ist für moderne Menschen schlechterdings nicht mehr vorstellbar, was es für den Einzelnen hieß, nicht mehr priesterlichen oder kirchlichen Weisungen unterworfen zu sein. Den Menschen direkt Gott gegenüberzustellen war ein geradezu revolutionärer Akt Luthers. Der Verzicht auf eine kirchliche Vermittlung, religiös gesprochen auf das kirchliche Heilsinstitut und sämtliche Geschäftszweige der Gnadenbürokratie, war ein ungemein befreiender Schritt, dessen Folgen gar nicht hoch genug eingeschätzt werden können. Hier beginnt neuzeitliche Individualisierung mit all ihren Möglichkeiten, aber auch Gefährdungen, die in jeder Gewissensentscheidung des gläubigen Einzelnen liegen.

Luthers Befreiungsakt liegt die Einsicht zugrunde, dass Kirche und Theologie prinzipiell irren können. Das ist die Geburtsstunde der Theologie als Wissenschaft. Es ist aber auch der Anfang einer freien Wissenschaft überhaupt. Ende des 19. Jahrhunderts hat der Jenaer Pädagoge Wilhelm Rhein die kulturelle Leistung der Reformation auf den Punkt gebracht: »Die Reformation bedeutet den Geist innerer Freiheit für den Christenmenschen. Freiheit setzt Bildung voraus.« Mit Melanchthons Aktivitäten zur Reform und neuen Einrichtung von Volksschulen habe der Geist der Reformation »die Demokratisierung der Bildung« eingeleitet, die bis heute gilt.

Die Lehre von der Freiheit und Mündigkeit des Christenmenschen gab den Anstoß zur Bildung der Massen. Lesen lernen, um beim Verständnis der Bibel nicht mehr allein von kirchlicher Deutung abhängig zu sein, war der Grundgedanke. Finnland war nicht umsonst das Land, das durch die frühen Gesandten Luthers als erstes in Europa alphabetisiert war. Denn die Aussicht auf einen ungehinderten Zugang zum »Wort Gottes« war in den ersten Jahrzehnten des Reformationszeitalters Grund genug, lesen zu lernen. Luther war nicht umsonst der meistgelesene Autor des 16. Jahrhunderts – seine deutsche Bibel, aber auch die Flugschriften, die häufig von ihm stammten, waren ein Publikumserfolg.

Mehr: www.faz.net.

Charles Spurgeon

Als Spurgeon im Alter von 15 in einer methodistischen Gemeinde in Colchester das Evangelium hörte, stellte das sein Leben auf den Kopf.

Hier eine ausgezeichnete Dokumentation über das Leben eines großen Predigers:


VD: OM

Christozentrisch Glauben

Die jüngere ›christuszentrierte Bewegung‹ in Nordamerika ist ungefähr zwanzig Jahre alt. J.D. Greear, Trevin Wax und Greg Gilbert haben, durchaus selbstkritisch, über den Ansatz diskutiert. Mir gefällt besonders folgende Beobachtung:

“We’re able to easily say, ‘Hey, there’s something wrong with that guy’s preaching,’ or ‘There’s something wrong in that book,’ or ‘This guy’s confusing Gospel and implications and whatnot,’ but it’s not the beauty of the Gospel and the God of the Gospel that’s actually captivating our hearts, our affections, our emotions.”

Barth über die »Institutio«

Karl Barth hat anlässlich eines Jubiläums einen kurzen Text über Calvin und seine Institutio geschrieben, den die NZZ im Jahre 2009 wieder abgedruckt hat. Der Schweizer schreibt:

Calvin war – anders als Luther – kein Genie, dafür ein gewissenhafter Ausleger, ein strenger und gediegener Denker und zugleich ein unermüdlich um die Praxis des christlichen und kirchlichen Lebens in der Nähe und in der Ferne bemühter Theologe. Ihn in seiner Menschlichkeit und als Schriftsteller zu lieben, ist nicht eben leicht. Dafür kann man als sein Leser dankbar und respektvoll bei ihm in die Schule gehen. Er zwingt – ein guter Lehrer, wie es in der Kirche nur wenige gegeben hat – den verständigen Leser nicht, die Resultate seines Studiums zu übernehmen, wohl aber sein Studium aufzunehmen, in seiner Spur neuen Resultaten entgegen [sic!], fortzusetzen. Ein «Calvinist» kann nur ein Christ und Theologe sein, der in Calvins «Institution» gelernt hat, der Wahrheit, um die es diesem ging, unter Gebrauch seiner eigenen Augen und Ohren nachzugehen.

Das Bekenntnis: »Ihn in seiner Menschlichkeit und als Schriftsteller zu lieben, ist nicht eben leicht. Dafür kann man als sein Leser dankbar und respektvoll bei ihm in die Schule gehen.«, beschreibt übrigens trefflich mein Verhältnis zu Karl Barth.

Hier der vollständige Text: www.nzz.ch.

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